Dienstag, 16. Juni 2026

40jähriges Jubiläum Frauen(Gleichstellungs-)beauftragte in Hannover

Ursula Müller hat einige Anekdoten über den hannoverschen Amtsschimmel auf Lager:
"Für mich völlig unerwartet kam die heftigste Reaktion in einer verwaltungsinternen Diskussion und die größte Ablehnung auf meinen Einwand, eine städtische Broschüre dürfe nicht den Titel "Ansprechpartner Stadt" tragen. Da die Stadt grammatikalisch weiblich ist, könne es nur "Ansprechpartnerin" heißen. Ich erspare Ihnen die Irrationalität, mit der die männliche Form verteidigt wurde. Gerade diese Kontroverse hat mir aber andererseits wieder Sympathisantinnen zugeführt, die dadurch begriffen, dass es nicht um die Sache, sondern um männliche Vormacht geht."

Am 2. Juni 1986 startete Dr. Ursula Müller als erste Frauenbeauftragte Hannovers (1986-1998), im damaligen Frauenbüro–Referat für Gleichstellungsfragen. Nur wenige Städte in Deutschland hatten damals eine solche Einrichtung. Begleitete in meinen Publikationen ihre Arbeit (siehe Zeitungsausschnitt).
Dr. Müller erhielt anonyme Drohbriefe und eine Drohung der NPD. Anlass war offenbar ein Artikel in der Bild, der den Titel trug: "Wie Frau Dr. Müller die deutsche Sprache entman(n)en will! " damit wurde auf die Empfehlung zur Vermeidung des Pronomens 'man' Bezug genommen, aber zugleich richtig erkannt, dass diese Sprachregelung eine Beschneidung männlicher Privilegien darstellt."
 (Bewahre weitere Texte von Dr. Müller in meinem Archiv) ip

Keine Kommentare: