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Donnerstag, 10. August 2023

Wem hilft das Selbstbestimmungsgesetz wirklich

Hamburger Morgenpost 14.Okt.1966
Im Sumpf der Mode Die  ModeIndustrie sowohl für die Frau  wurde  überwiegend von Männern gestaltet , um Männern zu gefallen - das gilt oder galt  auch für die  `beengte` HerrenHosenMode  -  Coco Chanel  wurde mal als `Schwulenhasserin`  tituliert  - dabei galt sie damals als   modische Befreierin, indem  sie die Frauen in Kostüme von radikal schlichter Eleganz kleidete, losgelöst von Korsett und pompösem Plunder     : Zitiert:   Die Rangliste der Schwulenhasser führt noch immer Coco Chanel an: Für sie war der Homosexuelle nichts weniger als der Feind der Frau: "Der Geschmack dieser Männer", schrieb sie: "besteht darin, dass sie ausgezupfte Brauen lieben (sich aber zuvor vergewissern, dass dies ihren Rivalinnen ein kalbsköpfiges Aussehen verleiht), sie lieben goldgefärbtes Haar, das an der Wurzel schwarz ist, sie lieben orthopädische Schuhe, die die Frauen zu Krüppeln machen, sie beweihräuchern das von parfümiertem Fett glänzende Gesicht, das alle Männer abstoßen muss."

Chanel zielte mit diesen Sätzen auf ihren Intimfeind Christian Dior, der den Frauen der Nachkriegszeit das verhasste Korsett verordnete und ihnen damit jene "weibliche Silhouette" zurückgab ..  (Der Stand von 9.11.2009)  
(die Informationen schickte Anne Beck). 
Aber diese engen zu kurzen Hosen und zu engen Jacken sind jetzt im männlichen Mainstream üblich. Ip
https://www.derstandard.at/story/1252771734180/sei-sexy-erzaehlt-man-den-frauen?fbclid=IwAR1Av2EDlHJbDeiSR5X0FgDq5xqUXPccffSHJRcPpJIxFBij3rfxeo8Zm54


Donnerstag, 28. Februar 2019

Das 5. Jäckchen

Dass immer mehr Modegeschäfte schließen, liegt laut einer Fachfrau, die ich heute interviewte, daran, dass die Leute bereits 5 dieser entzückenden Oberteile + 4 von den wattierten Jäckchen im Schrank haben. Sogar den derzeit begehrten weißen Seitenstreifen an der Hose gibt es billigst bei C&A, Tchibo, kik, Aldi usw..
Die Konsumenten sind kaufmüde geworden. Ihnen ist die Luft im Laden zu schlecht und der Einkaufsbummel zu stressig.
Obwohl z.b. #Esprit immer noch 70% seiner Ware im Laden verkauft, muss inzwischen mit Events und Erlebnissen gelockt werden, damit das 5. Jäckchen seinen Weg in den Kleiderschrank zuhause findet. Und der Overall für sie und ihn.

Samstag, 3. März 2012

Die prächtigen Regenbogen-Farben der Mayatrachten

Erika Knoop, die berühmte Weltklasse-Couturière aus Hannover, zeigt neue Ergebnisse ihrer Sammelleidenschaft traumhaft schöner Textil-Handwerkskunst.
In ihrem Museum für Textile Kunst, Borchersstraße 23, 30559 Hannover, werden ab 10. März die prächtigen Regenbogen-Farben der Mayatrachten aus Guatemala und Mexiko den Frühling begrüßen.

Eintritt 10 Euro.
Bitte unter museum-fuer-textile-kunst@web.de anmelden, oder Telefon 5295517

Dienstag, 28. Februar 2012

Hannover in der VOGUE



Michaela Nicolic (40) (r) und Assistentin Melanie Müller (25) (l) mit Model in der Mitte


Ende 2011 war das Stylingteam von "hairflair" aus Hannover in Mailand, und ein exklusives Trend-Styling für ein LÓreal-Shooting für die VOGUE zu machen. Die Reise war eine direkte Folge vom Gewinn des LÓreal-Colour-Trophy 2010. Was in der Branche als "Oscar der Friseure" gilt und als Preis für das beste nationale Styling-Team anerkannt ist.

Michaela Nikolic schreibt dazu:
Wir gewannen mit einem außergewöhnlicher Look, einer Mischung aus den 20er und 80er Jahren. Es war ein absolutes Ereignis während der Fashion Week im Taxi durch Mailand zu fahren, in der Hoffnung ein passendes Modell für unser Konzept zu finden. Und dann stehen ungefähr 100 Modells Schlange vor dem Studio und warten auf uns (so ähnlich wie bei Heidi K.). Wer die Wahl hat, hat die Qual und das Rennen machte für uns dann ein blondes Model aus Californien und ein brünettes Modell aus Serbien.
Der zweite Tag war genau so, wie man es aus dem Fernsehen kennt: Auswahl der Outfits und Accessoires mit einem persönlichen Stylisten, Abstimmung des Make Ups mit einer Top-Visagistin - wir (und unsere insgesamt 2 Tages- und 2 Abendlooks) im Vordergrund und ein super professionelles Team im Hintergrund, dass uns dabei unterstützt hat.
Der krönende Abschluß war der Besuch einer Modenschau unter freiem Himmel auf einem Steg im Mailänder Szeneviertel! Wie gesagt, es war grad Fashion Week...


Michaela Nikolic
hairflair
Calenberger Esplanade 4c, 30169 Hannover
0511 - 458 37 87 (M. Nikolic mobil 0172 900 87 17)

Öffnungszeiten   Di - Fr: 09.00 - 20.00 Uhr und Sa: 08.00 - 13.00 Uhr

Kreative Frisuren von klassisch über modern bis flippig ausgefallen.
Farbkompetenz aus über 10 Jahren Praxiserfahrung, fortlaufend geschult.

Beratung, die Frisur mit Make Up und Kleindung in Einklang bringt - zu jedem Anlaß.
Das innovative Team "Hairflair" ist ganz auf Ihre Individualität eingestellt.
Wir freuen uns darauf Sie zu überzeugen !



Abdruck der Stylings von HAIRFLAIR (Hannover, Calenberger Esplanade) im Rahmen einer LÓreal Promotion in der Ausgabe APRIL 2012 der deutschen VOGUE!

Montag, 7. Februar 2011

Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien



Marja Scholten-Reniers: Protest 2
Stickerei auf Stoff
Uli Fischer: Happi Boro
Collage, Baumwolle, Futon, um 1900
2009
Ausschnitt



rag revolution

Internationales Ausstellungsprojekt zur textilen Gegenwartskultur

workshop hannover e.v. in Kooperation mit der Kunsthalle Faust im Rahmen der textour 2011, Hannover

Ausstellungsdauer: 19. März – 15. April 2011
Ausstellungseröffnungen 18. März 2011 17.30 Uhr
Kunsthalle Faust, Zur Bettfedernfabrik 3
19.00 Uhr workshop hannover e.V., Lister Meile 4

Die (Wieder-)Verwendung von textilem Material ist das zentrale Thema der Ausstellung „Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien / rag revolution“. 45 internationale Künstler zeigen im Rahmen des Kooperationsprojektes „textour 2011“ an zwei Orten – dem workshop hannover e.v. Zentrum für kreatives Gestalten und der Kunsthalle Faust – innovative, aus kunst-untypischen Materialien gestaltete Arbeiten an der Schnittstelle der Bereiche Bildende Kunst und Textilkunst.

Die vertretenen Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Untersuchungen und Standpunkte zur textilen Kultur der Gegenwart. Sie beziehen sich dabei auf jene Themenkomplexe, die die Wahrnehmung und den Gebrauch von Textilien bestimmen: Konsum, Ästhetik, Recycling und allgemeine Reflexion.

