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Mittwoch, 26. Februar 2025

Muttertag: Ehe = sozialer und legaler Tod der Frau

Frauenuhr. Alle Rechte bei Ingeburg Peters 

Mary Daly, the female Buddha (Exzerpt) :
Unsere Kreativität wird fehlgeleitet als unangebrachte Wut gegen andere Frauen. Verstand und Sinne der Frauen werden verstümmelt und ausgehungert, derart geschwächt, dass sie immer wieder einen Schuss „Mann“ brauchen, sogar nach ihm verlangen: Immer mehr Betrug in immer kleineren Dosierungen. Symptome der Gefolterten sind Dankbarkeit für jedes Körnchen Wahrheit in der Lüge; das „Recht“, Männer wählen zu dürfen. Die abhängigen Opfer beschützen Dracula selbst. Weibliche Mittäterschaft ist Masosadismus. 

Lähmende, von Männern gemachte Gefühle sind Schuldgefühle, Angst, Depression, Feindseligkeit, Bitterkeit, Ressentiment, Frustration, Langeweile, Resignation, „Erfüllung“. Durch die Männergesellschaft verlagert die Frau die Verantwortung für ihre Selbstachtung auf andere. Wenn sie nicht in der Lage ist, ihre eigene Quelle der Selbstachtung zu sein und hohe Erwartungen an sich selbst zu stellen, ist eine Frau ein gähnender Abgrund von seelischen Bedürfnissen. Niemandem gestatten, für uns zu sprechen, außer uns selbst. 

Ein Mann kann ebenso wenig für Frauen fühlen, sprechen oder handeln, wie ein Sklavenhalter für Sklaven. Als abgeleitete Wesen haben wir Vorrechte und viele Belastungen unserer Besitzer. Frauen müssen sehen, fühlen, Mut und Bewusstsein haben, für ihre eigene Freiheit zu reden, zu handeln, auch bei Spott und Verachtung aller Welt. Der Nemesis (Nemesis=bezeichnen des Gynozids, des Lebens aus zweiter Hand) zur Macht verhelfen. Hexen bleiben der Sache der Frau treu. Zerstörung durch Schöpfung kontern – mit unerhörtem Mut.

Aus den männlichen Virus-Infektionen der Seele ausbrechen! Keine Offenbarung, sondern aktive Partizipation. Raus aus der Sündenbock-Sündenfall-Rolle. Frauen werden generell darauf dressiert, nicht zu realisieren. (Ehe=legaler und sozialer Tod). Das Wissen um den Horror in schöpferische Werke umsetzen. Potentialität realisieren erfordert, dass wir die Greuel erkennen und benennen. Tiefe Urerinnerung (Geistig gesund bleiben= uns selbst tatsächlich Gehör verschaffen!) Trau deinen Sinnen! Hinausformulieren! Wörter sind Vibrationen, deren Auren auf erwachende Ohren warten.

Gewalt gegen die Potenz von Frauen durch Streichung=Auslöschung ihrer Äußerungen verhindern. Nicht als Rohrleitung funktionieren. 

Dienstag, 8. März 2011

Machen wir den 8. März (Weltfrauentag) zum gesetzlichen Feiertag

Von Prof. Dr. Luise F. Pusch

Vorbemerkung: Im Frühjahr 2010 bat mich die Fraktion der LINKEN im Hessischen Landtag um ein Gutachten zu ihrem Gesetzentwurf, den Weltfrauentag (8. März) zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Der Landtag stimmte leider dagegen. Das ist natürlich kein Grund, die schöne Idee aufzugeben. Deshalb stelle ich heute zur Feier des 100. Weltfrauentags mein Gutachten ins Netz. Ich hoffe, dass viele den Vorschlag aufgreifen und unterstützen, bis wir es geschafft haben.

Gutachten
Ich befürworte den Antrag der Fraktion der LINKEN im Hessischen Landtag, den Internationalen Tag der Frau zum gesetzlichen Feiertag zu machen.

Begründung:
Frauen sind in Deutschland und weltweit in vielen Bereichen noch immer stark benachteiligt. Einer offiziellen Feststellung der UNO aus dem Jahre 1975 zufolge leisten sie zwei Drittel der Arbeit in der Welt, bekommen dafür 10 Prozent des Lohns und besitzen ein Prozent des Weltvermögens - das dürfte sich bis heute kaum geändert, ja eher verschlimmert haben. Viele ExpertInnen sind überzeugt: “The struggle for gender equality is the single most important struggle on the face of the planet.” (Stephen Lewis, ehemaliger UN-Sonderbeauftragter für AIDS in Afrika.)

Das politische Anliegen, Gerechtigkeit für Frauen herbeizuführen, bedarf m.E. hier keiner weiteren Begründung, die Fakten sind bekannt und überall nachzulesen. Ein gesetzlicher Feiertag für Gerechtigkeit für Frauen könnte einen wichtigen Akzent setzen. Frauen brauchen jede Unterstützung, die sie kriegen können!

Damit ist das Thema frauenpolitisch abgehandelt: Es gibt keinen vernünftigen Grund, der benachteiligten Mehrheit der Bevölkerung die Unterstützung zu verweigern. Auch nicht die symbolische.

Ich möchte das Thema daher feiertagspolitisch angehen:

Wir haben 9 bundesweit geltende gesetzliche Feiertage, 6 davon sind christlich motiviert:
Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 1. und 2. Weihnachtstag.

Neujahr ist traditionell motiviert, der 1. Mai (Tag der Arbeit) und der Tag der deutschen Einheit sind politisch motiviert.

Es scheint angesichts des massiven Prestigeverlusts insbesondere der katholischen Kirche, massenhafter Kirchenaustritte, leerstehender Kirchen und eines ständig wachsenden Bevölkerungsanteils mit nichtchristlicher Religionszugehörigkeit nicht mehr zeitgemäß, den christlichen Kirchen zwei Drittel der gesetzlichen Feiertage zuzubilligen!

Die sich von der Herrschaft der Kirchen emanzipierende Bevölkerung sollte sich mindestens einen, am besten mehrere Feiertage zur nachdrücklichen Markierung der eigenen, politischen Interessen zurückholen.

Es braucht nicht unbedingt ein neuer Feiertag geschaffen zu werden - damit entfallen sämtliche Argumente, wonach der vorgeschlagene Frauen-Feiertag wirtschaftlich untragbar sei. Der 8. März könnte beispielsweise den Pfingstmontag ersetzen, der dafür ein normaler Arbeitstag würde. In den USA ist der Pfingstmontag - wie überhaupt das Pfingstfest - so gut wie unbekannt; in Italien und Schweden wurde er vor kurzem als Feiertag abgeschafft.

Stattdessen hat Schweden den 6. Juni zum Nationalfeiertag erklärt.

Einen solchen haben wir bereits mit dem 3. Oktober. Er löste den 17. Juni als “Tag der deutschen Einheit” ab.

Der 17. Juni stand für eine große politische Hoffnung, die die Westdeutschen nicht aus den Augen verlieren sollten und wollten. Er hat sicher dabei mitgeholfen, dass dieses Ziel schließlich erreicht wurde.

Ähnlich fungiert in den USA der Martin-Luther-King-Day: Immer am 3. Montag im Januar, nahe dem Geburtstag des US-amerikanischen Bürgerrechtlers (15.1.), erinnert sich die Bevölkerung an das große Ziel “Gerechtigkeit für die Schwarzen der USA” - und damit für alle ethnisch minorisierten Bevölkerungsgruppen.

Der Tag der Arbeit (1. Mai) erinnert an das Ziel “Gerechtigkeit für die arbeitende Bevölkerung”.

Gleichzeitig mit der Internationalen ArbeiterInnenbewegung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts die Internationale Frauenbewegung. Ihre politische Bedeutung, Notwendigkeit und Wirksamkeit ist mit der der ArbeiterInnenbewegung mindestens gleichzusetzen, wenngleich die männlich geprägte Geschichtsschreibung dies lange ignoriert hat.

Aber diese ignorante Praxis müssen wir ja heute nicht fortsetzen. Der Hessische Landtag könnte stattdessen ein nachhaltiges und hoffentlich ansteckendes Zeichen setzen.

Für diejenigen, die um das schöne verlängerte Pfingstwochenende trauern würden (sicher sind das ganz viele, ich zähle mich dazu), möchte ich folgenden Trost vorschlagen: Der 8. März wird als beweglicher Feiertag beschlossen; er fällt immer auf den zweiten Montag im März - genau wie die US-AmerikanerInnen all ihre gesetzlichen Feiertage auf Montage gelegt haben.

Hessen kann die Ersetzung des Pfingstmontag-Feiertags durch einen Frauen-Feiertag nicht allein herbeiführen, aber es kann vorangehen, den Feiertag beschließen und sich dann für die bundesweite Lösung „Frauentag statt Pfingstmontag“ einsetzen.


gez. Luise F. Pusch



(mit freundlicher genehmigung der autorin)

Montag, 8. März 2010

empfehlung des tages



den titel dieses guten buches kann ich nicht leiden, klingt so nach enhancement, aber elisabeth meint das richtige: achtet die kinder, unterstützt und beschützt sie. mehr braucht es nicht.
womit wir, elisabeth und ich, keinesfalls verwöhnung meinen.
abschreckendes erziehungs-beispiel: zur cebit hatte ich mit einer großen gruppe männlicher informatik-studenten zu tun.
das gab mir als erst nach dem zweiten weltkrieg geborener einen eindruck, wie sich frauen im krieg unter soldaten fühlen müssen.
gin, wodka, saufensaufensaufen, steintorviertel, wozu da noch cebit?
mensch mütter, lasst das nicht so laufen, sonst sind eure jungs bald früh-invalide.
flatrate-saufen ist nur im ersten jahr nach der geburt an der mutter-brust sinnvoll und dazu noch kostenlos.
lebensgefährlich aber ist, dass die wirtschaft sich weigert, bei den müttern ganz elemantar zu lernen, denn an der mutter-brust regulieren nachfrage und angebot sich perfekt gegenseitig.

Freitag, 5. März 2010

frauenlöhne kräftig erhöhen!!!!

mein vorschlag an frau merkel.
wenn deutschland aus gerechtigkeit gegenüber den südlichen euroland-mitgliedern die löhne anhebt, um den konsum anzukurbeln, dann bitte nur und kräftig die frauenlöhne, die so schmählich vernachlässigt sind, teilweise bei der hälfte von männerlöhnen liegen.
in frauen zu "investieren" ist sowieso das beste, was ein staat tun kann, denn es wirkt sich auch sehr günstig auf deren kinder aus.

Dienstag, 2. März 2010

Wer hat Anregungen zur "Weltgeschichte"?

CNolteVGWS@aol.com schrieb:
> Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
>
> ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mein Buch "Weltgeschichte" mit vorgestellt oder sonst bekannt gemacht haben. Ich hoffe entsprechend, dass es auch Sie freut, dass das Buch auf Platz 4/5 der Sachbuchliste März 2010 gewählt worden ist: http://www.ndrkultur.de/feuilleton/buecher/sachbuchmaerz110.html
>
> Es besteht also die Möglichkeit, dass es zu einer zweiten Auflage kommt. Ich würde mich dann sehr bemühen, Kritik von Ihnen aufzunehmen, denn dass man solch ein Thema nicht ohne Unzulänglichkeiten oder auch Fehler bearbeiten kann, versteht sich von selbst. Ich wäre Ihnen für schriftliche Fassungen der Kritik ggfs. dankbar!
>
> mit freundlichen Grüßen
> Ihr Hans-Heinrich Nolte
>
>
> Professor Dr. Hans-Heinrich Nolte,
>
> Email: CNolteVGWS@aol.com., Bullerbachstr.12, D - 3o89o Barsinghausen,
>
> Universitätsprofessor Osteuropäische Geschichte Universität Hannover i. R.
>
> Gastlektor an den Universitäten Wien und Hildesheim
>
> Herausgeber der Zeitschrift für Weltgeschichte
>
> Werkverzeichnis etc.: http://www.uni-hildesheim.de/de/23222.htm
>
> - Hans-Heinrich Nolte

--

Hallo Herr Nolte,
bin zwar kein Kollege, habe mich aber durch Ihre und Galtungs Aktivitäten rechtzeitig gegen den Irak-Einsatz Deutschlands im Umfeld des Kanzlers Schröder stark machen können.

Zu Ihrem Buch Weltgeschichte deshalb eine Anmerkung:

Sehr gut finde ich die auch im Register aufgeführten vielen "Frauen"-Bezüge.

Zu schaffen macht mir das Zitat im Kapitel Gewalt, die Frauen seien zwar friedfertiger, würden aber die traditionellen Werte, die zum Krieg führen, nach wie vor weitergeben.

Ich bin derzeit im Cebit-Stress, kann aber demnächst nochmal Seiten-Angaben usw. machen.

Die Historikerin Jutta Ditfurth war vorgestern in Hannover, hat das schiefe Ulrike-Meinhof-Bild der Giftmischer Aust, Röhl, BKA usw. korrigiert.

Prof. Claudia von Werlhof, Innsbruck, hat Ärger wegen Äußerungen zu Haiti (siehe Anlage).

Wenn Sie wirklich verstehen wollen, wie ungeheuer schwer es insbesondere für Mütter ist, gegen den Strom zu schwimmen, lesen Sie beispielsweise die Werke der im Januar verstorbenen Mary Daly.

Viele Grüße erstmal aus dem Herzen Hannovers

In Eile

Mit freundlichen Grüßen
Ingeburg Peters
www.city-zeitung.de
City-Zeitung Hannover,
Lenaustr.12 a
30169 Hannover
Tel. 1 31 99 19
Fax 1 52 02


Antwort von heute 13 Uhr:

Hallo Frau Peters,

vielen Dank für den Literaturhinweis! Dem werde ich nachgehen.

