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Montag, 26. Februar 2024

Flughafen


Impressionen zum Jahresanfang von Ingeburg Peters

GlitzerWeihnachten 2023 ging gemütlich vorüber, die verwandtschaftlichen Verpflichtungen wurden erfüllt. Nun schnell TUI Fly buchen, Last Minute, nur Hinflug mit Handgepäck.
Aber die Visakarte war nicht freigeschaltet, also über Opodo ausweichen, da funktionierte es. Fortan wallte allerdings ein Schwall von Opodo-Werbung aufs handy herein, der nur unter größten Anstrengungen auf trickreich versteckten Links und letztlich mit offenen Drohungen wieder abzustellen war.
Das Zuhause füllte sich mit zahlreichen Packenden Momenten, sowie Blumen mit Baumwollfäden, in den Wasserbottich getunkt, versorgen, Leitungen vor Frost schützen, Dokumente zusammenstellen, bis die Nacht herum war. Am nächsten Tag dasselbe mit anderen Notwendigkeiten. Abends schlafen wollend bis 3 Uhr, um dann zum Flughafen zu fahren. Aber nix. Kein Auge zugedrückt. Ein Wecker war gar nicht mehr nötig.
Der Fahrkartenautomat in der finsteren menschenleeren Straße nahm kein Bargeld mehr und eine App hatte ich noch nicht installiert. In der Straßenbahn hockten ein paar Menschen mit ausdruckslosen Gesichtern, die zur Frühschicht fuhren.
Die S-Bahn fuhr nachts an anderer Stelle, darinnen plauderten zwei beleibte aufgeputzte ältere Damen in greller Kleidung miteinander, möglicherweise Dauerurlauberinnen mit Eigentum am Zielort zum Überwintern, die sich über ihre Männer lustig machten: „Und dann habe ich zu ihm gesagt, Und wenn du General wärst...“ Kriegszeiten.  Ein Radsportler stieg schon vor dem Flughafen aus in die Dunkelheit.
Schließlich tauchte das trostlose Areal der Flugzeughallen auf. Im Abfluggebäude angekommen, sind erst einmal endlose Rolltreppen und Fahrstühle zu bewältigen. Dann folgen lange Flutlicht-Gänge, weiter zur Tourismus-Halle X, immer weiter, noch einen Gang entlang. Mit Grünbepflanzungen kann man sich hier nicht aufhalten, es funktioniert auch nicht gut in Innenräumen, wie es schon in der Geldmetropole Frankfurt bei Unternehmen versucht wird, aber dennoch gehen die Pflanzen letztlich ein. Der Pflegeaufwand und die Plastikatmosphäre tun ihr Übriges.  
Es folgte das Prozedere der Kontrolle, Einstecken der Boardingcard mit der richtigen Codeseite, einfädeln in die Warteschlange. Geübte Touristen halten dort bereits alle Devices bereit, ich hatte, übermüdet, und von dem nicht erwarteten Reisenden-Ansturm und den mäandernden Rollbändern irritiert, den Brustbeutel unter meinem Hoody hervorzukramen vergessen, und auch das Tablet im Rucksack belassen, also wurde er mit Badezeug komplett ausgepackt und schließlich von mir in einer abseitigen Ecke wieder zusammengestopft. Dabei hatte ich zuhause schon Scherchen, Messerchen, Flüssigkeiten, die an der Wand kleben könnten, wegen des Flughafen-Terrorismus aussortiert. Ein Zahnstocher wurde nicht entdeckt. Was ich damit alles hätte anrichten können…
Noch zwei Stunden bis Abflug. Vielen fielen die Augen zu, einige waren sicher die gesamte Nacht hindurch aus der Provinz angereist. Auf den allenthalben blinkenden Bildschirmen wechselten Kurzbeiträge über Hochwasser und Dschungelcamp ohne Informationswert. Im duty-free-Shop liebäugelten Männer mit Chivas Regal und anderen Luxusartikeln. Ich hatte meine Wasserflasche vergessen und erwarb eine bunt bedruckte Packung Wasser, die innen mit Alufolie (!) ausgekleidet war…So ein mieser Fake!
Schließlich traf das Boardingpersonal ein. Rollstuhlfahrer wurden mit reichlich weiblichem Personal bevorzugt umsorgt. Die erschöpften Reisenden sehnten sich nach dem sonnigen Ferienparadies, um zu entspannen nach all der organisatorischen Anspannung, gaben sich vermutlich allerlei Illusionen hin. Auch ich.
Jetzt aber fiel mir ein, ob ich wohl gegen Aufgeld mehr Fußfreiheit erwerben könne. Mit meiner optimalen Ökobilanz hatte ich einen leereren Zubringerflug erwartet, der die Weihnachtsurlauber zurückholt, und auch ohne mich an Bord die Luft verpesten würde.
Außerdem hatte ich überhaupt noch kein Quartier gebucht, was ja durch die vielen Buchungshotlines inzwischen praktisch einem touristischen Todesurteil gleichkommt. Selbst in Cuxhaven findet die Individualreisende kaum noch Unterkünfte ohne Vorausbuchung, weil sich das gesamte Gastgewerbe am Tropf, im Prokrustesbett der Buchungsmaschinen befindet. Mit anderen Worten,  jede Menge weiterer Organisation und damit verbundenem Stress lagen noch vor mir.
Derweil diese blassen Mitreisenden betrachten, die mit mir am Zielort natürlich auch bei Sonnenuntergang am Strand zu finden sein würden. Ein alter Ehemann musterte mich eingehend. Fühlte mich so verdammt einsam unter ihnen und schritt spontan mit der Boardingkarte in der Hand einfach Richtung Ausgang. 
Ein Müllmann zeigte mir eine offene Klapptür, durch die ging es wieder leere, endlose, tarantinoesk unheimliche, gruselige Gänge entlang, dieses Mal im Untergeschoss, Richtung S-Bahn, die gespenstisch dort auf Abfahrt nach Springe über Hauptbahnhof Hannover wartete.

Dienstag, 5. Dezember 2023

Mehrere Arten von Flucht


#Wohlstand wird gerade jetzt in der #Vorweihnachtszeit deutlich.Die einen flüchten in südliche Hotels, Ringo Starr, Alice Schwarzer und anderes Pack in Steuerparadiese, manche in den TraditionsAdvent. Was aber, wenn wir wirklich flüchten müssen, um Wasser anstehen, klapperdürr vor Hunger, wie es nach dem Beschuss der Alliierten schon einmal der Fall war...

Mittwoch, 11. August 2021

Der Harz ist tot

"Jetzt sind wir so weit gefahren+bekommen keinen Parkplatz", ist jemand enttäuscht.Diese Leute bestaunen, dass der #Harz tot ist,der von der #FAZ noch als Urlaubsziel genannt wird-die warn wohl länger nicht dort.Ipfotos



Der Mann beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen"...(Albert Schweitzer). Wo einst die Hohen Tannen prangten, benutzen Kuenstler Zitate von Goethe+Schweitzer für ihre Skulpturen. Zu spät. Die Fakten sind brutal. 



Die toten #Fichten im #Oberharz sehen in der Sonne wie mit Aluminum besprüht aus. Wird es genauer wissenschaftlich untersucht,ob wirklich nur die #Borkenkaefer das Unheil angerichtet haben? Gewaltige Raeumungsmaschinen haben jetzt jedenfalls freie Fahrt+ #Mountainbikerpest. 


Nirgendwo ein schattiges Plätzchen. 


Das Gebirge meiner Vorvaeter, wo meine Urgroßmutter einen schwungvollen Holzhandel betrieb, bis sich die Peters vom Berge mit den Peters vom Bache zerstritten, ist nur noch Brennholz und Bikerpiste. 
Die Natur ist selbst im Sterben noch schön. 



Umleitung Kaiserweg: Für Riesenreifen wurden jetzt die einst romantischen
 Wanderwege gesperrt und Schotter gestreut. 

Donnerstag, 15. Juli 2021

Alles träumt vom Urlaub unter Palmen?

„Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen“ heißt es in Goethes Wahlverwandtschaften. Keiner ist nach dem Aufenthalt in der Fremde mehr der, der er war.
Vor allem dann nicht, wenn er beginnt, sich für diese schönen Pflanzen zu interessieren…
Befragte vor Jahr und Tag den Fachmann für aride Gebiete und Palmologen Günter Kunkel, Almeria, dem aufgrund fehlender akademischer Titel die Leitung des Botanischen Gartens von La Orotava, Teneriffa, verwehrt blieb, der mir aber im allseitigen Einverständnis kostenlos ein Interview mit Carl Friedrich Piepenburg zum Thema zur Verfügung stellte.
„Palmen gehören seit prähistorischer Zeit zu den ältesten Pflanzengattungen dieser Erde. Sie sind viel mehr als nur romantischer Vordergrund für Urlaubsfotos. 
Die Palme ist mit Gräsern enger verwandt als mit Bäumen. 
Palmen und Gräser sind die größten Ernährer des Menschen. Palmen mit ihren Inhaltsstoffen an Kohlenhydraten und Fetten liefern alles, was der Mensch wirklich braucht. Millionen Menschen leben von Palmfrüchten, -säften und –mark, uns als Sago bekannt.

Zwar ist der Palmenstamm kein richtiges Holz, aber er ist zum Häuserbau trotzdem bestens geeignet. Er ist so zäh wie ein dickes Bündel isolierter Stahlkabel. Die Fasersubstanz kann zur Herstellung von Papier benutzt werden, die Blattstiele eignen sich als Dachsparren. Pettigrohr, ein Palmprodukt, ist bekanntlich für Flechtwerk von Stühlen, Tischen und Bänken ebenso gut geeignet wie unsere gute alte Weide.

Und was lässt sich nicht alles aus Kokosnüssen machen! Fast alle roten Teppiche, die für die Prominenten dieser Welt ausgerollt werden, sind aus Kokosfasern, der „Wolle“, in der die Kokosnuss verpackt ist.

Es ist schon etwas dran, dass Alexander von Humboldt einst die Palmen zu Königinnen des Pflanzenreiches ernannte. 
Palmen treten von Natur aus einzeln auf. Es gab sie schon, als es Klatschmohn, Sonnenblume und Trauerbirke noch nicht gab. Die Palme hat es nicht nötig, wie eine luxuriöse Blüte zu wirken, sie wirkt als Gesamterscheinung.
 Jedes Jahr legt das Gewebe, das wir Holz nennen, ringsum eine Schicht zu. Sie bildet in ihrer Jugend erst die Stammdicke, ca. einen Meter in 10 Jahren. Dann erst geht es mit jedem Wedel in die Höhe, bei gleichem Durchmesser. Das Alter einer Palme ist daher nur an ihrer Höhe einigermaßen bestimmbar. Bei den meisten bekannten Art ist mit etwa 30 Metern das Ende erreicht. Was rings um Mittelmeer wächst, vornehmlich Phoenix dactylifera und Phoenix canariensis, also Dattel- und Kanarenpalme, wird im günstigsten Fall 150 Jahre alt.
Kunkel ist auf den Kanaren „auf die Palme“ gegangen, um gegen Verpflanzaktionen zu kämpfen. Sie wurden einfach aus dem Boden gerissen und in den neuen Fremdenverkehrszentren eingegraben. Die Wurzeln konnten nicht abtrocknen, deshalb verfaulten sie von unten her.
Wenn Sie vor irgendeiner Feriensiedlung oder einem Hotelneubau verdorrte Palmen sehen, können Sie sicher sein, dass Sie auch als Urlaubgast schlecht behandelt werden.

Hab noch ein schönes Zitat (ip) : There is something extraordinarily touching and beautiful to see palm trees, black against the burning sky, among the rice fields; it was not that the scene was romantic or sentimental or picture post-cardish; probably it was all this but there was an intensity and a sweeping dignity and delight in the earth itself. (Mystiker Jiddu Krishnamurti) 



Mittwoch, 1. Juli 2020

Rettet die Cagarra


Habe die gelbschnabelsturmtaucher, eine vom aussterben bedrohte albatross-Art, im einsamen süden der Insel La graciosa nie zu Gesicht bekommen.
Nachts hub ein grausiges Jammern rings ums Igluzelt an. Traute mir erst morgens einen Blick nach draußen zu, aber da waren nur noch unzählige krallenabdruecke im Sand zu sehen. Nach dem Urlaub ermittelte ich den #cagarro anhand einer Tonbandkassette "Welcher Vogel ist das".
Bin zur Zeit mit einem alten Hund verheiratet, mit dem Ahorn verlobt, mit Spatzen befreundet, wenigen Schmetterlingen und Bienen bekannt.

Stay home and bail the planet out! Ip
https://youtu.be/d97uQCDV29I

https://youtu.be/cElms70waOw

Klingelton: https://youtu.be/MLU7UiFxMNA

https://youtu.be/_bTo_66LDWY





Donnerstag, 1. August 2019

Die Begriffe Urlaub und Ferien

Man kann vom Leben keinen #Urlaub nehmen.
Soldaten wurde vom Töten Urlaub gewährt, daraus entsprang dann dieser Begriff.
Höherstehende stellten Einzelne vorübergehend vom Dienstverhältnis frei, während #Ferien = feriae = #Festtage für alle waren, also Zeiträume, in denen eine Einrichtung vollständig schließt, um ihren Angehörigen andere Tätigkeiten zu ermöglichen, zum Beispiel auf dem #Maschsee-Fest #Hannover.
Dieses Draußen sein ist es, #Outdoor, das die Menschen in Gärten und Höfen, auf Balkons und Terrassen und Bergeshoehen, an Flüssen, Seen, Meeresküsten, glücklich macht.
Die Ambulanzen sammeln dann Opfer von #BodenOzon- und anderen Abgasvergiftungen oder #Komasaufen auf und das symbolische Feuer entzünden beim Grillen wird im besten Falle mit einer CO2-Abgabe abgegolten. ip

Donnerstag, 19. April 2012

der freizeit-geheim-tipp: baumblüte und kritische grafik

es ist saison für "profi-geheimtipps" in sachen reisen.
da will ich mich auch beteiligen.
spiegel-online bewirbt als ganz exklusiven, tollen geheim-tipp den famara-strand auf lanzarote, den ich gut kenne:
durch das recht bedrohlich wirkende felsmassiv nahe dem strand bleiben dort häufig wolken-massen hängen, was dazu führt, dass der sand am strand kaum richtig trocken wird.
wer sich zu einer rast niederlässt, dem piekt bald allerlei getier in den po.
aber erholt habe ich mich dort, das schon.
es ist so eine sache mit dem verreisen.
erstmal ist es zweifelsfrei umweltschädlich.
dann kommt es oft anders als man denkt, wie schon 'unser' dichter wilhelm busch feststellte.
wollte mal kalifornien durchstreifen, mit den üblichen beach-boys-klischees im kopf.
meine reisebegleitung ging noch kurz vorher zum arzt, und blieb gleich mit krebs-diagnose im krankenhaus, während ich nun die kinder hüten musste.
das ganze spielte sich in der nähe des wohnsitzes von bill gates ab,  zum angeben daheim also hätte der 'urlaub' zur not gereicht.
doch kommen wir zu meinem geheim-tipp.
ich sage nur: baumblüte.
in der flusslandschaft hannovers. voilà.


Sie sind enttäuscht?
weil Sie ihre Umgebung zu kennen meinen, aber die ach so heißen profi-geheimtipp-orte der yellow press noch nicht. genau dieser umstand macht den reiz moderner medien-zauberei aus.
aber zwischen angeregter fantasie und wirklichkeit können tiefe gräben liegen .
wollen Sie denn ganz im ernst durch kanadische wälder wandern (auch ein reisetipp von spiegel online), während sie sich zuhause nicht mal trauen, in der abend-dämmerung die ricklinger kiesteiche zu umrunden?
klar- die tourismus-industrie verspricht Ihnen unmassen an blühenden mandel- und orangen-bäumen, von andalusien bis mallorca, und so fort, also alles größer, weiter, teurer.
dennoch beharre ich auf meinem regionalen "geheim-tipp", der genauso wenig oder viel geheimnis in sich birgt wie der famara-strand.

ach so, nochwas, ne originelle postkarte aus hannover hätte ich auch noch zu bieten. bitte sehr:
foto aus einer mail von jürgen wessel
passend zu dieser karikatur-karte besuchen Sie dann einfach das Wilhelm-Busch-Museum für kritische grafik im georgengarten, mit anschließendem picknick auf der wiese davor oder bei kaffee und kuchen im garten dahinter, sowie weitere hannoversche museen. denn wieso sollte das bode-museum berlin sehenswerter sein als hannovers kestner-museum? nur, weil Sie es noch nicht kennen?

Sie beharren auf fernweh, während migranten unter heimweh leiden, wollen unbedingt lieber eine richtige flug-reise machen? dazu der ultimative profi-geheim-tipp, wie man dabei spaß hat und dennoch spart.
here you are:Ryanair cheap flights funny 
ingeburg peters

Donnerstag, 21. April 2011

Ratgeber »Mit Kindern unterwegs« veröffentlicht

VCD gibt Mobilitätstipps für Familien

Berlin, 21.04.11: Vater Paul hat mit Kollegen eine Fahrgemeinschaft ins Büro organisiert, der kleine Lukas geht mit dem »Laufbus« zur Schule, und in den Urlaub fährt die ganze Familie mit der Bahn. Wie man als Familie auch ohne eigenes Auto umweltschonend und entspannt unterwegs sein kann, zeigt der ökologische Verkehrsclub VCD in seinem neuen Ratgeber »Mit Kindern unterwegs - Mobilitätstipps für Alltag und Freizeit«.

Für Familien mit Kindern werden die alltäglichen Wege oft zu einer logistischen Herausforderung. Denn auch Kinder haben viele Termine - sie müssen zur Schule, zum Sportverein oder in die Musikschule, wollen ihre Freunde besuchen oder bei der Tante vorbeischauen. Obwohl Familien Umweltschutz für wichtig halten, wird der größte Anteil dieser Wege heutzutage im Auto zurückgelegt. Dieses Mobilitätsverhalten beeinträchtigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Sicherheit und Gesundheit der Kinder. Jede Fahrt mit dem Pkw erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Sind Kinder hingegen selbständig unterwegs, werden Orientierungssinn, Motorik sowie körperliche und geistige Fitness gefördert. Nicht zuletzt wenden Eltern sehr viel Zeit auf, um ihre Kinder auf ihren Wegen zu begleiten.

Die liebevoll illustrierte VCD-Broschüre gibt anhand von Alltagssituationen zweier Beispiel-familien viele praktische Tipps für Mobilität in Alltag und Freizeit. Das reicht von bewährten Konzepten wie dem »Laufbus«, bei dem Schulwege gemeinsam zu Fuß zurückgelegt werden, oder der Nutzung von Lieferservices und Fahrgemeinschaften bis zu neueren Entwicklungen wie Radroutenplanern, internetgestütztem privatem Autoteilen oder Elektrofahrrädern. Mit dem Ratgeber zeigt der VCD, dass es sich in vielfacher Hinsicht lohnt, bestehende Routinen zu hinterfragen und neue Wege zu beschreiten.

Das VCD-Projekt »Mit Kindern unterwegs - ökologisch und entspannt« wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Umweltbun-desamt gefördert.

Die Broschüre »Mit Kindern unterwegs. Mobilitätstipps für Alltag und Freizeit, die das Leben erleichtern und die Umwelt schonen« kann von der Projektseite www.vcd.org/mit_kindern_unterwegs.html kostenfrei heruntergeladen oder gegen eine Versandkostenpauschale im VCD-Shop bestellt werden.

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Jetzt aber dalli! - nur noch wenige Tage Fotowettbewerb


85 Jahre
FIRST Reisebüro Falkenstraße
Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1923 als "Reisebüro Hanomag".
Firmengründer Heinrich Bangemann, der für die Belegschaft des hannoverschen Unternehmens Reisen organisierte, hatte die Idee, ein Reisebüro zu eröffnen, das für jedermann zugänglich sein sollte.1973 schloss sich das Reisebüro mit anderen Unternehmen in einem Verbund zusammen, der f.i.r.s.t.-Gruppe, abkürzend für "Führend in Reise-Service und Touristik". Aber immernoch ist das Büro Hannover-Linden aufgrund seiner Kompetenz eines der umsatzstärksten Reisebüros in Hannover. Qualität zahlt sich dauerhaft aus.
Zum 85. Geburtstag kürt FIRST Falkenstraße das beste und originellste Urlaubsfoto (max. 13 x 18) aus den letzten 85 Jahren! Eine unabhängige Jury prämiert mit tollen Sach- und Reisepreisen.
Newsletter unter www.first-reisebuero.de/hannover3.

Sonntag, 25. Januar 2009

der nordmann

mitten im wald in norwegen kamen wir zu einem garten, in dem ein mann kartoffeln ausgrub.
ich erhöhte die stimmlautstärke, damit er uns bemerkte, aber er drehte sich nicht um.
ich befragte daraufhin einen deutschen, der dort zeitweise lebt, um erklärung.
der erzählte folgende geschichte: er sei mit seinem wagen in einer schneewehe stecken geblieben. an ihm vorbei rauschten die besten allrad-geländewagen, keiner hielt.
schließlich schaffte er es, sich zu befreien und fragte einen norweger, wieso ihm keine hilfe zuteil wurde. der musterte ihn und stellte lakonisch fest: du siehst aus wie ein nordmann.
der nordmann hilft sich selbst. und wenn er wirklich hilfe braucht, ....hebt er den arm...
ich heiße ingeburg, wie ingeburg von norwegen, meine schwester dagmar, wie dagmar von dänemark. unser vater hat uns diese vornamen gegeben, wegen seiner unstillbaren liebe zu norwegen und insbesondere zum skagerrak, an das dänemark und norwegen angrenzen, zum herben frischen reiz des wetters mit einer herben frischen landschaft.
welcome air fliegt sie übrigens täglich von hannover aus hin.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

lost in tourism


ach ist das schön, wieder einfach daheim dankbar frisches wasser ohne zu überlegen aus der leitung zu trinken!
auf fuerteventura war nämlich leitungswasser selbst nur zum zähneputzen ziemlich grenzwertig und auch beim warmen wannenbad kommt man sich dort leicht verkeimt vor, so wie die palmenpracht an den straßen durch gefiltertes und per leitungssystem zur bewässerung genutztes kloakenwasser entstanden ist, was mir als allergisch beeinflussbarem menschen durchaus unangenehm beim joggen in die nase steigt.
überhaupt überwiegt das schlechte gewissen, was wir den armen ziegenhirten dort antun, deren familienangehörige als putzfrauen oder im service der riesigen hotelanlagen arbeiten, und nun will ryan air, die 250 000 gäste gebracht haben, ab februar fuerteventura als flugziel streichen, weil werbevereinbarungen nicht eingehalten wurden.
die unter horrorbedingungen übers meer per schlauchboot eintreffenden afrikanischen flüchtlinge müssen auch ernährt werden, jedenfalls die, die es überlebt haben, der pfarrer von morro bittet deshalb um lebensmittelspenden.
30 große anlagen stehen schon zum verkauf, weil sie nicht mehr rentabel sind, nachdem in den letzten 10 jahren die gesamte südwestküste von jandia bis costa calma mit hotelkomplexen zugebaut worden ist. auch das appartement, in dem ich jetzt wohnte, gehörte einst zum riu-konzern, der nur in den hochwertigen marktsegmenten investiert, wurde aber offensichtlich abgestoßen und leidet seitdem unter rasantem verfall. in dem ehemaligen riu-apparthotel war es nun eine mutprobe, den wild rumpelnden fahrstuhl zu besteigen (ähnlich wie derzeit in hannover im ihme-zentrum), der fernseher ging glücklicherweise nicht, das mischen von heißem und kaltem wasser geriet ständig zur kneippkur, die stühle brachen zusammen.
aber das schlimmste war dies "all inclusive", der einzige etwas gewärmte pool umlagert von (noch) lebenden stückgütern der reiseindustrie mit rosa plastikbändchen ums handgelenk, als seien sie neugeborene. unglaublich viele sehr fette junge und alte menschen waren darunter, ich schätze zu 80 prozent. und sie bestellten beim service einen cappuccino und dann noch einen und dann noch einen, weil es ja inclusive war. derart aufgeputscht, musste dann zwangsläufig mit alkohol wieder beruhigt werden.
besonders heilig abend waren die gesichter lang, es herrschte bedrückte stimmung trotz weihnachtsmann für die kleinen um 15 und 16 uhr, als ich im pool meine rückenschwimmbahnen zog (am besten ging das bei sonnenuntergang, wenn schon wieder alle beim fressen waren).
ein alter herr redete laut in die runde, er werde sich eine kerze anzünden und ein band einlegen heute abend, wo denn das problem sei? die frage kann ich beantworten: viele dieser einsamen all-inclusive-touristen legen dem christkind statt weihrauch und myrrhe den gesundheitlichen ruin der nächsten generationen in die krippe.
ich wollte dann auch mal einen kaffee bestellen, das ging nicht gegen bezahlung, wer kein all inclusive hat, muss sich einen gutschein von der rezeption holen und das war mir zu mühsam.
draußen an der strandstraße gähnten leere bazare und cafés. die depression lastet nicht nur auf den touristen, sie lastet besonders auf fuerteventura.
frage an miguel violan, den katalanischen ehemann und pressechef von firmenchefin carmen riu, die an der tui beteiligt ist, wieviele ihrer anlagen haben sie bereits außerdem abgestoßen?
vor 10 jahren residierte ich übrigens auch mal im risco del gato, einer von der bekannten wohltäterin (hannoversche tafel) rosemarie wallbrecht finanzierten und eingerichteten luxusanlage, damals herrlich in alleinlage auf einem hügel über dem meer an der costa calma gelegen. als ich es jetzt wiedersah, konnte ich die kleinen, maurisch inspirierten bungalows zuerst gar nicht entdecken hinter dem riesigen, davorgebauten pajara-hotelkomplex. total eingezwängt war das einstige schmuckstück inzwischen, mit einzigem ausblick auf die anderen immobilien.

