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Montag, 23. Juni 2025

Über Chefredakteure, Polizisten, Putzfrauen und Journalisten

Die Glosse zum Wochenanfang

Als die hübsche Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist den Auftrag eines Chefredakteurs bekam, zwei ganze Seiten gemeinsam mit anderen Künstler:innen in seiner Publikation zu gestalten, wollte sie als Ankündigung auf der Titelseite das Foto einer alten Frau haben. "Dann können wir die Zeitung nicht verkaufen", argumentierte er...Ihre deshalb entstandenen Aggressionen gegen ihn ließ sie später in diesem Video namens Wicked Game raus:

https://youtu.be/cHGHh1o8IIE?si=htuwWPBRI38JD9RI

Besonders kabarettistisch die Reaktion der Polizistin in dem Film...Auch mir tun die armen Streifenwagen-Polizist:innen leid, wie sie am Wochenende im Rotlichtviertel Krankenwagen bestellen müssen, weil zwei sich wieder volltrunken oder drogenverseucht verletzt oder angeschossen haben. (So zeigte es eine Spiegelreportage auf YouTube). Da ist ja ein Raumpflegerinnen-Job noch besser, allerdings schlechter bezahlt. 

Zu gut dotiert sind meines Erachtens die Positionen von Journalist:innen bei der Tagesschau für die aus ihren Recherchen twitterartig aneinandergereihten Stakkatotexte. Aber auch die Tagespresse ist nicht viel besser: Zehntausende auf der Expo-Plaza, und soundsoviele bei der Fete de la Musique, wen interessiert diese Nummerierung außer den Veranstaltern, und die wissen es sowieso, wo ist der Informationswert bitte. ip

Donnerstag, 17. Juni 2021

Gewächse aus meinem geistigen Garten

Gewächse aus meinem geistigen Garten, woanders weitergezuechtet, aber mit meinem Kompost angereichert: Monika Fischer (entdeckte sie als Poetin) Heidemarie Bocks Schreibfaehigkeiten (ging zum Evangelischen Pressedienst), KirstenRistau (sie war eine Anzeigen-Anwerbewoelfin im Schafspelz).
Viktor Ayzenshtadt  (Lehrbeauftragter IT Uni Hannover), Elisabeth C. Gründler (interviewte B. Litaeer über alternatives Geldwesen, Kurse für verständliche Amtssprache bei der Stadt Hannover), Glenn Büsing (preisgekrönter Drehbuchautor), Kathrin Schlemm (Text über Hans Blix), Jonas Koopmann (Idee zur Skulptur Schwarzer Baer), Wilfried Klapperstueck (Auf der Suche nach dem Meer) , Armin Pick (Eckball.de), Lutz Kahe (Ztg. HerzKinder), Emmi Horn (Notenverlag). Sowie zahlreiche Praktikant:innen wie z. B. Silke Schumacher, sie war aber nur kurz hier, die #Kommunikationschefinnen wurden, und all die anderen, deren Namen ich gerade vergessen habe, aber vielleicht wiederfinde und nachtrage...
Der Schwiegersohn eines Berufsschullehrers war darunter. Liess ihn buchhaltern, aber es klappte nicht ordnungsgemäß. Der Schwiegerpapa fand eine andere Firma für ihn und er schloss später die Buchhaltungspruefung mit Bravour ab. 
Einige Mitarbeiter:innen stellten sich als Alkohol-oder Drogenabhängig heraus. Mit ihnen umzugehen war, wie einen Sumpf zu durchqueren. Du wusstest nie, ob du Grund unter den Füßen hast.
Habe den Artdirector Wolfgang Piesche und seine geniale Frau, die Künstlerin Gisy Piesche, durch einen Hinweis meiner Schulfreundin Rosemarie Kuhlemann aus einem schwierigen Auftragsverlust herausgeholt und über Jahre mit Aufträgen versorgt. Der Dank blieb wie meistens aus. Ip





Montag, 23. Mai 2011

ich find' das guuut.

ein künstler beschwerte sich kürzlich leicht nölend, es gäbe einen inflationären kunst-hype, jeder würde inzwischen gedichte schreiben. er hätte schon die taschen voll von ihm zugesteckten werken anderer leute.
also, ich find' das guuut.
bin begeistert, wieviel intelligenz und geistesreichtum da beim bürger-journalismus, in den blogs, bei poetry-slams, auf youtube, in den kommentar-anhängen der medien hochkommt.
begeistert, wiewohl ich selbst zu der berufsgruppe journalist/autor zähle, der es dadurch möglicherweise an den kragen geht.
endlich müssen die künstler, intellektuellen und medienleute mal runter kommen von ihrem hohen ross, von dem dünkel, sie hätten die weisheit mit löffeln gefressen; nur sie könnten themen geeignet aufbereiten.
und nun versucht auch noch die billigmarktkette aldi an einigen orten ihre anzeigen testhalber aus der tagespresse herauszunehmen.
sollte dieser versuch erfolg zeitigen, also der umsatz nicht einbrechen, dürfte die konkurrenz bald dem bösen beispiel folgen, und das wäre ein todesurteil für die tagespresse.
aber welcher journalist musste denn nicht den anzeigenkunden zu munde schreiben? insofern auch hier gelassenheit bei mir. wer wirklich gut ist, geht neue wege mit, und setzt, so wie beispielweise der brillante economist oder die city-zeitung, aufs online-zeitalter. ip

Donnerstag, 3. März 2011

mit daten vollgesogen

einen aufruf gegen medienzar murdoch könnte ich hier bringen.
aber seit den vorgängen in nordafrika bin ich sicher, dass internet-communities von machthabern missbraucht werden und die bedrohungen der demokratie nicht aufhalten können.
auf der hannoverschen computer-messe cebit ist gerade cloud-computing das haupt-thema. wir geben also alle unsere daten und programme beispielsweise an google, um sie von überall her abrufen zu können. so ein moderner messebesucher braucht keinen stadtplan von hannover mehr. er tippt ins i-phone "sparkasse" und das zeigt ihm dann den nächsten geldautomaten.
es braucht wirklich nicht viel fantasie, sich vorzustellen, wie die internet-wolke, wenn sie erst richtig mit daten vollgesogen ist, einfach abgestellt wird. ein großer teil der rüstungsgüter, die deutschland und amerika herstellen, beinhalten bereits geräte, die gps und andere navigationsgeräte stören können. und medien-kriegstreiber murdoch ist doch schon dran an twitter und den anderen.
also dann doch hier der aufruf, wenigstens ist verbesserte information drin. allein das nützt schon etwas (ip):


Liebe Freunde,
Der mächtigste Medienzar der Welt will die Hälfte der britischen Medien kaufen, um seine Macht auszubauen und die weltweiten Bemühungen, für den Frieden bis zur Umwelt, zu untergraben. Uns bleiben nur 48 Stunden, um die britische Regierung aufzufordern Rupert Murdoch zu stoppen:

Unterzeichnen Sie die Petition!


In 48 Stunden könnten fast die Hälfte der britischen Medien in die Hände eines der gefährlichsten Medienmogule der Welt fallen.

Rupert Murdoch nutzte sein gewaltiges Medienimperium, um den Irak-Krieg voranzutreiben, die Wahl von George W Bush zu sichern, Ressentiments gegen Muslime und Einwanderer zu schüren und weltweite Maßnahmen beim Klimaschutz zu verhindern.

Indem er die britischen Medien kontrolliert, vergrössert er seinen Einfluss auf praktisch alle Themen, die uns nahe stehen: Von den Menschenrechten bis zum Umweltschutz. Murdochs Absichten versetzten Großbritannien in Aufruhr und selbst die mit seiner Hilfe gewählte Regierung ist tief gespalten und muss noch diese Woche eine Entscheidung treffen. Globale Solidarität stärkte die Demokratie-Proteste in Ägypten -- und kann jetzt auch in Großbritannien helfen. Lassen Sie uns Rupert Murdoch mit einem weltweiten Aufschrei stoppen. Unterzeichnen Sie die Petition an die britischen Entscheidungsträger:

http://www.avaaz.org/de/stop_rupert_murdoch_3/?vl

Murdoch untergräbt Demokratien auf der ganzen Welt, indem er gewählte Politiker solange mit einseitiger Berichterstattung erpresst, bis sie seinen Willen erfüllen. Er manipulierte jahrelang Demokratien wie die USA, Großbritannien und Australien, doch jetzt will er seine Kontrolle ausbauen. In Amerika stehen die meisten der republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf Murdochs Gehaltsliste. Als Obama Murdochs Fox-News-Netzwerk als blosses Propaganda-Sprachrohr verpönte, rief er die rechtsgerichtet Tea-Party-Bewegung ins Leben und begann hasserfüllte Attacken gegen Obamas Gesundheitsreform und Friedensbemühungen zu auszustrahlen -- Das Ergebnis ist ein großer Sieg der Republikaner in den Kongresswahlen im Jahr 2010.

Doch wir können diese mächtige Bedrohung unserer Demokratie aufhalten. Letztes Jahr, nach einem Mittagessen mit Murdoch, betreute der kanadische Premierminister seinen Spitzenberater mit der Aufgabe in Kanada einen politischen Propaganda-Kanal im Stil von Murdoch aufzubauen. Ein Aufschrei von kanadischen Avaaz-Mitgliedern konnte verhindern das diese Sendeanstalt vom Geld der Steuerzahlern finanziert wird und gerade letzte Woche konnte eine erneute Avaaz-Kampagne verhindern, dass die kanadische Regierung journalistische Standards entfernt, die es der Fernsehgesellschaft verbieten Lügen in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Diese Woche wird Großbritannien zum Schlachtfeld. Der Kampf gegen Murdoch hat erst begonnen, doch in Kanada haben wir schon einen Sieg errungen. Klicken Sie hier, um den Druck auch in Großbritannien aufrecht zu erhalten:

http://www.avaaz.org/de/stop_rupert_murdoch_3/?vl

Die Macht von Avaaz und diesem Moment in der Geschichte ist die Macht der Einheit. In der arabischen Welt, und andernorts, finden Menschen über alle Grenzen hinweg zusammen in gemeinsamer Sache. Murdochs Macht liegt in seiner Fähigkeit zu teilen. Sein Sender benutzen Angst und Fehlinformationen, um links von rechts zu teilen, Bürger von Ausländern, muslimisch von westlich, Einwanderer von Nicht-Einwanderern etc. Murdoch weiss, dass eine Demokratie geteilt werden muss, bevor sie erobert werden kann. Lassen Sie uns ihm diese Woche zeigen wie Einheit aussieht.

Hoffnungsvoll,

Ricken, Alex, Emma, Sam, Milena, Alice, Iain, Pascal, Maria Paz und das ganze Avaaz-Team

Quellen:

Murdoch steht kurz vor Übernahme von BSkyB, Financial Times (Englisch)
http://www.ft.com/cms/s/0/a40fc482-4060-11e0-9140-00144feabdc0.html#ixzz1FHWHwqJE

Bericht auf Deutsch:
http://www.satundkabel.de/index.php/nachrichtenueberblick/wirtschaft/78911-zeitung-murdoch-steht-kurz-vor-uebernahme-von-bskyb

Kündigt sich Murdoch an, zieht die Regierung Cameron den Kopf ein, Tages Anzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Kuendigt-sich-Murdoch-an-zieht-die-Regierung-Cameron-den-Kopf-ein-/story/15542454

"Rupert Murdoch ist ein Kriegstreiber", Spiegel
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,246094,00.html

Umstrittene Äußerungen über Murdoch: Britischer Wirtschaftsminister wird zurechtgestutzt, Spiegel
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736057,00.html

Amerikanische Medien: Islamisten am Ground Zero, FAZ
http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~EF79281DD824740D9B61CD923F88061CD~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Tea-Party: Angriff der Milliardäre, NZZ
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/angriff_der_milliardaere_1.7528393.html