Das Zitat brauchen Sie nicht nachzusehen, ich weiß es. Scheint mir
relevant.

mit guten Wünschen, viel Erfolg auf der Cebit
Hans-Heinrich Nolte

Montag, 9. März 2009

nachtrag zum weltfrauentag




dort, wo jetzt die finanzspekulationsbauruine ihme-zentrum in hannover prangt, stand 1884 die mechanische weberei linden. das foto zeigt, wie den müttern die sorge um ihre kinder genommen wurde, damit die fabrik ihre weiblichen arbeitskräfte halten konnte. deshalb baute sie 1872 eine eigene kinderpflegeanstalt auf. die kinder waren in vier alterspflegegruppen aufgeteilt, von denen jede in einem stockwerk untergebracht wurde. den säuglingen von vier wochen bis zu einem jahr gehörte der erste stock. neben dem saal für den aufenthalt der kinder war dort auch eine stube für die stillenden mütter eingerichtet. der zweite stock war für die ein- bis zweijährigen bestimmt. daüber hatten die kindr bis zu sehcs jahren ihren platz. für die großen bis zum 14. lebensjahr gab es im vierten stock ein großes schulzimmer, in dem sie ihre schularbeiten machen konnten, "sonst nützlich beschäftigt wurden" und ihre mahlzeiten einnahmen. das haus und sein betrieb waren sehr praktisch organisiert. die wirtschaftsräume des erdgeschosses waren mit einem speiseaufzug und mit einem abwurfschaft für schmutzige wäsche, die unmittelbar in einem wasserbottich landete, mit allen geschossen verbunden. anstelle einer treppe führte durch das haus eine rampe, die mit kinderwagen befahren werden und auf der kein kind über stufen stürzen konnte. zu jeder etage gehörte neben den aufenthaltsräumen für die kinder ein waschraum, der nach den bedürfnissen der entsprechenden altersgruppe eingerichtet war. außerdem gab es jeweils ein separates kleiderzimmer, umd die straßenkliedung, für die ganz kleinen wohl auch reservewäsche, aufzubewahren. es gab mehrere balkone am haus und einen garten, in dem eine überdeckte halle den aufenthalt in der frischen luft auch an schlechtwettertagen ermöglichte. die leitung der kinderpflegeanstalt hatten von anfang an diakonissen der henriettenstiftung in hannover übernommen. 4-5 diakonissen, 12 wärterinnen und 5-6 küchenmädchen und wäscherinnen betreuten die kinder in diesem haus, woraus sich eine ungefähre vorstellung über die größe der ganzen anstalt gewinnen lässt. der bericht aus dem jahre 1884 hebt besonders lobend die ausstattung mit numerierten säuglingsfläschchen bzw. essgeschirren, mit spielsachen und bildern, mit reichlich matratzen, decken, kinderstühlen und tischen hervor. außerdem wurde der wert solch fürsorglicher erziehung für den weiteren lebensweg der kinder betont.
das schrieb mein guter alter bekannter franz rudolf zankl in der von ihm und rita seidel herausgegebenen hannover-edition zur 750jahr-feiern der landeshauptstadt.
tja, dies vorbild lässt ihr herz höher schlagen, nicht wahr, frau von der leyen. aber leider gibt es die guten alten unternehmer-schweine ja kaum noch, die so etwas intelligentes zustandebrachten.

Sonntag, 8. März 2009

weltfrauentag

wie kann die stadt hannover eine der von besuchern der stadt am meisten frequentierten wegstrecken Mike-Gehrke-promenade nennen, nach einem administrator, der im auftrag des damaligen kreativen oberstadtdirektors martin neuffer das image hannovers pflegen sollte, das aber vor allem von neuffer selbst und dem "goldene eier legenden verrückten huhn", event-künstler und flohmarktgründer reinhard schamuhn, aufpoliert wurde?
hier, wo niki de st. phalles nanas stehen, die zum wahrzeichen hannovers geworden sind, müsste doch auch der weg entlang der leine gegenüber dem beginenturm, der wiege hannovers, niki-de-st.phalle-promenade heißen, denn dies ist wirklich eine promenade und hier steht ihr werk.
stattdessen wurde die geschäftszeile im untergeschoss der bahnhofstraße, ehemals passerelle, nach der weltbekannten künstlerin benannt.
ich fordere umgehende umbenennung.

