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Montag, 10. März 2025

Grundlagen sozialer Verteidigung

Region Hannover. "JEDER GEGEN JEDEN", mit diesem Kommentar zur Jetzt-Zeit endet das Standardwerk "Weltgeschichte" von Prof. Dr. Nolte, Barsinghausen. Und genauso ist es gekommen. 

Historisch-Politisches Colloquium Barsinghausen (verantwortlich Prof.em. Nolte) Tagungsort: VHS Calenberger Land , Langenaecker 28. Ohne Gebuehren, aber bitte anmelden bei Christina-Heinrichs@vhs-cl.de :

19. JUNI RosemarieBrinkmann; M.A.: KATALANISCHE UMWAELZUNGEN IM 20. JAHRHUNDERT. 

Mehr unter www.vgws.org. Die Veranstaltungen sind bequem mit dem Großraumverkehr zu erreichen. 

Freitag, 14. Juli 2017

Der Filmtipp: Fassbinders "Martha"

Erst heute vor 40 Jahren durften Frauen ohne Einwilligung des Ehemanns berufstätig werden.
Nun - mit Gleichberechtigungs-Gehirnwäsche hat mich damals an meinem Geburtstag, 1.Tag Volljährigkeit, ein 25Jahre älterer Vereinsberichterstatter, der zu dem Zeitpunkt bereits 2familien samt Hausständen hinter sich gelassen hatte, 100 000 DM Kredite unterzeichnen lassen.
Heute setze ich mich deshalb für die Entnutzung der Frau ein. Nett sein war gestern.
Ein extrem guter film ueber Hausfrauen- und Berufstaetigkeit vor 40 Jahren incl. maennlichem sadismus und weiblicher opferhaltung ist "Martha" von Rainer Werner Fassbinder, einschliesslich der legendaeren kamerarundfahrten seines kuerzlich verstorbenen kameramanns. ip

https://t.co/xVy6ur6r1F Wenn Helmut nach Hause kommt...: gruseliger kann es nur Edgar Allen Poe darstellen

Philosoph Peter Sloterdijk: "Dass die Domestikation des Menschen das große Ungedachte ist, vor dem der Humanismus von der Antike bis in die Gegenwart die Augen abwandte -dies einzusehen genügt, um in tiefes Wasser zu geraten."
Siehe auch der italienische Philosoph Diego Fusaro unter www.filosofico.net

Donnerstag, 18. März 2010

geschlecht und bildung

eine bekannte arbeitet beruflich nur mit frauen zusammen und vermisst das gespräch mit männern...
frauen seien so unintelligent (umständliche umschreibung von doof, das eigentor bemerkt sie nicht), während ihr vater und der gatte enzyklopädisch gebildet gewesen seien (beide leider verstorben).
okay, mich nervt es auch oft, dass ich mich in größerer runde bei ehepaaren immer mit der frau unterhalten muss, obwohl ich mit dem mann tausendmal mehr gesprächsstoff hätte.
andererseits: wenn man mit frauen erstmal über die ihnen standardmäßig zugewiesenen bereiche hinaus ist, wird das gespräch nach meiner erfahrung häufig überraschend witzig und informiert.
so war es gestern abend mit einer freundin und ihrer tochter.
es wurde über rollenverhalten reflektiert.
"die männer haben doch nur ein halbes hirn zur verfügung", konstatierte die mutter und "nur"-hausfrau trocken - ganz auf dem neuesten stand der neurologischen forschung.
ich musste kichern, denn sie ist katholisch und cdu-nahestehend.
wir kamen aufs thema psychoanalyse, sigmund freud, den angeblichen penis-neid, und seine theorien zur hysterie, die er von seinem eigenen verhalten abgeleitet hat.
auf diesen schwächelnden wurmfortsatz sollen wir frauen neidisch sein?
wir, deren körperliche ausstattung das non plus ultra ist?
freud sei doch längst überholt, sagte fachmännisch die tochter.
wir überlegten dann gemeinsam, ob frauen wirklich bereicherung durch die gute bildung ihrer männlichen angehörigen erwarten können?
wird bildung nicht viel zu häufig von männlicher seite als machtmittel eingesetzt?

Montag, 27. April 2009

anziehen, ausgehen, wegwerfen

heute habe ich mir gesagt, benimm dich doch mal nach norm, und tu einfach das, was man so von einer frau erwartet: geh mit ner freundin shoppen.
klassisches opening mit capuccino und eis im eiscafé. das eis schmeckte nach chemie, so schien es mir.
dann waren wir in der ernst-august-galerie neben dem hannoverschen hauptbahnhof. das personal in einem der dortigen schuhläden zeigte kein interesse an uns, ich denke, zur beratung sind es einfach auch zu wenig leute, die haben genug zu tun, den überblick zu behalten.
jedenfalls hatte ich wieder das schon öfter in den letzten jahren erlebte phänomen, das der rechte schuh gut passte, der linke aber gar nicht, und zwar bei mehreren verschiedenen schuhpaaren. meine freundin schob das sofort in weiblicher selbstbezichtigungs-norm auf meine eben verschieden geformten füße; ich vermutete aber eher, dass die schuhfertigung in china oder sonstwo einfach nicht mehr das ist, was sorgfältige schuhanfertigung mal war.
überhaupt bot der größte teil der shops mode für einen tag an: anziehen, ausgehen, wegwerfen. meine sehnsucht nach hochwertiger klassischer langlebiger kleidung wuchs von minute zu minute.
der shopping-bummel hatte nicht das erwartete stimmungsaufhellende ergebnis. da kann man sich auch gleich von tchibo die schnäppchen ins haus schicken lassen und bei nichtgefallen zurückgeben. und die autobahnen ächzen noch mehr unter der immer dichter werdenden last der just-in-time-liefertrucks.

Dienstag, 24. März 2009

die tägliche dosis frauenkörper

mir fehlte noch in einem raum ein kalender und da fand ich zufällig hinter dem schreibtisch einer ehemaligen praktikantin die hinterlassenschaft des kalenders "Men 2009".
Boooh.
ich pinnte ihn an die wand.
aber irgendwie unerträglich, diese hingestreckten waschbrettbäuche.
ich fing an, darauf herumzukritzeln, bemerkungen wie 'schwangerschaftsstreifen' an bestimmte fehlstellen zu setzen, an die schöneren versuchsweise einen kussmund, aber auch das nützte nichts.
der kalender musste sofort wieder weg von der wand. absolut widerwärtig, dieser körperfetischismus.
es gibt ja jetzt sogar schon einen verband der wellness-geschädigten. und by the way: Prostituieren kommt von lat. pro-stituere aus pro und statuerenach vorn stellen, zur Schau stellen, preisgeben.
aber anhand dieses männer-kalenders in frauenhand wurde nochmal ganz konkret überdeutlich, was die herren alltäglich-selbstverständlich mit frauenkörpern treiben. und die frauen sind es derart gewohnt, als fetische fotografiert zu werden, dass eigentlich einzig noch emma sich wehrt.
die weiber-poster hängen ja sowohl bei arbeitern und soldaten im spind, als auch mal beim finanzamt überm schreibtisch von mir geortet, oder prangen täglich auf der bild-titelseite.
der spiegel zum beispiel, seit je ein männerbeherrschtes blatt, kommt auch online nicht ohne seine tägliche dosis frauenkörper aus.
im playboy dann werden schöne frauen gleich ohne umschweife mit waffen (dem penis-symbol) in verbindung gebracht: das model hat eine 'walther' in der hand.
dabei sind wir Frauen doch eigentlich das ebenbild göttlicher schöpferkraft, mit waffen haben wir schon gar nichts am hut. wir vermissen ihren respekt, meine herren.
wie nannte eine bekannte die verursacher solcher bilder neulich: "Y-grenzdebile, deren kleiner unterschied zwischen wollen und können besteht".
tja, also umdrehen lässt sich der spieß jedenfalls nicht. da war die praktikantin mit ihrem männer-kalender auf dem holzweg, so eindimensional beschränkt sind frauen einfach nicht.
aber erneute bewusstmachung, welche behandlung frauenkörpern täglich zuteil wird, und bei den fotos handelt es sich noch um die harmloseste art, das hat sie zumindest bei mir erreicht.
ich hatte das schon fast im alltagsgetümmel vergessen, wie ohnmächtig wir sind.

dazu noch ein wenig historie: das video "frauen als beute - wehrmacht und prostitution :
http://video.google.com/videoplay?docid=898246408094898839

und zahlen der gegenwart: Bis zu 1,2 Mio Männer nehmen in Deutschland täglich die sexuellen Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch. Der Umsatz im 'Wirtschaftssektor' Prostitution wird auf 14,5 Mrd. Euro jährlich geschätzt.

das 'älteste gewerbe der welt' begann meiner meinung nach nicht, als die erste frau ihre sinnlichkeit verkaufte, sondern als sie dazu überredet, abgerichtet, genötigt oder zu diesem zweck verkauft wurde (siehe auch wehrmachtsvideo im vorigen absatz, sowie der im 21. jahrhundert nach wie vor florierende frauenhandel).
im mittelalter gehörten Prostituierte zu denjenigen Menschen, welche eine unehrliche Tätigkeit ausüben, zu denen man auch Lohnkämpfer, Spielleute, Henker, Bader, Chirurgen, Heilkünstler, Tierverschneider, Zöllner, Feldschäfer, Schinder, Abdecker, Hundeschläger oder Gassenfeger rechnete. viel geändert hat sich seit damals nicht, lediglich der chirurg hat inzwischen erheblich an ansehen gewonnen.
Dieses Fotos eines Litfasssäulenplakats mit einer Überdosis Frauenkörper findet sich auch in dem Gedichtband "Mensch Maria" von Ingeburg Peters, zu bestellen bei Amazon.
die derzeitige anti-pelz-werbung von PETA finde ich ziemlich bescheuert: lieber nackt als pelz...

Dienstag, 24. Februar 2009

Chadidscha

ich könnte jetzt an dieser stelle schreiben, dass der damalige norddeutsche landesbank (die ein kind der sparkasse ist)-chef bodin im rathaus in anwesenheit von schmalstieg, dem damaligen chef der stadtwerke, einem vertreter der west lb, bauplaner dellemann, meiner wenigkeit, und auch von wolfgang wegener vom lindenspiegel, gesagt hat, man werde das hannoversche wohn- und geschäftsviertel ihme-zentrum revitalisieren, "und wenn wir es neu aufbauen müssen".
könnte ich, aber das ist in wort und bild im archiv meiner city-ihme-zeitung einzusehen, nachzuschlagen, zu verifizieren usw..
und michael krische von der neuen presse hat völlig recht, wenn er heute geschrieben hat, zwei wörter könnte man in hannover nicht mehr hören, zum einen das wort "finanzkrise"...
stattdessen hier nun ein ganz anders thema, das ist ja das schöne an den zwanglosen blogs, aber im detail auch irgendwie heikel. ich persönlich kenne nämlich viele muslimische mädchen und frauen, die nach aischa genannt wurden, mohammeds lieblingsfrau. aber keine, die chadidscha (Khadija) heißt, nach seiner ersten frau, in deren dienste er mit 20 jahren eintrat und die ihm - bereits zweimal verwitwet - einen heiratsantrag machte.
es scheint eine glückliche ehe gewesen zu sein. nach 25jähriger ehe starb die 20 jahre ältere chadidscha.
chadidscha erklärte mohammed, er sei zum propheten berufen und war die erste person, die zu seiner religion übertrat.
jetzt könnte ich nochwas zu den dhimmis schreiben, den andersgläubigen (juden und christen), als menschen zweiter klasse für die moslems. aber das thema soll ja chadidscha bleiben, die beste, auserwählte frau und mutter aller mütter der moslemischen gläubigen.
doch stoppstopp, jetzt gerade konnte ich ein mädchen mit namen chadidscha googeln auf virtual nights, und dann gleich noch mehr in anderen verzeichnissen...
trotzdem würde ich gern mal die relation wissen der anzahl des muslimischen weiblichen vornamens aischa und der von chadidscha.
ich jedenfalls kenne nur aischas. chadidscha ist ja auch schwieriger auszusprechen und zu merken, find ich.