Ausgewählt wurden die Arbeiten von einer Fachjury aus über 200 Bewerbungen aus Deutschland, der Schweiz, England, Frankreich und den USA.

Der Titel verweist gezielt auf die “entzogene” Nützlichkeit, aber auch auf die Umnutzung des Materials. Die Ambivalenz von Wertlosigkeit und Widerständigkeit, von Passivität und Aktivität wird dabei durch den Doppelsinn des Wortes „Nichtsnutzigkeit“ – Unbrauchbarkeit oder Frechheit? – augenfällig. Ein entschiedener, nachhaltiger „Aufstand!” der so bearbeiteten Objekte in unserer beschleunigten Konsumwelt erscheint aus diesem Blickwinkel geradezu unausweichlich.

Hintergrund dieser Betrachtungsweisen ist die künstlerische Revision und Umdeutung von Gegenständen und Materialien, die Anfang des 20. Jahrhunderts in die Kunstwelt Einzug hielt und mit einer Erweiterung des Kunstbegriffs einherging. In diesem Sinne forderte 1918 Raoul Hausmann, der radikale Propagandist der Dadaisten, den zumeist gebrauchten und damit wertlosen “Dingen und Materialien ihren Nützlichkeitscharakter zu entziehen”. So fanden Alltagsgegenstände etwa bei Marcel Duchamp und Kurt Schwitters ihren Weg in die bildende Kunst, und die etablierten klassischen Gattungsgrenzen sowie das herkömmliche Verständnis vom künstlerischen Werkprozess wurden in Frage gestellt und neu gedeutet. Seitdem ist die Beschäftigung mit Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs, mit Fundstücken und recycelten Materialien und die damit verbundene ästhetische Ent- und Umnutzung in den Künsten fest etabliert.

Die Ausstellung „Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien“ wird realisiert im Rahmen des Kooperationsprojektes „textour 2011“, das der workshop hannover e.v. gemeinsam mit der Handwerksform Hannover und anderen Institutionen durchführt. Das ETN (European Textile Network) und die Fachzeitschrift Textilforum begleiten das Vorhaben. Die Ausstellung wird von der Region Hannover, dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und AHA gefördert.

Der Eröffnung von „Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien“ folgt die Vernissage der Ausstellung „Körperhüllen“ in der Handwerksform Hannover um 20 Uhr. Sie ergänzt das Projekt, das von weiteren Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum begleitet wird.

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Freitag, 12. Februar 2010

geschätzt

hier die aktuelle selbstanzeige mit bezug zu schweizer konten von gestern,
heute sind noch keine neuen meldungen vom niedersächsischen finanzministerium
da:

143 selbstanzeigen
nicht versteuerte einnahmen rund 28.500 000
mehrsteuern 9 900 000 €

ich selbst habe keinen euphorischen euro in der schweiz, oder in südamerika oder sonstwo auf diesem planeten (keine müde mark kann man ja nicht mehr sagen heutzutage), ja nicht mal nen zittrigen cent.


das museum für textile kunst in Hannover, der liebe herr plumhoff, teilte neue öffnungszeiten mit: di - fr 11 - 18 uhr, samstag und sonntag nach telefonischer vereinbarung. gehen Sie hin!!!!!!!!! es steckt das herzblut der modeschöpferin erika knoop in dieser verzaubernden sammlung.

http://www.museum-fuer-textile-kunst.de/

MUSEUM FÜR TEXTILE KUNST

Borchersstr. 23 · 30559 Hannver-Kirchrode
Tel. +49 511 5295517
Fax +49 511 5295518
E-Mail: museum-fuer-textile-kunst@web.de
Internet: www.museum-fuer-textile-kunst.de



Geöffnet: Di. – Fr. 11:00 - 18:00 Uhr

Samstag und Sonntag nach tel. oder Email Voranmeldung geöffnet.

