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Donnerstag, 15. Dezember 2022

Einzigartig

Eva Engelken hat ein Buch geschrieben, das auf jedem Wohnzimmertisch liegen sollte. ISBN: 9783986180288, 19,90 €. Schnell bestellen! 
Engelken: "Die Technokratie schlägt zurück. Unter dem Mäntelchen der Freiheit des Einzelnen treiben neue Protagonisten eine Entwicklung voran, wie sie frauen- und menschenfeindlicher nicht sein könnte."
Ihr Buch (die dreifache Mutter erwachsener Kinder hat es ihrer Mutter gewidmet) ist ein fundierter und emotionaler Appell, Ja zu Frauen, Müttern und Mädchen zu sagen, sie zu schützen und ihre Rechte zu verteidigen. Ein Buch für alle, die den Wert des Frauseins bewahren und ihre Einzigartigkeit feiern wollen. 
Das Titelblatt des Buches suggeriert allerdings irgendwas zwischen germanysnextmodel+PräsidentengattinimSexclub. Dabei ist der Inhalt sooo wichtig, weil Volljuristin #Engelken unter anderem zeigt,wie durch das #Selbstbestimmungsgesetz Tür+Tor für Missbrauch, z. B. für #PÄDOKRIMINELLE, oder auch den medizinisch-industriellen Komplex geöffnet wird.





Dienstag, 23. August 2011

Moralisches Verhalten erfordert bewusstes Denken

immer wieder mal gibt es magische momente in meinem leben. einer davon ereignete sich auf dem campus der universität von washington in seattle, den ich vor rund zehn jahren kurz vor weihnachten überquerte, auf eine in warmem licht strahlende geöffnete hörsaal-tür zu, die mich regelrecht ansaugte, und an der angeschrieben stand:  vorlesung antonio damasio "the feeling of what happens" (als deutscher Buchtitel: Ich fühle, also bin ich).
ich ließ mich zwischen einer kleinen bunten schar zuhörern aller altersgruppen nieder, und obwohl mein englisch stark limitiert ist, verstand ich jedes wort.
was der gut aussehende, entspannte professor damasio aus kalifornien, mit elegantem weißen schal über den schultern, dort über die rolle der gefühle erzählte, die sich auf dauer nicht betrügen lassen vom verstandesdenken, hat mich sehr beeinflusst.
jetzt hat damasio sein werk nochmal populär neu zusammengefasst. auf deutsch ist es im Siedler-Verlag erschienen und heißt "Selbst ist der Mensch" - körper, geist und die entstehung des menschlichen bewusstseins.
dabei versteht es der führende neuro-wissenschaftler, in prägnanten metaphern darzustellen, wie der unbewusste teil des geistes den riesigen fels darstellt, der bewusste hingegen nur eine kleine aufmontierte antenne, was mich an ein bekanntes tusche-bild weiblicher fruchtbarkeitsgöttinen-"antennen" von miró erinnert. auf einmal versteht man, was joseph beuys meinte, als er behauptete, er denke mit dem knie.
so elegant wie damasio aussieht, so formuliert er auch: "Das Selbst fokussiert den Geistesprozess, durchtränkt das Abenteuer, anderen Objekten und Ereignissen zu begegnen, mit einer Motivation, und infiltriert den Drang, die Welt zu erkunden, mit der größten und wichtigsten Sorge, die ein Organismus haben muss: der erfolgreichen Lebenssteuerung."
solche sätze klingen ganz anders als etwa die des ebenfalls sehr bekannten deutschen neurowissenschaftlers gerhard roth, den ich mal im hannoverschen kaiser-wilhelm-rats-gymnasium erlebte, der die gehirn-funktionen sehr irreversibel biologistisch beschreibt.
damasio hingegen sieht diese vorgänge viel lockerer. und ihm geben dabei die alten indischen weisheitsbücher recht: dass die reflexion von kenntnissen zu neuen entscheidungen führen kann.
oder - wie sagte auch der freiburger philosoph martin heidegger: denken heißt, über das be-denk-liche nach-zu-denken.
genau das hingegen tun nach wie vor viel, viel zu wenig leute.
Ingeburg Peters


Montag, 15. August 2011

die liebe der soldatenfrauen

ich bin noch ein relikt der flowerpower-generation. manchmal sprechen mich junge leute an, was ich damals bei der woodstock-musik gefühlt habe, als ob mir das auf der nasenspitze abzulesen sei.
nun - ich spiele vieles davon immer noch auf der gitarre und singe dazu, auch das beatles-songbook rauf und runter. dabei kommen mir aber manchmal die tränen, weil yoko ono recht behalten hat, dass diese songs romanzen-süchtig machen.
stattdessen ist das perverse wort "front" wieder eingezogen in unseren alltäglichen sprachgebrauch. katrin schwarz zum beispiel hat im adatia-verlag jetzt ein buch mit dem titel "ich kämpf' mich zu dir durch, mein schatz" - briefe von der heimatfront (2000 - 2010) herausgegeben. es handelt sich überwiegend um liebesbriefe von frauen, schwestern, müttern an ihre bundeswehrsoldaten, die in afghanistan, im kosovo oder vor somalia im einsatz sind.
wenn frauen zu sehr lieben..., denke ich spontan beim lesen der ersten sätze an einen bekannten bestseller-titel. und mich ergreift das blanke entsetzen, weil besonders hier so überdeutlich wird, wovon männer im allgemeinen zehren: von der zuwendung der frauen. und nun wiedermal im dienste des krieges? sie berichten von ihrer situation, dass sie sich wie in einer sado-masochistischen beziehung fühlen, wenn die kunde von einem dort umgekommenen soldaten kommt. ist es mein freund/mann/bruder/sohn, den es getroffen hat? die nackte angst gehört zu ihrem täglichen leben.
in den briefen aber schwingt bereits so viel verdrängung mit, da ist der schritt doch nicht mehr fern, richard wagner aus seiner diktator-oper rienzi zu zitieren: "furchtbar entschied das schlachtenlos, das feind und freund darniedertrat." solches pathos ist offensichtlich wieder im kommen und ein akt vollkommener realitätsverleugnung, denn es geht um globale wirtschaftsinteressen, wie ex-bundespräsident köhler es (zu?) ehrlich ausdrückte.
wollten wir deutschen denn nicht endgültig damit aufhören? hat der im zweiten weltkrieg an die "weihnachts-front" zurückgekehrte mir bekannte familienvater nicht sein gewehr zerschlagen und rief "nie wieder krieg"?
stattdessen geht die romantisierungs-scheiße, die emotionale ausbeutung der frauen an der "heimatfront" wieder los: Jasmin schreibt da 2009 "Ich möchte, dass Du weißt, wie sehr stolz ich auf Dich bin und dass ich die Zeit allein für Dich immer wieder aushalte". oder eine andere: "Ich liebe Dich über alles, mein Held." Oh bitte nicht, nicht schon wieder diese Traumata im Namen der Liebe.
Ingeburg Peters

Katrin Schwarz engagiert sich seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich für die Interessen von Soldatenfamilien und gründete dazu eine Internet-Präsenz unter dem klischeeschwangeren namen www.frauzufrau.de.