MEDIENMOGUL RUPERT MURDOCH: Ein lupenreiner Republikaner
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ein-lupenreiner-republikaner/

Palin bekommt Job bei Fox News, Spiegel
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,671368,00.html

PALIN UND FOX NEWS: Wegbereiter der Gewalt
http://www.handelsblatt.com/politik/international/wegbereiter-der-gewalt/3761576.html

SAT1: Steigt auch Rupert Murdoch ein?, Süddeutsche
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pro-sieben-sat-bild-dir-deinen-sender-1.1066140-2

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Freitag, 28. Januar 2011

Madsacks Mann für die Synergien:


Manfred von Thien wird Redaktionskoordinator

von Henning Kornfeld, Kress-Report

Manfred von Thien, 55, soll sich wie erwartet im Zeitungsreich der Mediengruppe Madsack um die Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen kümmern. Er ist zum "Beauftragten des Verlegers und Redaktionskoordinator im Range eines Chefredakteurs" berufen worden. Von Thien ist derzeit Redaktionsdirektor von "Lübecker Nachrichten" ("LN") und "Ostsee-Zeitung" (beide mehrheitlich Madsack), "LN"-Chefredakteur und Leiter der Redaktions-Service-Gesellschaft (RSG), ebenfalls Lübeck. Als Chefredakteur der "LN" und kommissarischer RSG-Leiter löst ihn Gerald Goetsch, 48, ab, bisher stellvertretender Chefredakteur in Lübeck.

Die Geschäftsführung des Medienhauses aus Hannover werde ein Projekt starten, " in dessen Verlauf die redaktionellen Strukturen aller Zeitungstitel im Mittelpunkt stehen", heißt es in einer Madsack-Pressemitteilung. Dazu gehörten "die Optimierung der inhaltlichen Zusammenarbeit, eine verbesserte organisatorische Vernetzung der Redaktionen und die zentrale Bearbeitung überregionaler und internationaler Themen". Herbert Flecken, 60, Vorsitzender der Geschäftsführung, schreibt: "Unser Ziel ist es, Synergien zu definieren und nach sorgfältiger Analyse zu nutzen. Wir wollen die redaktionelle Qualität unserer Tageszeitungen weiter steigern." Manfred von Thien solle diesen Prozess einleiten, ihn begleiten und in enger Zusammenarbeit mit den Chefredakteuren aller Zeitungen der Mediengruppe Madsack vorantreiben. Er berichtet direkt an den Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Von Thien hat sich bei Madsack in Sachen Synergien bereits Meriten verdient: Die RSG produziert seit 2008 Teile des Mantels und Serviceinhalte für "Lübecker Nachrichten" und "Ostsee-Zeitung". Die Zusammenarbeit hat das Madsack-Management offenbar so sehr beeindruckt, dass es von Thien jetzt zum Redaktionskoordinator macht. Einige weitere Schritte zu einer verstärkten Zusammenarbeit ist das Medienhaus in den vergangenen Monaten bereits gegangen: Im März fasste es die Berliner Korrespondenten aller Madsack-Zeitungen zusammen, einige Monate später kündigte Flecken an, dass die Serviceredaktionen des Hauses sich jeweils auf bestimmte Kompetenzen konzentrieren sollen.

Donnerstag, 19. August 2010

Das "Netzwerk Medienabhängigkeit Hannover" mit bundesweit einmaligen Angeboten

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene sind medienabhängig, der Handlungsbedarf ist enorm. Trotzdem stecken Hilfsangebote vielfach noch in den Anfängen. Das "Netzwerk Medienabhängigkeit Hannover" wurde im Januar 2010 als lokaler Zusammenschluss im Rahmen des Fachverbands Medienabhängigkeit ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, die Therapiestation Teen Spirit Island des Kinderkrankenhauses auf der Bult, die Angehörigen-Selbsthilfegruppe Mediensucht und return - Fachstelle für exzessiven Medienkonsum. Ziel ist es, diejenigen Institutionen, die an dieser Thematik intensiv arbeiten, miteinander zu vernetzen und so ein umfassendes Hilfsangebot für Betroffene und Angehörige für die Stadt und die Region Hannover zu entwickeln. Bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 25. August 2010, werden die Experten der fünf Einrichtungen allen Interessierten ihre Arbeit vorstellen und kurze Einblicke in Forschung und Praxis geben.


Mittwoch, 25. August 2010
von 15 bis 15.45 Uhr
Haus der Jugend, Europasaal, Maschstraße 22, 30169 Hannover.

In Hannover bieten die Institutionen des Netzwerks bereits ein differenziertes Angebot für Betroffene, das bundesweit einmalig ist.
Das Netzwerk Medienabhängigkeit Hannover verknüpft nun Forschung, Beratung, Therapie, Selbsthilfe und Prävention in besonderer Weise.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Eberhard Freitag von der Fachstelle return unter Telefon (0511) 655-80530.

Mittwoch, 5. Mai 2010

der bürger wird verdummt

wir werden täglich schlechter informiert durch die medien.
jetzt sind geheime mitschnitte aus kopenhagen aufgetaucht, die zeigen sollen, dass china die klimaziele blockiert.
so einfach ist das problem aber nicht, und die öffentlichkeit wird hier definitiv wissentlich falsch informiert.
ist denn tatsächlich china der gewinner des freihandels?
ein großteil der profite chinas geht an die global player, die teilweise in südostasien sitzen, in hongkong, singapur, thailand, taiwan.
es heißt zwar "made in china", aber es ist keinesfalls "made by china".
china lebt von einer geliehenen stärke.
was passiert, wenn die schübe der ausländischen direktinvestitionen wieder abgezogen werden?
wenn jetzt china den westen an seine historische klimaschuld erinnert, tun die dezenten chinesen dies nie vor laufender kamera.
erst durch ein versehen kam jetzt dieses kopenhagen-band ans licht, und sofort wird es einseitig gegen china verwendet.
es ist effektiv so, dass die chinesen pro kopf noch einiges an umweltverschmutzung gegenüber dem westen gut haben, selbst wenn sie viel stahl produzieren.
der nämlich ist für die erste welt und reduziert die emissionen im westen.
das heißt im klartext, wenn der himmel über dem ruhrgebiet wieder klar wird, dann liegt das nur an den nach china augelagerten stahlproduktions-emissionen, die nun dort den himmel verdunkeln.
insbesondere die usa und china sind völlig von einander abhängig.
und wenn die usa darauf hinweisen, dass china seine militärischen seewege aufrüstet, dann sollten sie auch erwähnen, dass an diesem punkt der seewege (insbesondere bei singapur) china äußerst verletzlich ist.
china ist das kleinste land der welt, wenn es nach ressourcen pro kopf geht.
deshalb ist das land in afrika und lateinamerika auf ressourcensuche.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Bleibe bei dem, was dir dein Herz rät - aber wer fährt jetzt wohl den Phaeton?

erbärmlich männlich, was der heise-verlag online über margot käßmann schreibt (die ergüsse in anderen medien habe ich mir gleich erspart).
im ersten artikel kurz nach dem bekanntwerden, dass käßmann zu viel vom blut christi genossen hatte, kommt der neid auf ihren vw phaeton durch.
im zweiten, nach dem rücktritt, wird über die mordmaschine auto unter alkoholeinfluss räsoniert, die ihren rücktritt nachvollziehbar mache.
jene mordmaschinen, der geliebte hätschel-fetisch des auto-mannes (besonders und gerade am niedersächsischen vw-standort), in denen hauptsächlich männer (unter alkohol oder ohne, bekifft oder "nur" aggressiv) so viele schwere unfälle mit todesfolge verursachten, wie es die vergangenen weltkriege nicht geschafft haben.
nicht geredet von dem, was da hinten so rauskommt aus dem auspuff...dem immer noch sichersten selbstmordmittel schlechthin, persönlich und für die welt-gesellschaft.

wir hier in hannover-mitte kannten bisher käßmann immer nur auf dem fahrrad fröhlich an uns vorbeiradelnd.

Dienstag, 28. Juli 2009

ich blogge gern

irgendwie find ich das gut, dass die zeitungen durch blogger und twitters endlich mal von ihrem hohen ross herunterkommen, auch und gerade weil ich selbst eine zeitung herausgebe. als nestbeschmutzer galt ich sowieso schon immer, das macht mir nichts.
für mich ist das internet eine enorme befreiung. ich kann jetzt tatsachen vermelden, die wichtig sind, aber höchst selten in einer zeitung platz bekommen.
und was heißt denn überhaupt objektivität? sie wird in den medien doch nur vorgetäuscht.
da gab es den alten witz, wie das möglich sei, dass immer täglich alles gerade in eine zeitung hineingeht.
so blöd ist die frage gar nicht. denn was hineinkommt in eine ausgabe, scheint immer mit dem nimbus des wichtigen versehen.
aber in wirklichkeit waren wir alle schon immer content-journalisten, die also irgendeinen passenden inhalt zusammenklaubten. ich weiß noch, wie ich als gerade erst eingestellte volontärin bei der damaligen hannoverschen presse mutterseelenallein das vermischte für den nächsten tag zusammenstellen musste, während sich die redakteure zuprosteten. ich hab das dennoch gut gemacht, die setzer und metteure mochten mich, es gab kaum übersatz.
nach einem norwegen-urlaub bot ich damals auch unserer reiseredaktion einen bericht an. er passte gerade ins anzeigenkonzept und wurde genommen. und so weiter.
oder der spiegel geruht ausnahmsweise, den neuesten konsumklima-index zu hinterfragen, und wir erfahren, dass zum beispiel höhere energiekosten diesen ansteigen lassen, hahaha...im gegensatz zum einzelhandelsindex.
scheins eine edle journalistische tat vom spiegel, aber mehr oder weniger mit dem zufallsgenerator erzeugt.
mein nachbar, ein gestandener alter journalist in rente, ließ sich schon immer seine texte vom informanten fast diktieren, je druckreifer desto besser, und gab sie dann bei allen drei damals in hannover vorhandenen tageszeitungen in druck: allgemeine, presse und rundschau.
also wozu das geschrei über unseriöse internet-quellen?
nie zuvor hatte das volk so viele möglichkeiten, seine beobachtungen zu artikulieren.
und dass es gut beobachten kann, zeigen die sehr erfolgreichen bürgeraktionen von bild und spiegel ("einestages"). wenn jetzt zeitungen über deren mangelnde journalistische qualität lamentieren, ist das purer egoismus.
journalisten neigen zur selbstdarstellung, zu maßloser eitelkeit. worauf aber bilden sie sich eigentlich so viel ein?
ich zähle mich auch zu den gut ausgebildeten journalisten. aber am meisten freude machte und macht es mir immer, wenn ich einen wirklich authentischen bericht in die hand bekomme, und sei er noch so schlecht geschrieben. wie oft habe ich mich stundenlang an einen solchen text gesetzt, den beispielsweise ein mitarbeiter in den papierkorb warf, weil er ihn schlecht formuliert fand, ich aber den berichtenswerten kern erfasste.
absolut lesenswertes internet-medium ist zum beispiel telepolis, der newsletterdienst vom hannoverschen heise-verlag.
redaktionell ist er nicht selten schlecht durchredigiert, oft sind die texte zu lang, zu ungünstig umbrochen, but anyway: it fits. keep it up!
klar - es gibt immer noch genug leute, die im gartentheater herrenhausen mit der tageszeitungs-rezension zur heutigen aufführung als biblischer losung auf den knien sitzen. solche ferngesteuerten wird es immer geben.

Montag, 27. Juli 2009

über public relations

häufig rufen praktikantinnen von pr-agenturen an, ob ich diese oder jene mail über eine aktion ihres klienten xy gelesen habe. "oh, noch nicht? dann schicke ich sie eben nochmal", usw. die mädels tun mir leid, sie harfen telefonisch die listen der medien durch, stets fröhlich und euphorisch, eine recht stupide tätigkeit, die immer schwieriger geworden ist, weil jene mit dergleichen stündlich bombardiert werden.
meine "gesellschaft für öffentlichkeitsarbeit" (welch ein bombastischer name, der später, als werbung hinzukam, in regional medien überging, aber der passt auch nicht mehr, weil ich viel überregionales initiiere) gehörte zu den ersten pr-agenturen deutschlands, damals war die erringung von aufmerksamkeit noch viel viel einfacher. heute ist es eine wahre tortur für die mädels und gehör findet eigentlich nur noch, wessen angegliederte werbeagentur die entsprechend großen anzeigen schaltet.
vor ein paar tagen rief zum beispiel die pr-agentur von jacobs kaffee an. erstmal pinselte der junge mann (ausnahmsweise ein mann, normalerweise halten nur frauen das aus) meine eitelkeit, mein blog sei so interessant usw. und sie stellen am 1. august am ernst-august-platz grüne sofas auf, auf denen leute sich miteinander austauschen können, die sich vorher überhaupt noch nicht kannten. dabei werde kostenlos kaffee ausgeschenkt. eine aktion gegen die grassierende pest der einsamkeit also, denke ich bei mir.
ich überlege weiter, während er redet, also zum sabbeln ist tee günstiger, tee löst die zunge. und außerdem ist kaffee ein nervengift. samuel hahnemann, der geniale homöopath verwendet kaffee (coffea) auch als schnell helfende medizin bei starken schmerzen oder nervlichen sachen. das funktioniert aber nur bei leuten, die ihn nicht regelmäßig trinken.
die dauer-kaffeegenießer haben häufig all die nervenzusammenbruchs-symptome, gegen die hahnemann das medikament benutzt. es gibt übrgiens dazu auch ein sehr witziges französisches video auf you tube.
überhaupt frage ich mich seit jahren, wieso an jeder ecke sturbucks und sonstige coffee-tränken wie die pilze aus dem boden schießen. dass kaffee zu den drogen zählen sollte, wird in unserer gesellschaft offensichtlich komplett verdrängt. und deshalb gibt es wohl inzwischen so viele coffee-tankstellen. man braucht seine dosis schnell und unkompliziert.
ich war mal mit einer outdoor-gruppe im elbsandsteingebirge unterwegs, wir schliefen urig in höhlen (boofen). eine teilnehmerin hatte nescafé in praktischen tütchen dabei und spendete mir eine, als ich schlapp zu machen drohte, direkt in den mund geschüttet, whow.
kaffee trocknet die haut aus, verursacht verdauungsstörungen, muskelschmerzen und herzbeschwerden. definitiv. vielleicht noch nicht bei einer tasse. aber wer bleibt schon bei einer?
um nochmal auf die public relations (pr) zurückzukommen. inzwischen betätigen sich scheins ganz normale journalisten mainstreammäßig daran. so erzählte mir jemand, er habe gegenüber einer journalistin der hannoverschen allgemeinen bei dem seltsamen "stadtteilfest", das der rüstungsgewinnler carlyle seinerzeit im von der heuschrecke gekauften hannoverschen ihme-zentrum ausführte, auf ihre befragung des publikums hin bedenken und kritik geäußert, worauf diese antwortete, er sei ein miesmacher. sic. sick. ja, wirklich. dabei sollte doch journalismus das nun gerade nicht sein, parteiergreifer für den möglichen späteren inserenten.
und noch was seltsames, ich, die mich ich frühzeitig und allein gegen carlyle redaktionell geäußert habe, blieb ausnahmsweise mal juristisch unbehelligt, aber der arme linden-spiegel, der sich viel zu spät an den bald absehbaren trend zum scheitern dranhängte, bekam laut inhaber wiesemann eine klageandrohung von carlyle.
dann muss doch was dran sein an meinen texten. immerhin hatte jemand sie zu dem besagten fest am ihme-ufer unten auf die fensterscheiben geklebt. meine freunde machten mich drauf aufmerksam. und es hat mich sehr gefreut, nicht in den wind geschrieben zu haben.

