Freitag, 20. Oktober 2017

aha zur Laubzeit

Hauseigentümer sind für die Gehwege vor ihrer Haustür im Herbst selbst verantwortlich und müssen diese von Laub befreien. Die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) bittet ihre Kundinnen und Kunden darum, das Laub nicht in die Gosse zu fegen, denn das behindert die Kehrmaschinen bei ihrer Arbeit. Wer die Blätter nicht selbst kompostieren möchte, kann sie über die Biotonne oder den Biosack entsorgen. Auch die Wertstoffhöfe und Grüngutannahmestellen nehmen bis zu einem Kubikmeter Laub pro Tag und Haushalt in einer Anlieferung kostenlos an.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der aha-Straßenreinigung sind in Hannovers Stadtgebiet auf den Straßen, reinen Radwegen und den Gehwegen innerhalb des City-Rings im Herbsteinsatz. Außerdem sind sie für das Straßenbegleitgrün zuständig.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

"Buen Vivir: Das Recht auf ein gutes Leben“ – Vortrag, Konzert und Workshop mit Alberto Acosta

Veranstaltungen am 26. und 27. Oktober

In zwei Veranstaltungen bringt der ehemalige ecuadorianische Präsidentschaftskandidat Alberto Acosta das Konzept des „Buen Vivir – Das Recht auf ein gutes Leben“ und dessen Hintergründe näher:

26. Oktober, 18.30 Uhr: Konzert und Vortrag

Der stark von der Lebensweise indigener Völker Lateinamerikas geprägte Begriff „Buen Vivir“ ist ein Gegenentwurf zu westlichen Konsum- und Wirtschaftsmodellen. Dabei geht es um Fragen nach solidarischem Miteinander von Mensch und Natur, Nachhaltigkeit und alternativen Lebens- und Gesellschaftsmodellen abseits von Wachstumszwängen. Alberto Acosta, ehemaliger ecuadorianischer Minister für Bergbau und Präsidentschaftskandidat 2013, beschäftigt sich mit den grundlegenden Überlegungen des Konzeptes. Er beschreibt Herausforderungen und Chancen, entwirft Szenarien einer gerechten Zukunft und stellt sie zur Diskussion. Dabei geht es um ein politisch-wirtschaftliches Konzept in globaler Perspektive mit großer Relevanz auch für Debatten in Deutschland. Begleitet wird Alberto Acosta von der international besetzten Musik-Gruppe „Grupo Sal“, die seit mehr als 30 Jahren entwicklungs- und umweltpolitische Themen erfolgreich musikalisch-künstlerisch umsetzt.

Die Veranstaltung findet statt in der Aula der Tellkampfschule, Altenbekener Damm 83. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro, ermäßigt fünf Euro.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Einsichtsfaehigkeit aufgehoben


LANDGERICHT HANNOVER Info
Nach Tötungen im April 2017: Schwurgericht ordnet Unterbringung des
Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
Am Nachmittag hat die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover für einen 25-jährigen, aus Syrien stammenden Mann die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet (§63 StGB).
„Die Taten sind Tragödien, die eine große Gefährlichkeit belegen“ führte der
Vorsitzende der Kammer, Richter Wolfgang Rosenbusch zur Begründung aus. Das Gericht stellte fest, dass der Beschuldigte an einer schweren Psychose leidet, die im April dieses Jahres eine dramatische Entwicklung genommen und seine Einsichtsfähigkeit vollständig aufgehoben hatte.
Der Mann hatte in den Abendstunden des 15. April eine junge Frau in der
Adelheidstraße in Hannover mit mindestens 22 Messerstichen getötet. Im Laufe seiner Untersuchung durch den psychiatrischen Sachverständigen hatte der Mann auch diese Tat eingeräumt. Zuvor hatten nur die Aufnahmen von Überwachungskameras auf seine Spur geführt. Am 18. April tötete er in Kleefeld wiederum mit einem Messer
einen Freund, der sich wegen seines Gesundheitszustandes mit ihm verabredet hatte.
Dieser hatte dem Beschuldigten helfen wollen.
Das Gericht hat die Taten jeweils als Totschlag qualifiziert, weil sich die
Voraussetzungen für eine Heimtücke im Sinne von § 211 StGB nicht feststellen ließen.
Heimtückisch handelt, wer die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers zu dessen Tötung ausnutzt. „Wir wissen nicht, was sich der Beschuldigte in seinen Wahnvorstellungen vorgestellt haben mag, deshalb ist unklar, ob er die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Opfer auch ausnutzen wollte. Bei einem Gesunden wäre das Vorgehen zweifellos
heimtückisch“ begründete Rosenbusch.
Der Mann, der seit April bereits vorläufig in einer geschlossenen Klinik untergebracht war muss dort nun dauerhaft bleiben, bis keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.
Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Mein Hannover inflationiert

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=450893138645324&id=100011739246583

Fand das letzte Exemplar meines #Hannover-Büchleins vom Jahr 2000. Die Stadtverwaltung #Hannover kaufte damals 11 Exemplare über Decius an. Inzwischen inflationiert der Begriff.

Bäume? Blätter? Nur noch virtuell!

#Hannover im #Herbst

Ökonomisch wesentlich effizienter als dies maschinelle Zusammenblasen und Aufsaugen der Herbstblaetter wäre es für das Grünflächenamt doch, sämtliche Laubträger ganz zu entfernen.
Einsatzkommandos von Feuerwehr, Polizei und Militär helfen sicher gern. Die haben schon Übung durch z.B. die 200 Bäume an Ihme und #Ohestr. und Adolfstr.(ip)

Montag, 16. Oktober 2017

Vorstellung der neuen Hofladenrouten fürs Burgdorfer Land


Hannover/Burgdorf/Lehrte/Uetze. Frische, Geschmack und kurze Wege zum Verbraucher: Regionale Lebensmittel liegen im Trend. Direkt zu insgesamt 17 Erzeugern von Obst, Milch, Fleisch und Gemüse führen jetzt drei neue Hofladenrouten für das Burgdorfer Land, die das Team Regionale Naherholung der Region Hannover in einer Broschüre zusammengestellt hat. Die Veröffentlichung hat den Titel Von Hof zu Hof.

 

Opferorientierung: Justizministerin eröffnet Fachtagung zur Opferorientierung im Justizvollzug



Niewisch-Lennartz: „Belange der Opfer spielen in Niedersachsen eine bedeutsame Rolle“

Programm „Justiz Plus“ soll künftig die Weichen stellen für eine konsequente Opferorientierung in allen Bereichen der Justiz


Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute (16. Oktober 2017) vor rund 150Teilnehmerinnen und Teilnehmer die 2. Fachtagung „Opferorientierung im Justizvollzug“ in Göttingen eröffnet. Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren zwei Tage lang darüber, wie die Belange der Geschädigten von Straftaten nach der gesetzlichen Verankerung der Opferinteressen im Niedersächsischen Justizvollzugsgesetz im Juli 2017 effektiv in die Praxis übertragen werden können.
 „Der Opferschutz ist für mich das zentrale Thema von Strafrecht und Strafvollstreckung. Ich bin stolz sagen zu können: Wir haben viel erreicht. Aus Niedersachsen gehen starke Impulse für die Verbesserung des Opferschutzes im Justizvollzug aus“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz bei ihrer Eröffnungsrede. „Auf unsere Initiative hin, hat sich die Justizministerkonferenz dazu bekannt, dass die Interessen und Belange der Opfer auch im Justizvollzug eine bedeutsame Rolle spielen sollen. Eine länderoffene Arbeitsgruppe unter Federführung Niedersachsens hat Vorschläge zur Umsetzung des Opferbezugs im Justizvollzug erarbeitet und dem Strafvollzugsausschuss vorgelegt. Sie sehen, es ist einiges in Bewegung gekommen.“
 Der Opferschutzgedanke ziehe sich inzwischen wie ein roter Faden durch den niedersächsischen Justizvollzug. Die Empfehlungen der einstigen Projektgruppe seien in Gesetzesform gegossen und im Juli dieses Jahres mit der Novellierung des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes verabschiedet worden.
 „Aber wir wollen noch mehr. Der Justiz wird immer noch oft vorgeworfen, es werde kaum etwas für Opfer getan. Dabei ist das nicht richtig. Es gibt eine Vielzahl von Beratungseinrichtungen und Unterstützungsangeboten. Um diese sichtbarer zu machen, habe ich in meinem Haus die Weichen für ein ganzheitliches justizübergreifendes Opferschutzprogramm gestellt“, erklärte die Ministerin ihre Pläne für die Zukunft.
 Das Programm „Justiz plus“ soll die verschiedenen Akteure im Opferschutz in allen Bereichen der Justiz besser miteinander verzahnen und Projekte aufeinander abstimmen. Das beginnt bei der Prävention, setzt sich fort im Ermittlungsverfahren, der Hauptverhandlung, der Strafvollstreckung und reicht bis zur Nachsorge nach der Haft.
Schon jetzt bietet das Niedersächsische Justizministerium für Betroffene die Website www.opferschutz.niedersachsen.de an. Dort werden sämtliche Opferhilfeangebote in Niedersachsen umfassend und dennoch überschaubar zusammengefasst. Das gut gegliederte Angebot richtet sich sowohl an direkt Betroffene als auch an Angehörige, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn und Freunde von Opfern.
 Die zweitägige Tagung ist ein Kooperationsprojekt des Niedersächsischen Justizministeriums und des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzuges mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) und dem Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen. 


„Der kleine Geldbeutel“ - wieder erhältlich

Ratgeber für Menschen mit geringem Einkommen
Die dritte Neuauflage des Ratgebers für Menschen mit geringem Einkommen - „Der kleine Geldbeutel“ – ist ab sofort wieder an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet erhältlich: im FamilienServiceBüro, in den Bürgerbüros, den Stadtbibliotheken, den städtischen Fachbereichen Soziales und Familie und Jugend sowie in verschiedenen Beratungseinrichtungen. Auf hannover.de stehen beide Teile der Broschüre als separate PDF-Dateien zum Herunterladen bereit, Suchstichwort: „Der kleine Geldbeutel“.

„Der kleine Geldbeutel“ ist von zwei Seiten lesbar: Mit einem kleinen Dreh wird aus dem Ausgaben-Ratgeber ein Einnahmenleitfaden zu Sozialleistungen und Zuschüssen. Bunte Illustrationen erleichtern die Orientierung und machen Lust aufs Blättern.
Die Broschüre wurde erstmalig im Jahr 2013 vom städtischen Familienmanagement im Rahmen des „Hannoverschen Weges für Perspektiven von Kindern in Armut“ aufgelegt und erfreute sich einer großen Nachfrage. „Daher haben wir uns entschlossen, eine dritte Auflage auf den Weg zu bringen“, so Rita Maria Ryzski, Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin der Landeshauptstadt Hannover. „Diese Broschüre ist eine praktische Hilfe - ein ‚Kompass‘ durch die Vielfalt der Sozialleistungen, aber auch durch die bunte Landschaft der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Damit Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird.“
Auf den rund 40 Einnahmeseiten, dem „Familienkonto“, finden Familien Tipps zu finanziellen Unterstützungsleistungen. Neben Elterngeld, Kindergeld, Wohngeld, BaföG, Sozialhilfe oder Leistungen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters der Region werden auch Sonderleistungen - zum Beispiel bei Mehrlingsgeburten – sowie Zuwendungen aus Spenden und von Stiftungen thematisiert.
Die 120 Ausgaben-Seiten als „Sparbuch für die ganze Familie" führen durch die bunte Landschaft der ermäßigten oder zum Teil auch kostenlosen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene: freier Eintritt in Museen am Freitag, der kostenlose Bibliotheksausweis oder der Ohrenschmaus beim Open-Air-Klassikkonzert und die zahlreichen Vergünstigungen durch den HannoverAktivPass und das Bildungs- und Teilhabepaket. Auch ohne großes Budget gibt es viel in der Stadt zu entdecken.
Nicht nur bei Familien kommt „Der kleine Geldbeutel“ gut an. Beratungsstellen und Behörden können hier Tipps und Hilfestellungen in Geldfragen auch außerhalb des eigenen Themenspektrums für ihre Kunden finden. Die kompakte Zusammenstellung der Informationen ermöglicht eine schnelle, umfassende Orientierung und erspart manchen Weg.



Handel warnt vor Schnellschüssen bei Tourismusabgaben

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion in einigen niedersächsischen Kommunen über Maßnahmen zur Förderung und Finanzierung des Tourismus warnt der Handelsverband Hannover vor der Einführung von Tourismusabgaben.
„Der Handel kämpft in vielen Innenstädten derzeit schon ums Überleben. Die Umsätze sinken,
die Kunden bleiben aus, kaufen im Internet und auf der Grünen Wiese“, sagt Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Hannover. „Eine Tourismusabgabe würde hier
wie ein zusätzlicher Brandbeschleuniger wirken, der den Handlungsspielraum der Unternehmen noch weiter einschränkt und zudem Wettbewerbsnachteile gegenüber den Handelsunter-
nehmen in benachbarten Kommunen ohne Tourismusabgabe schafft.“
Auch der enorme Verwaltungsaufwand, der mit der Einführung einer Tourismusabgabe verbunden ist, und die Schwierigkeit, Satzungen und Gebührenordnungen so zu erstellen, dass
eine annährungsweise gerechte Verteilung der Gebührenlast auf die unterschiedlich betroffenen Wirtschaftszweige erfolgt, spricht aus Sicht des Handelsverbandes gegen die Tourismusabgabe. Städte wie Hannover und Lübeck haben aus diesem Grund auf die Einführung der
Tourismusabgabe verzichtet. „Wie effizient ist eine kommunale Einnahmequelle, wenn hierfür
zunächst neue Personalstellen geschaffen werden müssen?“ fragt Dürrer. „Kein Unternehmer
würde so planen und handeln.“
Das allererste Gebot jeder Kommune, die zur Finanzierung ihrer bisherigen Leistungen nicht mehr fähig ist, sollte daher zunächst die konsequente Überprüfung der Aufgaben und der Kos-
ten für die Leistungserbringung sein. Bevor nach neuen Einnahmen aus den hart erarbeiteten Gewinnen der Unternehmen vor Ort gegriffen wird, sollte der Rotstift angesetzt und gespart
werden.

Hannover-Mitte: Piraten für wohnortnahen Baumarkt

Eine Bebauungsplanänderung für ein Grundstück der Otto-Brenner-Straße soll ein weiteres Innenstadthotel und ein Lebensmittelmarkt ermöglichen. [1] Das zumindest plant die Gebäudeeigentümerin, Union Investment Real Estate GmbH, falls der Änderung zugestimmt wird. Dafür müssten nicht nur erhebliche Baumaßnahmen in Kauf genommen werden, auch müsste der dort zur Zeit ansässige Baumarkt weichen. Dieser wird überwiegend von Fußgängern und Radfahrern aus dem direkten Umfeld benutzt. Mit einem Wegfall würde man den Kunden - die zumeist keinen PKW besitzen - unverhältnismäßig lange Wege bis zum nächsten Baumarkt zumuten.

"Sollen diese Leute tatsächlich Farbeimer, Küchenarbeitsplatten oder Fliesen aus Linden holen müssen?" fragte sich  der Bezirksratsherr der PIRATEN Jürgen Junghänel und fügt an: "Die Bedürfnisse der hier wohnenden Bevölkerung sollen jetzt den Bedürfnissen von potentiellen Hotelgästen weichen."
Junghänel hat deshalb für die Sitzung im Stadtbezirk Mitte einen Antrag gegen die Änderung des Bebauungsplans eingereicht. Auch sollen weitere Verfahrensschritte unterbleiben. Der  Bezirksrat wird darüber heute abstimmen.
Die Sitzung ist öffentlich.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wer wirft den Knüppel zwischen die Räder?

Liebe Leserinnen und Leser zur Information


Über wirkungsvollen Pazifismus

Frei – das heißt doch wohl: befreit.
Ferdinand Hardekopf

Die Mutter, die in einigen zwanzig Jahren an der zerkrümmten Leiche eines kleinen Kindes heulen wird, neben sich den Schlauch einer unnützen Sauerstoffflasche und einen bedauernden Arzt: »Gegen dieses Giftgas, gnädige Frau, sind wir zur Zeit noch machtlos – Ihr Kind ist nicht das einzige Opfer in der Stadt ... « – diese Mutter wird sich in ruhigen Stunden immerhin fragen dürfen, wo denn eigentlich der vielverschriene Pazifismus in den letzten zwanzig Jahren gewesen sei; ob wir denn nichts getan hätten; ob es denn keinen Krieg gegen den Krieg gebe ...

Tatsächlich wird der Pazifismus von den Mordstaaten sinnlos überschätzt; wäre er halb so gefährlich und wirkungsvoll, wie seine Bekämpfer glauben, dürften wir stolz sein. Wo stehen wir –?

Die historische und theoretische Erkenntnis der anarchischen Staatsbeziehungen ist ziemlich weit fortgeschritten. Die Friedensgesellschaften der verschiedenen Länder, die inoffiziellen Staatsrechtslehrer, Theoretiker aller Grade arbeiten an der schweren Aufgabe, aufzuzeigen, wo die wahre Anarchie sitzt. Langsam schält sich das Bild des wirklichen Zustandes der Erde heraus: der Staat, noch bis vor kurzem Subjekt und Götze und Maßstab aller Dinge, unterliegt nun selbst einer ihm peinlichen Untersuchung, er wird Objekt, und ein lamentables dazu, und muß sich gefallen lassen, in seinen Grundfesten angezweifelt zu werden. Immer mehr zeigt sich, was wahre Kriegsursache ist: die Wirtschaft und der dumpfe Geisteszustand unaufgeklärter und aufgehetzter Massen.

Was aber fast überall völlig fehlt, das ist die pazifistische Propaganda im Alltag, auf der Gasse, in der Vierzimmerwohnung, auf öffentlichen Plätzen – der Pazifismus als Selbstverständlichkeit. Vier oder fünf Mal im Jahr sind wir da, auf Kongressen, oft in Versammlungen. Und dann gehen alle nach Hause, und das ›Leben‹ tritt in seine Rechte; das Leben – das ist in diesem Falle die offizielle Staatsgesinnung, die den Krieg lobt; das Kino, das den Krieg verherrlicht; die Zeitung, die den Krieg nicht in seiner wahren Gestalt zu zeigen wagt; die Kirche, die zum Kriege hetzt (die protestantische mehr als die klügere katholische); die Schule, die den Krieg in ein bombastisches Panoptikum umlügt; die Universität, die den Krieg feiert –, überall der Krieg.

Wie weit das geht, zeigt das Verhalten derer, die im Kriege gelitten haben wie die Tiere.

Kein Mensch vermag eine ganze Epoche seines Daseins als sinnlos zu empfinden. Er muß sich einen Vers darauf machen. Er kann seine Leiden verfluchen oder loben, zu verdrängen versuchen oder sie lebendig halten – aber dass sie sinnlos gewesen seien, das kann er nicht annehmen. Der Pazifismus hat seinen großen Augenblick versäumt, welcher das Ende des Jahres 1918 war. Wir haben den Millionen, die zurückgekehrt sind, kein seelisches Äquivalent für ihre Leiden gegeben – hätte man die Krüppel als Opfer einer Idee gefeiert, so wäre das im Menschen wohnende Element der lebensnotwendigen Eitelkeit Triebfeder zum Frieden, zur Kriegsverneinung geworden. Die andre Seite hat diese gebornen Agenten des Pazifismus eingefangen.

Das wahrhaft katholische Raffinement, mit dem die schwer in ihrer Gesundheit Geschädigten, mit dem die neuen Hammel für den neuen Krieg überall bearbeitet werden, ist erstaunlich und doppelt erstaunlich, weil fast niemals dagegen Einspruch erhoben wird, dass in dieser Staatspropaganda die Behauptung in die Voraussetzung geklemmt wird. Daß der Krieg nützlich, ethisch gut, zu bejahen und überhaupt lobenswert ist, darüber wird nirgends diskutiert; zweifelhaft ist immer nur die Form, wie man ihm opfern müsse. Die Schande ist überall gleich groß: in Amerika paradiert die kriegshetzerische amerikanische Legion auf öffentlichen Plätzen, ein übler reaktionärer Kriegerverein; in Deutschland schmoren die Kyffhäuserverbände in der Sonne der Gunst geschlagner Generale; in Frankreich enthüllen sie heute Kriegerdenkmäler über damals mit Recht verabscheute Greueltaten – und so verschieden die Nuancen sind, so gleichartig ist die Grundgesinnung. Von der Dankbarkeit, die wir unsern lieben, hochverehrten, heldenhaften, gesegneten und zum Glück stummen Gefallenen schulden, von diesem Hokuspokus bis zum nächsten Krieg ist nur ein Schritt. Was hier gemacht wird, ist Reklame.

Ich denke, dass wir der einen Knüppel zwischen die Räder werfen sollten.

Die einzige katholische Kirche hat begriffen, dass man große Erfolge nur mit der Arbeit im kleinen erringen kann; die Nationalisten aller Länder haben davon einen Tropfen Öles empfangen. Nur wir, nur die Pazifisten, fast gar nicht.

Eine Mobilisierung ist nur möglich, wenn jede Wickelgamasche greifbar auf dem Bord liegt, und wenn die Gemüter so präpariert sind, dass eine geistige Mobilmachung durch eine herbeigepfiffene Zeitungsmeute in vier Tagen entfesselt werden kann. Wenn man zwanzig Jahre um sich herum immer nur hört, dass man dem Staat Gehorsam, Leben und – aber darüber ist zu reden – Steuern schulde, so springt alles gehorsam an, wenn die Trompete bläst. Am 1. August 1914 war es zu spät, pazifistische Propaganda zu treiben, war es zu spät, militaristische zu treiben – tatsächlich ist auch damals von den Militaristen nur geerntet worden, was sie zweihundert Jahre vorher gesät haben. Wir müssen säen.

Jeder Psychologe weiß, dass es hart und schwer ist, die Schwelle des Widerstands zu überwinden, die die Dressur in die Seele eines Individuums gelegt hat. Theoretische Schriften über den Staatsgedanken des Pazifismus, Diskussionen über dieses Thema müssen sein – sie bleiben völlig wirkungslos, wenn sie nicht in die Terminologie, in die Vorstellungswelt, in das Alltagsleben des einzelnen übersetzt werden.

Da es keinen Staat gibt, für den es zu sterben lohnt, und erst recht keine Prestigefrage dieser größenwahnsinnigen Zweckverbände, so muß Symbol für Symbol, Äußerlichkeit für Äußerlichkeit, Denkmal für Denkmal umkämpft, erobert, niedergelegt werden. Es steht kein pazifistisches Kriegerdenkmal, die einzige Art, der für einen Dreck hingemordeten Opfer zu gedenken – es gibt nur trübe Anreißereien, das Beispiel der trunken gemachten und Helden genannten Zwangsmitglieder des betreffenden Vereins zu befolgen. Was die Generale mit ihren ehrfurchtsvoll gesenkten Degen, mit Fahnen und ewigen Gasflammen; mit Uniformen und Hindenburg-Geburtstagsfeiern; mit Legionsabzeichen und Filmen heute ausrichten und ausrichten lassen, ist das schlimmste Gift. Entgiften wir.

Das kann man aber nicht, wenn man, wie das die meisten Pazifisten leider tun, dauernd in der Defensive stehen bleibt, »Man muß den Leuten Zeit lassen –« und: »Auch wir sind gute Staatsbürger –« Ich glaube, dass man weiterkommt, wenn man die Wahrheit sagt:

Daß niemand von uns Lust hat, zu sterben – und bestimmt keiner, für eine solche Sache zu sterben. Daß Soldaten, diese professionellen Mörder, nach vorn fliehen. Daß niemand gezwungen werden kann, einer Einberufungsorder zu folgen – dass also zunächst einmal die seelische Zwangsvorstellung auszurotten ist, die den Menschen glauben macht, er müsse, müsse, müsse traben, wenn es bläst. Man muß gar nicht. Denn dies ist eine simple, eine primitive, eine einfach-große Wahrheit:

Man kann nämlich auch zu Hause bleiben.

Und man kann nicht nur zu Hause bleiben. Wieweit zu sabotieren ist, steht in der Entscheidung der Gruppe, des Augenblicks, der Konstellation, das erörtert man nicht theoretisch. Aber das Recht zum Kampf, das Recht auf Sabotage gegen den infamsten Mord: den erzwungenen – das steht außer Zweifel, Und, leider, außerhalb der so notwendigen pazifistischen Propaganda. Mit Lammsgeduld und Blöken kommt man gegen den Wolf nicht an.

Und wir sind nicht nur zu wenig Kämpfer des Friedens – wir sind es auch viel zu abstrakt, viel zu hoheitsvoll, viel zu theoretisch. Die kleinste Zelle ist zu bearbeiten, also die Familie, die Frau und die Gemeinde. Hier sind immer das ›Werk von Locarno‹, die interparlamentarischen Konferenzen, der Völkerbund so sehr skeptisch betrachtet worden, weil die Einweihung eines Krieger-Gedenksteins; der Mißbrauch von Schulkindern zur Demonstrierung unsittlicher Ideen; die amerikanischen Kriegsfilme, die für alle Welt gemacht sind und von aller Welt nach verschiedener Melodie beklatscht werden, wirkungsvoller sind als alles Gerede in feierlichen Sälen. Der gute Wille des Herrn Löbe, der nicht vorhandene Wille des Herrn Breitscheid und der schlechte Wille gewisser französischer Sozialisten bewirken gar nichts. Aber eine Straßenabsperrung, Bilder in den illustrierten Zeitschriften, Filme, Predigten und Schulfeiern – die bewirken etwas. Wir dringen lange nicht genug dahin, wo allein unsre Wirkungsmöglichkeit sitzt: in den Bauernhof, in die Werkstatt, in die Schulklasse, in das Büro und in die Familie. Und warum nicht –?

Weil wir nicht die Sprache der Leute reden.

Um propagandistisch verstanden zu werden, muß man vereinfachen und verdicken, untermalen und übertreiben – man muß klar und simpel sein und allen verständlich. Hier und nur hier steckt die Mobilisierung des Friedens.

Wir kennen den Geisteszustand, der in allen Ländern im ersten Kriegstaumel geherrscht hat. Ihn hat man heraufzubeschwören, ihn genau auszumalen – und ihn zu bekämpfen. Prophezeit: so und so wird es sein. Ihr werdet zu euern sogenannten Staatspflichten gezwungen werden, die nichtig und verdammenswert sind – befolgt sie nicht. Ihr werdet eingeredet bekommen, dass drüben der Feind steht – er steht hüben. Man wird euch erzählen, dass alle Letten, Schweden, Tschechen oder Franzosen Lumpen seien – die Erzähler sind es. Ihr seid dem Staat nicht euer Leben schuldig; ihr seid dem Staat nicht euer Leben schuldig; ihr seid dem Staat nicht euer Leben schuldig.

Und die Fahne, die da im Wind flattert, weht über einem zerfetzten Kadaver. Und wenn euch ein Auge ausgeschossen wird, bekommt ihr gar nichts oder sechzehn Mark achtzig im Monat. Und jeder Schuß, den ihr abfeuern müßt, ist ein Plus im Gewinnkonto einer Aktiengesellschaft. Und ihr karrt durch den Lehm der Straßen und stülpt die Gasmasken auf, aber ihr erntet nicht einmal die Frucht eures Leidens. Und die wahre Tapferkeit, der echte Mannesmut, der anständige Idealismus des guten Glaubens – sie sind vertan und gehen dahin. Denn man kann auch für einen unsittlichen Zweck höchst sittliche Eigenschaften aufbringen: aufopfern kann man sich, verzichten, hungern, die Zähne zusammenbeißen, dulden, ausharren – für einen unsittlichen Zweck, Getäuschter, der man ist, Belogener, Mobilisierter ... seiner primitiven Eigenschaften, der barbarischen.

Stoßen wir vor –? Sagen wir das den Leuten –? Befreien wir sie von der fixen Idee des Staates, der kein Recht hat, über sie zu verfügen, und der sich dieses Recht anmaßt, indem er Religion, Ethik, Geschichte und Rechtsvorstellung verfälscht? Ich halte die Kleinarbeit etwa des ›Andern Deutschlands‹ in Hagen für wertvoller, für wirkungsvoller, für eindringlicher als die Tätigkeit ganzer Friedensgesellschaften, die zu Leuten sprechen, die schon überzeugt sind. Wer ›hat‹ den sogenannten ›Neutralen‹, den Indifferenten, den Kaufmann, den Angestellten, den Niemand –? Die andern. Nicht wir.

Das ist unser Fehler. Was ist das für eine Propaganda, die immer mit einer Art bösen Gewissens herumläuft! Aber es gibt bei der pazifistischen Arbeit ein paar Grundsätze, über die gar nicht mehr zu reden ist. Die sind:

Jedes Gedenken der Gefallenen, also Ermordeten, ohne die klare Ableugnung der Kriegsidee ist eine sittliche Schande und ein Verbrechen an der nächsten Generation. Es gibt keine Staatsgrenze, die die Verbrüderung mit Gleichgesinnten sperren könnte. Man muß schon offizieller deutscher Freimaurer sein, einer von denen, die ›die Existenz einer Menschheitsidee‹ leugnen, man muß Priester sein oder deutscher Universitätsprofessor, um zu glauben, dass das Ethos in Saarbrücken oder in Herbesthal ende. Da fängt es an. Sich im Kriege zu drücken, wo immer man nur kann – wie ich es getan habe und Hunderte meiner Freunde – ist das Recht des einzelnen. Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg; man drehe diesem Kram den Rücken oder bekämpfe ihn aktiv. Auch wohlwollende Zuschauer sind Bestärkung.

So denken Hunderttausende und schweigen.

Ich weiß, dass nach einer wilden Tirade eines braven Rechtsanwalts, der im Reichsbanner seinen Patriotismus absonderte, nachher am Biertisch einer gesagt hat: »Kinder, hat der Wrobel nicht eigentlich recht?« Und dann gab es ein verlegenes Schweigen, und dann waren sich alle einig, dass man ›so etwas eben nicht sagen könne‹. Man kanns sagen. Man muß es sogar sagen. Ich habe diese Gesinnung weder erfunden, noch halte ich ihre Formulierung für eine geistige Tat. Aber das Einfache sagen, das Allereinfachste, das, was jede Mutter verstehen sollte, die nicht verhetzt ist, zu sagen, was jedes Kind begreift – das ist so bitter nötig und wird so wenig getan. Ich habe gar kein Gefühl für die staatspolitische Bedeutung von Ministerreden, wenn während der Zeit, wo diese Ansprachen gehalten werden, sich die jeweiligen Kriegsminister wie die Tollen gebärden; wo sie wieder und immer wieder ihre Reklame-Denkmäler einweihen; wo sie wieder und immer wieder die ermordeten Mörder ehren und an das allerdumpfeste Gefühl im Menschen appellieren: an das Hordengefühl, das aufheult, wenn der Schritt der Kolonnen vorbeidröhnt. Ich auch! ich mit! ich mit!

Hier hat die Propaganda einzusetzen. Hier ist mit jedem, selbstverständlich auch mit den jeweils verbotenen Mitteln, aufzuklären: wie ein Staat wirklich aussieht; wie die Struktur der Gesellschaft ist; wie die wahren Grenzen in Europa und anderswo laufen – und wie das Leben noch des letzten Generalfeldmarschalls zu kostbar ist, um auch nur eine Patrone, einen Säbelhieb und die Übertretung eines uralten Gebots an ihm zu verschwenden.

Ignaz Wrobel
Die Weltbühne, 11.10.1927, Nr. 41, S. 555.
Quelle: http://www.textlog.de/tucholsky-ueber-pazifismus.html

__________________________
Gruß Thomas

Das Versagen der Friedensbewegung wird auch heute wieder deutlich.
Sodass ein noch schrecklicherer Krieg folgen wird, bevor eine Umkehr zum
Frieden erfolgt. Und die Warnungen von Kurt Tucholsky sind auch nach 90
Jahren von gleicher Aktualität. Denn die "Realisten" haben sich wieder einmal
durchgesetzt und Frieden durch Gerechtigkeit ohne Waffen zur "Utopie"
erklärt, während die Bellizisten den nächsten Krieg mit gigantischem
finanziellem Aufwand bereits vorbereiten.

Deshalb:

RAUS AUS DEM GANZEN MILITARISMUS - SOFORT!
RAUS AUS ALLEN MILITÄRBÜNDNISSEN VON NATO BIS EU!
RAUS AUS DEM GLAUBEN DER FRIEDE KÖNNE BEWAFFNET SEIN!
RAUS AUS DER FINANZIERUNG VON KRIEGEN!
 
 

Der transatlantische Schusswaffenmarkt

info@german-foreign-policy.com

12.10.2017
ECKERNFÖRDE/OBERNDORF/WASHINGTON
(Eigener Bericht) - Deutsche Hersteller von Handfeuerwaffen ändern ihre Geschäftsstrategie und setzen künftig vor allem auf den Absatzmarkt USA. Dies bestätigen neben Erklärungen aus den Firmenspitzen von Heckler und Koch sowie von SIG Sauer vor allem der Bau einer Heckler und Koch-Fabrik in Columbus (Georgia/USA) sowie Aufträge in teilweise dreistelliger Millionenhöhe aus dem US-Militär. Demnach soll etwa Heckler und Koch das U.S. Marine Corps mit Sturmgewehren vom Typ HK416 ausrüsten. SIG Sauer startet im kommenden Monat die Belieferung der US-Streitkräfte mit seiner Pistole P320, die zur neuen Standardwaffe der Armee wird. Vor allem aber haben beide Unternehmen den US-Zivilmarkt im Blick. Hohe Beliebtheit genießt dort insbesondere das SIG Sauer-Sturmgewehr MCX, mit dem das Massaker von Orlando (Florida) im vergangenen Juni begangen wurde. SIG Sauer zählt heute zu den Top Five auf dem US-Markt für Handfeuerwaffen und hat im US-Wahlkampf Donald Trump unterstützt. US-Produktionsstätten ermöglichen es beiden Firmen, die deutschen Vorschriften zum Rüstungsexport zu umgehen. Dies erleichtert unter anderem die Ausfuhr von Waffen nach Mexiko.


Ungarn und das Wasser


vor einiger zeit hat mir eine ganz liebe (kunst)-freundin ein flugticket nach ungarn geschickt. mensch, war ich froh, als ich dann wieder zurück daheim war.
man hat halt diese klischees im kopf von temperament und weingebieten, prächtigen kaffeehäusern und czardas.
und dann geht es am flughafen los mit maut bezahlen. hier maut, da #maut, überall diese automaten. über die nunmehr bezahlte autobahn fuhren wir weiter nach egger. rechts #einkaufszentren, links einkaufszentren, die üblichen verdächtigen wie #bauhaus, #kik usw.
dazwischen kurz in die #weinfelder, als wir mal pullern mussten. diese weinfelder werden von wasserfirmen systematisch kaputt gemacht, sagte die freundin. das normale köstliche #wasser aus dem #lava-gestein wird extrem chloriert, um dann überall #flaschenwasser verkaufen zu können. musste das auch schmerzlich im pool unseres sogenannten 4-sternehotels erleiden, im lande der heißen quellen...
auf der fahrt grauenvolles, halbrohes essen aus der miKrowelle bei der einkehr in ein gasthaus. und in #egger auch überall diese blöden liebesschlösser von #ABUS an den uralten schmiedereisernen gittern. #Europa halt. #Neoliberalismus.
im esterhazy-fürstenpalast egger dann ganz oben die camera obscura. Ich mache ein paar witze über "Spying", aber kein #ungar lacht. Man hat hier schon so vieles erlebt, einmärsche von links und von rechts und so weiter. das wort #NSA spreche ich dann schon gar nicht mehr aus, das die heute kosmosweit die #cameraobscura ersetzt.
ich könnte jetzt noch darüber schreiben, warum ich an einer reise an die #ostsee-#waterfront nicht teilnehme. aber ich muss jetzt zum #wochenmarkt, einen beutel #äpfel kaufen. ip


Montag, 9. Oktober 2017

Mal andere Tapeten seh'n


Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke, und macht sich in der Dämm'rung auf den Weg... (Hilde Knef)

31848 Bad Münder, Fritz-Hahne-Str. 4

17. November 2017 um 19 Uhr Unser Gast:
Dr. Elke Wagner crossoverdesign

Ihr Spezialgebiet: individuelle Tapetenentwürfe, kunden-und  raumbezogen,
sehr aussergewöhnlich

Anbei ein Foto entstanden in ihrem Atelier und Ladengeschäft in Braunschweig
Gliesmaroder Straße 94, 38106 Braunschweig

Wir freuen uns auf Euer Kommen und gute Gespräche

Herzlichst

Yvonne Goulbier & Gisela Hahne

der weg ist das ziel - se hace el camino al andar


der kleine zwetschgenbaum im hof hat dieses jahr überraschenderweise sehr schöne früchte getragen.
habe zuerst alles in den gefrierer geworfen, mit kern. einige wochen später wieder rausgeholt, kerne entfernt, eingekocht.
Dachte heute, was mache ich mit dem vielen zwetschgenmus und entschloss mich, damit kuchen zu backen.
einer ist schon raus, zwei sind noch drin bis 18.30. es duftet im gesamten haus.
die herdplatte und den abwasch fotografiere ich lieber nicht. naja, geschirrspüler.
aber habe ich mir insgesamt vorher den aufwand wirklich klar gemacht? die schmutzigen schürzen und tücher? die flecken auf der kleidung? all dies angetrocknete zeug?
stelle das jetzt mal unters stichwort #mondaymotivation, liebe foodoras, deliveros, pizzabringdienste usw. - und noch einige posts ins netz.(ip)
es ist wie immer klietschekuchen dabei herausgekommen, aber essbar. Vintage

Sonntag, 8. Oktober 2017

Italien oder das Geheimnis der Schönheit

Demnächst Anmeldeschluss zur Jubiläumsfeier 70Jahre Deutsch-Italienische Kulturgesellschaft am 21.10. um 16 Uhr in der Apostelhalle Pelikanplatz #Hannover. Abgerundet wird das Fest durch einen Vortrag von Prof.Peter Nickl über "Italien oder das Geheimnis der Schönheit" und natürlich mit einem festlichen italienischen Buffet.

Samstag, 7. Oktober 2017

Café Elysium


Was macht man, wenn man #schwarzgeld hat wie heu, oder auch sogenanntes #privateequity. man gründet eine #unternehmensberatung wie #guttenberg, auch #startups verschleiern ne menge verschlungene wege.
Dazu ein kleiner Prosa-Text von mir. Wer bringt ihn mal in Reime und vertont den mal?:

Kanalinseln. Jersey. Schweiz. Karibik. Google. Facebook. Twitter. Fonds. Deutsche Bank. Landesbanken. Soros. Berkshire Hathaway. Rockefeller. J.P.Morgan. Goldman Sachs. Fitch. Moodys. standard & poor’s. Cinderella-Immobilien. Banken. BNP Paribas. Economist. Frauen. Think Tank. Rockefeller. Bill und Melinda Gates. Technik. Sparkasse. Erben.

Freitag, 6. Oktober 2017

Sturm - oder PublicPrivatePartnership (PPP)

Wenn der Sturm die alte Pappel niederreißt, bietet sie immer noch Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Bis das Grünflächenamt eine PPP-Firma beauftragt, den Reststamm zu schreddern.
Die Analogie zur Entsorgung von Menschen durch das PPP-Krematorium
Hannover-Lahe im Eigentum der Fa Lautenbach liegt nahe.
Anmerkung: Lautenbach ist wenigstens noch ein alteingesessener Betrieb. Inzwischen sind internationale Bestattungskonzerne dabei, die gesamte Begräbniswirtschaft zu industrialisieren.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Waffenexport, Krisen, Fluchtursachen

 
Vortrag von Andreas Zumach (Journalist, taz)
Fr, 17.11., 19:00 Uhr, Gemeindehaus der Apostelgemeinde (Gretchenstr. 55, 30161 Hannover) Friedensbüro Hannover und Apostelgemeinde
 „Umringt von einem Kranz der Krisen stellt sich unsere Allianz, unsere transnationale Gemeinschaft, als eine Insel der Sicherheit, der Stabilität und des Wohlstands dar.“ – so der ehemalige NATO-Generalsekretär Asmussen. Eine Festung, abgeschottet gegen Gewalt, Krisen und Flüchtlinge soll Europa bleiben, auch wenn dazu failed states wie Niger und Tschad aufgerüstet werden – beschlossen auf dem EU-Flüchtlingsgipfel in Paris. Die Waffenproduzenten in Frankreich und Deutschland, sie verdienen gut am Ausbau der Festung Europa, aber sichern sie wirklich unseren Wohlstand? Und zu welchem Preis? Oder werden im Gegenteil die Krisen und Flüchtlingsströme angetrieben, vor denen wir uns fürchten? 
„Haltet Recht und Gerechtigkeit, und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand, und schindet nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen, und tut niemand Gewalt“ – so predigt Jeremia dem jüdischen Königshaus, sonst soll „spricht der HERR, dies Haus … zerstört werden.“ 
Recht und Gerechtigkeit im globalen Maßstab: das müsste die Leitidee sein für eine Politik, die Fluchtursachen bekämpft, eine Afrikapolitik, die diesen Namen auch verdient. Sonst könnte es geschehen, dass unser Haus zerstört wird.

Die koptischen Gemeinden in Ägypten in ihrem muslimischen Umfeld. Fluchtursachen und Möglichkeiten ziviler Konfliktlösungen. Vorträge und Diskussion 

Di, 21.11., 19:00 Uhr, Gemeindehaus der Apostelgemeinde (Gretchenstr. 55, 30161 Hannover) Friedensbüro Hannover, der Deutschen Friedensgesellschaft – VK Nds.-Bremen und Apostelgemeinde
Aus aktuellem Anlass (Anschläge des IS auf Koptinnen und Kopten in Ägypten im Mai 2017) wollen wir uns mit dem Leben der christlichen Minderheit in Ägypten beschäftigen und nach Möglichkeiten ziviler Konfliktlösungen fragen. Dazu hält Benno Malte Fuchs, Bildungsreferent vom Bund für Soziale Verteidigung (Minden), ein Einführungsreferat. Durch sein Projekt "Think Peace" (www.think-peace.de) kennt er sich bestens damit aus, Grundkenntnisse über Konflikttransformation zu vermitteln.

Anschließend wird die Künstlerin und Ägyptologin Daniela Rutica M.A. über das Leben der Koptinnen und Kopten im überwiegend muslimisch geprägten Ägypten und über Fluchtursachen berichten. Frau Rutica kennt diese alte christliche Kirche von zahlreichen Besuchen in Ägypten und durch ihre Tätigkeit als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Koptischen Kloster Brenkhausen

Ein bisschen IP-Spaß zum Donnerstag:



#Hannover muss sich heute #sturmfest und erdverwachsen zeigen. Heil Herzog Wittekinds (Widukinds) Stamm!
Der SPD wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als zur Rückgewinnung der Wählerschaft vom Canarisweg&Co./Kleingartennazis usw. das alte SPD-Mitglied Thilo Sarrazin auf Bundesebene zu re-aktivieren. Oder? Der steht bestimmt schon in den Startlöchern? Schließlich hat ihn Gabriel höchstpersönlich zum langjährigen Mitglieds-Jubiläum angeschrieben, statt ihn auszuschließen..
So gut der Hiphop-SXTN-Titel "Ich bin schwarz" auch für die CDU passen würde, angesichts des schlechten Bundestagswahlergebnisses wird man sich zur Einbindung des Geschmacks der jugendlichen Wählerschaft nicht entschließen dürfen: https://youtu.be/zU958I4Iqm4. 

Donnerstag, 28. September 2017

Den Hunger nach freiem Denken nicht aussterben lassen - Garbsen und die Polymere


Gepanzerte Menschen lassen Freies Denken aussterben

Das freie Denken ist in #Hannover nicht erwünscht. Die TU Hannover hatte eine Abteilung für Philosophie und hat sich bemüht, eine Uni zu werden und da konnte Theodor Lessing lehren.
Heute sind wir 100 Jahre zurück gefahren worden. Die #Leibniz Universität ist de facto eine TU, wo nur kastrierte Philosophie (Philosophie der Wissenschaft) angeboten wird - tödlich fürs Lehramt.
Und die neue sogenannte Leibniz #Universität zieht in nicht einmal 2 Jahren ihren Kern nach #Garbsen, das sich jetzt schon Universitäts-Stadt nennt. (Einschub Chemie für Dummies: https://application.wiley-vch.de/books/sample/3527709207_bonus1.pdf)
In dreißig Jahren hat man bundesweit #Intellektuelle verhungern lassen, die Niveaus sind wie in Afghanistan. Selbst das Kaiser-Wilhelm-Ratsgymnasium muss eine Art IGS werden.
2010 wurde geschlossen: das Philosophische Seminar, #Romanistik, #Sozialpsychologie, Institute für #Religionswissenschaft und #Kunstwissenschaft. #Architektur steht auf der Kippe und der #Soziologie geht es schlecht. Die Ministerin ist eine Katastrophe
Aber wenn wir jammern, ändern wir auch nichts. Was ich/wir machen können, ist nur, den Hunger nach Freiem Denken aufrecht zu erhalten, so lange nicht ein Paradigmen-Wechsel kommt. (eine Leserin)

Veranstaltungstipp:  
im november kommt die #agritechnica-messe nach hannover. da können dann im anschluss die dealer von chemiecocktails für agrartechnik noch genussvoll einen intellektuellen vortrag über lessings tiere konsumieren, als geschenk der #messe-stadt

Kultur & Natur N° 3: Meine Tiere.

Markus John liest Lessing am 22. November in der Tierärztlichen Hochschule

Hannover.

Die Reihe „Kultur und Natur“ des Teams Kultur der Region Hannover geht in die dritte Runde: Am Mittwoch, 22. November 2017, 19.30 Uhr, steht das Buch Meine Tiere von Theodor Lessing im Mittelpunkt. Der Schauspieler Markus John liest aus dem 1926 erschienenen Werk, das bis 2004 nie wieder verlegt wurde und heute zu den schönsten Büchern Lessings zählt – mit literarisch-geistreichen, seelen- und humorvollen Tierporträts, die Lessing als Ausgangspunkt für überraschende Erkenntnisse über den Menschen und die Welt dienen. Die Lesung findet statt in der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Hörsaal Alte Apotheke, Bischofsholer Damm 15, Haus 120.
Eintritt: 12 Euro / 8 Euro Ermäßigungen. VVK ab 2.10.2017 unter Telefon 0511-616-22073; Abendkasse: ab 18.30 UhrHinweis: Der Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.
ÖPNV: Haltestelle Braunschweiger Platz. Stadtbahnlinien 4, 5 und 6.
Der Schauspieler Markus John wurde 1962 in Duisburg geboren. Zunächst studierte er Theaterwissenschaften und Neuere Deutsche Literatur in München, wo er am Zinner-Studio auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Es folgten Engagements am Residenztheater München, an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, am Stadttheater Bern, am Thalia Theater Hamburg, am Nationaltheater Mannheim, am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater Berlin. 1997 bis 2009 war er Ensemblemitglied am Schauspiel Köln. Seit 2009 gehört er zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Markus John, der aktuell auch am Schauspiel Hannover in Maria Stuart und Macht und Widerstand zu sehen ist, arbeitete unter anderem mit Karin Beier, Johan Simons, Karin Henkel, Alvis Hermanis, Jürgen Gosch, Dušan David Pařizek, Stephan Kimmig, Thomas Langhoff und Michael Thalheimer.
Theodor Lessing wurde am 8. Februar 1872 als Karl Theodor Richard Lessing in Hannover geboren. Der Philosoph, Pädagoge, Publizist und Journalist starb am 31. August 1933 in einem Krankenhaus im tschechischen Exil Marienbad, einen Tag nachdem sudetendeutsche Nationalsozialisten einen Mordanschlag auf ihn verübt hatten. Lessings Grabstätte liegt auf dem jüdischen Friedhof in Marienbad. Lessing schrieb Meine Tiere in einer Zeit, in der sich der Autor und hannoversche Hochschullehrer schweren Hetzkampagnen ausgesetzt sah: Infolge seines polizeikritischen Berichts Haarmann. Die Geschichte eines Werwolfs über den Prozess gegen den Massenmörder Haarmann, und einem Zeitungsartikel zur charakterlichen Eignung des in Hannover lebenden Reichspräsidentschaftskandidaten und pensioniertem Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, hetzten völkisch-nationalistische Studenten und Professorenkollegen gegen ihn, so dass er seine Vorlesungstätigkeit an der TU Hannover im Sommer 1926 einstellen musste.

Mittwoch, 27. September 2017

Ungleichbehandlung städtischer Bühnen durch das Land Niedersachsen ist inakzeptabel

Finanzierung kommunaler Theater: verfassungsrechtlich bedenklich

 

27.09.2017. Bekanntlich sind die Staatstheater des Landes Niedersachsen in Hannover, Braunschweig und Oldenburg deutlich üppiger finanziell ausgestattet als die kommunal getragenen Bühnen in Osnabrück, Celle, Göttingen, Hildesheim und Lüneburg: Wird das Niedersächsische Staatstheater Hannover mit rund 66 Millionen Euro in 2017 zu 100 Prozent vom Land getragen, so erhalten die Städtischen Bühnen Osnabrück lediglich einen Landeszuschuss in Höhe von etwa 5 Millionen Euro. Den Rest in Höhe von rund 10 Millionen Euro trägt die Stadt Osnabrück. In der Spielzeit 2015/16 haben die drei Staatstheater vom Land mit knapp 96 Millionen Euro mehr als das Vierfache erhalten als alle sechs kommunalen Bühnen zusammen, die lediglich mit knapp 23 Millionen Euro unterstützt worden sind.
„Ich wollte mich mit dieser asymmetrischen Finanzierung nicht mehr abfinden“, sagt Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. „Immer wieder sind wir beim Land abgeblitzt, wenn wir ein stärkeres Engagement gefordert haben.“

 Die Ungleichbehandlung der niedersächsischen Theater hatte Griesert veranlasst, Prof. Dr. Jörn Ipsen, Institut für Kommunalrecht und Verwaltungswissenschaft der Universität Osnabrück, mit einem Gutachten zu beauftragen, in dem er „Rechtsfragen der Förderung kommunaler Theater“ geprüft hat. Unterstützt haben dieses Gutachten Celle, Lüneburg, Hildesheim, Wolfenbüttel, Wolfsburg. 
Argumentative Grundlage des Landes Niedersachsen für die Bevorzugung seiner Bühnen ist die sogenannte „Traditionsklausel“ in Artikel 72 der Niedersächsischen Verfassung: „Die kulturellen und historischen Belange der ehemaligen Länder Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe sind durch Gesetzgebung und Verwaltung zu wahren und zu fördern. Die überkommenen heimatgebundenen Einrichtungen dieser Länder sind weiterhin dem heimatlichen Interesse dienstbar zu machen und zu erhalten[…]“
Diesen Artikel wendet Ipsen gegen die Argumentation des Landes: Seiner Auffassung nach komme es bei der Auslegung des Artikel 72 nicht darauf an, ob das Theater „gegenwärtig in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen steht, sondern ob es seinem Ursprung nach den Vorgängerländern zugeordnet werden kann“ Das bedeutet: „Auch Theater, die gegenwärtig in kommunaler Trägerschaft stehen, können ‚überkommene Einrichtungen‘ im Sinne des Art. 72 Abs. 2 NV sein. Andererseits begründet die gegenwärtige Trägerschaft des Landes für ein Theater nicht notwendig die Eigenschaft als ‚überkommene Einrichtung‘[…]“ Ipsen kommt zu dem Ergebnis: „Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Theaterlandschaft Niedersachsens zu großen Teilen dem Schutz des Art. 72 NV unterfällt.“

 

Wie problematisch die gegenwärtige Förderungspraxis ist, zeigt sich insbesondere am Niedersächsischen Staatstheater Hannover: Das Land  habe sich erst später an der Finanzierung der seit 1921 von der Stadt Hannover getragenen Städtischen Bühnen beteiligt: „Erst 1970 erhielt es den Namen ‚Niedersächsisches Staatstheater‘, woraufhin die Finanzierung durch das Land schrittweise erhöht wurde und im Jahr 1992 100% betrug.“ Insofern ist die Landeshauptstadt „faktisch“ durch das finanzielle Engagement des Landes „entlastet“ (ebd.) worden.

 

Ipsen kommt zu dem Ergebnis, dass sich diese Vollfinanzierung der Staatstheater Hannover GmbH durch die Verfassung nicht rechtfertigen lasse: „Damit liegt am Maßstab des interkommunalen Gleichbehandlungsgebots eine Ungleichbehandlung der Städte als Träger kommunaler Theater und der Landeshauptstadt Hannover vor. Die Ungleichbehandlung besteht nicht darin, dass die Städte als Träger kommunaler Theater durch Maßnahmen des Landes belastet wären, weil es sich bei dem Betrieb eines Theaters – wie dargestellt – um eine freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe handelt[…] Die Ungleichbehandlung liegt indes darin, dass das Land Niedersachsen die Landeshauptstadt Hannover von einer von ihr über Jahrzehnte wahrgenommenen kulturellen Aufgabe entlastet hat.“ Das hält Ipsen für „verfassungsrechtlich bedenklich“.

 

Dezernentin über Hotelimmobilienmarkt

Beliebt bei Gästen von außerhalb: Die Übernachtungszahlen in der Region steigen seit Jahren und haben längst das Niveau des Weltausstellungsjahres 2000 übertroffen. Nicht nur Geschäftsreisende kommen zu den internationalen Leitmessen nach Hannover. „Der Hotelmarkt nimmt auch aufgrund der Zunahme an Städtereisenden Fahrt auf, er wird kurz- bis mittelfristig spürbar wachsen“, stellt Dezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette fest. In den nächsten fünf Jahren kommen neun Hotelprojekte mit rund 1.800 Zimmern neu auf den Hotelmarkt. Da je nach Konzept des Hotels ein Zimmer mit ein bis zwei Betten ausgestattet ist, bedeutet das einen Zuwachs von mindestens rund 2.200 Betten.

Dienstag, 26. September 2017

Autonomes Fahren als Kernelement

Besuch Institut für Verkehrssystemtechnik im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig (DLR). Gemeinsam mit Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr, informierte sich Minister Lies über den letzten Stand des Projektes, bevor noch in diesem Jahr der Aufbau des Testfeldes beginnen soll. Im DLR „erfährt“ der Minister in einem Simulator das, was später auf der Straße möglich sein wird.
Minister Olaf Lies vorab: „Das automatisierte und später autonome Fahren gehört zu den Kernelementen der Mobilität von morgen. Wir im Automobilland Niedersachsen haben den Anspruch und den Ehrgeiz, auf diesem Zukunftsfeld ganz weit vorne dabei zu sein. Deshalb beginnen wir schon in diesem Jahr mit dem Aufbau unseres Testfeldes Niedersachsen, damit wir im nächsten Jahr starten können. Aufgrund seiner Größe und Vernetzung von Stadt- und Bundesfernstraßenverkehren ist das Testfeld Niedersachsen einzigartig in Deutschland.“
Die Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) des DLR bildet die Grundlage für den Testfeldausbau. Am Ende wird das Testfeld Niedersachsen eine Länge von rund 280 Kilometer haben. Der Pilotbetrieb soll 2018 starten. Die Fertigstellung ist für 2019 erwartet. Das Land unterstützt den Aufbau des Testfeldes Niedersachsen zum automatisierten und autonomen Fahren mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro. 

Montag, 25. September 2017

sozialer klimawandel?


türkischstämmige deutsche blondine (examinierte altenpflegerin) über ihren marokko-urlaub: "am 6. tag habe ich schon die koffer gepackt. diese touristen-feindlichkeit! wenn meine lebensgefährtin und ich im laden nichts kauften, wurden sie aggressiv.
morgen fliege ich 5 tage in die türkei, meinen vater zum geburtstag überraschen."

Guten Morgen, liebe Migranten

#Montagmorgen Guten Morgen, liebe türkischstämmige Nachbarn, auch ihr aus dem Kosovo, aus dem Iran, aus Polen, Bulgarien, Russland, mit dem deutschen Pass. Ihr seid so fleißig, kommt mit dem harten Arbeitsleben in Deutschland klar. Eure Eltern sprechen kaum deutsch, dafür die Kinder und Enkel oft perfekt. Ich danke euch, dass ihr so viel zur Allgemeinheit, auch kulturell, beitragt, dass ihr freundlich seid und wertschätzend. Guten Morgen, liebe Geflüchtete, denen wir sozialen Schutz bieten dürfen. eure nachbarin ingeburg

Donnerstag, 21. September 2017

Kindler: Von der Leyen war auf keiner einzigen Podiumsdebatte im Wahlkreis


Zum Abschluss des Wahlkampfs zieht der GRÜNE Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler Bilanz und kritisiert gleichzeitig die CDU-Direktkandidatin Dr. Ursula von der Leyen im Wahlkreis Stadt Hannover II: 
„Vier Monate Wahlkampf – vier Monate habe ich bei engagierten Schulen, Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften und Verbänden auf dem Podium gesessen. Zusammen mit meinen Mitbewerber*innen, zusammen mit Bürger*innen, Schüler*innen und Azubis haben wir im direkten Dialog unsere Positionen zur Klima-, Sozial-, Rüstungs- oder Flüchtlingspolitik vertreten. Insgesamt waren es zehn Debatten im Wahlkreis Stadt Hannover II. Eine Kandidatin war jedoch nie dabei: Die Kandidatin der CDU in meinem Wahlkreis! An keiner einzigen Podiumsdebatte hat Ursula von der Leyen teilgenommen. Anscheinend ist sie sich zu fein dafür. 
Natürlich verstehe ich, wenn Ursula von der Leyen als Bundesministerin nicht an jeder Debatte teilnimmt. Dass sie aber zu keiner einzigen Debatte erscheint, ist kein Zufall oder ein Terminproblem, sondern das hat System. Von der Leyen will sich nicht der demokratischen Debatte mit ihren politischen Mitbewerber*innen und den Bürger*innen stellen. Das zeigt einen mangelnden Respekt gegenüber den Menschen in Hannover. Sie als Kandidatin sollte sich im Wahlkreis auch der Diskussion stellen und nicht kneifen.“ 


Geringste Apfelernte in Niedersachsen und Hamburg seit 2013 erwartet

Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen


HANNOVER. Im Jahr 2017 werden in Niedersachsen und Hamburg zusammen voraussichtlich 230.000 Tonnen Äpfel geerntet werden. Das sind etwa 36 % weniger als im ertragsstarken Vorjahr 2016, obwohl die Anbauflächen auf gut 9.400 Hektar (ha) ausgeweitet wurden. Dieses teilten das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) und das Statistikamt Nord auf Basis der Ernteschätzung der ehrenamtlichen Obstberichterstatter für August 2017 mit.

Wegen der kalten und feuchten Blütezeit mit Spätfrösten reiften weniger Früchte an den Bäumen heran. So wird ein sehr niedriger durchschnittlicher Apfelertrag über alle Sorten von 245 Dezitonnen (dt) je Hektar (ha) erwartet. In den letzten 20 Jahren wurde dieser Wert lediglich in den Jahren 2013 und 2002 unterschritten. Die Ertragseinbußen werden alle Sorten betreffen. Im Vergleich zum Vorjahr wird für die Sorten Jonagored, Holsteiner Cox, Braeburn und Boskoop ein Rückgang des Durchschnittsertrags auf die Hälfte prognostiziert. Besser sieht es für die Sorte Elstar aus, deren Hektarertrag vermutlich um 21 % unter dem Vorjahresniveau liegen wird.

Auf knapp einem Drittel der Apfelanbaufläche in Niedersachsen und Hamburg wächst die Sorte Elstar. Sie war bereits im Jahr 1997 die anbaustärkste Sorte. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen aktuell die Sorten Jonaprince (Red Prince) und Braeburn, deren Anbauumfang in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Die auf den Plätzen 4 und 5 folgenden Sorten Jonagored und Boskoop/Roter Boskoop sind in ihrer Anbaubedeutung hingegen gesunken.

In dem Obstanbaugebiet „Altes Land" konzentrieren sich die Apfelanbauflächen der beiden Länder Niedersachsen und Hamburg. Es umfasst 96 % der Apfelanbauflächen und erstreckt sich entlang der Niederelbe. Dazu zählen das Hamburger Obstanbaugebiet vollständig sowie auf niedersächsischer Seite Flächen in den Kreisen Cuxhaven, Harburg und Stade. Im Jahr 2017 wurden hier von 541 Betrieben gut 9.000 ha Äpfel angebaut. Während die Zahl der Betriebe sank, stieg die Anbaufläche für Äpfel pro Betrieb seit 1997 auf mehr als das Doppelte und liegt nun bei 16,7 ha.

Dienstag, 19. September 2017

7 Mio. Euro Invest bei der Ölmühle Solling


Neue Arbeitsplätze in Boffzen
Das Wirtschaftsministerium unterstützt mit ca. 2 Mio. Euro den Neubau einer Produktions- und Innovationsstätte in Boffzen (Landkreis Holzminden) für Produkte aus regionalem Anbau. Die Ölmühle Solling stellt dort unter eigener Marke pflanzliche Bio-Öle und Fette als Lebensmittel sowie Produkte für Kosmetika her.
Minister Olaf Lies: „Das Familienunternehmen Baensch ist Förderer des Deutschlandstipendiums und ihm liegt die Region besonders am Herzen. So ist die Ölmühle Solling als Arbeitgeber fest im Landkreis Holzminden verankert. Mit der anstehenden Erweiterung werden acht neue Dauerarbeitsplätze, davon zwei Ausbildungsplätze geschaffen. Dieses starke Bekenntnis zum Standort unterstützen wir gern.“
Großen Wert legt das Unternehmen auf den Verbund mit der Wirtschaft in der Region. Die Rohstoffe werden von Landwirten aus dem Umland bezogen; innovative Verpackungen werden in Boffzen selbst entwickelt. Mehrere Produkte des Unternehmens sind als Regionalmarke in der Region Solling-Vogler zertifiziert und die Ölmühle wurde mehrfach als „Kulinarischer Botschafter Niedersachsens“ ausgezeichnet.
Mit dem Neubau soll ein Vor-Ort-Verkauf eingeführt werden, welcher Touristen in die Region lockt. Bereits jetzt finden Mühlenfeste, Vorträge und Führungen für Busreisende statt. Dieses Angebot soll nach der Vergrößerung des Unternehmens weiter ausgebaut werden. Mit der Einrichtung eines eigenen Labors soll in Zukunft in Zusammenarbeit mit den Hochschulen eine betriebseigene Qualitätsprüfung geschaffen werden. Außerdem sollen die Räume auch für gemeinsame Forschungsprojekte der Hochschulen und der Ölmühle zur Verfügung stehen.
Die Ölmühle verfügt aktuell über ca. 40 Arbeitsplätze. Mit dem Vorhaben, das ein Gesamtinvestitionsvolumen von 7 Mio. Euro hat, werden zusätzlich acht neue Dauerarbeitsplätze geschaffen.



Montag, 18. September 2017

Zum #Weltfriedenstag: Hitler war Vegetarier und tierliebend – das schmutzige Geschäft des Krieges



Von Ingeburg Peters



Zur Expo 2000 überreichte mir ein Inder strahlend ein Perlenband mit Swastika-Symbolen. Das bringe in Indien Glück. Soeben nun schickte die Ev.Luth. #Landeskirche eine Information über nationalsozialistische Symbole an Glocken.
Selbst in uns Nachkriegsgenerationen steckt die NS-Ideologie noch tief drin, da dürfen wir uns nichts vormachen.
Mein Patenonkel Adolf sagte damals beim Abschied am Bahnhof angesichts der vielen Ausländer hinter den Verkaufstresen: „Die dürfen hier bei uns arbeiten, wir bei denen nicht.“  (das hat sich inzwischen geändert, siehe auch Film „Import – Export“ von Ulrich Seidl auf youtube) Ein für seine Frauenverachtung bekannter Rap-Sänger fordert spezielles Kindergartenessen für Muslime und Veganer. Ob wir wohl auch in Kindergärten im Orient Sonderwünsche äußern dürften, würde SS-Mann Adolf fragen. Tolerant und weltoffen zu sein, das macht vielen Bürgern Angst.
Der war so begeistert von Hitler, wie „ihr von den Beatles“, sagte er. Mein Vater „durfte“ dem Führer die Hand schütteln. Da wusste er noch nicht, dass sein schwerhöriger Vater euthanasiebedroht war. Ein Bekannter aus großbürgerlichen Kreisen  war in der Reiter-HJ und hatte dort wundervolle Erlebnisse. Man schlief abends bei den Pferden im Heu. Seine Mutter: “Die Erziehung wurde mir aus der Hand genommen.“ Später meldete er sich als Sohn eines Deutschnationalen und schlechter Schüler freiwillig zum Kriegsdienst, um den schulischen Anforderungen zu entgehen. Er kam glücklicherweise nach Südfrankreich, während sein Bruder im Osten kämpfte (der für die NAPOLA „ausersehen“ war, ebenso wie der hannoversche Herausgeber der Kulturzeitschrift „Die Horen“, Kurt Morawietz). Als seine jüdische Freundin mitsamt ihrer Verwandten aus seinem Viertel verschwand, sprach in der Familie niemand darüber. Er fand die Namen später auf dem Denkmal am Opernhaus #Hannover wieder.
Ein Nachbar erlebte nach dem Krieg in der Schule Lehrer, die vor versammelter Klasse in den Keller gingen und sich dort erhängten. Sein Vater geriet in Kriegsgefangenschaft, wollte fliehen und wurde erschossen. Die vier Kinder hatten samt und sonders Vornamen aus dem NS-Namenskatalog. Der einzige Halt war nun die Kirche und die Sonntagspredigten des Pastors. So wurde Jesus zu seiner Vaterfigur. Aber bemerkte der Junge damals die tendenziösen Formulierungen ex cathedra – von der Kanzel herab? Ein starkes Volk braucht Raum? Er jedenfalls propagiert bis heute Stärke als Lebenshaltung. Andere ziehen bei ihm immer den Kürzeren. Frauen sowieso. Auch Publizistin Jutta Ditfurth weiß von einer „gütigen“ Großmutter zu berichten, und vielen weiteren Nazis, die sehr lieb zu ihren eigenen Kindern waren. Es gibt sogar noch einige Sprösslinge direkt aus dem arischen Zuchtprogramm der Nazis in Hannover.
Kurz – die ganze Nazi-Luft sitzt uns Nachgeborenen noch sehr im Nacken. Früher habe ich stets ein Fazit gezogen, unter Texten und Konzepten, jetzt stelle ich nur Zeitzeugenschaft dar. Das Private ist das Politische…