Hannover. Termine der Komposttage und Infos zu den Erden von aha finden Interessierte unter www.aha-region.de und www.klimaschutzagentur.de.
Worauf kann ich beim Kauf von Erde noch achten?
Auch wer keine Gelegenheit hat, zur lokalen Blumenerde zu greifen, kann auch beim Einkauf im Baumarkt oder der Gärtnerei etwas für den Klimaschutz tun: Torffreie Erden bereichern inzwischen die meisten Sortimente. Beim Kauf von torffreien Substraten sollte man auf die genaue Kennzeichnung achten: Nur Produkte, die mit dem Aufdruck „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind, werden ihrem Namen auch gerecht. Torfreduzierte oder torfarme Erden können noch bis zu 70 Prozent Torf enthalten. Eine Produktübersicht und viele weitere Tipps und Informationen gibt es unter www.torffrei.info.
Wie steht um den Torfabbau in der Region Hannover?
In der Region Hannover bauen derzeit noch zwei Unternehmen im Toten Moor östlich des Steinhuder Meeres Torf ab. Der Torfabbau erfolgt dort seit mehr als 100 Jahren und erstreckt sich bis zum Auslaufen der letzten Genehmigungen zum Ende des Jahres 2038 über eine Fläche von 1.371 Hektar.
Die größte im Abbau befindliche Fläche war in den 2000er-Jahren zu verzeichnen. Seither ist der Abbau rückläufig, weil Flächen abgetorft sind, Genehmigungen auslaufen und keine neuen Abbaurechte vergeben werden. Rund 11 Prozent der Gesamtfläche befinden sich noch bis 2030 im Abbau. Danach ist auf knapp 8 Prozent der Gesamtfläche noch bis 2038 der Abbau von Torf erlaubt, der allerdings nur noch für die Herrichtung der Rekultivierungsfläche verwendet und nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden darf.
Was tut die Region Hannover für den Moorschutz?
Für das Erreichen der Klimaziele der Region Hannover spielen das vorzeitige Beenden des Torfabbaus und die Renaturierung von Mooren eine Schlüsselrolle. Die Region kauft deshalb seit 2013 Torfabbauflächen im Toten Moor. Bis heute ist der Kauf von knapp 800 Hektar Moorfläche erfolgt oder bereits politisch beschlossen. Auf rund 565 Hektar wurde der Torfabbau mit dem Kauf sofort beendet, auf der übrigen Fläche wurde eine geringere Abbautiefe festgelegt. Durch die Käufe konnten rund 1,2 Millionen Kubikmeter Torf im Moor verbleiben. Die Flächen werden aufwändig wiedervernässt, sodass der CO2-Ausstoß mittelfristig zurückgeht und sich langfristig neuer Torf bilden kann. „Wenn wir die Möglichkeit haben, werden wir auch die verbliebenen Abbauflächen kaufen und den Torfabbau vor Ablauf der Genehmigung beenden“, berichtet Jens Palandt.
Auch außerhalb des Toten Moors setzt sich die Region Hannover für die Renaturierung von Mooren ein: In der Hannoverschen Moorgeest läuft seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit dem Land und gefördert von der EU ein erfolgreiches LIFE+ Projekt. Inzwischen sind die Flächen fast vollständig wiedervernässt. In diesem Jahr schließen die Projektpartner mit den Nachfolgeprojekt „RePeat“ an den Erfolg an: In den nächsten zehn Jahren sollen das Altwarmbüchener Moor, das Rehburger Moor und das Trunnenmoor für insgesamt 34 Millionen Euro wiedervernässt werden.

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