Montag, 4. Mai 2026

Ärzte in Hannover sollen Parkinson-Patienten über Berufserkrankung aufklären

Die „Jobs im Grünen“ stehen nicht immer nur für frische Luft. „Wer in der Stadt und Region Hannover auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, den kann es treffen: Ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen. Und zwar immer dann, wenn er über Jahre häufig mit Pflanzenschutzmitteln zu tun hatte“, sagt Stephanie Wlodarski von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide sei als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene müssten allerdings nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet hätten – also jeweils entweder mit Fungiziden (zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten), Insektiziden (zur Bekämpfung von Insekten) oder Herbiziden (zur Bekämpfung von Unkraut), so die IG BAU Niedersachsen-Mitte. Dann bekommen Beschäftigte, die an Schüttellähmung erkrankt sind, Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung: Die Hilfe der Berufsgenossenschaft reicht von guter medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen“, so Stephanie Wlodarski. Das gelte neben Menschen, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben, beispielsweise auch für Beschäftigte im Gartenbau und im Forst.

Gefahren lauerten allerdings auch in der Floristik. Und sogar auf dem Bau: „Denn auch bei Sanierungsarbeiten wird mit Pestiziden gearbeitet. Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall Pestizide zu finden sind. Gerade im Sanitärbereich kommen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz. Und die enthalten oft Pestizide“, erklärt Stephanie Wlodarski von der IG BAU Niedersachsen-Mitte.

An die niedergelassenen Ärzte in Stadt und Region Hannover appelliert die Agrar-Gewerkschaft, Parkinson-Patienten gezielt anzusprechen, um abzuklären, ob es sich um eine Berufskrankheit handele. Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordert die IG BAU Niedersachsen-Mitte auf, Parkinson-Patienten anzuschreiben und zu informieren. „Immerhin haben Patienten, wenn es um eine Berufserkrankung geht, die Chance auf eine intensive Betreuung und gute medizinische Versorgung, für die die Berufsgenossenschaft steht“, so Stephanie Wlodarski.

Die IG BAU-Bezirkschefin kündigt außerdem an, dass sich die Agrar-Gewerkschaft auch dafür einsetzen werde, dass mehr Betroffene die Anerkennung als Berufskrankheit bekommen: „Es geht vor allem um die, die nicht selbst Pflanzenschutzmittel gespritzt haben, die aber zum Beispiel in Gewächshäusern den Pestiziden ausgesetzt waren“, so Wlodarski.

Die Gewerkschafterin rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) habe extra eine „Parkinson-Hotline“ geschaltet: 0561 / 785 - 10350. Außerdem gebe die Berufsgenossenschaft Hinweise auf ihrer Homepage: https://www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel. 

Samstag, 2. Mai 2026

Klavier kaputt, badende Hunde und echte Enten

Hannover. Das öffentliche Klavier vor der enercity-Zentrale am Glockseeplatz 1 ist verstimmt. Noch nichtmal ein Boogie Wooggie klingt darauf gut. So geht das aber nicht mit dem städtischen Kulturprogramm... 

Immerhin können bei der Hitze die Hunde im niedrigen Marmorwasserbecken vorm Portal Abkühlung finden. Auch echte Enten (meist schwimmt dort eine Plastikente) schätzen das Nass, sofern sie den Hunden ausweichen können... Menschen feuchten ihre Kleidungsstücke an. 

So hat jeder seins. Nur die Klavierspielenden nicht. ip

Freitag, 1. Mai 2026

Mutters Alltagstipps. Dieses Mal: Der Türdurchgangseffekt

Als wir noch Kontakt zu unseren tierischen Artgenossen hatten, war die Welt übersichtlicher. Foto: F. Rutchi, 50 Jahre Renuwell, www.holzbutter.com
Der Doorway Effect (auch „Türdurchgangseffekt“) ist ein gut untersuchtes Phänomen aus der kognitiven Psychologie. Er beschreibt, dass Menschen häufig etwas vergessen, wenn sie einen Raum verlassen und einen anderen betreten – zum Beispiel: 

Du gehst ins Wohnzimmer, um etwas zu holen … und hast es plötzlich vergessen. Du stehst im neuen Raum und weißt nicht mehr, warum du hergekommen bist.

Die wichtigste Erklärung ist, dass das Gehirn Erinnerungen stark zusammenhangsabhängig speichert: Beim Durchschreiten einer Tür ändert sich der räumliche Kontext (neuer Raum = neues „Ereignismodul“ im Kopf). Das Gehirn „markiert“ diese Grenze oft als Gedächtnis-Neustart. Dadurch werden vorherige Gedanken/Pläne weniger aktiv im Arbeitsgedächtnis gehalten. Den Effekt kann man nicht komplett ausschalten, aber im Alltag deutlich reduzieren. Die Idee ist: Du hilfst deinem Gehirn, den „Gedankenfaden“ stabil zu halten, auch wenn sich der Zusammenhang (Raum) ändert.

1) Absicht laut oder bewusst wiederholen: Wenn du etwas holen willst:„Ich gehe in die Küche und hole das Glas.“

2) Übergänge bewusst „überbrücken“. Beim Losgehen kurz aktiv an die Aufgabe denken: nicht automatisch aufstehen und loslaufen, sondern 2–3 Sekunden die Absicht halten („Was genau mache ich?“). 

3) Keine unnötigen Unterbrechungen! Der Effekt tritt häufiger auf, wenn du abgelenkt bist (Handy, Gespräche) mehrere Aufgaben gleichzeitig planst→ Multitasking reduzieren hilft sehr.

4) Gedächtnisstützen nutzen! Wenn etwas wichtig ist: innerlich visualisieren (z. B. „Schlüssel auf dem Tisch“) oder kurz im Kopf „abspielen“, wo du es ablegen/holen willst. 

5) „Wenn–Dann“-Pläne bilden. „Wenn ich in die Küche komme, dann nehme ich das Glas vom Tisch.“

6) Langsamer durch Türen gehen (kleiner Trick, aber hilfreich). Beim Durchqueren einer Tür kurz einen Moment bewusst bleiben: nicht auf Autopilot wechseln, sondern kurz „innehalten“ im Gedankenstrom. 

Kurz gesagt: Der Doorway Effect passiert, weil dein Gehirn Räume als „Kapitelwechsel“ nutzt. Du verhinderst ihn, indem du ihn aktiv mental „mit über die Tür nimmst“.

Türen sind natürliche Grenzen zwischen solchen Ereignissen. Der Effekt passiert häufiger, wenn man abgelenkt ist oder mehrere Dinge gleichzeitig plant. Er ist kein Zeichen für schlechtes Gedächtnis.

Der Doorway Effect wird deutlich stärker, wenn dein Gehirn ohnehin „unter Druck“ steht. Die wichtigsten Verstärker sind:

🧠 1) Stress. Wenn du gestresst bist, arbeitet dein Gehirn stärker im „Schnellmodus“ und hat weniger Ressourcen fürs Arbeitsgedächtnis. Folge: Gedanken gehen schneller verloren.

2) Müdigkeit. Bei Schlafmangel sinkt die Fähigkeit, Informationen aktiv „festzuhalten“. Übergänge (wie Raumwechsel) wirken stärker störend. Deshalb passiert es abends oder nachts besonders oft.

3) Ablenkung (größter Faktor im Alltag): aufs Handy schauen beim Gehen, nebenbei reden oder Musik hören, gedanklich schon beim nächsten Thema sein. Dein Gehirn hat dann keinen stabilen Fokus, den es über die Tür „mitnehmen“ kann.

4) Multitasking / viele offene Gedanken. Wenn du mehrere Dinge gleichzeitig planst, konkurrieren diese im Arbeitsgedächtnis, beim Raumwechsel „gewinnt“ oft ein anderer Gedanke. 

Ergebnis: Du kommst im Raum an – aber mit dem falschen Gedanken.

5) Schwache Verknüpfung der Aufgabe:„Ich hol mal was…“ (unscharf) statt:„Ich hole mein Ladegerät aus dem Schlafzimmer“. Je vager die Absicht, desto leichter geht sie verloren.

6) Autopilot-Modus: Wenn du Dinge routinemäßig machst, läuft dein Verhalten automatisch, dein bewusstes Ziel wird weniger „mitgeführt“. Türen wirken dann wie echte „Reset-Punkte“. 

Dein Gehirn organisiert Erlebnisse nicht als endlosen Strom, sondern in „Episoden“ oder „Kapitel“. Ein Raumwechsel (z. B. durch eine Tür) ist dabei ein perfektes Signal:

Vorteil 1: Bessere Ordnung im Gedächtnis

👉 Ohne diese Trennung wäre alles ein chaotischer Mix.

🧹 Vorteil 2: Unwichtiges wird ausgefiltert

Beim Übergang in einen neuen Raum werden alte, gerade nicht mehr wichtige Gedanken abgeschwächt, dein Kopf wird „aufgeräumt“

👉 Das ist wie ein mentales Aufräumen.

⚡ Vorteil 3: Fokus auf das Hier und Jetzt. 

Der Effekt hilft dir, dich schneller an neue Situationen anzupassen, dich auf das zu konzentrieren, was im neuen Raum passiert. 

👉 Evolutionsbiologisch sinnvoll: Neue Umgebung = potenziell neue Gefahren oder Chancen.

🧬 Vorteil 4: Energie sparen. Das Gehirn ist effizient: Türen sind ein praktischer Hinweis: „Kontextwechsel → Speicher neu priorisieren“. Dass du dabei manchmal etwas vergisst, ist kein Fehler – sondern der Preis für ein System, das insgesamt sehr effizient arbeitet.

💡 Mini-Strategie für den Alltag: kurz stoppen, Ziel klar benennen, dann erst losgehen. Das reicht oft schon, um den Effekt massiv zu reduzieren. (ermittelt mit ChatGTP)

Erpressung zur Digitalität schreitet fort

Hannover. Hast du mal keine Lust auf Online-Banking, sondern zu einem Abendspaziergang zur Sparkassenfiliale mit per Hand ausgefüllter Überweisung für den dortigen Briefkasten, wirst du mit 1,49 pro "Beleg"-Buchung auf dem Kontoauszug abgestraft. Also besser zuhause auf dem Hintern sitzen bleiben, das kommt billiger. 

Hinzu kommt in der Folge der erzwungene Kauf eines neuen Handys, falls dein altes in die Jahre gekommen ist, das neue dann aber mit dem ebenfalls älteren Multifunktionsdrucker nicht mehr kommunizieren kann, sprich: "Druckt nicht". Und auch das noch wunderbar funktionierende Tablet wird nicht mehr eingebunden...

Oder nehmen wir Bäckerei Göing am Schwarzen Bären, da kannste für Veganes nur digital bezahlen. Die sind ja so modern, auf der Höhe der Zeit...

Auf dem neuen Handy dann lauern schon komplett kostenlose Onlinekontoanbieter mit integrierter Bezahlfunktion ohne Karte sowie Wallet für Bitcoin und EFTs. Aber was, wenn im Bioladen kein Empfang ist? Am Besten kaufst du sowieso gleich ein zweites Android als Ersatzgerät dazu (frau hat ja sonst nichts zu tun?) und richtest es ein, falls mal etwas schief geht... Das Ganze so ganz im Sinne des Digitalindustriellen Komplexes! Widerstand zwecklos? Ip

ipfoto 

Unglücklich gewählte Metaphern: Was heißt denn hier "Cloud" ?

Die Apparaturen, die unsere Erde umrunden, haben nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer Wolke. 

Die Hiroshima - Atombombe hieß "Little boy", eine konventionelle Bombe "Daisy (Gänseblümchen)-Cutter" . Was soll der Scheiß, diese Verniedlichung, während alles Natürliche, Lebendige abgeschafft wird? ip

TUMO: Digitale Kompetenzen außerhalb der Schule

Frankfurt hat jetzt eines und in Hannover ist für ca. 2027 ein TUMO + MINT Zentrum in der Innenstadt geplant. 

Bei TUMO wird ausprobiert, gestaltet, gemeinsam gearbeitet, mit Profis aus Unternehmen, an echten Aufgaben, nah an der Praxis. So werden IT-Fachkräfte für morgen entdeckt, entwickelt und entfaltet. 

TUMO ist ein großer Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit. Hier sind alle willkommen, die sich für Robotics, Gaming, Grafik-, Film- oder Musikproduktion interessieren und ihre Fähigkeiten entwickeln wollen. 

Sitz von TUMO Frankfurt ist das Nordwestzentrum. Zum Start Ende Mai können Jugendliche aus acht Bereichen wählen: Robotics, 3D-Modelling, Animation, Game Development, Filmproduktion, Musikproduktion, Grafikdesign und Programmieren. Es stehen bis zu 1.000 Plätze zur Verfügung. Sämtliche Angebote sind kostenlos.

Das Konzept für TUMO stammt aus Armenien. Dort eröffnete 2011 das erste Zentrum. In den innovativen Lernzentren, die auf allen Kontinenten entstehen, erweitern Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren außerhalb des Schulunterrichts ihre digitalen und kreativen Kompetenzen.

Dazu meine Anmerkung: wenn Merz die Syrer zurückschicken will, zeigt das nur, dass er sich völlig außerhalb der AlltagsRealität bewegt. Syrische Kinder können ohne Weiteres Werbeeinblendungen von seriösen Beiträgen unterscheiden und computermäßig ihren Papa belehren. 

Dieses Potential entgeht Merz aufgrund seiner politischen Anbiederung an AfD-Werte. Außerdem hat schon Volkswirt Prof. Lothar Hübl von der Universität Hannover eine schwungvolle Schattenwirtschaft ausdrücklich begrüßt. ip

10.Mai, Muttertag. An die, die von uns Müttern geboren und aufgezogen wurden und werden:

Drei "Gartenzwerge", handcoloriert. Aufnahme ca. 1954

Your mother had to walk this lonesome valley, she had to walk it by herself, nobody else could walk it for her, she had to walk the valley by herself. 

Your father had to walk this lonesome valley, he had to walk it by himself, nobody else could walk it for him, he had to walk the valley by himself. 

You gotta walk this lonesome valley, you got to walk it by yourself, nobody else could walk it for you, you got to walk the valley by yourself. 

Deine Mutter musste dieses einsame Tal durchwandern, sie musste es ganz allein durchwandern, niemand sonst konnte es für sie tun.

Dein Vater musste dieses einsame Tal durchwandern, er musste es ganz allein durchwandern, niemand sonst konnte es für ihn tun.

Du musst dieses einsame Tal durchwandern, du musst es ganz allein durchwandern, niemand sonst kann es für dich tun. Du musst das Tal ganz allein durchwandern.

Abwandlung eines Songs von Woodie Guthrie. Der politisch im gewerkschaftsnahen linken Spektrum aktive Lyriker und Balladenverfasser beeinflusste maßgeblich die US-amerikanische Folkmusik.