Freitag, 3. Juli 2026

Hochschule Hannover mit neuem Masterstudiengang für Erweiterte Pflegepraxis

 „Erweiterte Pflegepraxis – Advanced Nursing Practice (ANP)/ Community Health Nursing (CHN)" startet erstmals zum Wintersemester

Kampus Kleefeld. Foto: Ulf Ostlaender

Hannover, 3. Juli 2026. Neuer Masterstudiengang „Erweiterte Pflegepraxis Advanced Nursing Practice (ANP) / Community Health Nursing (CHN)" entsteht an der Hochschule Hannover (HsH).

In fünf Semestern bereitet der neue Masterstudiengang an der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales Pflegefachpersonen berufsbegleitend auf eine eigenverantwortliche, evidenzbasierte Tätigkeit in der Versorgung von Menschen mit komplexen Bedarfen vor – darunter chronische Erkrankungen, psychosoziale Fragestellungen und Gesundheitskompetenz. Die direkte klinische Praxis in unterschiedlichen Settings bildet den Kern des Studiums. Fünf übergeordnete Themenfelder rahmen das Curriculum: Erweiterte Pflegepraxis, Forschung, Community Health Nursing, Professionsentwicklung sowie die Reflexion des eigenen Handelns. Interprofessionalität und Diversität sind als Querschnittsthemen angelegt.

„Einen Masterabschluss, der Erweiterte Pflegepraxis in dieser Breite und Tiefe vereint, gibt es in Niedersachsen bislang nicht. Wir sind überzeugt, dass wir damit einen Studiengang einführen, der die Versorgungslandschaft der Region und darüber hinaus nachhaltig mitgestalten kann", so Prof. Dr. Nina Fleischmann, Professorin für Pflegewissenschaft an der HsH.

Die erste Bewerbungsphase zum neuen Masterstudiengang „Erweiterte Pflegepraxis Advanced Nursing Practice (ANP) / Community Health Nursing (CHN)" läuft noch bis zum 15. Juli. Der Studiengang startet jeweils zum Wintersemester, erstmals im September 2026. Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber mit einem Bachelor- oder gleichwertigen Abschluss in einem pflegebezogenen Studiengang (mind. 30 Credit Points Pflegewissenschaft) sowie einer pflegerischen Berufszulassung. Ausländische Abschlüsse werden nach den Bewertungsvorschlägen der Kultusministerkonferenz anerkannt. Weitere Informationen unter https://f5.hs-hannover.de/studium/master-studiengaenge/erweiterte-pflegepraxis-advanced-nursing-practice-anp/-community-health-nursing-chn-mep (aus Presseinfo HsH)

Abschaffung des Informations- und Presserechts?

 Abgeordnetenwatch Info: "Der Schock nach dem gestrigen Tag sitzt noch immer tief.

Denn was die Koalitionsspitzen von Union und SPD gestern angekündigt haben, ist ein Frontalangriff auf die freie Zivilgesellschaft.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll es das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) in seiner jetzigen Form bald nicht mehr geben – Unterlagen von staatlichen Stellen sollen zukünftig Geheimsache bleiben.

Transparenz-Anfragen von Bürger:innen über das IFG könnten zukünftig tausende Euro kosten und sollen überhaupt nur bei „berechtigtem Interesse“ erlaubt sein. Journalist:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen wie abgeordnetenwatch sollen nach den Plänen der Koalition überhaupt keine IFG-Anfragen mehr stellen dürfen.

Übersetzt bedeutet das: Die Abschaffung des Informations- und Presserechts, wie wir es kennen. Kanzleramt und Ministerien könnten sämtliche Transparenz-Anträge abbügeln oder mit Gebühren belegen, die jede Anfrage im Keim ersticken. 

Bisher ermöglicht das IFG die Kontrolle staatlichen Handelns überhaupt erst – nur dank des Gesetzes können z.B. Unterlagen zu verdeckten Lobbytreffen oder geheimen Absprachen zwischen Politik und Konzernen an die Öffentlichkeit gelangen.

Dass vor allem CDU und CSU das IFG in seiner jetzigen Form kaltstellen wollen, hat einen einfachen Grund: Durch Transparenz-Anfragen über das IFG haben abgeordnetenwatch und andere zivilgesellschaftliche Akteure wie FragDenStaat in der Vergangenheit immer wieder Lobbyskandale in den Reihen der Union aufgedeckt.