mal seh'n, wie der jacobs-kaffee-pr-mann nun diesen meinen blogeintrag findet, falls er ihn liest.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

totenschädel und apokalypse

einige leute in meiner bekanntschaft sind genervt von den grassierenden totenkopfsymbolen in der jugendmode. warum eigentlich?
in der jugendkultur wurde schon immer der zeitgeist vorausschauend ausgedrückt. und der totenkopf ist einer der stärksten vanitas-symbole, für die vergänglichkeit des menschen und seine dumme eitelkeit.
ich selbst habe einen winzigen totenkopf am addidas-schnürsenkel, ein kapuzensweatshirt mit martialischem schädel und ein t-shirt für skater mit kinder-totenschädel, der mich an die sagen der antike erinnert (Iphigenie), das ich gern mal bei der nächsten carlyle-pressekonferenz tragen würde. alle drei sachen nicht erworben, sondern erhalten.
vanity fair, all is vanity?
rapper sido trägt eine totenkopfmaske und textet "ich will gern erwachsen werden - und dann schon mit 18 sterben". so drückt sich das lebensgefühl der jugend heutzutage nunmal aus.
wer's nicht glaubt, mische sich mal im hannoverschen veranstaltungszentrum glocksee unter die leute.
vanitas-motive (lat. auch für lüge, prahlerei, vergeblichkeit, misserfolg) wie der totenschädel zeigen, dass der mensch das leben nicht in der gewalt hat.
das trifft zur zeit aktueller denn je zu, warum also sollte die populärkultur es nicht als heilsamen spiegel thematisieren? das thema des todes und das thema des wahnsinns ergänzen sich: gedenke, dass du sterben musst.
deshalb gehören eigentlich auch internet, fernsehen, bücher, zeitungen, spiele, sammelobjekte zu den modernen vanitas-symbolen, denn sie können das lebendige gegenüber nicht ersetzen, weil sie die zuwendung des betrachters nicht erwidern können. diese medien führen bei zu starkem gebrauch zu melancholie.

Freitag, 26. September 2008

millionen berichten aus ihrem leben

bisher konnten medienschaffende und die besitzer der medien sich relativ ungeniert mittels der begründung, sei seien profis, ausdrücken.
durch das internet kann dies inzwischen fast jeder. dort können jetzt millionen ihr leben beschreiben, während das früher nur eine elite durfte, deren werke dann vielfach als archetypisch galten.
schreiben und filmen ist kinderleicht publizierbar geworden. unter youtube zeigen nun jugendliche anderen die neuesten tanzschritte, springt ein chinese mit seinem vorgeschnallten hund aus dem flugzeug zum fallschirmspringen. auf poesieseiten veröffentlicht die frau von nebenan. das volk darf endlich auch seine kreativität zeigen, wie joseph beuys es gefordert hat.
wir profis hingegen sind pikiert, da könnte ja jeder kommen... aber diese einstellung nützt nichts. der spiegel hat jetzt richtig reagiert und ein mitmachmagazin herausgegeben, die bild setzt leserreporter ein. und ich finde das schön demokratisch und bereite entsprechendes für meine sites vor.
durch die elektronischen medien wissen wir aber auch andererseits alle bescheid über alles, starren dennoch nur gebannt wie das mungo auf die schlange, ohne etwas zu unternehmen. das ist die kehrseite der medaille.

Freitag, 12. September 2008

narrenfreiheit?

der in hannover ansässige heise-verlag leistet sich den newsletter-dienst telepolis, der zu meiner hauptinformationsquelle geworden ist, nachdem die tages- und wochenzeitungen sowie das fernsehen zur betäubungs-pille mutiert sind. das geld dafür verdient heise über computerzeitschriften.
wie seinerzeit die narrenfreiheit am hofe des herrschers üblich war, so dürfen auch heise-journalisten (noch) gegen den stachel löcken, so wie ich dies in meiner zeitung und im blog auch tue.

Es möge nützen!