Dienstag, 13. Oktober 2026

Frankfurter Plattform deutschlandweit erfolgreichstes Mitfahr-App-Projekt

Ergänzung zum ÖPNV vermittelt 54.000 Mitfahrten in zwei Jahren und wächst weiter

ffm. Insgesamt 54.000 Mitfahrten und mehr als 5000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer: Mit diesen Zahlen ist die arbeitgeberorientierte Mitfahr-App in Frankfurt die deutschlandweit erfolgreichste ihrer Art. Seit dem Start im Oktober 2024 wurden mehr als zwei Millionen Personenkilometer bei durch die Mitfahrplattform vermittelten Fahrten zurückgelegt. Das Pilotprojekt ist eine Kooperation der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ und des Französischen Unternehmen Karos Mobility, vormals goFLUX. Das Ziel: eine flexible Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr schaffen und den Autoverkehr in Frankfurt reduzieren.

„Wir freuen uns über den Erfolg der Mitfahrplattform, der uns darin bestätigt, dass es eine große Nachfrage nach innovativen Mobilitätsangeboten gibt“, sagt Prof. Tom Reinhold, Geschäftsführer von traffiQ. „In einer Pendlerstadt wie Frankfurt am Main brauchen wir solche flexiblen Ergänzungen zum öffentlichen Nahverkehr. Jedes Auto weniger auf der Straße bedeutet weniger Emissionen und entlastet den Verkehrsfluss für alle, die nicht ohne Weiteres auf Bahnen und Busse umsteigen können.“

Über die Mitfahr-App von Karos können Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Plattform zum Bilden von Fahrgemeinschaften zur Verfügung stellen. Als Projektpartner in Frankfurt nutzen gegenwärtig der Flughafenbetreiber Fraport und das Siemens-Schaltanlagenwerk in Fechenheim diese Möglichkeit. In den Belegschaften kommt das Angebot bestens an: „Die Nachfrage wächst kontinuierlich: Mit fast 4000 Mitfahrten war der September 2026 der erfolgreichste Monat seit Projektbeginn“, erklärt Reinhold. „Die Mitfahrtplattform hat einen sehr positiven Effekt für den Klimaschutz: Bei allen Fahrten zusammen wurden bisher bereits 250 Tonnen CO2 eingespart.“ Das ist so viel, wie rund 11.500 Bäume im Jahr absorbieren können.

Für die Unternehmen bieten sich durch die Mitfahr-App mehrere Vorteile: Sie können ihren Beschäftigten, die für ihren täglichen Arbeitsweg bisher alleine im Auto fahren, eine kostengünstige und nachhaltigere Alternative anbieten und zugleich ihren Bedarf an Unternehmensparkplätzen reduzieren.

In Zukunft soll das Projekt auf weitere Unternehmen in Frankfurt ausgeweitet werden – idealerweise solche, die sich in räumlicher Nähe zu den bestehenden Projektpartnern befinden. Ziel ist, die Anzahl an Mitfahr-Angeboten und -Anfragen weiter zu erhöhen und die Wahrscheinlichkeit passender Strecken zu optimieren.

Die Mitfahr-App ermöglicht es den Beschäftigten der Unternehmen, sich für gemeinsame Fahrten zu verabreden, Fahrgemeinschaften zu bilden und so einfach und umweltfreundlicher zur Arbeit zu gelangen. Wer Kolleginnen oder Kollegen in seinem Fahrzeug mitnimmt, erhält dafür drei Euro als Anreiz. Für Mitfahrerinnen und Mitfahrer, die ein Deutschland-Ticket oder ein anderes ÖPNV-Abo besitzen und dieses in der App hinterlegt haben, ist das Angebot kostenlos. Alle anderen zahlen 50 Cent pro Fahrt. Auch für den seltenen Fall einer kurzfristigen Absage einer Fahrt ist gesorgt: Dann übernimmt die Karos-App die Kosten für ein Taxi oder ÖPNV-Ticket, sodass das Ziel sicher erreicht wird.