So konnten wir etwa das geheime Lobbyschreiben veröffentlichen, mit dem Philipp Amthor dem US-Konzern August Intelligence in der Bundesregierung Türen öffnete. Und auch Jens Spahns geheime Maskenliste wurde erst nach abgeordnetenwatch-Recherchen über das IFG einsehbar.

Lobbytreffen, Kungeleien, einseitige Einflussnahme – all das könnte für die Öffentlichkeit zukünftig zur Blackbox werden, die für immer verschlossen bleibt.

Damit wollen und dürfen wir uns auf keinen Fall abfinden! Jetzt ist der Zeitpunkt, laut und unmissverständlich klarzumachen, dass wir als Gesellschaft nicht tatenlos zusehen, wenn die Bundesregierung politische Transparenz beerdigt.

Gemeinsam mit anderen bekannten zivilgesellschaftlichen Organisationen plant abgeordnetenwatch in diesem Moment öffentliche Aktionen, mit denen wir der Bundesregierung klarmachen, dass die Koalitionspläne gestoppt werden müssen."

Dazu meine Anmerkung: Auch der Journalistin Dr. Gabriele Weber (www.gabyweber.com) wurden die von ihr angeforderten Eichmann-Akten nach der abgelaufenen Schutzfrist dennoch nicht ausgehändigt, sondern bleiben weiter geheim. Ihr Prozess gegen die Bundesregierung wurde und wird mit Spenden finanziert. Banküberweisung bitte auf den Namen Gabriele Weber IBAN DE43120300001207441294, bic BYLADEM1001 oder über Paypal: gaby.weber@gmx.net.

Winzige 3-D-Minitumore zerstören Brustkrebszellen in der Tierärztlichen Hochschule Hannover

TiHo-Forschende lösen in 3D-Minitumoren den Zelltod aus und finden heraus, dass das Erzwingen des Zelltods von Krebszellen auch das Immunsystem alarmieren und dessen Angriff auf den Tumor verstärken kann.

3. Juli 2026 Ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Dr. Sjoerd van Wijk, Professor für Zellbiologie am Institut für Physiologie und Zellbiologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), und Dr. Francesco Pampaloni von der Goethe-Universität Frankfurt, untersuchte eine Form des programmierten Zelltods, die sogenannte Nekroptose, bei fortgeschrittenem Brustkrebs. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin Signal Transduction and Targeted Therapy (Springer Nature: https://www.nature.com/articles/s41392-026-02755-9#Sec11).

Im Gegensatz zum zufälligen Zelltod können manche Zellen aktiv beschließen, durch einen kontrollierten Prozess zu sterben. Dieser Vorgang wird als programmierter Zelltod bezeichnet. Es gibt verschiedene Formen davon, wie beispielsweise Apoptose und Nekroptose. Zellen greifen auf den programmierten Zelltod zurück, wenn sie beschädigt oder gestresst sind, sich zu Krebszellen entwickeln oder von schädlichen Mikroben befallen werden. Dieser Selbstzerstörungsmechanismus trägt zum Schutz des Körpers bei, spielt aber auch bei vielen Krankheiten eine Rolle, wie beispielsweise bei Infektionen, Entzündungen und Krebs. Ein großes Problem bei Krebs ist, dass manche Tumore und Krebszellen lernen, die Apoptose zu umgehen, wodurch sie überleben können, obwohl sie eigentlich absterben müssten. Diese Resistenz kann Krebsbehandlungen weniger wirksam machen, insbesondere bei fortgeschrittenen oder sich ausbreitenden (metastasierenden) Krebserkrankungen.

Die Forschenden verwendeten für ihre Arbeit sogenannte Organoide, also winzige 3D-Minitumoren, die im Labor aus den Krebszellen echter Patientinnen gezüchtet wurden. Diese Minitumoren ähneln dem ursprünglichen Krebs sehr stark, weshalb sie sich gut eignen, um Therapien zu entwickeln und zellbiologische Experimente durchzuführen. Die Forschenden fanden heraus, dass, wenn sie in Brustkrebszellen, die gegen den normalen Zelltod (Apoptose) resistent waren, eine andere Form von Zelltod, die Nekroptose, auslösten, zwei wichtige Vorgänge stattfanden: Die Krebszellen starben ab und die sterbenden Zellen sendeten zusätzlich Notsignale aus, die das körpereigene Immunsystem aktivieren konnten. Diese Signale sind an der Stimulierung von Immunreaktionen beteiligt, darunter Signalwege, die mit natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) in Verbindung stehen – das sind Immunzellen, die dabei helfen, Krebszellen aufzuspüren und zu zerstören. Vereinfacht ausgedrückt legt die Studie nahe, dass das Erzwingen des Zelltods schwer zu bekämpfender Krebszellen durch Nekroptose nicht nur die Krebszellen direkt beseitigen, sondern auch das Immunsystem alarmieren und dessen Angriff auf den Tumor verstärken könnte.