Montag geschlossen

Montag, 3. August 2009

ausdruck durch aufdruck...

kleidung ist ausdruck. und besonders mit aufdruck.
in der s-bahn gestern ein junger mann mit t-shirtaufdruck "kaltes bier und heiße weiber sind die besten zeitvertreiber".
mein müllmann trägt "tausche frau gegen schnaps".
der berühmte philosophie-professor philip kitcher aus new york bevorzugt eine krawatte mit dem stadtplanauszug von manhattan drauf.
ich habe zwei favorisierte shirts, mit denen ich mich gelegentlich gern auf pressekonferenzen von kollegen der bürgerlichen presse abgrenze. bisher erging es mir damit noch nicht so wie dem kameramann in kroatien mit seinem shirt-aufdruck "Ich brauche keinen Sex, die Regierung besorgt's mir jeden Tag.", dessen produktionsfirma deshalb komplett gekündigt wurde. er versteigerte daraufhin das shirt im internet. oder dem ehemaligen mtv-moderator, der zum atomwaffenversuch frankreichs seinerzeit ein shirt mit der aufschrift "hiroshima" trug, was ihm sein chef schnell untersagte.
eines dieser shirts schenkte mir panne von der punk-partei. es steht in fraktur "arbeit ist scheiße" drauf und ist leider derzeit fast untragbar, weil ich damit regelmäßig tumulte verursache und beschimpft werde.
das andere ist bedruckt mit "betreutes trinken" vorn, hintendrauf ein aufgehängter toter hahn. die leute zucken zusammen, wenn sie mich damit sehen. offenbar haben sie eine sucht zu verbergen. es ist ein geschenk aus der sonder bar in heidelberg, wo die grüne fee und alraune-schnaps ausgeschenkt wird, bis man zum hausberg hochzufliegen meint. ein warnschild vor der tür "caution! drunken people crossing", warnt grammatisch nicht ganz richtig, aber mit einem kriech-piktogramm recht eindrucksvoll dekoriert, vor den folgen.
als die mode der zerlöcherten jeans begann, dachte ich, das müsse doch auch bei shirts möglich sein und zerriss meins dekorativ. als ich aber damit fenster putzte, fiel ein nachbar im gegenüberliegenden haus fast aus dem fenster. und auf der straße rannte eine bekannte entsetzt auf mich zu: "was ist dir passiert?". da stellte ich die ausführung dieser idee wieder
ein, sehe aber inzwischen, dass viele pop-stars so zerrissen auf die bühne kommen. aber das tägliche leben ist eben keine bühne. wenn auch für eine künstlerin manchmal so langweilig, dass eine provokation die nötige würze bringt.
ich könnte mir mal eins bedrucken lassen, jetzt zur wahl, mit "basisdemokratie".

Montag, 27. April 2009

anziehen, ausgehen, wegwerfen

heute habe ich mir gesagt, benimm dich doch mal nach norm, und tu einfach das, was man so von einer frau erwartet: geh mit ner freundin shoppen.
klassisches opening mit capuccino und eis im eiscafé. das eis schmeckte nach chemie, so schien es mir.
dann waren wir in der ernst-august-galerie neben dem hannoverschen hauptbahnhof. das personal in einem der dortigen schuhläden zeigte kein interesse an uns, ich denke, zur beratung sind es einfach auch zu wenig leute, die haben genug zu tun, den überblick zu behalten.
jedenfalls hatte ich wieder das schon öfter in den letzten jahren erlebte phänomen, das der rechte schuh gut passte, der linke aber gar nicht, und zwar bei mehreren verschiedenen schuhpaaren. meine freundin schob das sofort in weiblicher selbstbezichtigungs-norm auf meine eben verschieden geformten füße; ich vermutete aber eher, dass die schuhfertigung in china oder sonstwo einfach nicht mehr das ist, was sorgfältige schuhanfertigung mal war.
überhaupt bot der größte teil der shops mode für einen tag an: anziehen, ausgehen, wegwerfen. meine sehnsucht nach hochwertiger klassischer langlebiger kleidung wuchs von minute zu minute.
der shopping-bummel hatte nicht das erwartete stimmungsaufhellende ergebnis. da kann man sich auch gleich von tchibo die schnäppchen ins haus schicken lassen und bei nichtgefallen zurückgeben. und die autobahnen ächzen noch mehr unter der immer dichter werdenden last der just-in-time-liefertrucks.

