Dienstag, 21. Juli 2026
Soldatische Logik - ein Testosteron-geschwängertes Psychogramm
Samstag, 27. Juli 2019
Drohnen - Gedicht von Marlene Stamer-Johanns
Wenn Drohnen drohen, ihre Männlichkeit hier zu verlieren,
wenn sie - unbemannt - statt Sperma
Bomben mit sich führen,
die freitags in Moscheen, die bemannt sind, explodieren, wenn sie, statt schwellende Kräfte auf dem Hochzeitsfluge zu genießen,
ferngesteuert Bilder von rennenden
Frauen schießen, eh sie schießen,
wenn Haubentauchervoegel und
Tarnkappenbomber sich im Flug verbeißen, gehen die Waffenlobbyisten vor Freude scheissen.
Was können wir tun?
Wir heißen alle Meyer, ganz egal, wo wir wohnen. Unsere Namen wurden abgehört von Internetspionen.
Wir werden voll verarscht, alle Generationen, verarscht von verstaubten Religionen, und von Kommunismus, Sozialismus, Kapitalismus, Nazi onalsozialismus, verarscht von dem ganzen verstaubten Schismus, der vom Tisch muss, und der Staub zieht über die ganze Welt. Was können wir tun?
Holt die Jungs von Deck, denn das Deck hat ein Leck.
Schluss mit der Schiene!
Sicher ist ein Job bei der Bundeswehr und bei der Kriegsmarine.
Sagt ihnen, sie sollen alle Imker werden gegen #Bienensterben,
hinterm Deich im Ökoreich,
wo so viele Apfelbäume warten auf Honigbienen, und nicht auf Soldaten. Sonst werden sie noch nekrophil im Gefühl, und dann werd ich nekrophil im Gefühl.
Ja, das ists, wonach ich schmachte.
Kunst ist Notdurft,
und ich schlachte
Mir gleich eine Kellerassel
Bevor ich hier noch weiterquassel.
Montag, 15. August 2011
die liebe der soldatenfrauen
nun - ich spiele vieles davon immer noch auf der gitarre und singe dazu, auch das beatles-songbook rauf und runter. dabei kommen mir aber manchmal die tränen, weil yoko ono recht behalten hat, dass diese songs romanzen-süchtig machen.
stattdessen ist das perverse wort "front" wieder eingezogen in unseren alltäglichen sprachgebrauch. katrin schwarz zum beispiel hat im adatia-verlag jetzt ein buch mit dem titel "ich kämpf' mich zu dir durch, mein schatz" - briefe von der heimatfront (2000 - 2010) herausgegeben. es handelt sich überwiegend um liebesbriefe von frauen, schwestern, müttern an ihre bundeswehrsoldaten, die in afghanistan, im kosovo oder vor somalia im einsatz sind.
wenn frauen zu sehr lieben..., denke ich spontan beim lesen der ersten sätze an einen bekannten bestseller-titel. und mich ergreift das blanke entsetzen, weil besonders hier so überdeutlich wird, wovon männer im allgemeinen zehren: von der zuwendung der frauen. und nun wiedermal im dienste des krieges? sie berichten von ihrer situation, dass sie sich wie in einer sado-masochistischen beziehung fühlen, wenn die kunde von einem dort umgekommenen soldaten kommt. ist es mein freund/mann/bruder/sohn, den es getroffen hat? die nackte angst gehört zu ihrem täglichen leben.
in den briefen aber schwingt bereits so viel verdrängung mit, da ist der schritt doch nicht mehr fern, richard wagner aus seiner diktator-oper rienzi zu zitieren: "furchtbar entschied das schlachtenlos, das feind und freund darniedertrat." solches pathos ist offensichtlich wieder im kommen und ein akt vollkommener realitätsverleugnung, denn es geht um globale wirtschaftsinteressen, wie ex-bundespräsident köhler es (zu?) ehrlich ausdrückte.
wollten wir deutschen denn nicht endgültig damit aufhören? hat der im zweiten weltkrieg an die "weihnachts-front" zurückgekehrte mir bekannte familienvater nicht sein gewehr zerschlagen und rief "nie wieder krieg"?
stattdessen geht die romantisierungs-scheiße, die emotionale ausbeutung der frauen an der "heimatfront" wieder los: Jasmin schreibt da 2009 "Ich möchte, dass Du weißt, wie sehr stolz ich auf Dich bin und dass ich die Zeit allein für Dich immer wieder aushalte". oder eine andere: "Ich liebe Dich über alles, mein Held." Oh bitte nicht, nicht schon wieder diese Traumata im Namen der Liebe.