Apoptose und Nekroptose sind beides Formen des programmierten Zelltods, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Ablauf und ihren Folgen für das umliegende Gewebe. Die Apoptose ist ein kontrollierter und meist nicht entzündlicher Prozess, bei dem die Zelle schrumpft, ihr Erbgut geordnet abbaut und schließlich in kleine membranumhüllte Bestandteile zerfällt, die von Fresszellen beseitigt werden. Da die Zellmembran dabei weitgehend intakt bleibt, tritt kein Zellinhalt aus und es kommt normalerweise nicht zu einer Entzündungsreaktion.

Die Nekroptose ist ebenfalls ein regulierter Zelltod, verläuft jedoch anders. Dabei schwillt die Zelle an, verliert ihre Membranintegrität und platzt schließlich auf. Dadurch werden Zellbestandteile in das umliegende Gewebe freigesetzt, was eine Entzündungsreaktion auslöst und das Immunsystem aktiviert. Die Nekroptose tritt häufig als Alternative auf, wenn die Apoptose blockiert ist, beispielsweise bei bestimmten Virusinfektionen.

Diese Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass hochentwickelte 3D-Minitumoren (Organoide) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen können, besser zu verstehen, wie Krankheiten entstehen und wie Behandlungen beim Menschen wirken könnten. Da diese Modelle natürlichen, komplexen Geweben sehr ähnlich sind, liefern sie oft realistischere Ergebnisse als herkömmliche Labormethoden und können den Bedarf an Tierversuchen verringern.

Sjoerd van Wijk und sein Team wollen diese Organoidmodelle nun weiterentwickeln und nutzen, um Zellstress und -schäden, Krebs sowie Infektionskrankheiten zu untersuchen. Ihr Ziel ist es, komplexe, auf Organoiden basierende Labormodelle zu schaffen, die physiologisches menschliches und tierisches Gewebe so genau wie möglich nachbilden und Forschenden helfen, Krankheiten zu erforschen und potenzielle Behandlungen effektiver zu testen. (Presseinfo TiHo) 

Auf und Ab - Up and down

In Budapest sind es 40 Grad heute. Besonders alte Leute leiden. Jeder Schritt fällt schwer. In solventen Einrichtungen werden Klimaanlagen eingebaut, aber der Einbau dauert natürlich eine geraume Weile. Bis alles fertig ist, wird es Herbst? Die Branche boomt, der Stromverbrauch steigt immens, auch für die Ventilatoren und Kühl-- sowie Gefriergeräte. 

Hannover hat 18 Grad, was nach dem Heat Dome (und ein neuer ist angekündigt...) vor allem wegen der stürmischen Windböen als kalt empfunden wird. Der Körper weiß nicht, wie er sich anpassen soll an das Auf und Ab. Wo sind die Socken? ip

Webinar Rüstungswettlauf

Am 7. Juli findet ab 18 Uhr ein Webinar zum Flaggentag der Mayors for Peace statt mit dem Titel "Städte zwischen Völkerrecht und nuklearem Rüstungswettlauf". Podiumsgäste sind Moritz Kütt vom Hamburg Nuclear Disarmament Laboratory, Universität Hamburg, Heidemarie Dann vom Hiroshima-Bündnis Hannover und Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Die Teilnahme ist frei. Weitere Informationen und den Link zur Einwahl hier: Zwischen Völkerrecht und nuklearem Rüstungswettlauf - Hannover.de 

Donnerstag, 2. Juli 2026

“Wissenschaftler*innen gegen Faschismus” schließen sich Großprotest gegen AfD an

Dem Großprotest gegen den geplanten Bundesparteitag der AfD in Erfurt schließen sich dieses Jahr erstmals auch Professor*innen und Dozierende unter dem Banner “Wissenschaftler*innen gegen Faschismus. Über 450 Wissenschaftler*innen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich darüber hinaus bereits in einem Schreiben mit den Protesten solidarisch erklärt. 

Prof. Dr. Anne Baillot, Germanistin und Philosophiehistorikerin: "Als Wissenschaftler*innen tragen wir Verantwortung, nach den Werten zu handeln, die sich aus unserer Forschung im Einklang mit den Grundgesetz ergeben. Das gilt für ein entschiedenes Handeln gegen die Treiber der Faschisierung unserer Gesellschaft sowie der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. "

Prof. Dr. Rahel Jaeggi, Professorin für Praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie, Humboldt-Universität zu Berlin: “Was wir heute erleben, ist eine autoritär-faschistische Mobilisierung der Gesellschaft. Dagegen hilft nur emanzipative Gegenmobilisierung. Dabei hat die Wissenschaft die Aufgabe, die Lage zu analysieren, Gegenwissen zu aktivieren, Solidaritäten zu ermöglichen und den regressiven Formen der Krisenbearbeitung entgegenzuwirken, die gegenwärtig zur Faschisierung der Gesellschaft beitragen. Wissenschaft steht hier nicht außerhalb der Gesellschaft. Wo die Möglichkeit vernünftiger Verständigung, kollektiver Selbstbestimmung und solidarischer Vergesellschaftung angegriffen wird, ist auch sie herausgefordert, Partei für Demokratie, Emanzipation und gesellschaftliche Solidarität zu ergreifen. Deshalb erklären wir uns solidarisch mit den Protesten gegen den AfD-Parteitag, widersetzen und den vielfältigen Initiativen des zivilgesellschaftlichen Widerstands. Diese Proteste sind nicht nur Ausdruck der Ablehnung autoritärer und faschistischer Politik. In ihnen formieren sich zugleich jene Kräfte, die den gegenwärtigen Krisen nicht regressiv, sondern emanzipativ begegnen wollen. Sie sind damit nicht nur Protest gegen die autoritäre Zuspitzung der Gegenwart, sondern zugleich ein Einsatz für eine andere gesellschaftliche Zukunft und die Demokratisierung der Demokratie.” 

Prof. Dr. Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge), Professur für Europarecht, Europa-Universität Flensburg: "Die AfD ist eine Partei, die darauf ausgerichtet ist, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen und sie sogar zu beseitigen. Unter die freiheitlich demokratischen Grundordnung versteht das Bundesverfassungsgericht eine Politik, die den gleichen Wert aller Menschen aufgrund ihrer Menschenwürde in Abrede stellt, eine Überzeugung, die Politiker der AfD regelmäßig äußern, wenn sie bestimmten Personengruppen die gleiche Würde absprechen und eine Staatsbürgerschaft erster und zweiter Klasse konstruieren. Die Politik der AfD ist zudem darauf angelegt, die demokratischen Strukturen der Bundesrepublik zu zerstören. Die AfD missachtet die drei demokratischen Gewalten und wertet Legislative, Exekutive und Judikative systematisch ab. Nach einem etwaigen Wahlsieg möchte sie die demokratischen Gewalten unter ihre Kontrolle bringen - eine politische Konstellation, die das Grundgesetz gerade nicht vorsieht, um nie wieder einer einzigen Partei die Kontrolle aller staatlichen Institutionen zu ermöglichen. Schließlich wendet sich die AfD gegen jene Teile der Zivilgesellschaft, die ihr nicht genehme politische Positionen vertritt. Die AfD kämpft gegen eine freie und unabhängige Presse, die jedoch unerlässlich ist für demokratische Meinungsbildung. Kurzum, die AfD ist in ihrem gesamten politischen Anliegen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet."

Prof. Dr. Michael Riegner, Professur für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Erfurt: “Das Grundgesetz schützt friedlichen Protest. Das gilt auch für Gegendemonstrationen – erst recht, wenn sie sich gegen verfassungsfeindliche Parteien richten. Die Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt sind daher verfassungsrechtlich nicht nur erlaubt, sondern geboten – sie schützen das Grundgesetz vor seinen Feinden. Versuchen, diesen zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz von vornherein zu delegitimieren und zu illegalisieren, sollten wir uns widersetzen.”

André Brodocz, Professor für Politische Theorie an der Universität Erfurt: “Proteste und Demonstrationen sind in unserer Parteiendemokratie wesentliche Formen, mit denen Bürgerinnen und Bürger zwischen Wahlen an Politik teilhaben können. Eine besondere demokratiepolitische Relevanz kommt ihnen zu, wenn sie sich gegen Parteien wie die AfD richten, die das demokratische Fundament der politischen Gleichheit durch ethnische Gleichartigkeit ersetzen wollen und die damit die Grundlagen unserer demokratischen Ordnung angreifen.”

