Freitag, 10. Juli 2026

Modernes Betteln gehen - Croudfunding mit Profit für GoFundme

Berlin. Die profitorientierte Plattform Gofundme sammelte laut Wikipedia bis März 2017 drei Milliarden US-Dollar ein bei einem damaligen monatlichen Spendenumsatz von bis zu 140 Millionen US-Dollar und generierte einen Jahresgewinn von 100 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig wurde das Unternehmen damit zum größten seiner Art. Bis 2020 hat sich die Gesamtsumme der Spenden weiter erhöht und nunmehr verdreifacht. Seit Ende 2017 sei das Unternehmen mit einem Büro in Berlin auch in Deutschland aktiv. 

Die größte GoFundMe-Kampagne für George Floyds Familie, der Official George Floyd Memorial Fund, sammelte am Ende rund 14,6 Millionen US-Dollar von mehr als 500.000 Spendern. Daneben gab es weitere Kampagnen, unter anderem für seine Tochter Gianna, die etwa 2,3 Millionen US-Dollar einbrachte. Zusätzlich erhielt die Familie 2021 in einem zivilrechtlichen Vergleich mit der Stadt Minneapolis 27 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Diese Zahlung war aber getrennt von GoFundMe und hatte nichts mit den Spendensammlungen zu tun. Seine strafrechtliche Vergangenheit hatte keinen Einfluss auf die rechtliche Bewertung seines Todes im Jahr 2020. Der ehemalige Polizeibeamte Derek Chauvin wurde wegen Floyds Tötung strafrechtlich verurteilt. Die Gerichte bewerteten den Einsatz der Gewalt anhand der Umstände des Vorfalls, nicht anhand von Floyds früheren Straftaten.

Wie sieht es nun, besonders beschwerlich bei "kleineren" Fällen, im Einzelnen aus? 

Jemand, der Spenden eingesammelt hat, muss nach Abschluss der Kampagne bürokratisch genau bei gofundme das Geld für den Zweck einsetzen, der genannt wurde, zum Beispiel Anwaltskosten, die ruckzuck in die Höhe schießen können, und abrechnen. Da kann schonmal fürs Überleben dennoch nichts mehr übrig bleiben. Freundinnen der Person, die ihr persönlich etwas zukommen lassen wollten, verschwinden im Dschungel der Kleinstbeträge, auf dem dies Geschäftsmodell basiert. ip

Keine Kommentare: