Freitag, 23. Oktober 2026

"Wir schaffen das" auf frankfurterisch

Entdeckte in Frankfurt im Teddybär-Geschäft einen Merkel-Teddy mit Merkel-Raute und Brummstimme. Draußen spielte ein Akkordeonist Bach und Piazzolla. Nahm noch ein paar Mini-Bärchen mit. A rabbit with very long ears was making me smile. Wir hatten doch mal echte Hasen, Schwarzlohkaninchen. 

Wartete auf die Straßenbahn, kam dabei mit einer netten ungarischen Übersetzerin ins Gespräch, weil ich ihr den erworbenen rosa Hasen mit überlangen Schlappohren zeigte, und fragte, ob ich den wohl meiner erwachsenen Tochter schenken könne. Klar, sagte sie, und die Schlappohren waren später im Bett der Tochter tatsächlich häufig von ihr als Halswärmer in Gebrauch.

Schenkte der Auslandskorrespondentin einen der fingerhutgroßen Bären. Die war begeistert, wie er wohl heißen könnte. Crossover in Bezug auf Ihren Beruf, er kann Crossy heißen, sagte ich. Wir lachten herzlich, laut und lange und als die Bahn für mich kam, schickte sie mir ein paar herzgeformte Handgrüße hinterher, bis ich aus ihrem Blickfeld verschwunden war.

Im Chaos von Frankfurt habe ich mich immer gut erholt. In die überfüllte Straßenbahn quetschte sich ein schlanker Banker in schlicht wirkendem superteurem Outfit rein und machte noch schnell für einen Obdachlosen Platz. Wir standen wie die Heringe aneinandergepresst, aber er sagte, das sei gar nichts gegen japanische Verhältnisse.

Am Abend vom Ebbelwei-Lokal zu ihr nachhause hatte meine Tochter einen Uber-Fahrer bestellt, der mit seiner aus allen Fahrzeugritzen in wechselnden Farben strahlenden Lightshow die Heimfahrt im Dunklen psychedelisch färbte. Highlight war dabei das plötzlich im Blickfeld auftauchende kreisrunde, beleuchtete RadissonBlu-Hotel an der Messe. „Macht‘s gut ihr beiden“, verabschiedete er uns. Danke Tochter. Danke Frankfurt. ip

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