Dr. Samira Akbarian, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie und Autorin der preisgekrönten Dissertation “Ziviler Ungehorsam als Verfassungsinterpretation”: "Proteste gegen die AfD und ziviler Ungehorsam richten sich nicht gegen Rechtsstaat und Demokratie, sondern können Ausdruck besonderer Loyalität gegenüber der Verfassung sein. Das zeigt sich erstens in ihren Zielen: Sie wollen die freiheitlichen und demokratischen Grundlagen der Verfassungsordnung schützen; Demokratie erschöpft sich nicht im Wahlakt, sondern umfasst laut dem Grundgesetz auch die Versammlungsfreiheit als integralen Bestandteil des demokratischen Prozesses. Es zeigt sich zweitens in seinen Mitteln: Ziviler Ungehorsam beschränkt sich auf gewaltfreie Aktionsformen. Sitzblockaden und andere Protestformen, in denen Demonstrierende ihre eigene Verletzlichkeit einsetzen, anstatt andere anzugreifen, dürfen deshalb nicht pauschal als Gewalt oder Extremismus diskreditiert werden.“ 

Joschka Sellinger, Rechtsanwalt und Schwerpunktleitung “Demokratie und Grundrechte”, Gesellschaft für Freiheitsrechte: "Wer als Wissenschaftler*in am Wochenende in Erfurt auf die Straße geht, macht von einem Grundrecht Gebrauch und erfüllt eine demokratische Pflicht. Die Versammlungsfreiheit schützt ausdrücklich auch Sitzblockaden als Form gewaltfreien zivilen Ungehorsams. Wissenschaftler*innen im öffentlichen Dienst sind zur Verfassungstreue verpflichtet. Gegenüber einer Partei, die sich offen und erwiesenermaßen gegen Menschenwürde und Demokratieprinzip richtet, dürfen sie nicht schweigen. Wie wehrhaft unsere Demokratie ist, hängt von den Menschen ab, die bereit sind, für sie einzustehen.

Prof. Dr. Robin Celikates, Professor für Sozialphilosophie, Freie Universität Berlin: „Genau wie andere Kräfte der globalen Rechten steht die AfD für einen Frontalangriff auf Hochschulen als Orte kritischen Denkens und wichtigen Pfeilern einer pluralen und demokratischen Gesellschaft. Indem Räume für kritische Auseinandersetzung und der Zugang zu unabhängigem Wissen einschränkt, indem die politische Stimme der Studierenden zum Schweigen gebracht wird, und indem Minderheiten und andere zu Feinden deklarierte Gruppen aus den Institutionen verdrängt werden, werden die ideologischen Voraussetzungen für den autoritären Umbau der Gesellschaft geschaffen. Zur Verantwortung von Wissenschaft und Universität als kritischen Instanzen gehört es, dem autoritären und faschistischen Projekt entschieden entgegenzutreten: schon aus Eigeninteresse, weil sie sofort ins Fadenkreuz geraten, aber auch im Interesse einer demokratischen und pluralen Gesellschaft, die aus dieser destruktiven Dynamik von immer mehr Spaltung, mehr Ausgrenzung, mehr Entrechtung, mehr Gewalt herauskommen und die Krisen der Gegenwart anders verstehen und beantworten muss. Auch und gerade aus Wissenschaft und Universitäten sollte daher breit gegen den AfD-Parteitag in Erfurt mobilisiert werden.“

Sowohl SPD als auch CDU betreiben in der Region Hannover billiges Wahlkampfgetöse um VW

"Wer die Arbeitsplätze bei VW wirklich retten will, muss an die exorbitant hohen Energie- und Rohstoffkosten ran, die der deutschen Industrie die Luft zum Atmen nehmen. VW ist nur die Spitze des Eisbergs. Stattdessen kappen Bundesregierung und EU mit ihrer verheerenden Sanktionspolitik noch die letzten Gas-, Öl- und Rohstofflieferungen aus Russland und gießen so weiteres Öl ins Feuer. Wenn diese selbstmörderische Politik nicht beendet wird, geht bald auch ein größerer Teil der übrigen Wirtschaft den Bach runter, weil an der Industrieproduktion viele Wertschöpfungsketten hängen.“ Ratsfraktion Soziale Gerechtigkeit Hannover, Dirk Machentanz.