Samstag, 3. Oktober 2026

Literarische Impressionen aus dem Schwarzwald und Klezmer Musik

Sehnde-Köthenwald. Wahrendorff lädt am Freitag, 23. Oktober 2026, um 19.00 Uhr zu einem besonderen Kulturabend ein. Unter dem Motto „Klezmer und Literatur in Wahrendorff“ erwartet die Gäste eine abwechslungsreiche Kombination aus Musik und Literatur.

Das Ensemble „Maja Clef“ aus Hannover präsentiert Klezmer-Musik. 

Die Musikerinnen und Musiker interpretieren die facettenreiche jüdische Volksmusik, die zwischen melancholischen und lebensfrohen Melodien wechselt und für ihre mitreißende Vitalität bekannt ist. Sylvia Hagenbach liest aus ihrem Reisetagebuch „Zum Kuckuck“. Alleine wanderte Sie auf dem Schwarzwaldostweg und fand dabei allerlei Schreibanlässe. Lustige, ernsthafte, seltsame, skurrile, kurze und unterhaltsame Texte sind dabei entstanden, notiert in den unterschiedlichsten Textarten.

Verleihung des 50. Kulturpreises Schlesien in Hannover

Zum 50. Mal werden in diesem Jahr am 10.Oktober im Sprengelmuseum mit dieser Auszeichnung des Landes Niedersachsen Kunst- und Kulturschaffende sowie Institutionen gewürdigt, die in besonderer Weise mit Schlesien verbunden sind. Dieses besondere Jubiläum lädt dazu ein, auf fünf Jahrzehnte zurückzublicken, in denen der Preis Menschen, Kultur und Geschichte miteinander verbunden hat und die zugleich von Erinnerung, Begegnung und Annäherung geprägt waren. Niedersachsen ist nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Menschen – auch aus Schlesien – zur neuen Heimat geworden.

Der Kulturpreis hat sich im Laufe seines Bestehens zu einem Zeichen des deutsch-polnischen Dialogs und eines lebendigen gemeinsamen europäischen Kulturerbes entwickelt.

Mit der Auszeichnung werden seit 50 Jahren die Leistungen von Menschen gewürdigt, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren Werke bzw. Arbeiten Bezüge zu Schlesien aufweisen. Darüber hinaus werden Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Bewahrung, Weiterentwicklung und Vermittlung des kulturellen Erbes Schlesiens einsetzen.

Breiter Mix aus erneuerbarer Energie und Speichern stärkt ein flexibles und resilientes Energiesystem

Hannover. enercity treibt den Ausbau batterieelektrischer Speichersysteme weiter voran und erweitert das unternehmenseigene Asset-Portfolio um zwei weitere Flexibilitätslösungen. Es entstehen steuerbare Anlagen, die dabei unterstützen, kurzfristig auf Veränderungen an den Energiemärkten und im Stromsystem zu reagieren und somit das Energiesystem zu stabilisieren. 

In Hannovers Stadtteil Misburg entsteht ein Stand-Alone-Speicher. Am neu entwickelten Energiepark Lehrte-Ahlten wird das bestehende batterieelektrische Speichersystem von bisher 40 Megawatt Leistung und einer Kapazität von 80 Megawattstunden um eine Leistung von 115 Megawatt und eine Speicherkapazität von 230 Megawattstunden verstärkt.

„Die Energiewende braucht mehr als zusätzliche Erzeugungsleistung. Sie braucht Flexibilität, damit erneuerbarer Strom genau dann genutzt werden kann, wenn das Energiesystem ihn benötigt. Mit zwei neuen Großbatteriespeichern in der Region Hannover investieren wir gezielt in ein modernes Energiesystem, das von dezentralen Anlagen getragen wird. Gleichzeitig stärken wir unser diversifiziertes Asset-Portfolio, das erneuerbare Energien und Speicher intelligent zusammendenkt. So verbinden wir Versorgungssicherheit und Systemstabilität mit wirtschaftlicher Resilienz“, sagt Aurélie Alemany, CEO des enercity-Konzerns.

Das Speichersystem in Lehrte-Ahlten soll sowohl am Regelenergiemarkt als auch am Spotmarkt eingesetzt werden. Am Regelenergiemarkt helfen Batteriespeicher dabei, die Netzfrequenz stabil zu halten. Sie können innerhalb von Millisekunden Strom aufnehmen oder abgeben und so kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Über den Spotmarkt, also den kurzfristigen Stromhandel an den Day-Ahead-, Intraday- und Intraday-Continuous-Märkten, kann der Batteriespeicher Strom aufnehmen, wenn das Angebot hoch und die Preise niedrig sind, und ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Da Batteriespeicher mehrfach täglich geladen und entladen werden können, zählen sie zu den flexibelsten Anlagen im Energiesystem. Die gemeinsame Nutzung des Standorts ermöglicht zudem, bestehende Netzanschlüsse und Infrastruktur effizient auszulasten.

Ein weiterer Großbatteriespeicher entsteht in Hannover-Misburg. Anders als beim Energiepark Lehrte-Ahlten, handelt es sich dabei um einen Stand-Alone-Speicher, der nicht unmittelbar mit einer erneuerbaren Erzeugungsanlage an einem Netzeinspeisepunkt gekoppelt ist. Der ‚Zwei-Stunden-Speicher‘ verfügt über eine nutzbare Kapazität von 40 Megawattstunden und eine Leistung von 20 Megawatt. Der Speicher nimmt Energie in Zeiten hoher Verfügbarkeit auf und speist diese in Zeiten hoher Nachfrage wieder ins Netz ein. Darüber hinaus stellt auch dieser Speicher Regelleistung bereit, womit zur Netzstabilität beigetragen wird.

Auf etwa 2.000 Quadratmetern kommen elf Batteriecontainer zum Einsatz, die insgesamt 45.760 Lithium-Eisenphosphat-Zellen enthalten. Die Inbetriebnahme ist für Ende dieses Jahres geplant. Ab 2027 sollen jährlich rund 21.900 Megawattstunden Strom durch den Speicher fließen. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 5.500 Vier-Personen-Haushalten.

Das Grüne Band wächst zusammen

Der BUND hat zum Tag der Deutschen Einheit gleich mehrere tolle Neuigkeiten: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben ihre Abschnitte des Grünen Bandes als Nationale Naturmonumente unter besonderen Schutz gestellt. Gleichzeitig zeigt die jüngste Erfassung: Mindestens 7.000 Insektenarten leben am Grünen Band.

Freitag, 2. Oktober 2026

Altenpflege als wertschätzende Assistenz

Eine Glosse von Ingeburg Peters 

"Ich spreche nicht mit dir", sagt eine alte Dame zum Roboter. Schließlich möchte sie ein lebendiges Gespräch ohne Zeitbegrenzung führen. 

Nur noch KI-Roboter heißen jetzt „Schwester Gerda“, und „Super-Nurse“, während die Bezeichnung „Krankenschwester“ allgemein abgeschafft ist, zugunsten der in der Minderzahl pflegend tätigen Männer. Im wirklichen Leben heißen sie jetzt „Pflegekraft“, baden hier ein Baby, dessen Mutter nicht dazu in der Lage ist, versorgen dort eine Krebskranke, während sie munter Krankenhauskeime und andere Viren verstreuen könnten, die sich an ihnen wie an einem Taxi festhalten? 

Altenpfleger:innen sind nicht selten selbst krank, drogen-/alkoholaffin, psychisch zerrüttet. Manche nutzen ihre Macht über die Alten aus, um sie zu gängeln. Ziehen über sie her, während eine Nursing-App neutral ans tägliche Gehen und die Tabletteneinnahme gemahnt, wenn sie denn installiert ist und funktioniert. 

Mehrheitlich gibt es aber auch Übergriffe durch zu pflegende Grapscher: Pflegerinnen an den Busen fassen beispielsweise. Männern die Eichel säubern ist Pflicht, und die eine oder andere lässt sich inzwischen zusätzlich zur Sexualbegleiterin ausbilden, fährt mit diesem kranken Mann in den Urlaub auf Mallorca. Führt 'ihre Männer' in die Therme aus, es ähnelt einer Prostitutionserweiterung. Love for sale. Umgekehrt griff ein Fußpfleger in die Brüste seiner laut um Hilfe rufenden Kundin, wurden Frauen im Altenheim vergewaltigt, und BILD ekelte sich auflagensteigernd davor. 

Während von alten Frauen die Unterdrückung ihrer Sexualität verlangt, oder sogar als nicht vorhanden geleugnet wird, gilt die von Männern als normal. (siehe Urteil Sozialgericht am Schluss). 

Alte Frauen werden also weit weniger komfortabel betreut, es sei denn, sie haben genug Geld im Sparstrumpf gehortet. Für die putzen sie auch mal Fenster, klettern auf eine Leiter, heben Heruntergefallenes auf, und was sonst noch verboten ist für Pflegekräfte. Nehmen gut 'Trinkgeld', um das Einkommen zu erhöhen und sich ein iPhone leisten zu können?

Differenzen zwischen Kindern und alten Eltern

Seit Familien zu existieren aufgehört haben, wo die alte Mutter sprachlos in der Zimmerecke dem Geschehen zusah, fördern einige Pflegekräfte auch die Differenzen zwischen erwachsenen Kindern und Eltern. Denn mancher alte Mann hat entsetzliche Angst vor dem eigenen Sohn, oder vor der Verwandten, die schnell mit der Einweisung ins Heim bei der Hand ist. Wozu wurden die Kinder so gut ausgebildet? Um ihre Karriere den Eltern zu opfern?

Interimsmäßig verfrachten Angehörige ihre lädierten Opas auf Kreuzfahrtschiffe (auch dort ist Sexualbegleitung möglich) oder ins Flugzeug zum Langzeiturlaub, was zur erheblichen Belastung der Stewardessen führt, wenn zum Beispiel ein Malheur in die Hose gegangen ist. 

So werden die Alten zum gesellschaftlichen Spielball, als lukratives Geschäft für die Medizinindustrie: Hier eine neue Hüfte, dort ein Nagel in den Oberarm, oder einen Sensor ins Kreuz, ausgewechselte Augenlinsen, Cochleaimplantate, Spondylodese mit Stangen und Schrauben zur Verstärkung der Wirbelsäule. Immer mehr Technik ist machbar. Noch werden Assistenzhunde ausgebildet, auch zum streicheln, aber bald übernehmen das die Roboterhunde mit Fellbesatz? 

Die steigenden medizinischen Möglichkeiten werden dabei gleichzeitig für die Verletzten genutzt, die in aller Welt am Kriegsfließband ihr schreckliches Schicksal erleiden. Frischen Kriegstoten wurden schon die Organe entnommen und verkauft, heißt es im Untergrund. Der alte Rockefeller starb mit über 100 nach der siebten Herztransplantation. Die Frau wird zur Leihmutter zerlegt, zur Stammzellenspenderin mittels Nabelschnurblut. Ein Wissenschaftler, der an tödlichen Viren forschte, starb kurz nach seiner Frau, die das aufdecken wollte. Sein Kollege erschoss sich.

Ehefrauen, die ihren dementen Ehemann pflegten, können manchmal nach seinem Tod monatelang nicht sprechen oder weinen. Sie sind „fertig“-gemacht. Eine warf ihren riesigen Plastikkoffer voller verschiedener Medikamente aus Protest "versehentlich" in den Ausguss... 

Der Notrufknopf um den Hals funktioniert begrenzt. Bei einer Patientin kamen die Sanitäter erst am nächsten Tag. Außerdem ist zu viel Technik ohnehin mehr Belastung als Entlastung.

Gequälte Tierheimhunde zu adoptieren ist bei den sogenannt 'Gesunden' hingegen große Mode. Oder 10 Prozent des Gehalts für die dritte Welt abgeben, auch Gewinne aus dem Handel mit Rüstungsaktien an einen Gnadenhof in Südafrika zu spenden, und abgelegte Kleidung zu Oxfam bringen. 

Saubermachen frisst das Zeit-Budget

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar weitere Gedanken zur ambulanten Pflege äußern. Die Mitarbeiterinnen sind in einem Zeitfenster befangen. Je nach Fall 40 oder 60 Minuten, oder weniger. Und die gehen meist fürs Saubermachen drauf. 

Gestorbene werden manchmal erst am Montag nach dem Wochenende gefunden, das macht das dicke Fell unserer versklavten "Alltags-"Heldinnen" durchlässig. 

In dieser knappen Zeit wird also nur das Wichtigste erledigt. Was die Klienten der etwas niedrigeren Pflegestufen, eigentlich aber alle, wirklich brauchen, ist jedoch Anleitung zur Bewegung in jedweder Form, vom Einkaufen gehen mit Rollator bis Treppensteigen oder Tai Chi. Dazu werden sie dann aber auf Ergotherapie und andere externe Leistungen abgeschoben, wo sie wegen der kräftezehrenden An- und Abfahrt doch nicht erscheinen oder bald wieder abbrechen. 

Es wird ihnen geraten, sich eine kleine Wohnung mit Fahrstuhl zu besorgen, selbst wenn sie, wenn auch mühselig, Stufen noch selbst schaffen, um etwas Flüssigkeit in ihre Gelenke zu bekommen. Manche Pflegekraft genießt ihre Macht, blöde Ratschläge zu geben, als seien die Kundinnen unmündig geworden. Wer sich darauf einlässt, wird es tatsächlich. Altenpflege sollte etwas ganz anderes sein: Wertschätzende Assistenz zur Selbstständigkeit; und Hilfe dort, wo es nicht mehr allein geht.  

Ist die Pflege "gesichert"? 

Auch sind Klienten damit überfordert, sich mit den tragischen Lebensgeschichten des Pflegepersonals herumzuschlagen. Sie sind schließlich mit sich selbst bereits voll ausgelastet, sterben ist nichts für Feiglinge, werden dadurch eher noch stärker belastet. Mit der Zeit sind Pflegekräfte und Klientel immer vertrauter miteinander. Es entsteht eine familienähnliche Konstellation, man weiß eine Menge voneinander und kennt auch die Schwachpunkte. Und wer nutzt die dann nicht aus? Andererseits gibt es vom Arbeitgeber aus die Pflicht der Kontrolle. Ist die Pflege hier noch gesichert? Eine Entlastung der Kontrollfunktion des Medizinischen Dienstes findet statt und ist gewollt: Schließlich werden vom Pflegedienst höhere Kosten veranschlagt.

Es gibt keine Achtung vorm Frieden mehr, nur noch Geschäft. Kein hegen, pflegen, beschirmen, ohne zu schaden. Kein wirken ohne zu streiten. 

Sozialgericht Hannover zum Thema Sex (siehe oben), Urteil vom 11. Juli 2022, - S 58 U 134/18 - nicht rechtskräftig: 'Auf Antrag des Klägers schloss die BG mit dem Kläger einen entsprechenden Budgetvertrag und bewilligte ihm als Leistung zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ein persönliches Budget für Sexualbegleitung durch zertifizierte Dienstleisterinnen für den Zeitraum März 2016 bis insgesamt Februar 2018. Den Folgeantrag des Klägers auf Gewährung eines weiteren persönlichen Budgets ab März 2018 lehnte die BG ab. Leistungen zur Befriedigung des Sexualtriebs fielen nicht unter den Bereich der Heilbehandlung oder Pflege, weil es sich nicht um die Behandlung einer Krankheit bzw. nicht um Hilfe bei gewöhnlich regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens eines Menschen handele. Es handele sich auch nicht um Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, weil die Befriedigung sexueller Bedürfnisse durch den Einsatz Prostituierter nicht die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft ermögliche oder erleichterte. Das SG Hannover hat am 11. Juli 2022 der Klage stattgegeben. Die Leistungen zur sozialen Teilhabe nach § 39 SGB VII beschränkten sich nicht darauf, Kontakte zur Außenwelt zu knüpfen oder Hilfsmittel zur Bewältigung der Anforderungen des täglichen Lebens bereitzustellen, sondern sie sollten auch das gestörte seelische Befinden des Behinderten verbessern und sein Selbstbewusstsein stärken. Sexuelle Bedürfnisse zählten zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und könnten daher im Rahmen von Teilhabeprozessen auch indirekt eine große Rolle spielen, nämlich für die persönliche Entwicklung und das seelische Befinden. Damit sei eine selbstbestimmte Sexualität Voraussetzung für eine wirksame und gleichberechtigte Teilhabe und soziale Eingliederung des Menschen mit Behinderung.' ip (all rights reserved)

Mittwoch, 30. September 2026

Direkte Demokratie in Afrika

Gaborone. Weltweit verliert die Demokratie an Boden, doch die Herausforderung besteht nicht nur darin, wie Länder regiert werden, sondern auch darin, wie die Bürger die Demokratie erleben.

Diese Kluft zeigt sich selbst dort, wo die Demokratie Fortschritte macht. Botswana gehört zu den nur 18 Ländern, die laut V-Dem derzeit im Demokratisierungsprozess sind. Dennoch geben lediglich 45 % der Botswaner an, mit der Funktionsweise der Demokratie in ihrem Land zufrieden zu sein. Wenn die Bürger das Vertrauen in demokratische Institutionen, Wahlen oder gar die Demokratie selbst verlieren, ist es an der Zeit, darüber zu sprechen, wie die Demokratie ihnen jenseits von Wahlen eine stärkere Stimme verleihen kann .

Das Globale Forum für Moderne Direkte Demokratie bietet Raum, um nicht nur die Herausforderungen für die Demokratie zu untersuchen, sondern auch zu erörtern, wie demokratische Systeme gestärkt, verbessert und erneuert werden können. Das Forum, das vom 7. bis 10. Oktober in Gaborone, Botswana, stattfindet, ist die weltweit größte Veranstaltung zum Thema Direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung. Es bringt zivilgesellschaftliche Führungskräfte, Praktiker, politische Entscheidungsträger, Forscher und Bürger aus aller Welt zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und demokratische Innovationen zu erkunden, die die Bürger in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung stellen.

Wahlen sind für die Demokratie unerlässlich, aber nicht ihr einziges Instrument. Botswana bietet hierfür ein besonders fruchtbares Umfeld. Die Kgotla-Tradition des Landes zeigt, wie Dialog, Partizipation und kollektive Beratung in den lokalen Gemeinschaften verankert bleiben und sich gleichzeitig in einer sich wandelnden Welt weiterentwickeln können. Da sich Botswana in einem Verfassungsreformprozess befindet, bietet das Forum auch die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie direkte und partizipative Demokratie dazu beitragen kann, Verfassungsänderungen in eine echte öffentliche Bestandsaufnahme der Zukunft einer Nation zu verwandeln. In Zeiten sinkender Zufriedenheit mit der Demokratie verdienen partizipative Instrumente einen wesentlich größeren Stellenwert in der Debatte darüber, wie das Vertrauen in demokratische Institutionen wiederhergestellt werden kann. Genau dies ist das Ziel des Globalen Forums.

„Die Frage des Vertrauens der Bürger in demokratische Institutionen ist für ein Land wie Botswana, das 2024 seinen ersten Regierungswechsel erlebte, noch wichtiger“, sagte Kebapetse Lotshwao, Co-Vorsitzender des Globalen Forums für Moderne Direkte Demokratie der Universität von Botswana . „Die Bürger sollten den Wandel, für den sie gestimmt haben, spüren und sehen können, damit die Demokratie nicht zu einem System verkommt, in dem eigennützige Eliten auf Kosten der einfachen Bürger im Umlauf sind.“

„Wir befinden uns in einem absolut entscheidenden Moment für die Demokratie im Allgemeinen, angesichts erschreckender Rückschritte weltweit und insbesondere in Afrika. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein Forum in Afrika. Afrika ist der Kontinent der Zukunft. Ein rasch wachsender Anteil der jungen Menschen weltweit wird Afrika seine Heimat nennen und einen Kontinent erben, dessen demokratische Zukunft noch geschrieben wird. Das Globale Forum soll sicherstellen, dass ihre Stimmen, Bestrebungen und ihre Führungsrolle im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen“, sagte Caroline Vernaillen von Democracy International, einem der Gastgeber des Forums . „Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort für dieses Gespräch als Botswana. Das Kgotla erinnert uns daran, dass demokratische Innovation nicht immer bedeutet, etwas Neues zu erfinden – manchmal bedeutet sie, den Wert von Institutionen anzuerkennen, die es Menschen seit Generationen ermöglichen, sich zu versammeln, zu sprechen und gehört zu werden. Die Ausrichtung des Globalen Forums in Gaborone bietet uns die Gelegenheit, diese Tradition mit den demokratischen Herausforderungen der Zukunft zu verbinden: von der Stärkung einer neuen Generation über die Festigung von Institutionen und die verantwortungsvolle Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen bis hin zum Aufbau von Kooperation im südlichen Afrika.“

Im Rahmen von vier Tagen mit Diskussionen, Workshops, kulturellen Aktivitäten und Besichtigungen erkunden die Teilnehmenden, wie die Verbindung von Tradition und Innovation die Basisdemokratie neu beleben kann. Sie tauschen Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung an Verfassungsreformen aus, untersuchen demokratische Antworten auf aktuelle Herausforderungen und präsentieren bürgergeführte Ansätze zur Bewältigung von Problemen, die zunehmend über nationale Grenzen hinausgehen.

In einer Zeit, in der sich die Bürger fragen, wie und ob die Demokratie für sie funktioniert, liegt die Antwort nicht darin, über die Demokratie hinauszublicken, sondern über Wahlen allein hinaus.

Die Größe der Wahlplakate (wie hier in Hannover) macht noch keinen Sieg. Iptextfoto