hier noch ein paar persönliche reflexionen zum weltfrauentag:

der heutige oberbürgermeister stephan weil rief mich mal an, als er noch stadtkämmerer war. vermutlich hatte ihn sein spd-vorgänger schmalstieg dazu animiert.
neben mir saß ein praktikant und ich hatte das telefon laut gestellt.
da sagte dieser stadtkämmerer, wieso ich meine gmbh&co.kg aufgelöst hätte (ich tat dies, um kosten zu sparen, etwas, das einem mann im kapitalismus völlig absurd erscheint, weiß ich ja, aber gewerbesteuern hatte er von derselben eh nie erhalten):
'der name sei doch sehr bekannt und auch er sei geschieden.'
erst verstand ich bahnhof, aber mir dämmerte schnell, dass er auf einen geschäftspartner anspielte, der schon vor jahrzehnten aus meiner firma ausgeschieden war. aus gutem grund, denn der verströmte nur die anmutung von seriosität, die ich wirklich aufbrachte.
ich stotterte irgendwas von, ich hätte meine gründe oder so, während mein praktikant große augen machte. it's a man's world. ich zitterte am ganzen körper vor wut.
today is woman's day. und ich bin nachtragend wie ein elefant.

Freitag, 6. März 2009

Peters proudly presents



Zum Weltfrauentag - und erst recht für danach:
Mensch Maria - ein poetischer Versuch in Wort und Bild von Ingeburg Peters über das Verratensein der Frau.
Jetzt lieferbar: ISBN 978-3-8370-7984-5, 20 €.

Donnerstag, 5. März 2009

Peters proudly presents:


Zum Weltfrauentag - und erst recht für danach:
Mensch Maria - ein poetischer Versuch in Wort und Bild von Ingeburg Peters über das Verratensein der Frau.
Jetzt lieferbar: ISBN 978-3-8370-7984-5, 20 €.

Freitag, 27. Februar 2009

femina feminae lupus

zum internationalen frauentag noch etwas: ein leser schrieb mir, ich würde die männer in meiner zeitung bekämpfen.
find' ich nicht.
ich sage etwas gegen frauenfeindlichkeit, und die kommt von weiblicher seite oft noch viel härter als von männlicher, wo aufgrund der real existierenden machtposition zeitweilig eine größere toleranz besteht.
jeder mann neben mir, und sei er der größte langweiler, wird besonders von frauen als intellektueller usw. hochgestuft, immer höher und toller, je besser meine eigenen leistungen sind.
für jeden meiner männlichen mitarbeiter erledigen meine weiblichen den letzten dreck, aber wehe wenn ich ihnen etwas mehr zumute, dann pochen sie sofort auf unterlassung. sie trauen sich sozusagen, an mir zu üben, wenn man es denn positiv sehen will. sie üben ein wenig, aufmüpfig sein - leider an mir.
eine dritte übt sozial-darwinismus aus, wenn man das wort mobbing vermeiden will. zeige ich mich schwach, tritt sie sofort nach.
das geht scheinbar nach dem motto, bei den alten: wieso sollte die schaffen, was ich nicht geschafft habe.
oder bei den jungen: wenn wir alle sklavinnen sind, warum soll die gerade eine ausnahme machen.
naja, montag treff ich arnie schwarzenegger. mit sowas kann man wohl den neid der mitschwestern erregen... das muss man sich mal überlegen.

Sonntag, 22. Februar 2009

wie blöd kann man eigentlich sein?

da kommt gestern eine lieferantin zu mir und hat ein völlig zerstörtes gesicht wie nach einem afghanistankriegseinsatz, blau angelaufen, notdürftig mit makeup überdeckt.
ich war entsetzt, starr vor schreck. ich dachte an das buch über den schönheitswahn, das ich mehrfach verschenkt hatte. diese frau nun, die da vor mir stand, jenseits der 50, aber immer noch spitzhackenschuh auf barbie machend, murmelt etwas, sie könne aber jetzt ohne brille sehen, offenbar sind auch die augen gelasert worden.
ich war (fast) sprachlos, denn ob man etwas liest oder mit eigenen augen vor sich sieht, ist doch schon ein riesenunterschied.
also mir macht es nichts aus, alt zu werden, im gegenteil, ich werde gern alt. das habe ich auch einer berühmten künstlerin gesagt, die offenbar nebenbei einen vitamin-handel pflegte und mir unbedingt welche andrehen wollte, weil wir doch alle nicht alt werden wollten, nicht wahr?
klar, ich will nicht so gern ins altenheim, das will ja wohl niemand, denn wer steht schon auf käfighaltung. aber gegen das altwerden, verbunden mit dem schwächer werden und krankheiten, habe ich nichts. eine von mir sehr geschätzte freundin, ihres zeichens apothekerin, bestätigte meine haltung:
"Den völlig gesunden Menschen gibt es nicht. Selbst wenn jemand Fitnessstudios besucht und den ganzen Tag Wellness betreibt, wird sich die menschliche Psyche von der Geburt bis zum Tod in den verschiedensten Krankheiten äußern, das ist unvermeidlich. Es geht darum, diese Vorgänge in die eigene Verantwortung zu nehmen, sein Leben zu gestalten, ohne sich jedoch nur noch als reparierbares System zu verstehen. Für manchen Schwerkranken, der im Ausland um sogenannte Sterbehilfe nachsucht, wäre durchaus möglich, mittels moderner Palliativmedizin noch eine sinnvolle Lebensqualität zu erreichen. Allerdings wäre dies für Patient, Arzt und Krankenkasse mit höherem Aufwand an Arbeit und Kosten verbunden, und den scheuen viele.
Bei der Patientenverfügung beispielsweise könnte diese Trägheit im Extremfall dazu führen, dass ein Arzt aufgrund einer solchen Verfügung keine lindernde Behandlung mehr ausführt. Immer mehr Menschen entziehen sich zudem auch der Pflege alter Menschen, eine unmenschliche Entwicklung. Aus sich herauszutreten und zu sich Stellung zu nehmen. Die Dinge in die eigene Verantwortung zu nehmen, das ist das Allerschwerste. Aber genau damit ist zu 90 Prozent der Schritt zu einer besseren Gesundheit getan. Wir sollten einfach das, womit das Leben zusammenhängt, nämlich Krankheit, Alter, Tod, nicht verdrängen."
und hier noch ein gedicht von mir, das demnächst in dem gedichtband "Mensch Maria" im buchhandel herauskommt (bitte schonmal vorbestellen, ISBN 978383707845):

Mit Männeraugen

Die Männer
lieben die Schönheit
der Frauen.

Maria sitzt unter einem Dachfenster
und leuchtet
ihr Gesicht gnadenlos
mit Männerblick aus.

Schwarze Riffelungen
über der Oberlippe,
die wie ein Bart wirken.

Flecken im Gesicht,
Schatten und Tränensäcke
unter den Augen,
die dunkel umrandet sind,
obwohl sie ausreichend Schlaf hatte.

Das Deckhaar spärlich,
die Finger wurstig,
Doppelkinn und Speckrand am Hals,
wabbelige Oberarme.


Bei Männern hingegen
wird kein Schönheitsmaßstab angelegt.
Maria ist das Aussehen
eines Mannes unwichtig.

Jener Greenpeace-Aktivist
hat eine schöne Frau
nach der anderen verlassen,
die eine wegen der nächsten.
Die übernächste, weil eine weitere
schon am Flughafen stand.

Obwohl sie doch alle so schön waren!

Was ist mit dem, was in ihnen ist?
Was ist mit ihrem Wesen,
ihrer Zärtlichkeit, ihrer Liebe,
ihrer Individualität?

Die Männer lieben nicht
die Schönheit der Frauen,
sie sammeln sie nur.

Alles eine Machtfrage.

Mittwoch, 18. Februar 2009

der friederikenkult

letzten samstag, im mit wanderern und skiläufern überfüllten zug nach bad harzburg, fiel mir eine hannoversche allgemeine zeitung in die hand.
ich las über die eröffnung des neuen bettenhauses der berufsgenossenschaft im friederikenstift hannover und empfand mich urplötzlich wie in eine märchenstunde versetzt.
da war dieses zauberhafte foto der oberin, die mit ihrer akkuraten kleidung aktuelle garantie für gute, liebevolle patientenbetreuung in der tradition der schwesternschaft darstellte.
und auch der oberbürgermeister hatte zur eröffnungsfeier das hervorragende krankenhaus als "institution" gepriesen.
worpswede kam mir in den sinn, das immer noch vom image der künstlergruppe um rilke, modersohn-becker usw. zehrt, das aber dort bereits seit 100 jahren verschwunden ist.
analog empfand ich den friederikenkult als verschleierung.
denn das gut geführte friederikenstift ist mein krankenhaus. und als ich mal krank war, traf ich dort jede menge pfleger an statt der friederikenschwestern und war erstaunt, dass selbst diese schwestern mit dem hohen berufsethos sang- und klanglos das feld räumen für teilweise recht aufmüpfige junge burschen (eine schwester: "aber er hat abitur"), die in den weißen kitteln für patienten halt schwer von ärzten zu unterscheiden sind, und dies gelegentlich auch genussvoll ausnutzen.
die einwohner der calenberger neustadt rings um das friederikenstift werden bereits seit längerem durch den hubschrauberlärm der von der berufsgenossenschaft einfliegenden notfälle lärmbelästigt. dadurch kam mir mir die scharping-zeit in den sinn, mit den stichworten 'verschlankung der bundeswehr durch auslagerung auf zivile institutionen', auch krankenhäuser. ich dachte nach, auch soldaten sind ja berufsunfallversichert. Vollzugsbeamten des Bundesgrenzschutzes, Polizeivollzugsbeamten und Soldaten steht zum Beispiel in der Traumatherapie freie Heilfürsorge zu. und zumindest die BG-Unfallklinik Ludwigshafen operierte schon schwer verletzte afghanische soldaten.
friederikenstift-geschäftsführer mathias winkelhake hatte meine city-zeitung zu der feier nicht eingeladen, obwohl ich zuvor einen mitarbeiter wegen eines anzeigenkollektivs zu ihm geschickt hatte, und obwohl die zeitung bisher dort in gutem ruf steht. das machte mich stutzig, denn ich hatte seiner mitarbeiterin die militär-frage bereits telefonisch gestellt, die sie verneinte. und schäuble (hitler hieß ja ursprünglich schicklgruber, wieso fällt mir das jetzt gerade ein?) lässt ja nun auch im inland, wie seit langem vorbereitet, militär einsetzen. naja, da gehen einer so einige phantasien durchs hirn.
jedenfalls kann ich nicht sagen, von diesem biederen lobhudel-bericht wirklich gut informiert worden zu sein. da darf sich die tagespresse nicht wundern, wenn die leser ins internet abwandern.

Dienstag, 17. Februar 2009

Warum die Frauen keine Kinder mehr kriegen

Die Hausfrau und Mutter allein zuhaus, der Mann unterwegs, ein rechtes Triebtier, infantiler, zuhälterischer, eitler Playboy mit Blaubartseele, das nach Vergnügen sucht. Es ist jedoch nicht gut, dass der Mensch allein sei, so steht es schon in der Bibel.
Aber eine Gemeinschaft mit Arschlöchern ist auch nicht so toll. Vor allem, wenn sie die Frau wie ein unmündiges Kleinkind behandeln und das wenige, was sie wissen, für absolut hinstellen.
Wo also kann die Frau bessere Gesellschaft finden?
Sie schaut sich im Cyberspace um. Tippt ‚Ausbeutungssyndrom‘ bei Google ein. Die ewig zurückgesetzte Frau. Und macht den Laptop zu ihrem Geliebten. Wacht morgens mit ihm auf und geht abends mit ihm schlafen.
Ein Mensch inmitten von Sachen. Auf den Websites und in den Chat-Rooms schaut sie durch, was die anderen so denken. Aber das ist wie CD-Hören statt Life-Konzerte besuchen. Surrogate der Wirklichkeit, in Form von Internet, Zeitungen, Büchern, Musikanlage, Funk und Fernsehen, umgeben die Menschen, die mit der grausam trivialen Wirklichkeit nicht fertig werden. Die Realität ist halt unerträglich, da lässt man sich lieber gängeln, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Wenn eine Frau und Mutter sich nicht unterdrücken oder ‚erziehen‘ lassen, ihren eigenen klaren Standpunkt einnehmen will, sich nicht anpasst und nicht unselbstständig ist, keine Entfremdung des Bewusstseins zulässt - spätestens dann wird das Kind zu ihrer
Achillesferse. Über die Belange ihres Kindes bekommst du jede Frau klein. Vielleicht eine Erklärung für die große Gebär-Unlust in der westlichen Welt?

Mittwoch, 11. Februar 2009

internationaler frauentag, teil 2

angeregt durch die lektüre von luise puschs neuem glossenbuch "der kaiser sagt ja" fiel mir germaine greer ( bekanntestes werk "der weibliche eunuch") wieder ein, die als wichtigste feministin des 20. jahrhunderts gilt.
eine verwandte war mit ihr befreundet. sie lernten sich beim studienaufenthalt in florenz kennen. germaine greer sprach damals pausenlos vom ficken, benahm sich in kirchen blasphemisch, und baggerte den bruder der verwandten an, gleichzeitig zahlreiche weitere männer. sie wollte offensichtlich den spieß umdrehen.
als ihr intellektueller kontrahent norman mailer ihr dann bei einer eigens zu diesem zweck arrangierten party in amerika den eindeutigen antrag machte, miteinander ins bett zu gehen, lehnte sie aber ab (verständlicherweise).
so, warum erzähle ich das? aus sensationslust?
greer sagte damals, sie habe nicht genug geld, um kinder bekommen und versorgen zu können. heute hat sie jede menge geld, aber keine kinder.
und da genau scheint der springende punkt zu liegen, dass sie inzwischen ideologisch zu den idealen des familienlebens zurückgekehrt ist und in ihrem buch "the beautiful boy" die visuelle freude am jungenhaften ausdrückte (in deutschland gibt's übrigens mit den "jungsheften" ähnliche tendenzen weiblichen vouyeurtums).
ein gelungenes leben scheint wohl nicht um die k-frage herumzukommen. oder wie sehen Sie das?

