"Jürgen, wir haben uns Spargel aus Deutschland mitbringen lassen. Du kannst etwas davon abhaben" sagt eine Deutsche zu einem Deutschen auf dem Flughafen von Lanzarote, der dasjenige für Auswanderer und Langzeiturlauber bedeutet, was ein Bahnhof in Deutschland für Migranten ist, die hier allerdings wegen fehlender Kaufkraft massiv von Security-Diensten vertrieben werden: Kommunikationsgelegenheit.
Diaspora (Verstreutheit) bezeichnet die Zerstreuung einer Volks-, Religions- oder Kulturgemeinschaft außerhalb ihres ursprünglichen Heimatgebiets sowie Gemeinschaft der Menschen, die dort leben und ihre Verbindung zur Herkunft bewahren. Viele Mitglieder einer Diaspora pflegen ihre Sprache, Kultur, Nationalität, manchmal auch gefährlich inhumane Traditionen, sogar im Ausland und fühlen sich dem Heimatland verbunden, schicken Geld an zurückgelassene Verwandte, sprechen in der Familie die Muttersprache.
Beispielsweise leben Juden und Inder oft auf dem Globus verstreut, aber auch Asiaten in Amerika, Kurden im Vorderen Orient, Deutsche in Südafrika, Türken in Deutschland, sowie Geflüchtete aus Syrien, Sudan, Iran und der Ukraine usw. Die Supermärkte haben sich darauf eingestellt. Musste mich an die Ziegenköpfe in der Auslage eines Fleischerladens erst gewöhnen.
Identitätsarbeit
Ein türkischer Staatsbürger, der in Deutschland aufgewachsen ist und nur deutsch spricht, wird von manchen Deutschen als Türke angesehen und behandelt, aber in der Türkei wegen seiner Sprache, seines Wohnorts und seiner Sozialisation als Deutscher. Das Bewusstsein der eigenen Identität stimmt nicht immer mit der Identifizierung durch die Umwelt überein (z. B. verstehen sich manche Nachfahren von Deutschen, die aus Russland stammen, noch als Deutsche, werden aber hierzulande als Fremde behandelt).
Die Diaspora-Liste ist schier endlos: https://de.wikipedia.org/wiki/Diaspora. Buchautor Robin Cohen: "Die letzten Spuren ihrer ursprünglichen kulturellen Zugehörigkeit von Menschen in einer Diaspora bestehen häufig im Widerstand der im Exil lebenden Gemeinschaft gegen einen Wechsel der Sprache und in der Aufrechterhaltung der traditionellen religiösen Praxis."
Zum manchmal widersprüchlichen Nebeneinander besteht nach Wissenschaftler Heiner Keupp die alltägliche Identitätsarbeit aus Vertrauen, Anerkennung, Authentizität, Handlungsfähigkeit, Ressourcen und Kommunikation. Zugleich sieht er aber auch einen Zwang zur Selbstbehauptung.
Für mich ist eines sicher: die Antwort auf Fragen der Identität liegt ganz bestimmt nicht bei der AfD! ip
Die Stadt Frankfurt bietet auch dieses Jahr einen "Deutschsommer" für Kinder mit viel Spaß und Events an. Die systematische Auswertung der Sprachtests, die jeweils vor und nach der Programmteilnahme durchgeführt werden, bestätigen eine Wirksamkeit des Ansatzes: Die Ergebnisse des Sprachtests waren 2025 mit einer Übertrittsquote von den leistungsschwächeren in die leistungsstärkeren Gruppen im Bereich Verbbildung mit 43 Prozent sehr gut. Im Satzbau lag die Übertrittsquote bei 30 Prozent.
Zudem stärkt der Deutschsommer nachweislich die Selbstwirksamkeit sowie die Kommunikations- und Kooperationskompetenzen der Kinder umfassend: Die Kinder werden selbstbewusster, eigenständiger und offener, neue Freunde kennenzulernen. Auch die persönlichen Erinnerungen ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer spiegeln diese Wirkung wider.
Und Deutsche im Ausland? Lernen sie die dortige Sprache? Siehe oben. Besonders leicht haben es die Engländer, die das Sichaneignen anderer Sprachen aufgrund ihrer Muttersprache als Lingua Franca oft nicht für notwendig halten. ip
![]() |
| ipfoto |


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen