Sonntag, 31. Juli 2016

Dreckiges Meer ist kein Reisemangel

Gericht: Reiseveranstalter konnte sich auf Kontrollen verlassen
Nürnberg (D-AH/) – Wer im Urlaub erkrankt, weil er im dreckigen Meerwasser schwimmt, kann dafür nicht den Reiseveranstalter verantwortlich machen. So urteilte das Landgericht Köln (Az. 22 O 204/15).Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, verbrachte eine fünfköpfige Familie ihren Urlaub in der Türkei. Noch am ersten Tag badete die Familie im Mittelmeer. Nach zwei Tagen begann sich der Gesundheitszustand der Fünf zu verschlechtern. Durchfall und Erbrechen bestimmten ab sofort den Urlaub der Familie. Auch soll es in der Hotelumgebung immer wieder nach Fäkalien gestunken haben. Als der Familienvater nach der Ankunft in Deutschland einen Fernsehbeitrag über das Urlaubsressort sah, wurde er stutzig: Die örtliche Kläranlage hatte einen Defekt und das Abwasser wurde ungeklärt in Strandnähe ins Meer geleitet. Erbost darüber, dass ihn vor Ort niemand auf diesen Zustand hingewiesen hatte, wollte er nun nachträglich seinen Reisepreis mindern.
Doch das Landgericht Köln stellte sich auf die Seite des Reiseveranstalters. Denn es gehöre zum allgemeinen Lebensrisiko eines jeden Reisenden, im Urlaub zu erkranken. Gerade in südlichen Ländern seien zur Urlaubszeit Durchfallerkrankungen üblich. Dem Reiseveranstalter könne kein Versäumnis vorgeworfen werden. „Es handelt sich hier um einen bekannten Badeort und der Reiseveranstalter darf sich darauf verlassen, dass die Qualität des Wassers dort laufend geprüft wird“, erklärt Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Auch, dass im Hotel unhygienische Zustände herrschten, könne nicht belegt werden. Zwar waren 38 Urlauber des Hotels erkrankt, angesichts einer Gesamtzahl von 691 Gästen sei das aber vernachlässigbar, so das Gericht. Der Reiseveranstalter ist somit aus dem Schneider.
Dies ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt

Donnerstag, 21. Juli 2016

Zahl der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung auf 721 000 gestiegen

WIESBADEN – Zum 1. März 2016 wurden 721 000 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren dies 26 000 Kinder beziehungsweise 3,7 % mehr als im Vorjahr. Der Anstieg fiel damit weniger stark aus als im Vorjahr (2015: + 32 500 beziehungsweise + 4,9 %)

Mittwoch, 20. Juli 2016

Selbsthilfegruppe Anonyme Arbeitssüchtige:


ein Weg, der aus der Sucht heraus führt
Arbeiten bis zum Umfallen - immer größer wird der Druck, immer mehr, immer schneller und immer perfekter zu arbeiten. Manchmal wird der Druck sogar so groß, dass die/der Betroffene völlig gelähmt ist. Nervöse Störungen, körperliche Beschwerden, Depressionen, "Burn-out" und familiäre Krisen können die Folgen sein. Wissenschaftler schätzen, dass mindestens 200 000 der 40 Millionen Beschäftigten in Deutschland massiv abhängig sind, vielleicht sogar eine Million.
Anonyme Arbeitssüchtige arbeiten mit dem 12-Schritte-Programm der AA und bieten Betroffenen einen Raum, in dem sie sich damit auseinandersetzen können. Die Treffen finden 14-tägig statt.
Weitere Informationen bei: Burkhard, Tel. 0172 - 9 56 96 94, E-Mail: hannover@arbeitssucht.de
oder KIBIS, Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich, Tel.: 0511-66 65 67, www.kibis-hannover.de.


Häufigster Ausbildungsberuf 2015: Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel

WIESBADEN – Im Jahr 2015 haben insgesamt 516 639 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Das waren 0,3 % weniger als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, belegte der Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit 30 474 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erneut den Spitzenplatz. Es folgten Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, Verkäufer/-in, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in sowie
Industriekaufmann/-kauffrau. Etwa ein Viertel der neu abgeschlossenen Verträge
konzentrierte sich auf diese fünf häufigsten Ausbildungsberufe.

Dienstag, 19. Juli 2016

Die Tricks mit den grünen Smoothies

Presseinformation der Verbraucherzentrale Niedersachsen
Schönfärberei bei den Trendgetränken 
Grüne Smoothies mit Gemüse sind voll im Trend und gelten als gesund. Doch nur wenige Produkte halten, was sie versprechen, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen in einem Marktcheck herausfand. Damit die Trendgetränke schön grün aussehen, wird mit färbenden Pflanzenextrakten oder grünen Flaschen ordentlich nachgeholfen. Viele grüne Smoothies enthalten zudem nur wenig Gemüse. Der gesamte Marktcheck unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/marktcheck-gruene-smoothies Für Menschen, die nicht gerne Salat oder anderes grünes Gemüse essen, können grüne Smoothies eine Alternative sein. Sie liefern Vitamine und Mineralstoffe und sind kalorienarm. Außerdem enthalten sie durch Spinat oder Grünkohl Chlorophyll. Der grüne Pflanzenstoff soll krebsvorbeugende Eigenschaften haben, kann aber vom menschlichen Körper nicht selber gebildet werden. 
Der Marktcheck: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat im Juni 2016 dreizehn grüne Smoothies getestet. Bewertet wurde, wie viel Gemüse tatsächlich drin ist und woher die grüne Farbe kommt. Ergebnis: Nur zwei Produkte von dreizehn Smoothies weisen einen Gemüseanteil von über 50 Prozent auf: Der Grüne Smoothie von Alnatura mit 50 Prozent und der Green Smoothie von I’m Veggie mit knapp 60 Prozent. Vier weitere Smoothies enthalten zumindest einen Gemüseanteil von 15 bis 34 Prozent. Fünf hatten einen Gemüseanteil von nur unter 13 Prozent. In zwei grünen Smoothies war überhaupt kein Gemüse zu finden: Ananas Kiwi von Schüttel mich und Offizieller Smoothie der UEFA EURO 2016 von Innocent. Grün färbende Extrakte aus Brennnessel, Färberdistel oder Algen wurden sechs von dreizehn Produkten zugesetzt. Diese Extrakte haben mit den ursprünglichen Pflanzen nur noch wenig zu tun. Sie dienen der Färbung, denn ein gesundheitlicher Nutzen ist bei diesen geringen Mengen nicht zu erwarten. Mit dieser „Schönfärberei“ wird eine höhere Menge von grünem Obst oder Gemüse angedeutet als tatsächlich enthalten ist. Dazu gehören die grünen Smoothies von Innocent, Penny to go, Saftig, Schüttel mich und Rewe. Manchmal wird auch mit einer grünen Flasche getrickst. So wird aus einem eher bräunlichen Trunk ein appetitliches Trendgetränk. Fazit: Viele Smoothies werden mit färbenden Pflanzenextrakten oder grünen Flaschen aufgepeppt. Wie hoch der Anteil an grünem Obst oder Gemüse tatsächlich ist, wird auch durch die Bezeichnung auf der Vorderseite nicht deutlich. Erst der Blick auf die Zutatenliste verrät den genauen Gemüseanteil und der liegt bei den meisten deutlich unter 50 Prozent. „Wenn schon gefärbt wird, dann sollten die Hersteller dies auch klar und deutlich kennzeichnen. Beim Kauf von Smoothies sollten Käufer zudem genau auf den jeweiligen Obst- und Gemüseanteil achten“, sagt Anneke von Reeken, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.



Montag, 18. Juli 2016

Umsatzeinbruch in der Solarbranche:

Rückgang von 2011 bis 2014 um 74,2 %

WIESBADEN – Im Jahr 2014 erzielten Betriebe in Deutschland mit Waren und Leistungen der Solarbranche 3,7 Milliarden Euro Umsatz. Im Vergleich zum zuletzt wirtschaftlich starken Jahr 2011 entspricht dies insgesamt einem Umsatzrückgang von 74,2 % oder 10,6 Milliarden Euro. Schon in den Vorjahren deutete sich die Krise der Solarindustrie in Deutschland an: 2012 hatte der Umsatz 9,5 Milliarden betragen, 2013 hatte er bei 5,1 Milliarden gelegen

Sonntag, 17. Juli 2016

Kriegerische Zukunft

P R E S S E M I T T E I L U N G
 Neues Bundeswehr-Weißbuch: Weltweite Militärinterventionen, mehr Waffenexporte und Einsätze im Innern: Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) warnt vor einer zunehmenden Militarisierung deutscher Politik. Konsequenzen aus der gescheiterten Anti-Terror-Militärpolitik würden nicht gezogen, zivile Konfliktlösungsansätze stattdessen vollkommen vergessen. 
„Das neue Strategiepapier des Verteidigungsministeriums zementiert eine gewalttätige und gleichzeitig erfolglose Politik“, kommentiert Ralf Buchterkirchen, Bundesprecher der DFG-VK das gerade veröffentlichte „Weißbuch 2016 – Zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“. Das vom Verteidigungsministerium erstellte neue Papier gibt die langfristige Strategie deutscher Sicherheitspolitik vor: „Man sollte eher von ‚Unsicherheit‘ sprechen“, so Buchterkirchen. Seine Organisation hat das Papier analysiert und sieben heikle Punkte herausgearbeitet: 
1.       „Deutschlands sicherheitspolitischer Horizont ist global. Dieser umfasst ausdrücklich auch den Cyber-, Informations- und Weltraum.“ (S. 56). Die Bundeswehr soll weltweit eingesetzt werden, nicht einmal ein UN-Mandat soll in sogenannten Ad-hoc-Koalitionen nötig sein. Zudem soll der Bundessicherheitsrat als ein Gremium zur Vorbereitung neuer Kriegseinsätze als intransparente und unkontrollierte Institution aufgewertet werden.
2.       Russland [stellt] die europäische Friedensordnung offen in Frage […], wendet sich von einer engen Partnerschaft mit dem Westen ab und betont strategische Rivalität. […] Dies erfordert Antworten […] von EU und NATO als Ganzes“ (S. 31). Neben Terrorismus wird mit Russland ein altes Feindbild des Kalten Krieges wiederbelebt. Damit wird die Aufrüstung zur Landes- und Bündnisverteidigung gerechtfertigt, sowie das diffuses Bedrohungsszenario eines „hybriden Krieges“ aufgebaut, welches eine Aufrüstung in allen Bereichen rechtfertigen soll, vor an den Ostgrenzen der NATO und im Cyberraum. Die nukleare Teilhabe der Bundeswehr wird bekräftigt.
3.       Der Export von Waffen soll weiter ausgebaut und durch die Bundesregierung noch aktiver gefördert werden. Zusätzlich kommt dem Export von militärischer Ausbildung und Ausstattung („Ertüchtigungsansatz“ S. 52) eine zentrale Bedeutung für künftige Kriegseinsätze zu, bei der vor allem in Krisenstaaten massenhaft Militär ausgehoben wird.
4.       Die Bundeswehr ist unattraktiv wie nie, was mit erheblichen Nachwuchsproblemen einhergeht. Hier will die Bundeswehr ihr Auftreten an Schulen und mit Abenteuer- und Action-Veranstaltungen für Jugendliche weiter ausbauen: Die Bundeswehr möchte sich einen „atmenden Personalkörper […] ohne starre Obergrenzen“ (S. 120) geben. Für fehlende Ressourcen, insbesondere im IT-bereich sollen Reservist_innen über eine aktive Reservistenarbeit geworben werden. Eine klare Ansage, die Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr zu intensivieren und mit Rechentricks sich den Dienst an der Waffe attraktiv zu lügen.
5.       Eine umfassende Innere Militarisierung wurde beschlossen, welches den verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Rahmen des sogenannten Heimatschutzes vorsieht. Hierbei muss von der stillen Vorbereitung von Strukturen und Logistik für den Einsatz im Inneren gesprochen werden. Neben der zivil-militärischen Zusammenarbeit auf allen Ebenen wird der abstrakte Begriff der „Resilienz“ zentral eingeführt. Er bedeutet „Widerstandsfähigkeit“ und beschreibt abstrakt eine potenzielle Einbindung des Militärs in zahlreiche Bereiche des öffentlichen zivilen Lebens, etwa durch Internetüberwachung oder dem Schutz kritischer Infrastruktur.
6.       Das alles soll viel Geld kosten und bei der Bundeswehr soll – nicht wie in allen anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge – gespart werden. Während Schulen am Sanierungsstau leiden, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit seit Jahren nicht die international vereinbarten 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens erreichen und der Mindestlohn nur um 0,34 Euro pro Stunde ab 2017 steigen soll. In diesem Jahr wird der Verteidigungshaushalt an die 40 Milliarden Euro Grenze kratzen, 2020 wird er sie deutlich überschritten haben. Damit hat sich der Etat seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt! Geld, was an anderer Stelle fehlt und bei der Bundeswehr sinnlos und unnötig verschwendet wird.
7.       Die Militarisierung der Europäischen Union soll massiv vorangetrieben werden, insbesondere im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit und der Rüstung wird eine stärkere Nutzung der eigentlich zivilen EU-Strukturen angestrebt. Verbunden mit einer Stärkung der NATO-Strukturen und –aufgaben soll die EU den „europäischen Pfeiler in der NATO“ (S.73) stärken.
 „Zusammenfassend zeigt das neue Strategiepapier der Bundeswehr vor allem, dass die regierenden Politiker und Militärs nichts aus den bisherigen Interventionen gelernt haben“, fasst Buchterkirchen die Kritik zusammen. Konsequenzen aus dem gescheiterten Militäreinsatz in Afghanistan zieht das Papier nicht: „Scheinbar gibt es bei den Militär-Befürwortern keine Aufarbeitung ihrer Strategie der letzten fünfzehn Jahre“, bedauert der DFG-VK-Bundessprecher. Der „Krieg gegen den Terror“ und seine Folgeeinsätze hätten lediglich die Gefahr von Anschlägen steigen lassen, so der Friedensaktivist/die Friedensaktivistin. Die DFG-VK fordert ein grundlegendes Umdenken in Fragen der Sicherheitspolitik: Das Militär dürfe nicht mehr im Mittelpunkt stehen, zivile Alternativen müssten in Sicherheitsfragen Vorrang haben, heißt es von der Organisation zum Bundeswehr-Weißbuch.

Samstag, 16. Juli 2016

Militärputsch in der Türkei mit deutschen Waffen

P R E S S E M I T T E I L U N G
Noch ist die Lage unübersichtlich, doch Bilder zeigen schon jetzt deutsche Waffen – u.a. Militärfahrzeuge von „Mercedes-Benz“ und „Leopard“-Panzer – im Einsatz beim Putschversuch des türkischen Militärs gegen die AKP-Regierung von Staatspräsident Erdogan. Friedensaktivisten fordern Waffenexportstopp.
Der Putschversuch begann in Istanbul unter anderem mit der Sperrung der Bosporus-Brücke in Istanbul. Später wurden auf der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem europäischen- und asiatischen-Teil der Stadt Menschen vom Militär niedergeschossen. Die Sperrung der Brücke erfolgte, wie Bilder zeigen, durch quergestellte Unimog-Fahrzeuge des deutschen Herstellers „Mercedes-Benz“.
Ein Video aus der Putschnacht zeigt wiederum einen „Leopard 1“-Panzer der türkischen Armee bei der Fahrt auf einer Straße vor dem „Marnas Hotel Bayrampaşa“ im europäischen Teil Istanbuls. Mehrere Fotos zeigen auch einen der in Deutschland gebauten „Leopard 1“ vor dem Atatürk-Flughafen. Zwischen September 1982 und Dezember 1983 wurden insgesamt 77 „Leopard 1 A3“ an die Türkei geliefert. Von 1990 bis 1992 gab es weitere Lieferungen, womit die türkische Armee heute über 397 „Leopard 1“ verfügen – davon 320 aus den Beständen der Bundeswehr.
Auch „Leopard 2“-Panzer hat die türkische Armee beim Putschversuch zum Einsatz gebracht, wie Fernsehbilder des Senders „euronews“ aus der Nacht zeigen. Bis 2013 wurden 354 „Leopard 2“-Kampfpanzer des deutschen Herstellers „Krauss-Maffei Wegmann“ an das Land verkauft. Neben „Leopard“-Kampfpanzern wurden vor allem Kleinwaffen und leichten Waffen, Radfahrzeuge wie die Mercedes-Unimogs, Kriegsschiffe, Feuereinrichtungen und elektrische Geräte, Sprengkörper und Munition in das Land exportiert. Insgesamt wurden an die Türkei zwischen 2001 und 2012 Waffen im Wert von fast zwei Milliarden Euro geliefert.
„Der Einsatz deutscher Waffen bei dem Putschversuch zeigt, wie unberechenbar Waffenexporte sind“, erklärt Ralf Buchterkirchen, Bundessprecher der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK). „Die Bundesregierung kann nie garantieren, wo und wie deutsche Waffen letztlich eingesetzt werden“, so Buchterkirchen weiter. Er fordert einen generellen Stopp deutschen Rüstungsgeschäfte: „Nur ein gesetzliches Verbot von Waffenausfuhren kann verhindern, dass mit deutsche Waffen Menschen getötet werden“, erklärt der Friedensaktivist. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die DFG-VK die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“: www.aufschrei-waffenhandel.de
Zur Lage in der Türkei zeigt sich die DFG-VK besorgt. Erdogan habe sich in den letzten Jahren zu einem Despoten erhoben und einen grausamen Krieg gegen die Kurden geführt. Ein Militärputsch sei laut der Friedensorganisation aber keine nachhaltige Lösung für die Politik in der Türkei – die Bevölkerung würde nur noch mehr gespalten, es drohe ein Bürgerkrieg. Schon jetzt sollen über 90 Menschen ums Leben gekommen sein.

Freitag, 15. Juli 2016

Erzählen ist eine ganz alte Tradition

Zum letzten Mal: Erzählfest im Stephansstift ZEB mit Familiennachmittag und langer Nacht mit wundersamen Geschichten und Märchen
Am Samstag, 23. Juli 2016, veranstaltet das Stephansstift Zentrum für Erwachsenenbildung (ZEB) in Hannover zum letzten Mal sein traditionelles Erzählfest. Damit feiert es den Abschluss der aktuellen und letzten Erzählausbildung unter der Leitung von Jana Raile. Die Erzählkünstlerin wird in Zukunft ihren Ausbildungsschwerpunkt auf „Heilsames Erzählen“ verlagern.
Von 14.00 bis 17.00 Uhr gibt es ein märchenhaftes Familienprogramm: Neben klassischen Märchen und lustigen Geschichten wird es zauberhafte Spiele, Abenteuerreisen und Mitmach-Angebote für Kinder sowie Kaffee und Kuchen geben. Um 20.00 Uhr beginnt mit der „Erzählnacht“ unter dem Motto „Wachgeküsst!“ das Programm für die Erwachsenen mit wundersamen Geschichten und Märchen von Nah und Fern, das bis Mitternacht dauert.
Als Abschluss ihrer Ausbildung zur Erzählerin organisieren 14 Frauen aus dem ganzen Bundesgebiet dieses Fest. Ein Jahr lang hat sie Jana Raile, die bekannte Erzählkünstlerin aus Neustadt, Schleswig-Holstein, auf den Weg gebracht und ihnen die Kunst des freien Erzählens vermittelt. Die Veranstaltung lädt zur Freude, zum Phantasieren und Zusammensein ein und will Leidenschaften entfachen, in einer immer komplizierter werdenden Welt. Die 14 Erzählerinnen wecken mit Stimme und Gestik versteckte Schönheiten, verursachen Gänsehaut und bringen mit Schalk und Weisheit zum Schmunzeln.
 Erzählen ist eine ganz alte Tradition und in einigen Ländern noch heute lebendig. Ziel der frisch ausgebildeten Erzählerinnen ist es, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Einige werden diese Kunst in ihre berufliche Tätigkeit einbinden, andere wollen Kindergruppen erfreuen, wieder andere werden Programme für Erwachsene anbieten. Für alle diese Frauen aber gilt, dass das Erzählen zu einer persönlichen Leidenschaft geworden ist.
Gründe dafür gibt es genug: Erzählen entschleunigt, braucht Muße und Gelassenheit. Beim Erzählen hält die Welt den Atem an, die Zeiger der Uhr stehen still und es gibt nur noch das Zeitmaß der Geschichte. Das Erzählen schafft einen Raum, in dem man sich geborgen und aufgehoben fühlt, in dem man Samen von Liebe und Hoffnung pflanzt, in dem man Spaß hat und miteinander Wege zum Träumen findet.
Das Erzählfest findet im Stephansstift ZEB, Kirchröder Straße 44, Hannover-Kleefeld statt. Karten für den Erzählnachmittag gibt es für 3 € an der Information, für die Erzählnacht im Festsaal können Karten zum Preis von 11 € unter Tel. 0531 500718 vorbestellt oder an der Abendkasse erworben werden.



Mittwoch, 13. Juli 2016

Naturbad Hainholz bleibt in diesem Sommer geschlossen

Landeshauptstadt Hannover:

Das Naturbad Hainholz sollte in diesem Sommer planmäßig bis zum 28. August geöffnet werden.
Leider kam es kurz vor der Eröffnung zu einem technischen Schaden im Bereich der Umwälzungspumpen. Durch den Ausfall der Pumpen wurde der biologische Wasseraufbereitungsprozess gestoppt und musste nach der Reparatur der defekten Komponenten komplett neu gestartet werden. Kurze Zeit später kam es durch die Flutung eines Technikschachtes erneut zu einem Ausfall der Umwälzpumpen, diese wurden dabei beschädigt und müssen repariert werden.
Durch den weiteren Ausfall der Pumpen wurde der biologische Wasseraufbereitungsprozess erneut gestoppt und muss nach der Reparatur komplett neu gestartet werden. Es ist davon auszugehen, dass sich ein neues stabiles biologisches Gleichgewicht frühestens 4 bis 6 Wochen nach der erfolgten Reparatur einstellen wird, so dass eine Öffnung des Bades erst Anfang bis Mitte September möglich wäre.
Ein Betrieb des Hainhölzer Naturbades ist daher in diesem Sommer nicht mehr möglich, das Bad bleibt geschlossen.
Die Reparaturarbeiten werden dennoch zeitnah durchgeführt. Die defekten Pumpen werden benötigt, da auf die Umwälzung des Beckenwassers nicht verzichtet werden kann, um Frostschäden im Bereich des gefüllten Beckens zu verhindern. Das Hainhölzer Bad wurde in den Jahren 2006 bis 2008 zu einem Naturbad umgebaut. Seit 2011 läuft eine Klage der Landeshauptstadt Hannover gegen das ausführende Architekturbüro, da schon zuvor gravierende Mängel aufgetreten sind. Die mündliche Verhandlung zum Klageverfahren erfolgt im November dieses Jahres.  

Freitag, 8. Juli 2016

Ausdrucksstarke Bilder

Fotoausstellung „Gesichter“ von Rüdiger Reckstadt im Regionshaus
Hannover. Sie haben einen langen Weg hinter sich: Die Fotos von Rüdiger Reckstadt zeigen Kinder, Frauen und Männer, die nach ihrer Flucht aus Afghanistan und Syrien bei uns angekommen sind. Das vermeintlich Fremde vertrauter werden lassen – die ausdrucksstarken, großformatigen Bilder laden dazu ein, sich die Zeit zu nehmen, die Menschen und Gesichter in Ruhe zu betrachten und ein Stück weit kennenzulernen. Hildesheimer Straße 20, Hannover, bis 26. Juli, während der Öffnungszeiten montags bis donnerstags, 8 bis 17 Uhr, freitags 8 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei

Mittwoch, 6. Juli 2016

Das Risiko reist mit: Tierschutzexperten raten weiterhin vom Urlaub mit Hund in Dänemark ab

Pressemitteilung-gekürzt-
 – Mit dem Auto gut erreichbar, mildes Klima, Dünen und Strand – Auf den ersten Blick erscheint ein Urlaub in Dänemark für Menschen mit Hund nahezu perfekt. Doch das dänische Hundegesetz ist alles andere als hundefreundlich. Ein Beißvorfall kann bereits die Beschlagnahmung des Hundes und im schlimmsten Fall seinen Tod zur Folge haben.
Auch wenn Dänemark vor mittlerweile zwei Jahren Änderungen am landeseigenen Hundegesetz vorgenommen hat, warnen die Tierschutzorganisationen TASSO e.V. und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz sowie der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) dennoch vor Reisen mit dem Hund nach Dänemark.
Das seit dem 1. Juli 2010 geltende Verbot von 13 als gefährlich eingestuften Hunderassen hat weiterhin Bestand. Danach dürfen American Bulldogs, American Staffordshire Terrier, Boerboels, Dogo Argentinos, Fila Brasileiros, Kangals, Kaukasische Owtcharkas, Pitbull Terrier, Sarplaninacs, Südrussische Owtcharkas, Tornjaks, Tosa Inus und Zentralasiatische Owtcharkas in Dänemark weder gezüchtet noch gehalten und auch nicht eingeführt werden.
Hundehalter, insbesondere auch Touristen, deren Tiere einer dieser verbotenen Rassen angehören, müssen mit einer polizeilichen Beschlagnahmung und gegebenenfalls auch Tötung ihrer Vierbeiner rechnen. Auch Hunde, die in ihrem Aussehen einer der im Gesetz genannten Rassen ähneln, sind davor nicht gefeit. Dies kann insbesondere Mischlingshunde betreffen. Die Halter müssen im Fall der Fälle eindeutig mittels Herkunftsnachweisen belegen können, dass ihr Tier keiner der gelisteten Rassen angehört.
Auch Hunde, die auf dänischem Boden in einen Beißvorfall verwickelt sind, kann dieses Schicksal treffen. Seit dem 1. Juli 2014 entscheiden nicht mehr die Polizeibeamten, sondern sogenannte „dog experts“ (Hundesachverständige) darüber, ob der betreffende Hund getötet wird.
Offiziellen Angaben des dänischen Landwirtschaftsministeriums zufolge wurden bisher über 600 Hunde auf Basis des dänischen Hundegesetzes getötet, die dänische Organisation fairdog schätzt diese Zahl jedoch weitaus höher ein.
Hundehalter, die ihren Urlaub mit ihrem Vierbeiner in Dänemark verbringen möchten, sollten sich zum Schutz ihrer Tiere vorab unbedingt umfangreich informieren. Besonders zu beachten ist die Pflicht, Hunde an den dänischen Stränden zwischen dem 1. April und dem 30. September an der Leine zu führen.

Montag, 4. Juli 2016

„Kompromisslos gegen Rechtsextremismus“


Landesregierung bringt „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Menschenrechte“ auf den Weg
Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz und Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport, Stephan Manke, haben am (heutigen) Montag das „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Menschenrechte“ vorgestellt. Es war am 20. Juni 2016 von der Landesregierung beschlossen worden und hat die Aufgabe, die bereits bestehenden Maßnahmen einzelner Akteure im Land besser zu bündeln und aufeinander abzustimmen. „Rechtsextremismus ist vielgestaltig und verlangt nach ebenso vielgestaltigen Antworten“, so Justizministerin Niewisch-Lennartz. Die Landesregierung tritt für ein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit ein. „Mit dem Landesprogramm unterstützen wir als Land die Zivilgesellschaft im Engagement gegen den Rechtsextremismus“, so Innenstaatssekretär Manke.
Das „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus“ ist unter dem Dach des Justizministeriums beim Landespräventionsrat (LPR) angesiedelt, der über langjährige Erfahrung im Bereich der Kriminalprävention und über ein gut ausgebautes Präventionsnetzwerk verfügt. „Ich begrüße es sehr, dass wir die hervorragende Kompetenz des Landespräventionsrates nutzen können“, so Ministerin Niewisch-Lennartz. „Das „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus“ wird deshalb schnell ein handlungsfähiger und schlagkräftiger Akteur im Kampf gegen rechten Extremismus und für eine starke Zivilgesellschaft werden.“ Die Koordinierungsstelle besteht aus einer Leitungsstelle und zwei weiteren Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern. Die Leitung übernimmt Polizeioberrat Thomas Müller von der Polizeidienststelle Osnabrück, der über vielfältige Leitungs- und Verwaltungserfahrung, insbesondere auch auf dem Feld der Präventionsarbeit verfügt. Ministerin Niewisch-Lennartz: „Ich freue mich, dass wir Herrn Müller als Leiter gewinnen konnten, der im Justizministerium und dem Landespräventionsrat kein Unbekannter ist: Er war zwischen 2001 und 2005 der erste Polizeibeamte, der in der Geschäftsstelle des Landespräventionsrates zum professionsübergreifenden hauptamtlichen Team gehörte.“
Anlass für die Einrichtung des „Landesprogramms gegen Rechtsextremismus“ sieht die Landesregierung in der steigenden Zahl von Straftaten mit rechtem Hintergrund. „Nicht zuletzt die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben sehr eindrücklich gezeigt, wie falsch es wäre, den Rechtsextremismus allein auf Parteien und organisierte Strukturen zu reduzieren“, so Innenstaatssekretär Manke. Rechtsextremes Gedankengut sei zunehmend seltener in festen Organisationen gebündelt. „Wir beobachten immer mehr Aktivitäten und Zusammenschlüsse, die auf einzelne Aktionen setzen, oder auf gezielte Kampagnen gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Muslime oder Flüchtlinge.“  Mehr als 900 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte hat es allein im vergangenen Jahr bundesweit gegeben, in Niedersachsen waren es 108. Und bereits im ersten Quartal dieses Jahres wurden 474 Delikte im Bereich rechtsextremistischer Straftaten gezählt – und damit 47 Prozent mehr als Vorjahreszeitraum. „Diese bundesweit zu beobachtende Entwicklung sehen wir mit Sorge“, so die Justizministerin und der Staatssekretär übereinstimmend. „Daher ist es gut, wenn noch engere Netzwerke mit noch mehr Durchschlagskraft entstehen, die sich gegen diesen Trend stemmen.“
Dies ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt



Sonntag, 3. Juli 2016

Hinweise zum Schutz von Gebäuden vor Starkregen

Stadtentwässerung Hannover

Aufgrund intensiver Niederschläge in den vergangenen Wochen informiert die Stadtentwässerung Hannover im Internet zum Thema Hochwasserschutz. Interessierte finden unter www.Stadtentwaesserung-Hannover.de beispielsweise wichtige Tipps zum Schutz von Gebäuden vor Starkregen. Im Wesentlichen gibt es folgende Möglichkeiten, Gebäude im Ernstfall zu schützen:
  • Vorhalten von Wassersperren wie beispielsweise Sandsackbarrieren,
  • Einbau von Hochwasserschutztüren oder -fenstern,
  • Einbau von mobilen Schutzsystemen,
  • Räumung gefährdeter Garagen und Räume (vor allem Keller) von gefährlichen Stoffen oder Chemikalien,
  • Überprüfung von Hausentwässerungsanlagen und Rückstauklappen,
  • Vorhalten mobiler Pumpen,
  • Planung wasserdichter und auftriebssicherer Gebäude bei Neubauten.
Hintergrundinformationen

Überschwemmungen, die nach Starkregen auftreten, können mehrere Ursachen haben. Zum einen kann die Regenwasserkanalisation nur eine bestimmte Wassermenge aufnehmen und ableiten. Wird diese Menge durch besonders starke Niederschläge überschritten, kann das Wasser nicht mehr durch die Gullys ablaufen. Zum anderen können die Wassermengen durch Hausanschlüsse in die Gebäude gelangen, wenn beispielsweise keine Rückstausicherungen vorhanden sind oder diese nicht gewartet werden. Neuralgische Punkte für das Eindringen von Regenwasser sind grundsätzlich tief liegende Räme wie Keller, Garagen oder Lichtschächte.