Zecken
sitzen meist weniger als einen Meter hoch im Gras oder Gebüsch. Sie
springen nicht und lassen sich auch nicht von Bäumen fallen. Bevor es
zum Stich kommt, krabbeln die Tiere längere Zeit auf dem Wirt herum, um
eine ideale Hautstelle zu finden. Häufig sind geschützte, feuchte
Körperstellen mit dünner Haut wie Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln,
Ellenbeugen, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen betroffen. Auch
unter eng anliegender Kleidung oder Uhrenarmbändern fühlen sich Zecken
sicher und stechen zu. Während FSME-Viren sofort beim Stich übertragen
werden, erfolgt die Übertragung von Borrelien im Allgemeinen erst nach
mehreren Stunden. Das Risiko einer Infektion steigt daher mit der
Saugdauer. Da es keinen typischen Krankheitsverlauf gibt, ist eine
Borreliose nicht immer leicht zu diagnostizieren. Das häufigste
Krankheitsbild ist dabei die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige
Hautrötung meist rund um die Einstichstelle, die einige Tage und
manchmal Wochen nach einem Zeckenstich auftreten kann.
Körper absuchen und Zecken schnell entfernen
Nach
Aufenthalten in der Natur sollte jeder Mensch seinen Körper gründlich
auf Zecken absuchen. Kinder sind aufgrund der geringen Körpergröße
häufiger an Kopf und Hals befallen. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie
so früh wie möglich entfernt und sicher entsorgt werden. Je länger eine
Zecke saugt, desto höher steigt das Borreliose-Risiko. Als Hilfsmittel
eignet sich eine Zeckenkarte, Zeckenzange oder ein Zeckenhaken und, wenn
diese nicht zur Hand sind, eine Pinzette, mit denen man die Zecke dicht
an der Haut am Mundwerkzeug fassen und möglichst vorsichtig senkrecht
herausziehen kann. Wenn kein geeignetes Werkzeug zur Hand ist, sollte
das Tier schnellstmöglich mit den Fingernägeln entfernt werden, um den
Übergang von Krankheitserregern zu verhindern. Zecken, die sich
festgesaugt haben, sollten nicht gequetscht werden. Auch Methoden wie
das Betropfen mit Öl oder Klebstoff sind ungeeignet, da sie die Zecke
reizen und zum Erbrechen bringen können, sodass mehr infektiöser
Speichel und andere Körperflüssigkeiten der Zecke in die Wunde gelangen.
Bei Symptomen sofort zum Arzt
Nach
der Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert, markiert und
fotografiert sowie das Datum im Kalender eingetragen werden. Betroffene
sollten zudem ihren Tetanus-Schutz überprüfen und die Stelle in den
folgenden Wochen beobachten. Zeckenstiche zählen zu den geringfügigen
Verletzungen, die einen Tetanusschutz erfordern. Sollte der nicht
vorhanden sein, empfiehlt sich eine Auffrischung. Bisweilen kommt es zu
einer lokalen Reizung. Treten Symptome wie Fieber,
Lymphknotenschwellungen, neurologische Beschwerden oder eine Wanderröte
auf, ist sofort die Arztpraxis aufzusuchen. Die Ärztin oder der Arzt
entscheidet, ob aufgrund der Symptome ein Antibiotikum gegen Borreliose
gegeben werden muss. Die durch FSME-Viren verursachten Erkrankungen
können nur symptomatisch behandelt werden.
Vorbeugung und Schutzmaßnahmen
Gerade
in FSME-Risikogebieten ist die Prävention besonders wichtig, da die
infizierten Zecken das FSME-Virus in den Speicheldrüsen tragen und
bereits kurz nach dem Stich übertragen. Ein wirksamer Zeckenschutz
beginnt bei der Kleiderwahl. Die Kleidung sollte „geschlossen“ sein:
feste Schuhe, lange Ärmel und Hosenbeine. Helle Farben erleichtern, die
Zecken zu entdecken. Die Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt
werden. Wanderinnen und Wanderer sollten Pfade anstelle des Unterholzes
bevorzugen.