Sonntag, 22. Februar 2009

wie blöd kann man eigentlich sein?

da kommt gestern eine lieferantin zu mir und hat ein völlig zerstörtes gesicht wie nach einem afghanistankriegseinsatz, blau angelaufen, notdürftig mit makeup überdeckt.
ich war entsetzt, starr vor schreck. ich dachte an das buch über den schönheitswahn, das ich mehrfach verschenkt hatte. diese frau nun, die da vor mir stand, jenseits der 50, aber immer noch spitzhackenschuh auf barbie machend, murmelt etwas, sie könne aber jetzt ohne brille sehen, offenbar sind auch die augen gelasert worden.
ich war (fast) sprachlos, denn ob man etwas liest oder mit eigenen augen vor sich sieht, ist doch schon ein riesenunterschied.
also mir macht es nichts aus, alt zu werden, im gegenteil, ich werde gern alt. das habe ich auch einer berühmten künstlerin gesagt, die offenbar nebenbei einen vitamin-handel pflegte und mir unbedingt welche andrehen wollte, weil wir doch alle nicht alt werden wollten, nicht wahr?
klar, ich will nicht so gern ins altenheim, das will ja wohl niemand, denn wer steht schon auf käfighaltung. aber gegen das altwerden, verbunden mit dem schwächer werden und krankheiten, habe ich nichts. eine von mir sehr geschätzte freundin, ihres zeichens apothekerin, bestätigte meine haltung:
"Den völlig gesunden Menschen gibt es nicht. Selbst wenn jemand Fitnessstudios besucht und den ganzen Tag Wellness betreibt, wird sich die menschliche Psyche von der Geburt bis zum Tod in den verschiedensten Krankheiten äußern, das ist unvermeidlich. Es geht darum, diese Vorgänge in die eigene Verantwortung zu nehmen, sein Leben zu gestalten, ohne sich jedoch nur noch als reparierbares System zu verstehen. Für manchen Schwerkranken, der im Ausland um sogenannte Sterbehilfe nachsucht, wäre durchaus möglich, mittels moderner Palliativmedizin noch eine sinnvolle Lebensqualität zu erreichen. Allerdings wäre dies für Patient, Arzt und Krankenkasse mit höherem Aufwand an Arbeit und Kosten verbunden, und den scheuen viele.
Bei der Patientenverfügung beispielsweise könnte diese Trägheit im Extremfall dazu führen, dass ein Arzt aufgrund einer solchen Verfügung keine lindernde Behandlung mehr ausführt. Immer mehr Menschen entziehen sich zudem auch der Pflege alter Menschen, eine unmenschliche Entwicklung. Aus sich herauszutreten und zu sich Stellung zu nehmen. Die Dinge in die eigene Verantwortung zu nehmen, das ist das Allerschwerste. Aber genau damit ist zu 90 Prozent der Schritt zu einer besseren Gesundheit getan. Wir sollten einfach das, womit das Leben zusammenhängt, nämlich Krankheit, Alter, Tod, nicht verdrängen."
und hier noch ein gedicht von mir, das demnächst in dem gedichtband "Mensch Maria" im buchhandel herauskommt (bitte schonmal vorbestellen, ISBN 978383707845):

Mit Männeraugen

Die Männer
lieben die Schönheit
der Frauen.

Maria sitzt unter einem Dachfenster
und leuchtet
ihr Gesicht gnadenlos
mit Männerblick aus.

Schwarze Riffelungen
über der Oberlippe,
die wie ein Bart wirken.

Flecken im Gesicht,
Schatten und Tränensäcke
unter den Augen,
die dunkel umrandet sind,
obwohl sie ausreichend Schlaf hatte.

Das Deckhaar spärlich,
die Finger wurstig,
Doppelkinn und Speckrand am Hals,
wabbelige Oberarme.


Bei Männern hingegen
wird kein Schönheitsmaßstab angelegt.
Maria ist das Aussehen
eines Mannes unwichtig.

Jener Greenpeace-Aktivist
hat eine schöne Frau
nach der anderen verlassen,
die eine wegen der nächsten.
Die übernächste, weil eine weitere
schon am Flughafen stand.

Obwohl sie doch alle so schön waren!

Was ist mit dem, was in ihnen ist?
Was ist mit ihrem Wesen,
ihrer Zärtlichkeit, ihrer Liebe,
ihrer Individualität?

Die Männer lieben nicht
die Schönheit der Frauen,
sie sammeln sie nur.

Alles eine Machtfrage.

Montag, 17. November 2008

sokratik, dialektik, dummheit

ihr begleiter hatte eine widerliche Art der Wahrheitsfindung. er benutzte permanent aggressiv dialektik als bewusstseinszange, um frauen zu beherrschen, denn er hatte unheimlich angst vor ihnen.
Widersprechen ist noch kein Gespräch, auch kein sokratisches. sie sagte spontan beim anblick einer sehr großen kirche in einem sehr kleinen ort: das ist ja eine kathedrale. da brauste er auf: das ist doch keine kathedrale! kathedralen gibt es nur in frankreich. was natürlich sowieso nicht stimmt.
begründe den ausdruck kathedrale, herrschte er sie an. das sollte vermutlich dialektisch wirken, dabei war es einfach situationszerstörend, nichtmal sokratische ironie, hier wurde nicht erkenntnis geboren, sondern eine aufkeimende gesprächssituation zerstört.
das war schockierend, das machte traurig, das war schade. und übrigens, der klitzekleine ort war bischofssitz, aber ihr war die lust vergangen, ihm das zu sagen. er hatte sich so an dies zerteilen, ja brutales zerschlagen ihrer äußerungen gewöhnt, dieser mann, der sich für ach so gewaltlos hielt, dass keine ganzheitliche situation mehr zustandekommen konnte.

Mittwoch, 12. November 2008

breaking the waves im Hause Karl Marx

durch den einbau einer neuen treppe musste ich einige bücherregale umsetzen und da fiel mir grad von der edition sonne&freiheit ein text von paul lafargue in die hände, dem schwiegersohn von karl marx, dessen persönliche erinnerungen an karl marx ich erneut mit interesse las. insbesondere über die weiblichen mitglieder der familie marx:
"niemand hat je in höherem maße das gefühl der gleichheit besessen als frau marx, und dies obgleich sie in einer deutschen aristokratenfamilie geboren und erzogen war. für sie existierten keine sozialen unterschiede und klassifikationen... heine, der unerbittliche satiriker, fürchtete marx' spott, aber er hegte eine große bewunderung für den scharfen und feinfühlenden geist von dessen frau...marx hatte so hohe achtung vor der intelligenz und dem kritischen sinn seiner frau, dass er mir 1866 sagte, er habe ihr alle seine manuskripte mitgeteilt, und er lege großen wert auf ihr urteil.
frau marx hat viele kinder gehabt. drei davon starben in zartem alter, in der periode der entbehrungen, welche die familie nach der revolution im jahre 1848 durchzumachen hatte, als sie, nach london flüchtet, in zwei kleinen zimmerchen der dean street, soho square, lebte. ich habe nur die drei töchter der familie kennengelernt. als ich 1865 bei marx eingeführt wurde, war die jüngste, die jetzige frau aveling, ein reizendes kind mit dem charakter eines knaben. marx behauptete, seine frau habe sich im geschlecht geirrt, als sie dieselbe als mädchen zur welt brachte...
neben den genannten zählte die familie marx noch ein wichtiges glied: fräulein helene demuth. in einer bauernfamilie geboren, war sie noch ganz jung, fast ein kind, lange vor der verheiratung der frau marx (anm. die aus der familie der herzoge von argyll abstammte), als dienstmädchen zu ihr gekommen. als sich dieselbe verheiratete, verließ helene sie nicht, sie widmete sich vielmehr der familie marx mit einer solchen hingabe, dass sie sich selbst völlig vergaß....marx spielte schach mit ihr, und es geschah oft, dass er die partie verlor...
frau marx starb am 2. dezember 1881, wie sie gelebt hatte, als kommunistin und materialistin. der tod hatte keine schrecken für sie. als sie fühlte, dass der moment der aufösung gekommen, rief sie aus: "Karl, meine kräfte sind gebrochen". dies waren ihre letzten, deutlich vernehmbaren worte. sie wurde am 5. dezember auf dem friedhof zu highgate in der abteilung der "verdammten" (unconsecrated ground = ungeweihte erde) bestattet...
nach dem tode seiner frau war marx' leben nur noch eine kette stoisch ertragener physischer und moralischer leiden, die sich noch verschärften, als ein jahr darauf auch seine älteste tochter, frau longuet, plötzlich starb. er war gebrochen und erholte sich nicht wieder. er entschlummerte, vor seinem arbeitstisch sitzend, am 14. märz 1883, in seinem siebenundsechszigsten jahre."

Sonntag, 9. November 2008

sollbruchstelle frau

ich habe für meine puppen kleine zeitungen erstellt und sie ihnen in die händchen gedrückt, statt sie im arm zu wiegen. dann wünschte ich mir einen druckkasten zu weihnachten und begann, zeitungen herauszugeben, mit fortsetzungsroman "moby dick", das erstellen der druckstempel überforderte mich natürlich schnell.
ich schrieb eine geschichte für ein nachbarskind, deren eltern einen lebensmittelladen hatten und das kind tagsüber bei uns abgaben, das von dieser geschichte völlig begeistert war (es ging um neid und soziale integration) und mir eine schokolade schenkte. man riet mir, die story beim rundfunk einzureichen.
mit 17 machte ich konkrete poesie, ohne den begriff zu kennen, falls es ihn damals schon gab. ich schrieb, durch fernando arabal inspiriert, ein theaterstück aus dem material meiner träume. ein journalistenkollege aus hamburg nahm mir das manuskript ab, ich könnte ja mal berühmt werden...
bei meinen redaktionskollegen in der provinz initiierte ich das gedichte aus der dose- schreiben. es waren ein paar gute von mir dabei, möglicherweise hat sie ein kollege noch. nebenbei schrieb ich seitenweise reportagen über die klezmer, mädchen auf dem bau, den kulturverein des ortes, meinen krankhausaufenthalt wegen psoriasis, die regelmäßig die neid-stürme der kollegen, vorgesetzten, der konkurrenz und der freien mitarbeiter des ortes hervorriefen. das könne ich gar nicht selbst bzw. allein geschrieben haben, hieß es damals schon. denn ich war eine frau.
dann schrieb ich ein längeres manuskript über den weiblich-erzwungenen sich-schönmache- und fithalte-zwang.
ein kollege in hannover fand den text gut, ich solle weiterschreiben und meinen angehenden redakteursposten quittieren. ich tat es. das war die sollbruchstelle in meinem leben. von da an hatte mich die nackte not im griff. wie das bei frauen eben so ist, man braucht sie fürs tägliche, nur dem männlichen künstler wird aufmerksamkeit und anerkennung zuteil.
es ist so sinnlos wie nur was, dies alles hier zu vermerken, nach dem motto "liebes tagebuch", nicht wahr, ich mach mich damit nur noch lächerlicher, immer noch lächerlicher. also lachen wir mal ne runde.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

nicht nett

stewardess kommt mit zeitschriften: "für die dame etwas buntes?"
zum herrn: "sie kommen mir bekannt vor, sie sind vielflieger, nicht wahr?"
stattdessen antwortet die dame: "ich komme für die flüge dieses herrn auf, er ist mein mitarbeiter."
stewardess missbilligend: "es ist nicht nett, einen mann so herabzusetzen."

Samstag, 11. Oktober 2008

zu mus zerdrückt

hi, da bin ich wieder.
mit der fragestellung, welcher adäquate lebenspartner für eine moderne selbstständige frau in frage kommt:
1. da gibt es den beschäler, der nachts ins bett getrampelt kommt und es morgens wieder verlässt, ohne dass es sich lohnt, ein wort mit ihm zu wechseln.
2. oder den, der regelmäßig die sahnehaube von ihrem geistigen wie beruflichen wie privaten kuchen abschleckert und sie gottgegeben qua überlegenheit des männlichen geschlechts als seine kolonie betrachtet. er trinkt ohne zu fragen tee aus ihrer tasse, von der er weiß, dass sie daraus kaffee zu trinken pflegt.
3. dann den verspielten, der ähnlich wie der typ 2 auf die sahnehaube aus ist, aber die frau nicht so stark kolonisiert und degradiert, sondern einfach die gelegenheit für die erweiterung seines eigenen werks nutzt, wenn sie ihn beispielsweise auf reisen mitnimmt und er nicht eine müde mark dazugibt, weil er ja selbstbewusst durch seine dummy-funktion der permanent bedrohten frau bereits seinen dienst leistet.
4. mit einer frau leben, da habe ich keine erfahrung und keine neigung.
5. allein leben, das sei sehr stark, mailte mir kürzlich eine erfolgreiche frau. aber dem steht entgegen, dass frau sich wenigstens gelegentlich auch mal hängen lassen möchte.
6. den richtigen mann finden, der einer luft lässt, sie akzeptiert in ihrer intelligenz und bildung, und einen entsprechenenden dialog auf augenhöhe führt, da fällt mir nur klaus theweleit ein (lesen Sie mal, was er über produktionssexualität geschrieben hat), aber der lebt bereits in einer glücklichen beziehung.
in früheren zeiten glitten solche fähigen frauen in den suff ab, kamen in die irrenanstalt, die meisten brachten sich freiwillig um, siehe virginia woolf, silvia plath, diane airbus und tausend andere. auch cornelia von goethe, gleich komfortabel von ihrer geistreichen mutter erzogen wie ihr bruder johann wolfgang, zog einen abgang in jungen jahren vor, als sie einem dichter den haushalt zu führen aufgrund ihrer hohen bildung nicht in der lage war.
paula becker-modersohn gebar ein kind und angesichts des damit bevorstehenden Aus ihrer künstlerfreiheit zog sie es vor, einem blutgerinnsel zu erliegen. klingt absurd? ich weiß schon, was ich hier schreibe, es ist meine tiefenpsychologische interpretation des falles.
gala, die surrealistin, ärgerte stets in paris andré breton mit ihrem exaltierten auftreten, in dem er nicht den kunstansatz zu erkennen in der lage war oder es einfach nicht wollte. sie nahm der jüdischen journalistin louise ernst den berühmten mann und künstler max weg, ohne sich deshalb von dem ihren, dem dichter paul elouard, zu trennen, ging dann zu Dalí über, den sie zum millionär managte, weil es damals für eine kreative frau keine andere möglichkeit gab, wie als muse zu mus zerdrückt zu werden, zog sich dann auf ihr geisterschloss zurück, nur um dann plötzlich den zehn jahre jüngeren salvatore dali pflegen zu müssen, der ohne sie nun zusammengebrochen war, und dabei ging sie dann schließlich drauf (sturz usw.).

und heute? da gibt es als punkt 7 noch das beispiel merkel & co., ein frauenleben in der öffentlichkeit mit nur seltenst auftretendem ehemann. kinderlosigkeit ist hierbei, glaube ich, ein ganz wichtiger faktor; sprich: kastration der frau in ihrer wichtigsten, gottgleichen fähigkeit, leben zu geben. (ausnahme: von der Leyen, in deren begüterter ur-familie die kostenintensive delegation von kinderbetreuung tradition hat, kürzlich von einem jungen mann aus ihren eigenen kreisen neidisch als gebär-kuh betitelt.
also, haben Sie noch eine andere idee für ein menschenwürdiges leben einer gebildeten kreativen frau? auch lacan schlägt einer solchen frau das kultivierte alleinleben vor. schön gesprochen...

Mittwoch, 24. September 2008

im schritt imposant...

mittels martin neuffers hannoverschem straßenkunstprogramm wird ja jetzt (in wirklichkeit aber wegen des bevorstehenden verstärkten afghanistan-einsatzes) argumentiert, das "denk mal an den unbekannten deserteur" vorm dortigen rathaus müsse verschwinden, weil es keine kunst sei.... (wenn die politiker nun schon bestimmen, was kunst ist, dann haben wir es ja nicht mehr weit).
es befindet sich aber seltsamerweise dort schon seit fast 20 jahren, und immer mal wieder werden kränze niedergelegt. warum?
weil der mythos vom männlichen mut und genie hier zu fall gebracht wird.
Denkmäler für gefallene soldaten, zum beispiel im hannoverschen georgengarten, werden pauschal aufgestellt, martialische zeichen aus stein. die zurückgebliebenen frauen und kinder packt ein unbehagen über dieses pathos. erst recht, wenn beispielsweise vor dem hannoverschen archivgebäude general von alten als held der schlacht von waterloo ein aufwändiges denkmal, von bildhauer heinrich kümmel (1810-1855) imposant insbesondere im schritt ausgearbeitet, erhielt, die kleinen sogenannten "gefallenen" aber pauschal unter bataillon xy subsummiert werden. ähnlich wie es in goslar jetzt ein denkmal für die frau gibt, eine maillol-ähnliche amorphe gesichtslose masse...

Donnerstag, 11. September 2008

Das Kassandra-Potential

Sehr geehrte Frau Peters,
meinen Dank für Ihre Zeitung, die mir jedesmal großes Vergnügen bereitet; ein „Intelligentes Anzeigeblatt“ - eine Kombination, die einem erstmal einfallen muss.
Das wollte ich Ihnen immer schon mal schreiben. Gratulation!
„Dem Landesvater sein treues Volk...“: An diesem geballten Schwachsinn vor dem Bahnhof gehe ich jedesmal mit innerem Kopfschütteln vorbei, betrachte mir das treue Volk, das immer noch seine Steuergelder unreflektiert für den Erhalt dieser dümmlichen Selbstweihräucherung verschleudern lässt.
Ihre historiche Recherche war längst überfällig undd wird hoffentlich zum Nachdenken anregen.
Männliche Hybris... es wird - das auch aktuelle Geschehen beweist es - noch einige Zeit dauern, noch vieler Eigentore bedürfen, bis diese tödliche Mischung sich letzlich selbst zur Strecke bringt. Schlimm nur, dass wir in diesem Schlamassel hängen und an drei Fronten zur gleichen Zeit zu agieren haben: jeden Tag Energie in die eigene Stabilisierung stecken, investigative Energie in die politische/religiöse Heuchelei und - nicht zu vergessen - als „Ruferin in der Wüste“ die Schwerkraft der Massen in Bewegung bringen wollen/müssen.
Als inzwischen nicht mehr junge Frau (Jahrg. 1929) habe ich aktive 30 Jahre in der Friedens- und Frauenbewegung hinter mir, und es hellt meine ver-Stimmung auf, wenn ich lese, höre, dass „weitergemacht“ wird. Ich weiß, dass alles seine Zeit braucht, aber so sehr viel davon steht uns (mir sowieso) nicht mehr zur Verfügung, und ich weiss manchmal nicht, wie ich mit meinem „Kassandra“-Potential umgehen soll. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen zu sagen, dass ich Ihre, nicht leichte Arbeit, sehr zu schätzen weiss.
Einige Texte von mir, ich füge sie diesem Brief bei, mögen Ihnen zeigen, dass Sie in Linden nicht ohne Mitstreiterin sind, und ich möchte mir vorstellen (die Hoffnung stirbt zuletzt), dass Ihr Wunsch an Ihre Leserinnen und Leser: „Stehen Sie aus eigenem Antrieb auf und sagen Sie: So geht es nicht! Tun Sie etwas! Wenden Sie sich gegen Heuchelei der Politiker...“ in Erfüllung geht.
Auch Ihnen viel Mut, Kraft und Durchhaltevermögen auf Ihrem persönlichen/politischen Weg, sowie alles erdenklich Gute wünscht Ihnen Lilo Zack.

Dienstag, 26. August 2008






der krieg ist der vater aller dinge? der krieg ist der mann?
der frieden ist die mutter allen lebens. der frieden ist die frau.

übrigens: meine grafiken eignen sich gut als bildschirmhintergrund.

Sonntag, 10. August 2008

frauen auf unterster stufe

vor über zwanzig jahren empfahl mir eine freundin die lektüre von klaus theweleits buch "männerphantasien", das sie im rahmen ihrer doktorarbeit verwendete. der titel schreckte mich damals ab, ich assoziierte pornografisches, mit dem ich nichts zu tun haben wollte.
jetzt lese ich es, da es als taschenbuch im piper-verlag erschienen ist: ein epochales werk, von männlicher faschistischer sexueller perversität handelnd, aber ganz anders als im pornobereich, sondern wie sie uns frauen täglich im alltag von männern entgegenkommt.
auf seite 71 schreibt theweleit: Die Frau erscheint auf der gleichen Stufe wie die Angehörigen kolonialisierter völker, deren bemerkenswerteste gestalten immer noch unter dem weißen schuhputzer stehen.
dieser satz erscheint mir im 21. jahrhundert aktuell noch weiter zuspitzbar zu sein. eine kompetente, versierte politikerin wie hillary clinton als verliererin der vorwahlen in den usa zeigt sogar, dass die frau aktuell noch unter dem schwarzen steht. daran ändert auch eine angela merkel, die ja bloß als männerbüttel agiert, (im fernseh-streitgespräch vor ihrer kanzlerwahl sprach sie von ihren "truppen" , die hinter ihr stehen) nichts.