Hannover. Will mich über die Ehrungspraxis bedeutender Bürger:innen eigentlich nicht echauffieren. Aber es wird Frauen mit Gedenktafeln an besonderen "FrauenOrten" gedacht, also von der Gesamt-Gesellschaft abgespalten. MännerORTE gibt's nicht, sie sind allenthalben vertreten.
Berühmte Hannoveranerinnen wie die Linguistin und Autorin Luise F. Pusch werden mit professoralem Unkraut verwechselt, wobei ihre Ideen schamlos geklaut und verfälscht werden. Die bulgarischstämmige Dagmar v. Garnier legte auf dem Vorhof der Leibnizkirche Hannover eine Spirale mit kleinen Gedenktafeln von Frauen aus. Das von ihr initiierte Frauen-Gedenk-Labyrinth reiste seitdem als Wanderausstellung durch verschiedene Städte. Gegen Gebühr konnten Mutter, Schwester, Verwandte usw. dort erinnert werden. Die Aktion versackte schnell in Bedeutungslosigkeit.
Und Hannovers erste Frauenbeauftragte Dr. Müller? Bekommt sie vielleicht ein FrauenÖrtchen?
Die vom Landesfrauenrat Niedersachsen initiierten Gedenktafeln: https://www.frauenorte-niedersachsen.de/. Die Intention ist löblich, der Name unglücklich gewählt. Bitte abschaffen!
Die Zeiten, als selbst Museen spezielle Ausstellungen über "Frauen-Kunst" veranstalteten (zum Beispiel das Sprengelmuseum mit "Garten der Frauen", die Frankfurter Schirn mit einer ähnlichen Schau) sollten vorüber sein. ip



