ganz
stolz nannte sie sich "ratsfrau", ich war für ratsherrin. beim amtmann
wirds schwierig. andererseits benutze ich das wort herr als schimpfwort.
also doch baufrau, wie prof. luise pusch als begründerin der feministischen
liguistik es vorschlägt. es ist so wunderbar sanft und aggressionslos.
außerdem muss das wort "frau" mit allen abwandlungen wie "Dämchen" usw.
raus aus der schmuddelecke. Cono ist im spanischen ein ebenso schlimmes
schimpfwort wie F.... im Deutschen.
Aber was ist dann
mit "Hausfrau"? Ich habe mal in einer SkifahrerRunde gesagt, ich sei
Hausfrau. Meine LanglaufFreundin fing hysterisch zu kreischen an. Ich
sagte, ich habe ein Haus. Der Mann gegenüber entgegnete, dann sei er
Automann, denn er habe ein Auto.
Beim Arzt füllte ich den
Anamnesebogen für Neupatienten mit der Berufsbezeichnung "Putzfrau" aus.
Das brachte mir derartig große Nachteile ein, wie schlechtere
Behandlung, weniger Rezepte, Aggressionen der Sprechstundenhilfe usw.,
so dass ich nun "Autorin" hinschreibe, was zu wesentlich besserer
Kommunikation führt.
Aus meinem Chef-Nähkästchen geplaudert, könnte ich serienweise Anekdoten beisteuern. Als die Dachdecker die Dachrinne erneuern sollten, fragten sie mich um Wasser und Kaffee, um die Angst vor mir zu verlieren. Ebenso der Webadministrator und andere. ip