und n guten rutsch wünsch ich noch, bei heringssalat und champagner.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

das wunder von norwegen

ohne auto. der nächste tante-emma-laden in sieben kilometer entfernung. da überlegte sie, irgendwo im einsamen schärengarten des skaggerraks, in den abgelegenen sommerhäusern und gehöften, um einen kaffee betteln zu gehen, denn es zog sturm auf; aber tat es nicht, sondern flanierte entlang eines sunds, weil da grad mal ein so seltenst zu findender pfad angelegt war - als da plötzlich auf einem absatz nahe eines bootsrumpfs eine lädiert aussehende, aber geschlossene packung „Bremer kaffee“ als strandgut lag, abgelaufen schon 2005, also mindestens sechs jahre alt, dennoch mit intakter vakuumverpackung...
das war das wunder von norwegen. der kaffee schmeckte noch, seine wirkung wurde bewusster wahrgenommen denn je.
ihr kam wiedermal lukas in den sinn: suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan; bittet, so wird euch gegegeben. oder meister eckhart: was du gefloh‘n hast, flieht nun dich, was du gesucht hast, sucht nun dich?

Sonntag, 17. August 2008

sieh', das gute liegt so nah

Einst agierte die religion als treuhänderin der kollektiven paradies-phantasie, heute übernimmt das die tourismusindustrie.
das touristische paradies aber krankt an ökoschäden, ethnischer verdrängung, ausbeutung und vielem mehr. das paradies muss zudem mit gewalt erobert und auch mit gewalt verteidigt werden. die farbenfrohen bilder regieren in den köpfen der kunden, weniger die erlebte realität.
welcome to capitalism. take a cocktail, take shampoo, take a gun; william, schließen Sie schnell die tore.
entspannender ist da auf jeden fall abendliches schwimmen in den heimischen ricklinger teichen mit anschließendem kaufland-eingelegte artischocken-abendbrot daheim oder, teurer, im anatolischen restaurant tandure am ihme-ufer mit blick auf das baumbestandene flussufer. da gibt es hummus und türkischen kaffee und zartes hammelfleisch, ganz ohne sich all inclusive mit 99 % nicht-meerblick und nur 42 prozent kundenbewertung für die hinteren, bedrängend engen hotels in side herumzutreiben.
heimat - das ist das stichwort. heimat - der größte luxus in den zeiten der globalisierung. einfach zu hause zu bleiben und sich nicht unter druck zu setzen, wie wär's mal damit?