Freitag, 15. Mai 2026

Meine Frage zum Wochenende: Wurde Nazi-Eichmann wirklich hingerichtet?

Die deutsche Journalistin Gaby Weber bemüht sich seit langem, die Eichmann-Akten in Argentinien frei zu bekommen, über dessen Prozess die umstrittene politische Theoretikerin Hannah Arendt berichtete, die den Schreibtisch-Massenmörder als hörigen Bürokraten darstellte. 

Da Nazi-Eichmann völlig unbehelligt in Argentinien lebte, dann quasi in einer Polit-Schau plötzlich festgenommen wurde, um von anderen politischen Verbrechen abzulenken (siehe Gabyweber.com), und zum Tode verurteilt wurde,  habe ich die Fantasie, dass er gar nicht gehängt wurde. Wurde er  wirklich "geopfert", weil er zu viel redete, wie Weber schrieb?

Gibt es handfeste Beweise dafür, dass tatsächlich er es war, der hingerichtet wurde? ip

Führungen auch auf Chinesisch: Belt and Road

ffm. Ein Vortrag und eine Podiumsdiskussion ergänzen am Donnerstag, 21. Mai, die Sonderausstellung „Die Welt im Geld“ des Historischen Museums Frankfurt. Kuratorin und Wirtschaftshistorikerin Yi Liu führt ab 18.30 Uhr unter dem Titel „Von den Seidenstraßen zur ‚Belt and Road Initiative‘“ in das Thema historischer und moderner Seidenstraßen ein und diskutiert auf dem Podium mit folgenden Gästen aus Wissenschaft und Kunst zu Machtverhältnissen durch Infrastruktur und Kapital:

Friederike Sattler, Wirtschafts- und Finanzhistorikerin an der Goethe-Universität Frankfurt und am Fritz Bauer Institut. Sie forscht unter anderem zur Geschichte deutscher Banken und Kaufleute in Ost- und Südostasien im „langen 19. Jahrhundert“.

Johannes Petry, Politikökonom und Senior Researcher an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist spezialisiert auf die politische Ökonomie Chinas, die Entwicklung globaler Finanzmärkte und die Rolle finanzieller Infrastrukturen in der „Belt and Road Initiative“.

Verdiana Albano, Künsterlin aus Frankfurt. Sie thematisiert und visualisiert Globalisierung und Migration. In ihrem Fotoprojekt „status report (2022/23)“ dokumentiert sie Logistikzentren und Landschaften entlang der „Neuen Seidenstraße“ und macht politisch-ökonomische Prozesse sichtbar.

Die Sonderausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum zeigt Globalisierung als eine Geschichte von Waren, Ideen und Werten. Im Mittelpunkt stehen Handels- und Infrastrukturnetzwerke, die seit Jahrhunderten Regionen miteinander verbinden und kulturellen wie wirtschaftlichen Austausch ermöglichen. Ein frühes Beispiel für solche globalen Verflechtungen sind die sogenannten Seidenstraßen.

Der 1877 von Ferdinand von Richthofen geprägte Begriff der Seidenstraßen beschreibt kein einzelnes Straßensystem, sondern ein weitreichendes Netz von Land- und Seewegen, über das Waren, Technologien, religiöse Vorstellungen, Kunstformen und Wissen zirkulierten. Heute knüpft Chinas „Belt and Road Initiative“ – auch „Neue Seidenstraße“ genannt – symbolisch an diese historische Vorstellung an. Zugleich deutet sie diese im Kontext gegenwärtiger geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen grundlegend neu.

Auch Europa ist unmittelbar eingebunden: Neue Knotenpunkte globaler Lieferketten entstehen, wirtschaftliche Verflechtungen vertiefen sich, und Fragen politischer Handlungsfähigkeit werden diskutiert – etwa am Hafen von Piräus in Athen, im Logistikzentrum Duisburg oder bei Beteiligungen chinesischer Unternehmen am Hamburger Hafen.

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen des Begleitsprogramms zur Sonderausstellung „Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte“ im Historischen Museum Frankfurt statt. Die Ausstellung  wird bis 31. Januar 2027 zu sehen sein.

Mehr Informationen zur Ausstellung sind unter Historisches Museum | Die Welt im Geld abrufbar.

Politische Bildung als Mittel der Demokratisierung der Deutschen nach 1945

Vortrag von Dr. Tim Schanetzky am 21. Mai im Haus der Region Hannover

Hannover. Mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus rückte politische Bildung wieder in den Blickpunkt der Politik. Im aktuellen Streit gerät aber leicht in Vergessenheit, dass seit 1945 um die Demokratisierung der Deutschen gerungen wird. Diese Auseinandersetzungen begannen mit der alliierten Reeducation, erlebten im Kalten Krieg einen ersten Höhepunkt, gehörten zu den Schauplätzen von „Achtundsechzig“ wie der politischen Tendenzwende und setzen sich fort bis in die Gegenwart. Tim Schanetzky zeigt in seinem Vortrag, wie ihre Rekonstruktion Einblicke in die sich verändernden zeitgenössischen Vorstellungen von der Demokratie ermöglicht. Welche Gefahren jeweils wahrgenommen und worin die Antworten gesehen wurden, bildete sich ebenso in der Politik der politischen Bildung ab.

Tim Schanetzky ist seit 2022 Inhaber einer Heisenberg-Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Zuvor lehrte er Neuere und Neueste Geschichte in Jena, Marburg, Wien, Bayreuth und New York. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der Demokratiegeschichte die Geschichte des Kapitalismus sowie die politische Ideengeschichte. Wann: Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr. Wo: Haus der Region, Raum 602, Hildesheimer Str. 20. Eintritt: frei.

Regisseurin von „Die Essenz des Tanzes“ kommt nach Hannover

Trailer: https://youtu.be/cjn1MK3SLH4?si=UYPS6kHANSxx4cBl

Zum Kinostart: Am 28. Mai 2026 feiert die Dokumentation „Die Essenz des Tanzes“ über und mit Germaine Acogny ihren deutschlandweiten Kinostart. In Kooperation mit dem Kino am Raschplatz gibt es eine Vorstellung und anschließendes Publikumsgespräch mit der Regisseurin Greta-Marie Becker am 31. Mai 2026 um 11.00 Uhr im Kino am Raschplatz. 

Germaine Acogny ist eine der wichtigsten künstlerischen Stimmen Afrikas. Verwurzelt in traditionellen westafrikanischen Tänzen und in Auseinandersetzung mit europäischen Tanzformen, entwickelte sie ihre ganz eigene Acogny-Technik. Mehr als 50 Jahre auf internationalen Bühnen und ihre Arbeit als Mentorin für junge Tänzer*innen in Senegal und weltweit haben die 81-jährige Künstlerin zur Tanzikone eines ganzen Kontinents gemacht. 2021 wurde diese außergewöhnliche Tänzerin, Choreografin und Lehrerin mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk auf der Tanz-Biennale in Venedig ausgezeichnet.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Himmelfahrt fürs Volk...im Kettenkarussell am Kröpcke

ipfoto 
Hannover. Unter den Eichen am Marstall ist es wesentlich schöner (zumindest tagsüber) als auf dem Rummelplatz Georgstraße bis Bahnhof, wo sich Italienische Spezialitäten mit einer Israel-Kundgebung über die Siedlungsbewegungen seit Stammvater Abraham in die Quere kommen. Dazwischen stehen Polizisten und plaudern mit Passanten.


Das Märchen zum Wochenende: von einer, die schließlich das Gruseln lernte

Foto: Julian, Limmerstraße Hannover

Es war einmal eine junge Frau mit grünen Augen, die wollte von Kindheit an Journalistin sein. Boshafte Männergesellschaft fürchtete sie nicht, sondern bezog Stellung. Es begann eine Hexenverfolgung, aber sie behielt ihre Fähigkeit, zu handeln. Die herabfallenden Mundwinkel kerbten sich allerdings von Jahr zu Jahr tiefer in ihr Gesicht ein. Im Alter bekam sie bedrohliche Tweets unter dem Namen Musk, Tesla und von tausenden mutmaßlichen AfD-Anhängern. Aber sie hatte immernoch keine Angst.

Schließlich begann Deutschland, Krieg vorzubereiten. Da gruselte es ihr. ip

Zivile Schutzräume fehlen in Deutschland

Helsinki. Beindruckt zeigten sich die Teilnehmenden einer deutschen Delegation von der Zivilschutzanlage Merihaka, eine Bunkeranlage im Herzen Helsinkis. In Friedenszeiten wird die Anlage für Indoorsportanlagen und andere zivile Zwecke genutzt, innerhalb von 72 Stunden kann sie jedoch vollständig geräumt werden und einem bis zu 6000 Personen Schutz bieten. Insgesamt können die rund 5,6 Millionen Finninnen und Finnen rund 50.500 Schutzräume nutzen. Sie bieten Schutz für rund 4,8 Millionen Menschen zur gleichen Zeit. 80 Prozent dieser Schutzräume befinden sich dabei in oder unter privaten Gebäuden. Nur 20 Prozent gehören der öffentlichen Hand.

Innenminister Maier aus Thüringen sagt: „In Deutschland versucht der Bund dagegen seit etwa anderthalb Jahren, Eckdaten für das Erfassen von Schutzräumen zu erarbeiten. Bis heute fehlen dafür aber die Kriterien, ist die Auflistung noch nicht einmal gestartet.“ (Text-Passagen aus Presseinfo Nied. Innenministerium)