Zwei aufeinanderfolgende Zwischentitel in Fritz Langs Film SPIONE sind Paukenschlag und Sturzgeburt für ein ganzes Filmgenre und seine dramaturgischen Regeln: den Spionagethriller. Und wer kam mit diesem Genre nieder? Thea von Harbou – die Autorin von Roman und Drehbuch (wie auch bei Fritz Langs berühmtem Film "Metropolis".
Für den Film SPIONE entwickelte sie eine Dramaturgie, der bis heute unzählige Filme entsprechen, allen voran die James-Bond-Filme. Auch viele von Alfred Hitchcocks Werken folgen diesem Rezept: Von THE 39 STEPS (1935) bis hin zum Meisterstück NORTH BY NORTHWEST (1959). Es werden bei ihm sogar ganz direkt Einfälle aus SPIONE zitiert.
Der Roman wird nun neu vorgelegt, der Film ist weiter in restaurierter Fassung auf BluRay erhältlich. Wann immer Leserschaft oder Filmpublikum ein Spionagethriller jüngeren Datums begegnet, mögen die Themen und Sensationen auch variieren, es wird zu konstatieren sein, dass alles schon einmal da war – und zwar in "Spione", dem Prototypen. Ein Stereotyp aus Stereotypen erschaffen. Geht es noch moderner? Bis 14. April Subskription, zum Sonderpreis: Thea von Harbou: Spione. Ein historischer Kriminal- und Spionageroman.
Kleine Anekdote am Rande: Fritz Lang ging pausenlos fremd. Als Thea von Harbou sich dann auch einen Liebhaber anlachte, wanderte er beleidigt in die USA aus. Harbou setzte sich für ihren indischen Lover und andere Inder:innen ein, wurde dennoch als naziaffin verunglimpft, was seltsamerweise bei Philosoph Martin Heidegger und der nicht-nationalistischen Zionistin Hannah Arendt milder betrachtet wurde.

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