Dienstag, 10. Februar 2009

Geschenktipp zum Internationalen Frauentag am 8.März


Ich hatte mal vor vielen Jahren das Vergnügen, mit der berühmten feministischen Schriftstellerin und Linguistin Luise Frando Pusch einen Einkaufsbummel in ihrer "Heimatstadt" Hannover zu machen (nein, ich bin nicht lesbisch, aber wenn ich es wäre, hätte es mir vermutlich ein Leben ohne Selbstaufgabe ermöglicht).
Das H-Wort in Anführung deshalb, weil ich ihr irgendwann den Heimweg zurück zum Lister Platz erklären musste. Sie war halt zu der Zeit viel bei ihrer Frau Joey Horsley in Massachusetts. Einiges in ihrer herrlich großzügigen Wohnung mit dem schwarzen Flügel war deshalb manchmal leicht mit Staub überzogen.
Wie alle Intelligenzler steuerte sie gezielt auf technische Kaufhäuser zu, um dort, mit ihren präzisen Einkaufswünschen immer up to date, die Verkäufer in Atem zu halten. Dann zückte sie ihr dickes Portemonnaie mit den unübersehbar zahlreichen Kreditkarten und kaufte eine Reihe von High-Tech-Schnäppchen, eine Frau also - so ganz anders als andere.
Danach zur Entspannung durch Schmorl & v. Seefeld bummelnd, erklärte sie mir nebenbei kurz die neuesten Musikveröffentlichungen, welche Interpreten ich bevorzugen solle, auf diese oder jene Passagen sei besonders zu achten.
Jetzt hat der Göttinger Wallstein Verlag neue Glossen von ihr herausgebracht. Ich kann nur schätzen, wieviel geflügelte Worte sich daraus wieder erheben und in alle Welt flattern werden. So wie ich kürzlich an einer Studentenwohnheim-Tür das Schild "Alle Menschen werden Schwestern" (Foto oben) fotografierte, natürlich ein auf dem Mist von Pusch gewachsenes Zitat. Und dann, nachdem ihr das von ihr erfundene große I, bei ProfessorInnen bespielsweise, noch nicht gut genug erschien, änderte sie einfach die Artikel, die Wortbegleiter, in weibliche um, also die Hund statt der Hund, ohne das Substantiv in "Hündin" zu beugen . Genial, was? Ich hab' diese Redeweise natürlich sofort übernommen.
Also gleich kaufen: Luise F. Pusch: "Der Kaiser sagt Ja - und andere Glossen, im Wallstein Verlag Göttingen.
Ob es sich nun um heimliche Pornographie in scheinbar aufgeklärten Lesben-TV-Serien handelt oder um die semantischen Tiefen des Namens "Flocke" für ein weibliches Eisbärkind, der nur ein Beispiel für die Benachteiligung von Mächen und Frauen selbst in der Namensgebung ist - dem scharfen Blick der Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch entgehen weder die zahlreichen sprachlichen noch bildlichen Fehltritte in den Medien.
Bekannt vor allem durch den "Berühmte Frauen" Kalender hat sich die Autorin als Expertin feministischer Sprachkritik etabliert.
Treffsicher entlarvt sie die Dominanz des Männlichen in unserer Kultur. Und nicht nur das - erstaunt müssen wir feststellen, wie unempfindlich unsere Wahrnehmung für dieses Ungleichgewicht geworden ist.
Lakonisch und unermüdlich arbeitet sich Luise F. Pusch daran ab.


Luise F. Pusch, geb. 1944, Professorin für Sprachwissenschaften und freie Publizistin, Autorin von u.a. "Die Frau ist nicht der Rede wert" (1999), "Alle Menschen werden Schwestern" (1990), "Das Deutsche als Männersprache" (1984), Mitherausgeberin u.a. von "Berühmte Frauenpaare" (2004), "WahnsinnsFrauen" (3 Bde., 1992-1999), "Berühmte Frauen: 300 Porträts" ( 2 Bde. 1999 und 2001).

Im Wallstein Verlag erschienen
"Die Eier des Staatsoberhauptes und andere Glossen" (2008)

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/blog