ich, enke, bin eine hymne an gottmutter, die uns das leben gab und den inneren reichtum und ich feiere gottmutter, von der ich kam und zu der ich nun zurückgekehrt bin.
ich bin das loblied auf sie und nie wieder werde ich im tor stehen, wenn ich nicht dort stehen will. ich werde nicht hingehen.
und dann nehmen sie mir auch noch das adoptivkind weg, wenn ich versage, meiner geliebten frau nehmen sie es weg. aber dann werde ich eben meine frau noch mehr lieben und ich werde nicht mehr im tor stehen und wir werden hausaufgabenhilfe für migrantenkinder geben und tiere pflegen.
wir werden glücklich sein, weil wir da sind und um unser adoptivkind werben und wir werden uns endlich selbst adoptieren. selbst ehren als schöpfung gottes. ganz ohne geld und ansehen.
(prosa-gedicht von ingeburg peters)
Posts mit dem Label leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 14. November 2009
Dienstag, 10. November 2009
alltags-kultur
gestern bin ich auf dem rückweg von einem termin die lister meile in hannover entlang geschlendert. dabei wurde mir nochmal mit voller wucht bewusst, wie die stadt in arme und reiche viertel auseinanderbricht.
hier auf der lister meile gibt es noch intaktes alltagsleben, ein fischgeschäft ist da, köstliche brotsorten werden angeboten, mehrere naturkostgeschäfte können hier existieren.
all das hat es auf der goethestraße zum beispiel auch einmal gegeben, die naturkosmetikfirma logona nahm dort unter dem namen alraune ihren anfang. es gab mehrere bäckereien, ein fischgeschäft, mehrere fleischer. heute ist man gezwungen, selbst für sein stück butter die supermarkt-schrott-schienen aufzusuchen.
aber auch die lister meile entbehrt eines wirklich gemütlichen cafés. da sind eigentlich nur noch zwei in der innenstadt übriggeblieben : die kakaostuben in der ständehausstraße und das teestübchen am ballhof.
alle anderen großen echten cafés (das mövenpick mit seiner ausgebufften logistik zählt für mich nicht dazu), davon mehrere in der bahnhofstraße, eins am steintor wurde von den malern der neuen sachlichkeit als sujet genommen, sie alle mussten telefonshops und ähnlich unsinnlichen filialen weichen.
hier auf der lister meile gibt es noch intaktes alltagsleben, ein fischgeschäft ist da, köstliche brotsorten werden angeboten, mehrere naturkostgeschäfte können hier existieren.
all das hat es auf der goethestraße zum beispiel auch einmal gegeben, die naturkosmetikfirma logona nahm dort unter dem namen alraune ihren anfang. es gab mehrere bäckereien, ein fischgeschäft, mehrere fleischer. heute ist man gezwungen, selbst für sein stück butter die supermarkt-schrott-schienen aufzusuchen.
aber auch die lister meile entbehrt eines wirklich gemütlichen cafés. da sind eigentlich nur noch zwei in der innenstadt übriggeblieben : die kakaostuben in der ständehausstraße und das teestübchen am ballhof.
alle anderen großen echten cafés (das mövenpick mit seiner ausgebufften logistik zählt für mich nicht dazu), davon mehrere in der bahnhofstraße, eins am steintor wurde von den malern der neuen sachlichkeit als sujet genommen, sie alle mussten telefonshops und ähnlich unsinnlichen filialen weichen.
Sonntag, 9. November 2008
sollbruchstelle frau
ich habe für meine puppen kleine zeitungen erstellt und sie ihnen in die händchen gedrückt, statt sie im arm zu wiegen. dann wünschte ich mir einen druckkasten zu weihnachten und begann, zeitungen herauszugeben, mit fortsetzungsroman "moby dick", das erstellen der druckstempel überforderte mich natürlich schnell.
ich schrieb eine geschichte für ein nachbarskind, deren eltern einen lebensmittelladen hatten und das kind tagsüber bei uns abgaben, das von dieser geschichte völlig begeistert war (es ging um neid und soziale integration) und mir eine schokolade schenkte. man riet mir, die story beim rundfunk einzureichen.
mit 17 machte ich konkrete poesie, ohne den begriff zu kennen, falls es ihn damals schon gab. ich schrieb, durch fernando arabal inspiriert, ein theaterstück aus dem material meiner träume. ein journalistenkollege aus hamburg nahm mir das manuskript ab, ich könnte ja mal berühmt werden...
bei meinen redaktionskollegen in der provinz initiierte ich das gedichte aus der dose- schreiben. es waren ein paar gute von mir dabei, möglicherweise hat sie ein kollege noch. nebenbei schrieb ich seitenweise reportagen über die klezmer, mädchen auf dem bau, den kulturverein des ortes, meinen krankhausaufenthalt wegen psoriasis, die regelmäßig die neid-stürme der kollegen, vorgesetzten, der konkurrenz und der freien mitarbeiter des ortes hervorriefen. das könne ich gar nicht selbst bzw. allein geschrieben haben, hieß es damals schon. denn ich war eine frau.
dann schrieb ich ein längeres manuskript über den weiblich-erzwungenen sich-schönmache- und fithalte-zwang.
ein kollege in hannover fand den text gut, ich solle weiterschreiben und meinen angehenden redakteursposten quittieren. ich tat es. das war die sollbruchstelle in meinem leben. von da an hatte mich die nackte not im griff. wie das bei frauen eben so ist, man braucht sie fürs tägliche, nur dem männlichen künstler wird aufmerksamkeit und anerkennung zuteil.
es ist so sinnlos wie nur was, dies alles hier zu vermerken, nach dem motto "liebes tagebuch", nicht wahr, ich mach mich damit nur noch lächerlicher, immer noch lächerlicher. also lachen wir mal ne runde.
ich schrieb eine geschichte für ein nachbarskind, deren eltern einen lebensmittelladen hatten und das kind tagsüber bei uns abgaben, das von dieser geschichte völlig begeistert war (es ging um neid und soziale integration) und mir eine schokolade schenkte. man riet mir, die story beim rundfunk einzureichen.
mit 17 machte ich konkrete poesie, ohne den begriff zu kennen, falls es ihn damals schon gab. ich schrieb, durch fernando arabal inspiriert, ein theaterstück aus dem material meiner träume. ein journalistenkollege aus hamburg nahm mir das manuskript ab, ich könnte ja mal berühmt werden...
bei meinen redaktionskollegen in der provinz initiierte ich das gedichte aus der dose- schreiben. es waren ein paar gute von mir dabei, möglicherweise hat sie ein kollege noch. nebenbei schrieb ich seitenweise reportagen über die klezmer, mädchen auf dem bau, den kulturverein des ortes, meinen krankhausaufenthalt wegen psoriasis, die regelmäßig die neid-stürme der kollegen, vorgesetzten, der konkurrenz und der freien mitarbeiter des ortes hervorriefen. das könne ich gar nicht selbst bzw. allein geschrieben haben, hieß es damals schon. denn ich war eine frau.
dann schrieb ich ein längeres manuskript über den weiblich-erzwungenen sich-schönmache- und fithalte-zwang.
ein kollege in hannover fand den text gut, ich solle weiterschreiben und meinen angehenden redakteursposten quittieren. ich tat es. das war die sollbruchstelle in meinem leben. von da an hatte mich die nackte not im griff. wie das bei frauen eben so ist, man braucht sie fürs tägliche, nur dem männlichen künstler wird aufmerksamkeit und anerkennung zuteil.
es ist so sinnlos wie nur was, dies alles hier zu vermerken, nach dem motto "liebes tagebuch", nicht wahr, ich mach mich damit nur noch lächerlicher, immer noch lächerlicher. also lachen wir mal ne runde.
Abonnieren
Posts (Atom)