Freitag, 31. Oktober 2008

mit kajal und makeup: die emos

mal was ganz anderes heute, um zu zeigen, wie jedes individuum sich seine eigene welt im bewusstsein erschafft, etwas über emos.
emos sind jugendliche, die ihre meist schwarz gefärbten haare mit dem glätteisen strecken, der pony verdeckt ein auge. kajal und make-up werden von mädchen und jungs gleichermaßen benutzt.
totenkopf- und schachbrettmuster wird vom sehr eitlen emo häufig verwendet, haarschmuck im herzchen-kirschen-schleifchen-stil und die optisch ins auge fallenden snakebites, schlangenbisse, zwei piercings in der unterlippe, meist selbst gestochen.
die internetplattform netlog mit rund 35 millionen mitgliedern in europa ist der virtuelle marktplatz der emos, mit einer deutlichen häufung bei den 14- bis 24jährigen.
emo-websites erkennt man auf den ersten blick an den nicknames: SoVerySad, SuicideSweetie, EmOtears. Dabei sind die Profilfotos allesamt von oben fotografiert, dass macht die augen ausdrucksstark. dann kommen dunkelromantische filter darüber und pathetische sprüche in schnörkelschrift wie "I will love you till the end" oder "Min Shats, min Shnuggi - Forever in my Heart". Sch wird konsequent als sh geschrieben, Vokale fehlen oft gleich ganz und die wichtigsten ausdrücke haben verbindlich abkürzungen - "iwie" gleich irgendwie, "ka" gleich keine ahnung, "sry" gleich sorry, "vlt" gleich vielleicht.
In einigen Blogs wird auf Teufel komm raus mit selbstmordgedanken kokettiert. liebesgedichte werden zu drohungen, tagebucheinträge zu abschiedsbriefen. jugend halt.
das alles macht den emo zum opfer. gejagt wird der effemierte junge, die schwuchtel. verhauen wird der empfindsame schwächling, der nicht zurückschlägt. getriezt wird die heulsuse, verlacht der introvertrierte gedichteschreiber mit der hornbrille. das war schon immer so. bloß haben die bisher ihr stigma nicht als style vor sich hergetragen.
ein weitere problem kommt dazu: der emo-stil ist zusammengeklaut. die punks wollen ihren nietengürtel wieder, die ska-anhänger sehen ihre schachbrettmuster-devotionalien missbraucht, die gothics waren doch bisher die einzigen, die schlecht drauf und ganz in schwarz waren, und die nazis sind böse, weil diese kids ihre engen mädchenjeans tragen. ach ja, und die alt-homos mussten hart kämpfen, um ihre sexualität offen leben zu können, und da kommen jetzt diese möchtegern-schwulen und küssen sich einfach so...

