Montag, 20. April 2026

Alte und Familien auf den Krankenkassenmüll? ip

Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, zur Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung: „Der Reformvorschlag der Ministerin ist unausgegoren. Die Maxime ‚Gesundheitsversorgung nur nach Kassenlage’ auszurichten, sieht auf den ersten Blick zwar vernünftig aus, beschäftigt man sich jedoch etwas genauer mit der Gesundheitsversorgung, wird schnell klar: Die Reform ist eine Mogelpackung und es werden Kürzungen über die Hintertür beschlossen.

Die letzten Jahre der Lebenszeit sind die teuersten für die Krankenkassen. Die starken Geburtenjahrgänge kommen erst noch nach und nach in diese Lebensphase. Das bedeutet, dass die Kosten weiter steigen werden. Damit wird klar, das geht rechnerisch nur auf, wenn es deutliche Leistungseinschnitte gibt. Das kann dann auch bedeuten, dass medizinische Eingriffe oder Medikamente ab einem bestimmten Alter nur noch eingeschränkt von der Kasse übernommen werden oder man die Kosten selbst tragen muss. Zwei-Klassen-Medizin par excellence.

 Auch den Wegfall der Mitversicherung von Ehepartner*innen sehe ich mit Sorgen. Gerade Familien mit geringen Einkommen werden wieder einmal belastet. Wenn das die einzige finanzielle Belastung wäre, könnten sie diese sicherlich stemmen, aber wenn wir die derzeitigen weiteren Reformpläne der Bundesregierung im sozialen Bereich in Gänze betrachten, werden Menschen mit wenig Einkommen überdurchschnittlich stark belastet.

Neben der inhaltlichen Kritik des Reformvorschlags finde ich es jedoch besonders befremdlich, dass mit gutem und bisher tragfähigem Vorgehen einer verbandlichen Beteiligung des politischen Gehörs im parlamentarischen Verfahren gebrochen wird. Der Entwurf wurden den verschiedenen gesellschaftlichen Akteur*innen und Verbänden zur Stellungnahme am Donnerstag um 17 Uhr zugesandt, die Rückmeldefrist war auf Montagvormittag gesetzt. Für einen Entwurf, der rund 150 Seiten hat und mehrere Großprojekte, die unterschiedliche Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung haben können, enthält, ist diese Zeitspanne für die Erstellung einer fachlich fundierten Stellungnahme zu gering bemessen und widerspricht allen guten Regeln der politischen Zusammenarbeit. Ein solches Verfahren hat die Funktion eines Feigenblattes.“

Samstag, 18. April 2026

Wieviel ist ein Mann wert?

Der Verkäufer witzelt: "Wieviel ist ein Mann wert? 10 Cent. Ein Ei zu 5 Cent, zwei Eier also 10. Wie der überhaupt zum aufrechten Gang gekommen ist.", und erklärt anschließend die Geschäftspolitik seines Konzerns: Hauptsache Gewinn! In Kauf werde genommen, dass geklaut wird, das sei immer noch billiger als einen Angestellten mehr zu finanzieren... Offenbar hat das Personal neuerdings als Haupt-Funktion, in den Märkten auf die Ware aufzupassen? Ein anderer sagt:"Elon Musk nimmt doch alle, die er kriegen kann." Gewisse selbstkritische Haltungen gegenüber dem eigenen Geschlecht scheinen zuzunehmen. Aber eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer für die Frauen.

Die Sikhs haben ihren Guru Nanak, Hindus Brahman, Christen Jesus, Muslime Mohammed, Juden Moses, Chinesen Konfuzius, Buddhisten Buddha, die NewAger Osho, die Intellektuellen Krishnamurti oder Marx, je nach politischer Richtung, die Nazis Hitler, und die USA-Evangelikalen seit neuestem Trump himself? Ob Erlöser, Messias, oder Prophet, all die historisch äußerst ungenau belegten Helden erheben Anspruch, die richtige Lehre zu haben. Durch die Bank sind es diese seltsam mächtigen Männerphantasien, die uns ins Unglück stürzen. Da Frauen bisher vor allem durch das Kinderhaben keine Zeit hatten, sie zu entlarven, gab es nur wenige kinderlose Frauen, die den Betrug aufdecken konnten. 

Valerie Solanas (Autorin des Scum-Manifesto) schoss verzweifelt auf Andy Warhol, weil ihr mühsam getipptes Originalmanuskript (damals gab es noch keine Kopierer) für eine Performance bei ihm "verlorengegangen" war. Sie wollte so gern in seiner Factory mitmachen, und endete wie Mileva Einstein, AnnaMagdalena Bach und andere im Armenhaus... Zwar haben Erneuerinnen wie Mary Daly oder Luise Pusch inzwischen enorme Fortschritte erreicht. Dennoch werden die kriminellen männlichen Rückschläge immer tödlicher. ip

 

Endlich frei?

ipfoto aus Hannover

Projekt Grüne Soße

 

ffm. „Der Sauerampfer!“, „Pimpinelle!“, „Nein, der Borretsch!“, tönen die Kinderstimmen durcheinander. Probiert haben sie alle, aber einig sind sie sich nicht, die 20 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c von der Engelbert-Humperdinck-Schule, welches denn nun das leckerste, feinste oder liebste unter den sieben Kräutern ist. Am Ende ist klar: Zusammen ergeben sie eine köstliche Spezialität – die „Frankfurter Grüne Soße“.

Das Angebot „Sieben Tage, sieben Kräuter“ ist Bestandteil des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter GrünGürtel“. Es verbindet die aktuelle Fragestellung von gesunder, klimafreundlicher Ernährung mit der nach regionalen Lebensmitteln im Umfeld der Großstadt. Im Grüne Soße Projekt erleben die Klassen aus Frankfurter Grundschulen hautnah die Arbeit in einem Gartenbaubetrieb und erfahren, was saisonale Lebensmittel mit unserem Klima zu tun haben. Das Angebot wurde bereits 2007 vom Verein Umweltlernen in Frankfurt entwickelt und erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit.
Klimafreundliche Ernährung steht neben Gesundheit im Fokus des Angebots. Aktuelle Studien, zum Beispiel des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, zeigen, dass gesundes Essen mit mehr Gemüse auch den Klimawandel bremst. Zudem leidet ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren an Essstörungen. Die bei Kindern und Jugendlichen weit verbreiteten Fast Food Gerichte tragen hierzu nicht unerheblich bei. Das Stadtschulamt Frankfurt unterstützt deshalb Aktivitäten zu gesunder Ernährung und Gesundheitserziehung.

Das Programm „Sieben Tage, sieben Kräuter“ vermittelt jenseits von Müsli und Vollkorndogmen den Schülerinnen und Schülern neue geschmackliche Erlebnisse und feine Gaumenfreuden. Beim gemeinsamen Zubereiten der Grünen Soße lernen die Kinder die sieben Grüne-Soße-Kräuter kennen, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Borretsch, Pimpinelle und Kresse. Darüber hinaus erfahren sie, dass Wildkräuter wie der Spitzwegerich gegen Insektenstiche und gegen den Brennnessel-Juckreiz helfen und dass Vogelmiere oder die himmelblauen Borretschblüten essbar sind und sich für frische Salate eignen.
 
Bewusst wurde für das Programm ein Betrieb ausgesucht, der natur- und landschaftsverträglich Gartenbau im GrünGürtel betreibt. Gemeinsam wird hier ein hochwertiges landwirtschaftliches Produkt angebaut und die - so heißt es - seit Goethe bekannte Frankfurter Tradition fortgesetzt.
Die Kinder wissen bereits, dass beim Essen viel CO2 eingespart werden kann. Die Klasse ist gut informiert über den Zusammenhang von Ernährung und Klima. Kein Wunder, in der Familie, in den Medien, im Schulunterricht ist das Thema immer wieder präsent. „Das Bewusstsein zu schärfen für die Möglichkeiten jeder und jedes einzelnen, durch klimafreundliches Essen unsere Zukunft mitzugestalten, ist für mich das Wichtigste“, erklärt Projektleiterin Barbara Clemenz vom Verein Umweltlernen in Frankfurt. „Jede Familie kauft ein. Zukunftsfähig bedeutet dabei: möglichst regional, saisonal, bio und verpackungsarm. Das geschieht hier ohne erhobenen Zeigefinger, mit Genuss und mit viel Spaß an der gemeinschaftlichen Zubereitung.“
Das Gruppenerlebnis löst dann auch manche Skepsis gegen so viel Grün auf dem Teller auf. Alle Kinder der Klasse probieren zumindest ihre Grüne Soße. Die überwiegende Meinung: „Lecker!“ So lässt sich die Klasse ihren Beitrag zum Klimaschutz schmecken.

Freitag, 17. April 2026

Frage zum Wochenende

Hannover und die Welt. Frage: Welche Firma hatte Freitagnachmittag keine Krisensitzung zum Thema Kosten sparen?

Donnerstag, 16. April 2026

Daten für Geothermie

Frankfurt. Neue Daten über die geologischen Strukturen des Oberrheingrabens werden nachts ermittelt. Die während der Flüge durchgeführten passiven Messungen betreffen Erdschwere- sowie Magnetfeld und lassen Rückschlüsse auf das geothermische Potenzial zu. 

Das Forschungsprojekt soll Erkenntnisse über wichtige Veränderungen in den Dichteverteilungen der Erde liefern. Ziel ist es, eine einheitliche Datengrundlage zu schaffen, um daraus ein geophysikalisch fundiertes 3D-Untergrundmodell zu erstellen. Diese Daten lassen sich anschließend mit bestehenden Bohrinformationen sowie weiteren digitalen Untergrundmodellen zusammenführen und helfen dabei, die Nutzung von Geothermie als erneuerbare Wärmequelle auszubauen.

Die Mainmetropole verfügt aufgrund einer „geothermischen Anomalie“ über Gebiete, in denen die Untergrundtemperatur relativ hoch ist und somit gute Voraussetzungen für die Wärmegewinnung bietet. Die gewonnenen Daten aus der Überfliegung bilden somit eine wichtige Grundlage für die zukünftige Planung.

Mittwoch, 15. April 2026

Apothekerkammer gibt Ratschläge bei Zeckenbefall

Zecken sitzen meist weniger als einen Meter hoch im Gras oder Gebüsch. Sie springen nicht und lassen sich auch nicht von Bäumen fallen. Bevor es zum Stich kommt, krabbeln die Tiere längere Zeit auf dem Wirt herum, um eine ideale Hautstelle zu finden. Häufig sind geschützte, feuchte Körperstellen mit dünner Haut wie Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeugen, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen betroffen. Auch unter eng anliegender Kleidung oder Uhrenarmbändern fühlen sich Zecken sicher und stechen zu. Während FSME-Viren sofort beim Stich übertragen werden, erfolgt die Übertragung von Borrelien im Allgemeinen erst nach mehreren Stunden. Das Risiko einer Infektion steigt daher mit der Saugdauer. Da es keinen typischen Krankheitsverlauf gibt, ist eine Borreliose nicht immer leicht zu diagnostizieren. Das häufigste Krankheitsbild ist dabei die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung meist rund um die Einstichstelle, die einige Tage und manchmal Wochen nach einem Zeckenstich auftreten kann.

Körper absuchen und Zecken schnell entfernen

Nach Aufenthalten in der Natur sollte jeder Mensch seinen Körper gründlich auf Zecken absuchen. Kinder sind aufgrund der geringen Körpergröße häufiger an Kopf und Hals befallen. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie so früh wie möglich entfernt und sicher entsorgt werden. Je länger eine Zecke saugt, desto höher steigt das Borreliose-Risiko. Als Hilfsmittel eignet sich eine Zeckenkarte, Zeckenzange oder ein Zeckenhaken und, wenn diese nicht zur Hand sind, eine Pinzette, mit denen man die Zecke dicht an der Haut am Mundwerkzeug fassen und möglichst vorsichtig senkrecht herausziehen kann. Wenn kein geeignetes Werkzeug zur Hand ist, sollte das Tier schnellstmöglich mit den Fingernägeln entfernt werden, um den Übergang von Krankheitserregern zu verhindern. Zecken, die sich festgesaugt haben, sollten nicht gequetscht werden. Auch Methoden wie das Betropfen mit Öl oder Klebstoff sind ungeeignet, da sie die Zecke reizen und zum Erbrechen bringen können, sodass mehr infektiöser Speichel und andere Körperflüssigkeiten der Zecke in die Wunde gelangen.

Bei Symptomen sofort zum Arzt

Nach der Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert, markiert und fotografiert sowie das Datum im Kalender eingetragen werden. Betroffene sollten zudem ihren Tetanus-Schutz überprüfen und die Stelle in den folgenden Wochen beobachten. Zeckenstiche zählen zu den geringfügigen Verletzungen, die einen Tetanusschutz erfordern. Sollte der nicht vorhanden sein, empfiehlt sich eine Auffrischung. Bisweilen kommt es zu einer lokalen Reizung. Treten Symptome wie Fieber, Lymphknotenschwellungen, neurologische Beschwerden oder eine Wanderröte auf, ist sofort die Arztpraxis aufzusuchen. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob aufgrund der Symptome ein Antibiotikum gegen Borreliose gegeben werden muss. Die durch FSME-Viren verursachten Erkrankungen können nur symptomatisch behandelt werden.

Vorbeugung und Schutzmaßnahmen

Gerade in FSME-Risikogebieten ist die Prävention besonders wichtig, da die infizierten Zecken das FSME-Virus in den Speicheldrüsen tragen und bereits kurz nach dem Stich übertragen. Ein wirksamer Zeckenschutz beginnt bei der Kleiderwahl. Die Kleidung sollte „geschlossen“ sein: feste Schuhe, lange Ärmel und Hosenbeine. Helle Farben erleichtern, die Zecken zu entdecken. Die Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt werden. Wanderinnen und Wanderer sollten Pfade anstelle des Unterholzes bevorzugen.