Hannover. Camping-Schrader in der Herschelstraße gab aus angeblichen "Konkurrenzgründen" auf, die ich für unehrlich halte.
War mit der darüber wohnenden Inhaberin des alteingesessenen Camping-Bedarfsgeschäftes verabredet, als sie vorwarnte, es würden sich vor der Haustür mit Drogen zugedröhnte Mädchen in den Beifahrersitz von Autos der Freier fallen lassen, die auf dem Rücksitz den Kindersitz installiert haben. Solche Szenarien muss eine Anwohnerin ersteinmal aushalten...
Sie hat es nicht ausgehalten. Nun schafft die Stadt dort eine neue soziale Versorgungsstelle für drogensüchtige und obdachlose Menschen in der Innenstadt als zweite Anlaufstelle neben Mecki 2.0, mit Diamorphinambulanz sowie Übernachtungsmöglichkeit, 46 Mikroappartements mit je eigenem Bad und Toilette für obdachlose Männer, die Straßensozialarbeit ist dreimal wöchentlich im Haus.
Die Lage hinter der Galerie Ernst-August, für deren Bau großzügig über Denkmalsschutzaspekte hinweg gesehen und das historische Bahngebäude abgerissen wurde, war für Camping-Schrader zusätzlich ungünstig.
Weiter ausufernde Straßenprostitution vom Intercity-Hotel bis in die Herschelstraße stieg durch die an sich positive bauliche Auflockerung des Steintorviertels und Schließung Bordell Braunstraße (für die bessere Optik der enercity-Zentrale?) an. Manches "Etablissement" verlagerte sich ein paar Straßen weiter. Das niederländische Vorbild für hell erleuchtete Prostitutionsgebiete mit Bewachung und Sanitäranlagen außerhalb der Stadt wurde nicht kopiert, Freierbestrafung nicht ins Visier genommen. Ein 'alternativer' Makler bot noch einer potentiellen Mieterin die Herschelstraße als attraktives Domizil 'Innenstadt' an...ip

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