Hannover. Stadtteilforum Linden-Süd zum Thema Drägerwiese: Gemeinsam weiterdenken
Die Situation rund um die Drägerwiese – gelegen am Ihmeufer nördlich des Wohnquartiers Ihmeauen – ist seit Jahren durch Nutzungskonflikte, gefühlte Unsicherheit und Belastungen für Anwohnende und Gewerbetreibende geprägt. Das Stadtteilforum Linden-Süd (STF) begrüßt ausdrücklich, dass die Landeshauptstadt Hannover (LHH) seit Juli 2026 mit einem neuen Unterstützungsangebot an drei Tagen in der Woche Soziale Arbeit, Gesundheitsförderung und Schadensminderung stärkt.
Falscher Ort ohne Perspektive
Gleichzeitig halten wir es für notwendig, die grundsätzliche Frage zu stellen, ob die Drägerwiese der richtige Ort für ein dauerhaftes soziales Angebot ist? Aus unserer Sicht lautet die Antwort eindeutig: Nein. Es gibt viel zu viel direkt angrenzende Wohnbebauung und neben der Substitutionspraxis noch weitere Einrichtungen für Menschen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf aufweisen in direkter Nähe. Zudem ist die Drägerwiese perspektivisch Teil der nördlichen Weiterentwicklung des Stadtteilparks Linden-Süd. Ebenso bestehen konkrete Planungen für den Neubau des Godehardistifts auf der angrenzenden städtischen Fläche, die aktuell als Parkplatz genutzt wird. Laut Aussage des Betreibers, der Johannesstift Diakonie, von Anfang Februar 2026, gibt es mit der Stadt nur noch „Kleinigkeiten“ zu klären. Für uns ist klar: Spätestens mit dem Aufstellen des ersten Bauzauns, braucht das, eh nur für ein Jahr angesetzte, soziale Angebot eine neue Lösung, einen neuen Ort. Ein Angebot auf der Drägerwiese, wie es aktuell etabliert werden soll, stellt damit ausschließlich eine Übergangslösung dar. Stark verbesserte Vernetzung der einzelnen Akteursgruppen In der AG Wohnumfeld Linden-Süd am 08.09.2026 konnte erfreulicherweise festgestellt werden, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Akteursgruppen rund um die Drägerwiese am Schwarzen Bären sich nach anfänglichen Schwierigkeiten, verbessert hat. Sozialarbeit und städtischer Ordnungsdienst stimmen sich inzwischen wöchentlich in einem Jour Fixe ab. Künftig soll auch die Polizei (PK Limmer) regelmäßig beteiligt werden. So können Präsenz, aktuelle Beobachtungen und notwendige Maßnahmen besser miteinander abgestimmt werden. Das STF und das Quartiersmanagement Linden-Süd (QM) begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Gleichzeitig sollten die Erfahrungen des bisherigen Versuchsprojektes genutzt werden, um frühzeitig über die Zukunft nachzudenken.
Urbane Toleranz in der Nachbarschaft ausbauen
Zum Gelingen braucht es auch eine realistische, geübte Einschätzung der Lage seitens der angrenzenden Bewohnerschaft. Es bedarf urbaner Toleranz, gerade wenn in den Arbeitszeiten der Sozialarbeit ein erhöhtes Aufkommen von Hilfesuchenden festzustellen ist. Die Menschen, die sich auf der Drägerwiese aufhalten, gehören zu unserer Stadt. Gleichzeitig gelten für alle Menschen Regeln des gegenseitigen Respekts und der Rücksichtnahme.
Zukunftsidee nach „Züricher Modell“
Unser Vorschlag für die Zukunft lautet daher: „Klare Kante“ an der Drägerwiese und gleichzeitig ein konkretes, verlässliches und bestmöglich tägliches (Mo-Fr) Hilfsangebot an einem dafür geeigneteren Ort. Menschen, die derzeit nach der Substitution oder aus anderen Gründen die Drägerwiese aufsuchen, sollten nicht einfach verdrängt werden. Sie sollten vielmehr gezielt und wertschätzend auf eine alternative Anlaufstelle eingeladen werden (Züricher Modell).
Allgemeiner Aufruf zur Ort- und Raumsuche
Die LHH und alle beteiligten Akteure sollten aktiv nach geeigneten Immobilien oder Ersatzflächen suchen – möglichst auch nach einer geschlossenen Räumlichkeit, in der Sozialarbeit, Gesundheitsversorgung und Beratung verlässlich angeboten werden können. Auch weitere Flächen im Umfeld sollten dabei unvoreingenommen geprüft werden. Hier freut sich die LHH über Hinweise (können auch an das STF oder QM gesendet werden)! Bereits jetzt sollte die Zeit genutzt werden, um gemeinsam eine tragfähige räumliche Lösung für die Zukunft zu finden. Kontakt: Bettina Groh & Marit Kukat, Ehrenamtliche Sprecherinnen Deisterstr. 66, 30449 Hannover E-Mail: info@stadtteilforum-linden-sued.de Website: stadtteilforum-linden-sued.de Instagram: @stflindensued