Ingeburg Peters
Katrin Schwarz engagiert sich seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich für die Interessen von Soldatenfamilien und gründete dazu eine Internet-Präsenz unter dem klischeeschwangeren namen www.frauzufrau.de.
Freitag, 16. April 2010
frau tut, was ihr möglich bleibt
ich ahnte schon, wie es kommen könnte in afghanistan.
besonders "männer" ("richtige") werden das jetzt vielleicht naiv nennen und wiedermal ihr hohngelächter anstimmen.
wenn man aber bedenkt, dass die agenda von attac heute praktisch als mögliche vorlage zur finanziellen sanierung großbritanniens verwendet wird, so wirft das ein trauriges licht auf die doch so oppositionsfeindliche etablierte politik.
nach 9/11 konnte ich mich mit meiner zeitung im umfeld des in hannover lebenden bundeskanzlers, der mangels innenpolitischer erfolge offensichtlich eine wirksame strategie für die bevorstehenden wahlen brauchte, rechtzeitig für eine verweigerung des kriegseinsatzes im irak einsetzen.
man tut eben, was man kann, diesen satz könnte ich eigentlich der antidiskriminierungsstelle in berlin melden und gleichstellung der frau in der sprache einklagen.
Mittwoch, 24. September 2008
im schritt imposant...
es befindet sich aber seltsamerweise dort schon seit fast 20 jahren, und immer mal wieder werden kränze niedergelegt. warum?
weil der mythos vom männlichen mut und genie hier zu fall gebracht wird.
Denkmäler für gefallene soldaten, zum beispiel im hannoverschen georgengarten, werden pauschal aufgestellt, martialische zeichen aus stein. die zurückgebliebenen frauen und kinder packt ein unbehagen über dieses pathos. erst recht, wenn beispielsweise vor dem hannoverschen archivgebäude general von alten als held der schlacht von waterloo ein aufwändiges denkmal, von bildhauer heinrich kümmel (1810-1855) imposant insbesondere im schritt ausgearbeitet, erhielt, die kleinen sogenannten "gefallenen" aber pauschal unter bataillon xy subsummiert werden. ähnlich wie es in goslar jetzt ein denkmal für die frau gibt, eine maillol-ähnliche amorphe gesichtslose masse...
Samstag, 13. September 2008
ich könnte kotzen
Ich wollte ihn ansprechen, ob er aus Afghanistan kommt, und ob die äußere erscheinung mit seiner inneren kongruent ist, ging aber erstmal in die bahnhofsbuchhandlung, und als ich zurückkehrte, war er leider verschwunden.
3000 amerikanische arme soldaten sind bereits bis jetzt in den ölkriegen ihrer regierung getötet worden. und immer müssen die armen aus not ihre kinder in den krieg schicken (ein junger schwarzer: "muss ich wirklich töten, um aufs college gehen zu können?") und immer dürfen die doofen ehe- und sonstigen -frauen als emotionslieferantinnen herhalten. so wie sie jetzt palin verheizen, die einen sohn opfert, weil es die propagandaabteilung so will.
es scheint, als hätten die reichen der welt einen wiederauferstandenen karl marx als persönlichen pr-berater: macht euch die ganze welt untertan, versklavt alle, capital, capital, zins und zinseszins und mehrwert. ich konnte mir bisher nicht vorstellen, dass ein amerikanischer präsident aus dem milieu der have-mores scherzfragen nach dem „verbleib der weapons of mass destruction unterm rednerpult“ stellen könnte. aber ähnlich wie der ungeschlachte michael moore aus flint spielen kritiker immer nur den vampyren in die hände wie ein kostenloser pr-berater, der mit seiner kritik nur die bessere dramaturgie des nächsten auftritts vorbereitet.
Militär-Werbe-Plakattext der Post: "Wenn mir meine Frau schreibt, dann ist die Heimat ganz nah. Selbst, wenn ich 5.000 Kilometer weg von Deutschland bin." Unterschrift des Plakats: "Deutsche Post. Die Post für Deutschland."
ich könnte kotzen.
Dienstag, 19. August 2008
braune tradition rings um die militärstadt hannover
schon sehr lange denke ich intuitiv, wenn ich nachts die geräusche großer flugzeuge über meinem haus höre, jetzt fliegen sie wieder zum Einsatz nach Afghanistan oder auf den Balkan oder sonstwohin. es ist krieg! erzählen konnte ich das niemand, um nicht lächerlich gemacht zu werden.
dazu habe ich dann aber recherchiert und ein militär hat bestätigt, dass diese geräusche in hannover hörbar sein können. denn hannover ist mitnichten nur die beschauliche großstadt im grünen. wunstorf und neustadt am rübenberge, zwei kleinstädte im norden der region hannover, idyllisch gelegen nahe des steinhuder meeres, beherbergen die einheiten der bundeswehr, die bei internationalen (kampf)-einsätzen wesentliche aufgaben übernehmen.
und am freitag nun wird die eingreiftruppe 1. panzerdivision in der stadt (nach patenschaften, gottesdiensten) mit dem alljährlichen biwak weiter gesellschaftlich akzeptabel gemacht.
wunstorf hat übrigens eine lange braune tradition. von dem gut getarnten flughafen aus wurden für den putschgeneral franco zahllose baskische städte und dörfer (darunter auch guernica) bombardiert. hitler meinte 1942: "franco sollte der Ju 52 ein denkmal setzen". doch nicht in spanien gedachte man der junkers-maschine, sondern auf dem fliegerhorst wunstorf, wo man ihr 1986 ein museum einrichtete. (anmerkung am rande: die Alliierten fanden übrigens den ebenfalls von den nazis bestens getarnten militärflugplatz wesendorf bei gifhorn nicht, der heute noch existiert.)
das Lufttransportgeschwader 62 aus wunstorf übernimmt außerdem zunehmend Aufgaben im Innern der Republik, stellt sich auf "Norm verletzendes Verhalten" ein.
ab 2010 soll auf dem fliegerhorst wunstorf als erstem flugplatz des bundeswehr das großraumtransportflugzeug A 400 M stationiert werden, mit dessen ladekapazität ganze truppenverlegungen in kürzester zeit stattfinden.
so können etwa einheiten des panzerbataillons 33 aus neustadt-luttmersen mit ihren leopard-panzern oder das ebenfalls hier stationierte logistikbataillon 141 innerhalb kürzester zeit in jeden winkel der welt gelangen.
derweil sprechen die von einsätzen zurückgekehrten kaputten soldaten im veranstaltungszentrum glocksee am ende meiner straße von selbstmord und feiern, was das zeug hält, weil sie die traumata nicht loswerden, keinen mülleimer ohne angst angefasst haben zu können.
bitte spenden Sie dem friedensbüro hannover, kto. Nr. 77 49 308, BLZ 250 100 30, die einige der hier genannten fakten in ihrer zeitung "gemeinsam gegen den krieg" veröffentlicht hat.
Montag, 18. August 2008
Sommerbiwak der 1. Panzerdivision
Die Linke im Rat Hannover schreibt:
Kommunalpolitik und Friedenspolitik schließen sich nur oberflächlich betrachtet aus. Hannover ist Partnerstadt von Hiroshima und erst jüngst verlangte OB Stefan Weil im Rahmen eines Empfangs für japanische Jugendliche z.B. endlich auf der ganzen Welt die Atomwaffen abzuschaffen. Wir meinen, das geht schlecht zusammen. Auf der einen Seite Stadt des Friedens und auf der anderen Seite Partner einer Panzerdivision, die im Rahmen der veränderten Aufgabenstellung der Bundeswehr nunmehr Teil einer internationalen Eingreiftruppe wird. Wir stellen in Abrede, dass es die Freiheit ist, die am Hindukusch verteidigt wird. Zunehmende lebensbedrohende Situationen für unsere Soldaten gehen einher mit immer größer werdenden Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung Afghanistans.
