Sonntag, 26. Oktober 2008

unplugged

im sandy bells im schottischen edinburgh habe ich mich mal gründlich blamiert. da stand ein schild "malt" und ich fragte den mann hinter der theke, ob da alkohol drin sei. er nickte. ja. weiter sagte er nichts...
inzwischen steht im schrank zuhause eine flasche old balantruan, 50 prozent vol. und unser lieblingsvideo dazu heißt Kirkwall Ba (Insel Orkney)
unter http://www.youtube.com/watch?v=S5_YTSQpIuE.
U. Peters hat übrigens für ihre ethnologische arbeit über Kirkwall Ba an der Universität von Edinburgh den john-delargy-award (oder so ähnlich) erhalten.
die stimmung war gemütlich, ich blieb beim frischen guinness, u.peters wurde von einem zugetextet, der behauptete, er sei ein berühmter rockstar.
eine irische folkgruppe spielte wie üblich im sitzen und der alte bassist, der haargenau aussah wie james joyce, blickte mich durchdringend freundlich regelmäßig an, so dass ich mich setzte, um zu sehen, ob es dabei blieb. es blieb dabei.
es war eine familäre atmosphäre, eine deutsche ragtime-pianistin, die sommers in den meadows im freien in die tasten haut, quatschte uns an, und alle bedauerten, dass wir den pub verließen, um ins royal oak zu wechseln, dem nächsten heißen tipp des ethnologie-professors meiner tochter. dort war nicht besonders viel los, einer spielte rockgitarre, dann wieder folk, ein alter mann sang seine balladen. über einem platz das bild eines kürzlich verstorbenen nachbarn, der just dort 30 jahre lang jeden abend gesessen hatte und viele auf den schottischen nationalstolz hinweisende schilder. man kommt in die schottischen pubs durchaus kurzerhand in jogging-hosen herein, ein schlafanzug würde auch keinen anstoß erregen.
und dann geschah plötzlich das wunder: es war duende da im royal oak, der königlichen eiche, so würde ein spanischer flamenco-gitarrist es nennen. ein unscheinbarer typ in windjacke kramte aus derselben eine kleine blechflöte hervor, spielte und sang dazu das vielstrophige lied von der undankbaren lucile: "I baught you some shoes with 5 inch of high heels, it's not the right time to leave me, Lucile." und steckte die flöte letztlich ebenso unvermittelt weg.
wer so etwas annähernd in hannover erleben möchte, kann dies sonntagabends von 18 bis 22 uhr im irish harp gegenüber dem capitol an der umzubauenden brücke. dort treffen sich eine sängerin mit wunderschöner stimme, ein begnadeter gittarist, ein noch tollerer fiddle-spieler, einer mit einem mir unbekannten instrument in lederhosen, langem haarzopf und großem hütehund, und viele andere mehr zum musizieren irischer folklore, sitzend natürlich, und bei guiness oder cider.
kommen Sie einfach mal vorbei, ich bin auch da.

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