Derzeit wird die Anreiz-Zahlung von bis zu drei Euro pro Fahrt von traffiQ übernommen. Zudem wird das Pilotprojekt über das Förderprojekt „SMILE“ des Bundesministeriums für Verkehr gefördert, an dem neben Fraport und Karos auch die Hochschulen Bielefeld und RheinMain beteiligt sind. Sowohl Pilot- als auch Förderprojekt laufen noch bis Mitte 2027. Von dann an soll sich die Mitfahrplattform selbst tragen. Ziel ist es, Frankfurt weit eine Ergänzung des Nahverkehrsangebots zu schaffen, die keine zusätzlichen Kosten verursacht. Damit dies gelingt, werden derzeit verschiedene Finanzierungsmodelle geprüft. Denkbar wäre beispielsweise, Einnahmen durch die Bewirtschaftung freiwerdender Parkflächen zu generieren. Auch eine teilweise Reinvestition des Geldes, das die beteiligten Unternehmen durch ihren geringeren Bedarf an Parkplätzen einsparen, wäre möglich.

Dazu meine Anmerkung: Als Schülerinnen des KaiserWilhelm-Ratsgymnasiums (KWR) Hannover in einem Wettbewerb der Boston Consulting Group eine Mittransport-App für Gegenstände vorschlugen, gewannen Designerinnen von Schultaschen. Die enttäuschten Mädchen wurden dann kliischeehaft als Trost zu einem Eis eingeladen...

Online-Bewertungen eröffnen neue Perspektiven auf Pflegequalität

Hannover, 13. Oktober 2026. Was macht gute Pflege aus, und was davon wird im Internet sichtbar? Diesen Fragen ist das Forschungsprojekt ErPA – Erfahrungsberichte und Bewertungen von Pflegebedürftigen und Angehörigen in den sozialen Medien – drei Jahre lang an der Hochschule Hannover (HsH) und der Universität Bielefeld nachgegangen. Die Ergebnisse liegen nun vor: Online-Bewertungen bilden eine Perspektive auf Pflegequalität ab, die in den etablierten Qualitätssystemen bislang kaum berücksichtigt wird. 

Für das Projekt wurden erstmals in Deutschland Online-Bewertungen stationärer Pflegeeinrichtungen wissenschaftlich ausgewertet. Das Forschungsteam analysierte mehr als 114.000 Google-Bewertungen von nahezu 10.000 Einrichtungen. Ergänzend führte es qualitative Interviews und befragte An- und Zugehörige sowie Einrichtungsleitungen. Das Projekt wurde von September 2023 bis August 2026 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung gefördert.

„Online-Bewertungen sind weit mehr als Sterne im Internet. Sie machen sichtbar, was Menschen im Alltag als gute oder schlechte Pflege erleben – etwa Freundlichkeit, Kommunikation, Atmosphäre oder den Umgang mit Angehörigen. Genau diese Perspektive wird in klassischen Qualitätsberichten bislang nur begrenzt abgebildet“, sagt Prof. Dr. Nina Fleischmann von der Hochschule Hannover.

Zwischenmenschliches steht im Vordergrund

Die Analysen zeigen: In den Bewertungen spielen pflegefachliche Einzelaspekte meist eine untergeordnete Rolle. Die Verfasserinnen und Verfasser schildern vor allem zwischenmenschliche Erfahrungen und den Umgang im Alltag. Negative Bewertungen werden besonders häufig gelesen und kommentiert und können das öffentliche Bild einer Einrichtung nachhaltig prägen. Nur wenige Einrichtungen reagieren bislang aktiv auf Rückmeldungen im Netz. 87 Prozent der befragten Angehörigen hatten bereits Online-Bewertungen zu Pflegeeinrichtungen gelesen. Bei der Wahl einer Einrichtung wiegen persönliche Eindrücke, Empfehlungen und der Ruf des Hauses jedoch schwerer als die Sternebewertung. Viele Angehörige wünschen sich, dass Einrichtungen insbesondere auf kritische Bewertungen öffentlich reagieren.

Rund zwei Drittel der befragten Einrichtungsleitungen halten Online-Bewertungen für wichtig für die Außenwirkung ihrer Einrichtung. Gleichzeitig begegnen viele ihnen mit gemischten Gefühlen: Kritik greifen sie lieber im persönlichen Gespräch auf, der öffentliche Charakter digitaler Bewertungen wird teilweise als belastend empfunden. Etwa die Hälfte der befragten Einrichtungen beantwortet Online-Bewertungen aktiv.

Nach Einschätzung des Forschungsteams können digitale Erfahrungsberichte bestehende Verfahren der Qualitätsmessung zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie zeigen, welche Erfahrungen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige mit Pflege verbinden und welche Erwartungen sie an eine gute Versorgung haben. ErPA liefert damit Impulse für die Qualitätsentwicklung, die Versorgungsforschung und die Diskussion über nutzerorientierte Qualitätsindikatoren in der Langzeitpflege.

Online-Abschlussveranstaltung am 25. November

Zum Abschluss des Projekts lädt das Forschungsteam am 25. November 2026 von 9 bis 12 Uhr zu einer Online-Veranstaltung ein. Nach einem Überblick über die zentralen Ergebnisse stehen die im Projekt entwickelten Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Online-Bewertungen in der stationären Altenpflege im Mittelpunkt. Sie sollen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis diskutiert und weiterentwickelt werden. Anmeldungen sind bis zum 13. November 2026 per E-Mail an nina.fleischmann@hs-hannover.de möglich. Weitere Informationen unter https://hs-h.de/abschlussveranstaltung-erpa.

Samstag, 3. Oktober 2026

Das Grüne Band wächst zusammen

Der BUND hat zum Tag der Deutschen Einheit gleich mehrere tolle Neuigkeiten: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben ihre Abschnitte des Grünen Bandes als Nationale Naturmonumente unter besonderen Schutz gestellt. Gleichzeitig zeigt die jüngste Erfassung: Mindestens 7.000 Insektenarten leben am Grünen Band.

Dienstag, 29. September 2026

An alle, die noch des Lesens mächtig sind

Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, die aktuellste Neuerscheinung des Verlages präsentieren zu können: "Globalisierung im Übergang". Darin beschäftigt sich die Wirtschafts- und Sozialhistorikerin Andrea Komlosy mit den Zerfallsprozessen unseres kapitalistischen Weltsystems und fragt, ob und unter welchen Bedingungen und Folgen dies zu einer Teilung der Einflußsphären führt. Dem Abstieg des transatlantischen Blocks steht der Aufstieg eines pazifisch-eurasischen Raumes gegenüber.Wir hoffen auf entsprechendes Interesse und grüßen aus Wien Hannes Hofbauer & Stefan Kraft. P.S.: Das Buch ist über den Handel oder direkt beim Verlag zu beziehen. Die Versandkosten für Deutschland und Österreich trägt der Verlag. Das Buch:  

Andrea Komlosy GLOBALISIERUNG IM Übergang Zerfall, Teilung oder Erneuerung des Weltsystems ISBN 978-3-85371-562-8, br., 288 Seiten, 27.- Euro, auch als E-Book erhältlich Näheres zum Buch: https://mediashop.at/buecher/globalisierung-im-uebergang/

Freitag, 25. September 2026

Oh, Welch ein wunderschöner Morgen...

Hannover. War wiedermal in Linden, über das malerische Ihme-Zentrum nun zurück nachhause an der Glocksee. iptextfoto

Donnerstag, 24. September 2026

Das Mutterprinzip: Die Birnen sind reif in Kočevje/Koprivnik, deutsch Gottschee

Dieser prächtige Birnbaum steht vorm Haus des Ehepaares Matko in Slowenien, wo einst die deutsche Sprachinsel der Gottscheer Waldbauern und Hausierer existierte. iptextfoto

https://de.wikipedia.org/wiki/Gottscheer
Bärenkacke am Wegesrand. upfoto

Buchenwälder mit Bärenfamilien, Füchsen, Wölfen, und nach den Rehen röhrenden Hirschen, umgeben Koprivnik. Upfoto 

Auf dem kleinen Friedhof der Hochebene (600 Meter) von Koprivnik gibt es noch einige wenige Grabsteine mit deutschen Namen. Einst wurden die Gottscheer hierher geholt, dann wieder vertrieben, so wie es unzähligen Volksgruppen in aller Welt immer noch geschieht. iptextfoto