Freitag, 15. August 2008

mäntelhaus- kaiser-impressionen

wer mal wirklich schöne frauen sehen möchte, jenseits von stereotypen standards wie bei germanys next model, sondern ausdrucksvolle gesichter, tolle figuren in geschmackvoller oder auch kalkuliert ausgeflippter kleidung, vor intelligenz blitzende augen, der sollte mal ins mäntelhaus kaiser in hannover gehen, sich auf eine der gepolsterten bänke setzen, und so tun, als warte er auf jemand.
das ist dort eine atemberaubende parade unglaublich attraktiver frauen, die in den teuren klamotten nach dem neuesten schrei bei hochwertiger qualität suchen, das wort garderobe würde hier natürlich besser passen.
aber wehe, Sie suchen ab größe 46 zum beispiel bei Jil Sander etwas. die verachtung der verkäuferin schlägt Ihnen unverhohlen entgegen. ein musternder blick von oben nach unten. "Nein, jil sander kommt für Sie nicht in Frage." Bumms, aus, sehr charmant...
oder Sie suchen zum ausverkauf nach den figurgünstigen brax-hosen im herabgesetzten bereich. Sie werden einfach nicht bedient, obwohl die vielfalt der größen und weiten verwirrend ist. jedenfalls ging es mir gestern dort so.
auch hörte ich klagen von anderen frauen, die nach einer preisgünstigen abendgarderobe fragten, aber mit dem hinweis beschieden wurden, kaiser habe keine billigen sachen, sie möchten es woanders versuchen.
okay, seufz, käme für mich noch annette spitzl in der altstadt in frage, wo ich einmal jährlich einfach einfallen muss, weil die sachen so urgemütlich und angenehm zu tragen sind, aber auch hier: der preis, der preis.

Dienstag, 22. Juli 2008

Unwiederbringliche Augenblicke der Schönheit


Sie ist mehr als engagiert, sie brennt für kunstvolle Stoffe lichterloh. Es ist eine Leidenschaft. Erika Knoop zieht zur Not Leute bis auf die Haut aus, wenn sie sie überreden konnte, ihr ihre wundervoll gearbeiteten Beinkleider oder Wämschen zu überlassen. Sei es nun in Tibet oder in Indien. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn die alten Handwerke verschwinden in rapidem Tempo. Flinke zarte Männerhände, die zauberhafte Muster sticken, werden kommen immer weniger zum Einsatz. Heutzutage kann ein Computer Sari-Muster vorgeben, aber gegenüber dem handgearbeiteten Stück ist ein das Unterschied in Lichtjahren. In ihrem Museum kann man das sehr schön besichtigen.

Knoop opfert Zeit und Geld und studiert nach Feierabend Kunstgeschichte, um all ihre gesammelten Kostbarkeiten, die sie im Museum für Textile Kunst in der Borchersstraße jetzt der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Zauberhafte Spitzen, Klöppelarbeiten, die es heute nicht mehr gibt, ein Wald von zartesten Geweben umgibt die Besucher. Perlenbestickte Königinnengewänder, Herrscherroben aus Afghanistan und Usbekistan, uralte schwarze Hochzeitskleider und natürlich die indische Sammlung mit Materialien, die in Indien inzwischen einzeln per Chip gesichert werden.

Dabei bespiegelt die Ausstellung keinesfalls nur die Leistung der hannoverschen Couturiere Erika Knoop, sondern zeigt auch legendäre Modelle des in Hannover seinerzeit hoch angesehenen Ateliers Klingenspor, roben von Prinzessinnen, japanische Kimonos in warmen Tönen, die heute wieder hochaktuell sind. Einige Stoffe sind derart kostbar, dass Knoop erhebliche Überzeugungsarbeit bei ihrer wohlhabenden Klientel einsetzen muss, dass dieser handbemalte Crepe nun wirklich nicht zur Verarbeitung freigegeben werden kann. Oder das die bestickten Miniaturen von Pfauen oder Reiher einfach unwiederholbar sind. Unikate der Superlative, von Hannovers Pionierin auf dem Gebiet hochwertiger Garderobe. Sie fertigt für arrivierte Künstler und Künstler-Gattinnen, für Adelshäuser und wird hoffentlich in der vom Sprengel-Museum geplanten Textilkunst-Ausstellung einen Ehrenplatz erhalten: Erika Knoop und ihr Museum für Textile Kunst.

Adresse: Borchersstraße, Hannover-Kirchrode