Dienstag, 31. März 2026

"Sehr geehrter Herr"=mehr, größer, am größten - eine Frauen verwundende Wortwahl

Schrieb schon 2014 an die Bundesregierung, dass die Anrede "Herr" für Männer in Korrespondenzen erniedrigend auf Frauen wirkt: "Sehr geehrter Herr X", aber "Sehr geehrte Frau X" . Keine Antwort. Sandte danach Schreiben mit "Sehr geehrter Mann X", auch an Behördenpersonal und berufliche Kontakte. Das machte offenbar, wie stark die Begriffe "Mann" und "Frau" zu ganz unterschiedlichen Assoziationen führen, während "Sehr geehrter Herr" eine übergeordnete Position beschreibt. Schreibe besonders fähige Männer manchmal mit "Geehrter Meister X" an, aber wie dann überragende Frauen?

Im Englischen ist es von der Herkunft her dasselbe: „Mister“ ist dort ursprünglich nur eine abgeschwächte, unbetonte Form von „master“. Es tauchte dort „mister“ im 15. Jahrhundert als höfliche Anrede vor dem Namen eines Mannes auf. "Master“ wiederum geht auf das lateinische Wort magister zurück, das „Lehrer“, „Vorgesetzter“ oder „Herr“ bedeutete. Es hängt mit dem lateinischen magis („mehr“, „größer“) zusammen. Die Entwicklung war also ungefähr: magister → master → mister. Daher stammt auch die Abkürzung „Mr.“ ursprünglich von „master“, obwohl man sie heute als „Mister“ ausspricht.

Im Dienstleistungsgewerbe (besonders im Carebereich) wird zudem die Frau auch 2026 in aller Regel nur mit dem Vornamen angesprochen, der Mann in gleicher Position mit Nachnamen. Fragte in einem Hotel die Küchenchefin nach ihrem Nachnamen, die mich so freundlich mit "Guten Morgen, Frau Peters", ansprach. Nichts zu machen. Sie rückte nicht mit ihrem Nachnamen raus. Also antwortete ich ebenso warmherzig mit "Guten Morgen, Frau Ursula".

Männer mit Pflegegrad forderten bei den Maltesern, jemand zu bekommen, mit dem sie "auf Augenhöhe" sprechen könnten, was immer das Thema dieser Augenhöhe sein mochte... Die Malteser starteten eine Suchaktion. Liebevolle Zuwendung von Fachpflegerin Uschi und Co. wird eben als selbstverständlich gesehen. Allenfalls fasst mann sie mit letzter Kraft an den Busen. Freunde aus ihrem ehemaligen Fachbereich haben sich diese senilen Machos offensichtlich nicht erhalten können. So wie Männer ohnehin Probleme mit Freundschaft haben, die sie selbst erarbeiten müssen, die ihnen nicht serviert wird. Serviert haben seit je die Sklavinnen. ip


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