Mittwoch, 7. Oktober 2026

Wer nennt die Mütter?

Extrem auffällig ist für mich in den Medien, dass dort Männer viel und gern von ihren Kindern (manche davon noch klein) reden, manchmal auch von den eigenen noch lebenden Eltern, aber nicht von den Frauen, den Müttern dieser Kinder. Sie erzählen von ihrer Sehnsucht nach Kindern, nicht von Liebe zu deren Mutter, die doch auch geliebt werden möchte und liebt. 

Sie berichten, was sie kochen und wie sie die Kinder von der Schule abholen, als hätten ihre Kinder keine Mutter und sie selbst keine geliebte Frau. Irgendetwas stimmt da nicht. 

Die Zeiten, als die Frau nichts als ein Gefäß war, Gebärkuh, als Gefangene der Kinder beraubt, sollten doch eigentlich vorbei sein und sind wissenschaftlich aufgearbeitet. Wir wissen heute, dass Kinder die Immunzellen ihrer Mutter in sich tragen, dass mangelnde Zuwendung der Mutter eine lebenslange Katastrophe für sie nach sich zieht, dass alleinerziehende Mütter oft sehr erfolgreiche Kinder groß ziehen. 

Es kann doch nicht sein, dass Männer sich schämen, die Kindsmutter zu lieben, oder was liegt da vor, dass sie nur in seltenen Fällen von sehr emanzipierten Männern, wie zum Beispiel Sheldrake oder Theweleit, erwähnt werden? 

In meiner Nachbarschaft spielen sich derzeit mehrere entsetzliche Dramen ab, wo psychisch schwer geschädigten Männern jedes Mittel recht ist, ihre Kinder von der Mutter zu trennen und mit direkter oder subtiler Gewalt auf ihre Seite zu bringen. 

Als hätte es Filme wie 'Grüne Tomaten' oder 'Antonias Welt' nie gegeben. 

Als seien wir auf dem Rückweg ins Mittelalter. ip

Keine Kommentare: