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Donnerstag, 5. Dezember 2024

Die Hütte brennt

Die EntSEDisierung begann nach dem Konkurs der "volkseigenen" Ex-DDR, wo Entnazifizierung noch kaum stattgefunden hatte. 
Legalisierte Regierungskriminalität der bundesdeutschen Treuhand als politische Kolonialisierung verschleuderte das ostdeutsche Volksvermögen an ausländisches Kapital und holte die ehemaligen Rittergüter zurück, vom Steuerzahler finanziert. (Ähnliches passierte in Ungarn, ip). Zehntausende unbescholtene Lehrer und andere Mittelständler bekamen Berufsverbot. (nach Michael Schneider, Verband deutscher Schriftsteller)
Wen also wundert es, dass Ostdeutschland wieder weit nach rechts gerückt ist? 
Die Menschen dort haben dem Westen vertraut, so wie sie einst von Hitler begeistert waren, so wie jetzt Arbeiter in den USA Trump vertrauen, der als Marionette der Superreichen sie nur über den Tisch zieht. So wie Bundeskanzler Scholz noch nicht abgesetzt ist, weil mann keinen besseren für den Posten will. Demokratie bleibt abgeschafft. Die Republiken wanken. IP

Freitag, 24. September 2021

Lamento

Stand-up #girls! Schaut euch den Baumstamm auf dem GartenFriedhof Hannover an,der um sämtliche Eisengitter herum+hindurch gewachsen ist.Das können wir auch! 
30 Jahre #Neoliberale Ideologie zeigt sich z. B. im #Universitätsbetrieb an den aberkannten Doktortiteln, und dass dies System dazu führt, dass die meisten #Forschungsergebnisse falsch sind. (#PaulVerhaeghe, Psychoanalytiker). 
"Freiheit+Machbarkeit sind die neuen Märchen.Real ist nur,dass das bestehende ökonomische System unsere schlechtesten Seiten begünstigt. Wenn bei psych. Krankheiten von #Anpassungsstoerungen gesprochen wird,dann zeigt sich die komplette neue #Ideologie in einem Wort."

Lese ab+zu Abschluss-+#Doktorarbeiten. Ausser bei wenigen Ausnahmen,wie z. B.Theweleits "#MaennerFantasien" sind das überwiegend nichtssagende Nachweise eines absolvierten Studiums, das dadurch "belohnt" wird+Türen zu gut dotierten Jobs öffnet, selten echte #Geistesleistungen. Ip

Montag, 3. Mai 2021

Baerbock-Branding

Von Ingeburg Peters 


Maenner ruehren die werbetrommel für annalena baerbock aus #Hannover, (die schon bei mir im backpackerhostel war), weil sie den frühling symbolisiert, Aufbruch, das Vorwärts. 

#Habeck heuchelte sich ne Träne aus den Augen (Maennerweinen ist ganz modern in dieser Szene), #Stroebele preist die Gruenen als Erfolgsgeschichte, die doch (wie in jeder Oper) auf ner Menge Frauenleichen beruht.

Baerbock, 40 jährig, relativ jung für die politische szene, gut aussehend, mit der Partei „Die Grünen“ das Gute an sich symbolisierend. Als Figur einer aufbruchsstimmung, vorbereitet von der Autistin Greta Thunberg, die noch zu jung, und wirklich unschuldig, für eine Leitungsfunktion ist und sie auch gar nicht will – sowie vorbereitet von Vor-Denkerinnen wie Olympe de Gouges, #rosaluxemburg (vergessen) , #JuttaDitfurth (verleugnet), #PetraKelly (ermordet), Luise Pusch, Angela Merkel. 

Dieses Baerbock-#Branding für das #Deutschlandmarketing lassen sich die Chefs nicht nehmen. Es kommt wie gerufen in einer Zeit des bevorstehenden Weltuntergangs. Und ja, auch für uns Frauen hat es etwas, diese Anpassung ans herrschende System, weil zum Beispiel unsere Kinder in befristeten Jobs gefangen sind, um dem Gespenst der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Hauptsache Arbeit, Hauptsache Struktur. Gutausgebildete besetzen schnell die guten Stellen. Kinderhaben ist kaum noch drin. Die Pandemie macht uns turbo zu Sklavinnen des #homeoffice, wodurch die Wirtschaft ihre Kosten noch weiter senken kann, weil das Zuhause nun steuerlich absetzbar ist, und jegliche #Privatheit abhanden kommt, die uns eigentlich in Grundgesetz und Menschenrechten garantiert wurde. Weil der Finanzsektor sich so noch weiter aufblähen kann.

Die meisten Hungernden arbeiten in der Landwirtschaft. Das erscheint paradox, aber die Monokulturisierung durch Konzerne hat sie ruiniert.

Es gibt keine Hoffnung mehr, wobei ich dies Wort trotz Blochs Elaboraten noch nie leiden konnte, denn es verhindert das Tun. Nur noch Baerbock zum Sympathischmachen der Rüstung und Benutzung von Greta Thunbergs Tun gegen den Verbrecher-Berg.


Montag, 7. September 2020

50Jahre #Petersmedienkunst: Hier "Disruption"


#Hannover. 50 Jahre #Petersmedienkunst: Schon 2002 verabschiedete sich der #Neoliberalismus allenthalben ungeordnet aus den alten fabrikanlagen, hier des continentalwerks in #hannover-#limmer, um die #Wasserstadt zu fantasieren und das selbstfahrende #conti-auto.
Dort blieb alles stehen, als sei den Arbeitern soeben der Hammer aus der Hand gefallen wie in Dornröschen. Nur wurde der Zauber nicht wieder gelöst.
Es kamen Jugendliche und zogen ultralange Kabel aus den eingeschlagenen Fenstern, um das in ihnen enthaltene Metall zu verscherbeln. Sprayer überfielen die vorsorglich für das Immobilienprojekt Wasserstadt zwangsgeraeumten kleingartensiedlungen mit Kapitalismuskritischen Kommentaren.
In der nahegelegenen ehemaligen israelitischen gartenbauschule Ahlem lagen im #maedchenhaus zertrümmerte fotokopierer neben Gardinen, die zugeschissenen Toilettenbecken zerschlagen, als ich mit einem Begleiter durchdrang.
Der Hausmeister von nebenan sagte auf meine Frage nach dem Zustand des Hauses, ein oelbehaelter im Keller des Gebäudes gehe garantiert demnächst in Flammen auf. Die Immobilie schien dem Besitzer unliebsam geworden zu sein, es konnte leicht ein Streichholz drangehalten werden.
Aber da kam nun ich des stets journalistischen Weges und schrieb in meinem kleinen Blatt darueber. Und wie von Zauberhand (Aehnliches passiert häufig durch meine Texte) wurden wenige Tage nach Veröffentlichung die zerbrochenen Fensterscheiben und ausgehaengten Tueren mit Holzverschalung versehen.
Und wieder einige Zeit später stand auf dem Bauschild zu lesen: "Ein Jüdisches Baudenkmal erwacht zu neuem Leben". Sic.
Ingeburg Peters

Sonntag, 3. November 2019

das bezugsgewebe des je einzigartigen anfangen-koennens


VON HANNAH ARENDT LERNEN - Politik, Freiheit und Demokratie _15. FORUM ZUR ZUKUNFT DER DEMOKRATIE_DO., 28. November 2019, 19-21 UHR, Neue Schwanenburg #Hannover

Das Wort von Sontag

Der Kommunismus war nur für jene eine Utopie, die ihn nicht erlebten. Für alle anderen war es die Hölle. Auch mag ich den Begriff Utopie nicht, sprechen wir lieber von Idealismus. Der totale Sieg des Kapitalismus hat viele alarmierende Konsequenzen, und eine davon ist die Zerstörung jeder Art von Idealismus. Der Kapitalismus ist eine Ideologie der Selbstsucht und des falschen Individualismus, sie zerfrisst das menschliche Zusammengehörigkeitsgefühl und provoziert irrationale Gegenreaktionen - den fanatischen Nationalismus in Serbien beispielsweise oder den Dschihad gegen die Moderne in muslimischen Ländern. (Susan Sonntag in einem Interview, gefunden hier)
Aus fembio.org

Samstag, 24. August 2019

Gemein

Habe noch nie darüber nachgedacht, ob ich links bin. Für #juttaditfurth z.b. drifte ich nach rechts.
Meine Ideen sind einfach so attraktiv, dass die Großkopfeten sich die Federn selbst an den Hut stecken wollen, und die Ausführenden das  Honorar in die Tasche. Eine GeschaeftsFreundin: "selbst schuld, wenn Sie Ihre Konzepte nicht verkaufen können."
Konnte ich alles schon einmal, aber mir fehlt nach einigen Fehlschlägen die Lust zum Antichambrieren... #MarcHansmann, noch als Kämmerer, auf Geheiß von #Weil z.b. sagte mir schriftlich einen angefragten ( will ich immer noch) Aufsichtsratsposten bei #enercity ab.
Ich sei nicht "gemeindlich" tätig... Ip

Sonntag, 20. August 2017

Heuchelei pur

Wochenmärkte sind heutzutage nur noch ein Schaugeschaeft für die Besserverdienenden. Die entpackten Plastikfolien werden sorgsam vorm Kunden versteckt.
Eine Ausnahme mögen die Bauernmaerkte sein, zumindest haben in Hannover der Adolphshof, Bauer Stolze und ein paar andere mein Vertrauen.
Letzten Winter erlebte ich dort eine alte Dame gutes Fleisch einkaufen, und zwar in großen Mengen (vermutlich für die Weihnachtszeit) und zu horrenden Preisen.
Auch die Abgeordneten vom nahen Landtag versorgen sich hier mit Qualität.
Und der Rest der Bevölkerung?IP

Sonntag, 12. März 2017

Die wolln doch nur spielen...

Die #kestnergesellschaft #Hannover ist auch nicht mehr das,was sie mal war (weltweit geschätzt mit Warmbüchenkamp, Direktor Haenlein usw.)
Sie kürt eine Stipendiatin, die sich mit Schwitters Merzbau befasste und nun mit dem #Ihmezentrum. Halte den verwinkelten Glaspalast NordLB für wesentlich merziger. Den Dialog mit der Künstlerin führt #Amerikanist Constantin Alexander, der dort logiert. Wohin bitte soll das führen? Tausende Bewohner, die um ihren Lebensmittelpunkt bangen, sind kein Kunst-Sujet.
Künstlerinnen wie Martene Rourke haben sich wesentlich sachlicher mit dem baufälligen Zentrum auseinander gesetzt. Ich suche demnächst einige Fotos von ihr heraus. Ip

Samstag, 6. Februar 2016

SponsorInnen und DurchsetzerInnen gesucht: 100.Todestag Rosa Luxemburg 2019


Kolbes Menschenpaar am Maschsee, von der Fritz-Behrens-Stiftung gesponsort
An dieser Ecke fehlt doch was... ip-fotos
Hannover und die Kunst, das ist so eine Sache. Die riesige Gandhi-Büste am Clara-Zetkin-Weg ist ein Geschenk, okay. Irgendwo musste sie hin. Straßenkunst-Initiator Martin Neuffer sieht sie ja nicht mehr...
Kunst bewegt die Menschen im Idealfall. Und da habe ich als Aktions-Künstlerin in Schwesternschaft zu Schlingensief/Beuys/Heller einen Vorschlag für eine Skulptur an "Führers" Maschsee.
Am Halbrund Maschsee gegenüber vom "Menschenpaar" mit dem idealisierten Akt von Kolbe fehlt nämlich ein kontrastierendes Pendant.
Meine Idee ist, dort eine körperbehinderte kleine Jüdin mit schiefer Hüfte zu realisieren, mir fiele momentan nur Balkenhol aus Fritzlar als ausführender Bildhauer ein: Rosa Luxemburg, die in der Hand Goethes "Faust" hält, den Finger in dem Passus "Im Garten", der die Misere des abgekoppelten Finanzsystems besser erkannte als Marx.
Da wäre ein direkter, geistreicher Bezug zum Marmor-Denkmal Königin Sophie im Großen Garten Herrenhausen gegeben, die den Finger in Leibnizens Theodizee-Buch hält.
Kurz vor ihrer Ermordung las Luxemburg im Faust. Beteiligt an dem unschönen Akt war Noske, späterer Oberpräsident von Hannover.
Übrigens: Ernst Thälmann saß in Hannover in Isolationshaft. Über Rosa Luxemburg, Wilhelm II. konterkarierend, der in Hannover fröhliche Urständ in zahlreichen Feierlichkeiten und Publikationen erlebt, habe ich von einem Praktikanten diesen Artikel erarbeiten lassen:
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38794/1.html
Da hätte Hannover einiges gut zu machen, finde ich, und sprach bereits Sponsoren an: ein Geschäftsmann jüdischen Glaubens antwortete "Was geht mich Rosa Luxemburg an?" "Das bekommen Sie bei der Stadt nicht durch", winkte Stiftungsvorsitzender ab. Tja, die blitzgescheite Sau (Zitat aus dem Artikel oben) geht uns Schlafmützen, die dabei zusehen, wie unsere Existenzgrundlage verzockt wird, ne Menge an. Ob Rat und Verwaltung Hannover wohl die Größe besäßen, der berühmten Leiche aus dem Landwehrkanal ein zeitgemäßes künstlerisches Denkmal zu setzen...?
Bitte benutzen Sie den Spendenbutton auf meiner Site, um die Sache voranzubringen.




Mittwoch, 4. April 2012

Grass frisst's Gras ab? Israel, das Judentum und die Kreuzigung (Überschrift: ip)

Presseinformation:
Landesbischof Ralf Meister zum Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass in der Süddeutschen Zeitung vom 4. April 2012 
Zu dem in der Süddeutschen Zeitung vom 4. April 2012 und in zwei weiteren Zeitungen veröffentlichten Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass gibt Landesbischof Ralf Meister zu bedenken:

„Jeder darf sagen, was gesagt werden muss. Günter Grass sagt es mit dem ihm eigenen besonderen Gestus in einem Gedicht „Was gesagt werden muss“, das in drei international renommierten Zeitungen erschienen ist. Für den gealterten Autor erscheint dieses Geständnis wie ein testamentarisches Fragment.

Doch der Aufruf zum Aussprechen der Wahrheit in poetischer Form geht an der Sache vorbei. Es gibt seit vielen Jahrzehnten eine Kritik aus Deutschland an der israelischen Politik und eine Debatte um die atomare Bewaffnung dieses Landes. Und es gab von verschiedener Seite deutliche Bemerkungen zur U-Boot-Lieferung an Israel. Diese Kritik behält, wenn sie von politischer Vernunft geprägt ist, das Existenzrecht des Staates Israel im Blick und bedenkt die politische Situation, in der andere Staaten dieses Existenzrecht bestreiten. Diese Kritik versteckt sich nicht hinter einem lyrischen Ich, das Vermutungen anstellt und sein bisheriges  Schweigen  aufbricht mit einem finalen Habitus.

Dieses Gedicht erscheint in der Karwoche. Für viele, vielleicht auch für Günter Grass, mag dieser Zeitpunkt völlig unerheblich sein. Für mich nicht. In dieser Woche erinnern Christinnen und Christen an das Leiden Jesu. Und es wird darin auch an eine theologische Tradition erinnert, in der die Schuld für die Kreuzigung dem Judentum zur Last gelegt wurde. Diese theologische und kirchliche Haltung hat zur Vernichtung des europäischen Judentums beigetragen. Die Karwoche bleibt eine Zeit für Einsicht in die eigene Schuld. Auch eine Einsicht in die Schuld gegenüber den jüdischen Glaubensgeschwistern. In diese Einsicht bleibt für mich das, „was gesagt werden muss“, gebunden.“

Dienstag, 20. Dezember 2011

Der ultimative Lesetipp

Der Heilige Vater in Rom als Urbild aller Scheinväter,
Josef verlangte keine Unterhaltszahlungen von Gott
...mehr über das Männer-Gerangel bei Luise Pusch, der berühmten hannoverschen Linguistin:


Scheinväter

Montag, 10. Oktober 2011

Hands off Mother Earth! Hände weg von der Erde!

als es vorvorige nacht so bitterkalt wurde, zeigte das außen-thermometer einige zeit zuvor minus-grade. ich holte es rein, weil es offensichtlich kaputt war. aber drinnen zeigte es die richtige temperatur...
heute morgen warmer regen.
ich schickte einer bekannten einen telepolis-artikel über das dubiose sogenannte geo-engineering; darüber, wie wetter-manipulationen verharmlosend verschleiert werden. sie antwortete, aha, jetzt sei die katze aus dem sack, dass privatfirmen sich daran bereichern.
schön und gut, aber bekannterweise findet aufklärung, wenn überhaupt, im besten falle 20 jahre später statt, fast immer sogar noch später, wenn garantiert alle beteiligten verstorben sind.
ein beispiel: kein zweig imperialistischer kriegsvorbereitung ist in größere geheimhaltung getaucht als der der chemischen rüstung. wer sich nur auf aktuelle mitteilungen und bekundungen verlässt,  scheint einem phantom nachzujagen. aber schriftsteller günther wallraff gelang es mitte juli 1970 dennoch, durch einen einfachen anruf bei dr. hugo stoltzenberg chemische fabrik, gasmasken und atemfilter, in hamburg-bahrenfeld, große mengen haut- und atemgifte zu bestellen...
danach kamen natürlich dementis über dementis, ähnlich scheinheilig wie sich die parteien jetzt über den vom chaos-computer-club entschlüsselten bundes-trojaner ent-rüsten (sic).
geheimhaltung - dies wort macht alle mundtot, auch und gerade heute wieder.
wo ist denn da noch ein funken parlamentarische demokratie? ip

Sonntag, 4. September 2011

CDU-Frisuren

Erinnern Sie sich noch an die gewollt kessen Löckchen der jetzigen Bundestagsabgeordneten Rita Pawelski, bevor sie ihr Coming out hatte? Bevor sie berichtete, dass sie trotz Ehe praktisch allein erziehend gewesen sei usw..
Inzwischen sind sie glattgekämmt wie die von der Leyens.
Ich sprach damals mit ihrem Frisör drüber. "Wir arbeiten dran", versicherte er.
So wie jetzt sieht es effektiv besser aus.
chefin merkels einstige kochtopfdeckel-frisur ist ja schon lange harmonisiert.
ip

Montag, 15. August 2011

die liebe der soldatenfrauen

ich bin noch ein relikt der flowerpower-generation. manchmal sprechen mich junge leute an, was ich damals bei der woodstock-musik gefühlt habe, als ob mir das auf der nasenspitze abzulesen sei.
nun - ich spiele vieles davon immer noch auf der gitarre und singe dazu, auch das beatles-songbook rauf und runter. dabei kommen mir aber manchmal die tränen, weil yoko ono recht behalten hat, dass diese songs romanzen-süchtig machen.
stattdessen ist das perverse wort "front" wieder eingezogen in unseren alltäglichen sprachgebrauch. katrin schwarz zum beispiel hat im adatia-verlag jetzt ein buch mit dem titel "ich kämpf' mich zu dir durch, mein schatz" - briefe von der heimatfront (2000 - 2010) herausgegeben. es handelt sich überwiegend um liebesbriefe von frauen, schwestern, müttern an ihre bundeswehrsoldaten, die in afghanistan, im kosovo oder vor somalia im einsatz sind.
wenn frauen zu sehr lieben..., denke ich spontan beim lesen der ersten sätze an einen bekannten bestseller-titel. und mich ergreift das blanke entsetzen, weil besonders hier so überdeutlich wird, wovon männer im allgemeinen zehren: von der zuwendung der frauen. und nun wiedermal im dienste des krieges? sie berichten von ihrer situation, dass sie sich wie in einer sado-masochistischen beziehung fühlen, wenn die kunde von einem dort umgekommenen soldaten kommt. ist es mein freund/mann/bruder/sohn, den es getroffen hat? die nackte angst gehört zu ihrem täglichen leben.
in den briefen aber schwingt bereits so viel verdrängung mit, da ist der schritt doch nicht mehr fern, richard wagner aus seiner diktator-oper rienzi zu zitieren: "furchtbar entschied das schlachtenlos, das feind und freund darniedertrat." solches pathos ist offensichtlich wieder im kommen und ein akt vollkommener realitätsverleugnung, denn es geht um globale wirtschaftsinteressen, wie ex-bundespräsident köhler es (zu?) ehrlich ausdrückte.
wollten wir deutschen denn nicht endgültig damit aufhören? hat der im zweiten weltkrieg an die "weihnachts-front" zurückgekehrte mir bekannte familienvater nicht sein gewehr zerschlagen und rief "nie wieder krieg"?
stattdessen geht die romantisierungs-scheiße, die emotionale ausbeutung der frauen an der "heimatfront" wieder los: Jasmin schreibt da 2009 "Ich möchte, dass Du weißt, wie sehr stolz ich auf Dich bin und dass ich die Zeit allein für Dich immer wieder aushalte". oder eine andere: "Ich liebe Dich über alles, mein Held." Oh bitte nicht, nicht schon wieder diese Traumata im Namen der Liebe.
Ingeburg Peters

Katrin Schwarz engagiert sich seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich für die Interessen von Soldatenfamilien und gründete dazu eine Internet-Präsenz unter dem klischeeschwangeren namen www.frauzufrau.de.



Donnerstag, 4. August 2011

zuwanderung - nach hannoverscher art....

die schamröte stieg mir ins gesicht, als eine 30jährige ungarin erzählte, wie sie, mit drei monatsmieten kaution dabei, in hannover auf wohnungssuche ging und nur dumme sprüche erntete.
sie trainiert im landesschwimmverband unseren olympia-nachwuchs, verdient gut und beschäftigte sich eine woche lang ausschließlich mit unverschämtheiten folgender art
ein türkischer wohnungsbesitzer: ich nehme nur deutsche.
andere: was, Sie sind nicht verheiratet?
so wenig haben Sie in ungarn verdient?
kann ich mal Ihren arbeitsvertrag kopieren?
spielen Sie ein instrument? haben Sie haustiere?
ildiko wohnte in ungarn im eigenen haus. sie kannte solche torturen nicht. aber die wirtschaftslage dort sei grottenschlecht, allenthalben höchste arbeitslosigkeit.
die jungen leute wollen keine kinder mehr haben und streben ins ausland, berichtet sie.
ich war drauf und dran, in dieser sache wiedermal beim lena-fan und oberbürgermeister zu anti-chambrieren, da erhielt die intelligente, durchtrainierte junge dame endlich eine zusage. ip

Dienstag, 19. Juli 2011

Goldene Kronen und die Degussa („Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt“)

in kleinem, aber intellektuell erlesenem kreis fand die diskussionsrunde freisprech 2 in den räumen der city-zeitung statt. während eine teilnehmerin ihren erhellenden beitrag nicht zur veröffentlichung freigab (schadeschade, ich nahm auch ein kleines video davon auf), öffnete Marlene Stamerjohanns ihr archiv mit einem gedicht von 1999 und einem zeitungsauschnitt.ip

Mittwoch, 6. Juli 2011

Privatisierung von Wasserstraßen soll immer noch möglich sein

Pressemitteilung Herbert Behrens, Mitglied im Deutschen Bundestag: Regierung beugt sich Protesten zum Umbau der Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung

Heute wurde im Verkehrsausausschuss des Deutschen Bundestages über die Zukunft der Wasserstraßen und den geplanten Umbau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) beraten. DIE LINKE. hatte hierzu einen Antrag eingebracht, weitere Privatisierungen und Personalabbau zu stoppen und gemeinsam mit den Beschäftigten, eine zukunftsfähige WSV aufzubauen. Dazu erklärt Herbert Behrens, der norddeutsche Verkehrspolitiker der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag: "Mit Trippelschritten auf die Argumente von Fachleuten zugehen, reicht nicht aus. Nach Anträgen aus allen Fraktionen, geht die Regierung geht heute nach großen Protesten der Verkehrsminister der Länder, der Fachverbände aus Umwelt, Wirtschaft und Binnenschifffahrt, den Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Ver.di und den Empfehlungen der Sachverständigen, zwar auf Kritik an ihren Reformplänen ein, aber zieht keine angemessenen Schlussfolgerungen. Die Vergabe -also Privatisierung- von Aufgaben ist nicht vom Tisch, ebenso wenig die weiteren Personalkürzungen. Alternative Betriebsformen - also Privatisierung- von Wasserstraßen sollen immer noch möglich sein. Unsere Vorschläge nach ökologischer Ausrichtung der Flusspolitik und Aufnahme des Hochwasserschutzes sind nicht enthalten. Die Forderung vieler Experten nach einem gemeinsamen Gremium, in dem alle Akteure: Beschäftigte, Binnenschifffahrts- und Umweltverbände und die politischen Fraktionen, den weiteren Prozess begleiten, wurde nicht aufgenommen. Der Protest gegen den Umbau der WSV zur so genannten Gewährleistungsvereinbarungen muss daher weitergehen."

Donnerstag, 30. Juni 2011

Naturzerstörung durch Mönninghoff, Weil & Co.

Zu der folgenden Pressemitteilung möchte ich ergänzen, dass sich die Hauptschadstoffbelastung des einstigen Gaswerksgeländes am hannoverschen Ihme-Ufer an einem Platz ohne Baumbestand befand, was allen Beteiligten bekannt war. Die meisten der dort gefällten Bäume dienten dem Bau von Waschanlagen, Containern, Durchfahrt und der Abraum-Halle. Genauso gut wäre es aber bei gutem Willen möglich gewesen, das belastete Erdreich gleich abzutransportieren.

Andererseits erhalte ich Presseinformationen der Stadtverwaltung über jeden einzelnen irgendwo in Hannover zu fällenden Baum inclusive Begründungen, warum und weshalb das sein müsste. Das kann ich nur noch als krasse Verhöhnung der Bürger auffassen.

Ingeburg Peters


Sehr geehrte Damen und Herren,

im folgenden finden Sie eine Pressemitteilung der CDU-Bezirksratsfraktion Hannover-Mitte, die die Rechtmäßigkeit der geplanten Fällungen von 120 Bäumen sowie der Entfernung der Hecken am Mars-la-Tour-Parkplatz bezweifelt. Genauso zweifelhaft ist nach Ansicht der CDU-Fraktion der Zeitpunkt der Baumfällungen am "Calenberger Loch".


Pressemitteilung der CDU-Bezirksratsfraktion Hannover-Mitte

CDU bezweifelt Rechtmäßigkeit der geplanten Fällungen von 120 Bäumen sowie der Entfernung der Hecken am Mars-la-Tour-Parkplatz und wird deshalb die Kommunalaufsicht einschalten.

Der Investor Hochtief hat zusammen mit der Verwaltung der Stadt Hannover angekündigt, in Kürze, also inmitten der Brutzeit, rund um den Mars-la-Tour-Parkplatz den Großteil der Bäume und Hecken für das dort geplante Bauvorhaben zu entfernen.

Die CDU-Bezirksratsfraktion hat Zweifel, ob dies rechtmäßig ist. Nach §39 Abs. 5 Nr.2 BNatSchG sind solche Eingriffe in die Natur in der Zeit vom 1. März bis 30. September verboten, dies gilt unabhängig von der grundsätzlichen Fällgenehmigung, welche gemäß der Baumschutzsatzung der Stadt Hannover erteilt werden kann. Mögliche Ausnahmen sind für Hecken grundsätzlich nicht vorgesehen, und eine Baufeldfreimachung ist in der genannten Zeit gemäß den geltenden Richtlinien nur zulässig, wenn dies ein oder wenige Gehölze betreffen würde, welche auch nicht unter Baumschutzsatzungen fallen dürfen. Dies ist hier erkennbar nicht der Fall, und auch ein öffentliches Interesse der behördlichen Genehmigung scheidet als "Vorwand" aus.

Weiterhin kann auch die von Hochtief angekündigte Hinzuziehung eines Vogelkundlers bei den Fällarbeiten nach Ansicht der CDU Bezirksratsfraktion nicht das geltende Recht aushebeln, abgesehen davon, dass dieser wohl kaum auf jeden betroffenen Baum klettern wird.

Generell zeigt es sich hier aus Sicht der CDU zum wiederholten Male, wie wenig die Stadt am Naturschutz interessiert ist, wenn es um eigene Bauvorhaben geht. Gleichzeitig werden die Bürgerinnen und Bürger restriktiv mit der Baumschutzsatzung gegängelt. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen, wir meinen dass die Stadt an sich selbst dieselben Maßstäbe anlegen müsste, die sie auch von ihren Bürgern verlangt.

Eine erhebliche Mitschuld an diesen Naturzerstörungen trifft auch SPD und Grüne, welche immer wieder für solche Bauvorhaben stimmen und auch in diesem Fall offenbar keine Probleme mit der Naturzerstörung während der Brutzeit haben, während sich die CDU vehement für den Erhalt von möglichst viel erlebbarer Natur auch in den Stadtvierteln einsetzt.