Donnerstag, 16. Juli 2026

Kernfusion ist keine harmlose Zukunftstechnologie

"Seit über 70 Jahren wird an der Kernfusion geforscht. Seit über 70 Jahren heißt es: Bald ist der Durchbruch da. Doch bis heute ist kein einziges Fusionskraftwerk am Netz. Trotz immer neuer Ankündigungen und Investitionen in Milliardenhöhe bleibt die Kernfusion vor allem eines: ein leeres Zukunftsversprechen.

Trotzdem schafft die Bundesregierung bereits Fakten:

Sie will Kernfusionsanlagen in das Strahlenschutzgesetz aufnehmen. Damit soll die Kernfusion erstmals in Deutschland gesetzlich geregelt werden – aber das reicht nicht aus.

Denn Kernfusion ist keine harmlose Zukunftstechnologie. Tritium, das in Fusionsreaktoren durch hochenergetische Neutronen erzeugt werden soll, ist zugleich ein zentraler Bestandteil moderner Atomwaffen. Außerdem ließe sich in Fusionsreaktoren auch aus Uran Plutonium erzeugen – ebenfalls ein Material, das für Atomwaffen wichtig ist. Bei der Nutzung der Kernfusion besteht also ein echtes Risiko der Weiterverbreitung atomwaffenfähiger Stoffe.

Zudem hat auch die Kernfusion ein Atommüllproblem: Die extremen Belastungen im Reaktor machen es nötig, Bauteile regelmäßig auszutauschen. Das Ergebnis sind große Mengen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle, die sicher gelagert werden müssen.

Deshalb müssen für Fusionsanlagen dieselben hohen Sicherheitsmaßstäbe gelten wie für andere Atomanlagen. Das Atomgesetz geht über den reinen Strahlenschutz hinaus. Es regelt die Genehmigung, Aufsicht, den Umgang mit Störfällen, Entsorgung und die Verantwortung für die radioaktiven Abfälle. Kernfusionsanlagen sollten daher nicht nur im Strahlenschutzgesetz, sondern auch im Atomgesetz geregelt werden. Mehr Hintergründe findest Du im Blogartikel meiner Kollegin Miriam Tornieporth.

Die eigentliche Gefahr: verlorene Zeit. Die Debatte über Kernfusion lenkt von den Lösungen ab, die wir längst haben.

Während über eine vermeintliche Zukunftstechnologie gesprochen wird, die vielleicht in einigen Jahrzehnten einsatzbereit sein könnte, gerät der dringend notwendige Ausbau von Wind- und Solarenergie ins Stocken. Das verlängert die Abhängigkeit von Kohle und fossilem Gas – und kostet wertvolle Zeit im Kampf gegen die Klimakrise.

Für den Klimaschutz käme die Kernfusion ohnehin viel zu spät.

Wind und Sonne liefern schon heute saubere, sichere und bezahlbare Energie – ganz ohne das Risiko neuer radioaktiver Abfälle oder waffenfähiger Materialien.

Wir dürfen uns nicht von leeren Zukunftsversprechen blenden lassen.

Wir brauchen keine neue atomare Seifenblase.

Wir brauchen eine konsequente Energiewende – jetzt!

Hilf mit, den Mythos Kernfusion zu entlarven.

Bestelle jetzt unseren neuen Flyer „Seifenblase Kernfusion“, teile die Informationen mit anderen und unterstütze unsere Aufklärungsarbeit. Denn je mehr Menschen die Risiken kennen, desto schwerer wird es, die Kernfusion als vermeintliche Wunderlösung zu verkaufen."

Herzliche Grüße Carolin Franta und das ganze .ausgestrahlt-Team

Dazu meine Anmerkung: "Einen Grenzwert für die Verträglichkeit radioaktiver Strahlung gibt es nicht. Der Glaube an Grenzwerte täuscht über das tödliche Risiko hinweg." schrieben Gould und Goldman 1992. Frederic Vester 1987: "Kernenergie ist nicht ökonomisch. Die Atomwirtschaft konfrontiert unsere Gesellschaft mit Auseinandersetzungen, die den politischen Grundkonsens bedrohen." 

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