Freitag, 16. Januar 2009

neues aus der ernst-august-galerie

einige angestellte der post in der ernst-august-galerie sind gar nicht zufrieden mit dem teuren neuen standort.
"es hat ja nicht mal jeder n eigenen spind hier, so eng ist es", kommen klagen.
tja. und in der galerie entwickeln sich inzwischen auch rennstrecken, die gut besucht sind, wie die, die direkt zum ernst-august-platz führt, während sozusagen nebenstrecken doch recht flau frequentiert werden.
aber in der tagespresse wird alles unkritisch bejubelt. es ist ja auch bald bundestagswahl. mindestens bis dahin muss alles schöngeredet werden.
wenn Sie also wirklich wissen wollen, was läuft, liebe leserinnen und leser, lesen Sie mein blog oder meine City-Zeitung. die nächste ausgabe erscheint mitte februar und wird dann online gestellt.
am besten schicken Sie mir schon mal auch anzeigen, falls Sie etwas zu inserieren haben.
Sie können angesichts der finanzkrise auch in regionalwährung bezahlen, denn mein alter wahlspruch kommt wieder voll zur aktualität derzeit: small is beautiful! yes, it is, indeed.

Dienstag, 13. Januar 2009

einsamkeit und effizienz

ein riesiges gesellschaftsproblem, das zu bearbeiten wegen der derzeitigen kriegerischen wirren kaum jemand in der lage ist, ist die wie eine seuche grassierende einsamkeit in allen altersgruppen. die vielen einzelkinder samt ihren hospitalisierten müttern fühlen sich einsam, die alten werden ins heim abgeschoben, viele studenten vegetieren in ihren wohnheimen dahin, mehr frauen lassen sich von männern nicht bevormunden, ziehen stattdessen das alleinsein vor. und die männer unterliegen dem diktat der effizienz.
effizient sind zum beispiel die wohnungen. jeder hat heute einen funktionierenden sanitärbereich und eine einbauküche und natürlich das media-center. viele haben mikrowelle, die industrie liefert alles verzehrfertig, wenn auch durch die weltweite logistik notwendig mit schädlichen haltbarkeitsmitteln versetzt und geschmacklich sowie gesundheitlich weit unter dem, was eine frische eigene zubereitung ergeben würde.
das heutige leben ist zwar sehr effizient, aber depressionen hat so gut wie jeder, rückenprobleme auch, weil körper und geist ein dynamisches vielseitiges leben benötigen. stattdessen: effizienz. Bernhard Lietaer machte es kürzlich in Berlin in einem Interview mit Elisabeth C. Gründler deutlich, einer ehemaligen Mitarbeiterin von mir: je höher die effizienz, umso geringer die belastbarkeit.
wer vernetzt ist, also in einem kreis von freunden und verwandten und kollegen lebt, und in kleinen einheiten wirtschaftet, ist definitiv störungsresistenter.
stattdessen sah ich gestern eine schlittschuh laufende dame mit handy am ohr. ob sie was davon hatte? effizient war sie sicher.

Sonntag, 11. Januar 2009

wetten, dass

das wetter in plus-grade umschlägt, sobald das russische gas wieder fließt, das zu zwei Dritteln das Bruttosozialprodukt Russlands ausmacht?
"geo-engineering" nennt man solche manipulationen heutzutage ähnlich euphemistisch wie den "neo-liberalismus". kaum einer weiß so recht, welche ungeheure bedrohung sich hinter diesen ausdrücken verbirgt.
telepolis, der newsletterdienst vom heise-verlag, fragte kürzlich, ob geo-engineering ein teil der antwort auf den klimawandel ist. ich meine, es ist die ursache.
seit langem wird mehr oder weniger geheim (in china werden zum beispiel ganz unverhohlen mit raketen regenwolken angeschossen, aber das ist noch die harmloseste unter den möglichkeiten) am wetter herumgepfuscht, und der eherne satz meines onkels "wie gut, dass der mensch nicht auch noch das wetter beeinflussen kann" gilt schon lange nicht mehr. ironischerweise arbeitet sein sohn für die NASA, hat aber wohl keine lust, seinen alten vater aufzuklären oder darf es nicht.
seit den erfindungen der beiden genialen serbInnen nikola tesla und mileva einstein gibt es da ungeahnte möglichkeiten. bush, das idol der rüstungsindustrie, spricht von weltraumspiegeln, die alles mögliche in den weltraum zurückschicken sollen, statt mal sein haarp-projekt in alaska offenzulegen, das ungeheure energiefelder erzeugen und damit unwetter und erdbeben erzeugen kann...

Mittwoch, 7. Januar 2009

eis-zeit

zwei kleine jungs im park. der kleinere bettelt den größeren mit einer inbrunst an, ihm das schlittschuhlaufen beizubringen, einer ungeheuren dringlichkeit, dicke tränen in den augen, die erstickte stimme voller leidenschaft, dass mir wieder einmal klar wird: wer lebt, will lernen, will wirklich lernen, will etwas leisten.
die aufgabe der gesellschaft ist es also keinesfalls, frontalunterricht zu erteilen, sondern lernwilligen die mittel und möglichkeiten zur verfügung zu stellen, wie ivan illich dies in seinen werken eingehend dargelegt hat.
zweite eis-situation: kleinkinder schlittern auf einer großen eispfütze, die mütter schauen zu. vielleicht würden sie auch gern schlittern, aber dann wäre die fürsorge für die kleinen nicht mehr gesichert. also halten sie wache und tun damit mutter-arbeit.
so wie verantwortungsvolle eltern auch für eine gute, gesunde ernährung der familie sorgen, ebenfalls eine aufwendige arbeit.
arbeit ist nicht die eintönig spezialisierte tätigkeit, die den meisten vom industriezeitalter aufgezwungen wurde, arbeit kann so viele gesichter haben, vom schlittschuhlaufenlernen bis zum instrumentspielen, von der websitepflege bis zur geschicklichkeit. nur zuhause vor dem fernseher hocken bleiben, das macht blöd und tötet letztendlich. "beweg' dein arsch" singt sido ganz richtig.
Oder wenn schon glotze, dann schaut euch dvd's an: "Yella" zum beispiel, da bringt sich auch ein unternehmer wegen heuschrecken um, ganz ähnlich wie jetzt der herr merckle (spielt sogar in hannover, teilweise im beängstigend über dem nichts hängenden zockerpalast der nord lb); oder "The Corporation" (bei zweitausendeins erschienen), wo klar wird, dass juristische personen in unserer gesellschaft jede menge rechte haben, aber keinerlei pflichten; oder "Feed the world", in dem gezeigt wird, wie investoren wie der samenfabrikant pioneer weltweit funktionierende landwirtschaftssysteme zerstören; oder die Arthaus-DVD " Die Hochstapler", in der erklärt wird, warum die bank-kriminellen denen, die schon viel geld haben, immer noch mehr aufdrängen, ohne risikoprüfung, dem innovativen mittelstand aber das kapital entziehen, und damit genau die schicht fertigmachen, die dem staat die existenzgrundlage bietet.
ich selbst, wenn mir jemand ausreichend risikokapital gegeben hätte, könnte tausende arbeitsplätze schaffen, das haben mir meine freunde schon mehrfach bestätigt, denn ich bin ein wandelnder ideen- und projektpark auf zwei beinen. stattdessen: eis-zeit.

Freitag, 2. Januar 2009

die bundesreisekanzel

moin und n frohes neues!
um es kurz klarzustellen, es war wunderschön auf fuerteventura. mein post vom 31.12.08 zeigte nur vernachlässigte aspekte, die in der mainstream-presse zu kurz kommen.
die lange linie des meereshorizontes, die weißen strände, das sanft anwellende meerwasser, die herrlichen felsformationen und die skyline der vulkane, frische luft und sonne auf der haut, das war schon erholsam und regenerierend.
jetzt wieder hier, schreiben mir liebe menschen, ich gebe das mal weiter: http://blutfuerdiebundeskanzlerin.blogspot.com/.
und nochwas: an dem kraftplatz, wo leine und ihme zusammentreffen und im sommer das strandleben tobt, hat auch dieses jahr wieder eine frau ihre spirale aus efeu gelegt. ich vermute eine frau dahinter, denn welcher mann würde sowas schönes tun? dort schreite ich leise bis zur mitte, wo sie zapfen und andere baumfrüchte hingelegt hat, und wünsche mir etwas für mich und meine lieben. möge es in erfüllung gehen. heute könnt' ich nochmal hingehen und bitten, die zionisten zur vernunft zu bringen, damit nicht weiterhin palästinenser sterben müssen. vielleicht versuchen Sie es auch mal?

Mittwoch, 31. Dezember 2008

lost in tourism


ach ist das schön, wieder einfach daheim dankbar frisches wasser ohne zu überlegen aus der leitung zu trinken!
auf fuerteventura war nämlich leitungswasser selbst nur zum zähneputzen ziemlich grenzwertig und auch beim warmen wannenbad kommt man sich dort leicht verkeimt vor, so wie die palmenpracht an den straßen durch gefiltertes und per leitungssystem zur bewässerung genutztes kloakenwasser entstanden ist, was mir als allergisch beeinflussbarem menschen durchaus unangenehm beim joggen in die nase steigt.
überhaupt überwiegt das schlechte gewissen, was wir den armen ziegenhirten dort antun, deren familienangehörige als putzfrauen oder im service der riesigen hotelanlagen arbeiten, und nun will ryan air, die 250 000 gäste gebracht haben, ab februar fuerteventura als flugziel streichen, weil werbevereinbarungen nicht eingehalten wurden.
die unter horrorbedingungen übers meer per schlauchboot eintreffenden afrikanischen flüchtlinge müssen auch ernährt werden, jedenfalls die, die es überlebt haben, der pfarrer von morro bittet deshalb um lebensmittelspenden.
30 große anlagen stehen schon zum verkauf, weil sie nicht mehr rentabel sind, nachdem in den letzten 10 jahren die gesamte südwestküste von jandia bis costa calma mit hotelkomplexen zugebaut worden ist. auch das appartement, in dem ich jetzt wohnte, gehörte einst zum riu-konzern, der nur in den hochwertigen marktsegmenten investiert, wurde aber offensichtlich abgestoßen und leidet seitdem unter rasantem verfall. in dem ehemaligen riu-apparthotel war es nun eine mutprobe, den wild rumpelnden fahrstuhl zu besteigen (ähnlich wie derzeit in hannover im ihme-zentrum), der fernseher ging glücklicherweise nicht, das mischen von heißem und kaltem wasser geriet ständig zur kneippkur, die stühle brachen zusammen.
aber das schlimmste war dies "all inclusive", der einzige etwas gewärmte pool umlagert von (noch) lebenden stückgütern der reiseindustrie mit rosa plastikbändchen ums handgelenk, als seien sie neugeborene. unglaublich viele sehr fette junge und alte menschen waren darunter, ich schätze zu 80 prozent. und sie bestellten beim service einen cappuccino und dann noch einen und dann noch einen, weil es ja inclusive war. derart aufgeputscht, musste dann zwangsläufig mit alkohol wieder beruhigt werden.
besonders heilig abend waren die gesichter lang, es herrschte bedrückte stimmung trotz weihnachtsmann für die kleinen um 15 und 16 uhr, als ich im pool meine rückenschwimmbahnen zog (am besten ging das bei sonnenuntergang, wenn schon wieder alle beim fressen waren).
ein alter herr redete laut in die runde, er werde sich eine kerze anzünden und ein band einlegen heute abend, wo denn das problem sei? die frage kann ich beantworten: viele dieser einsamen all-inclusive-touristen legen dem christkind statt weihrauch und myrrhe den gesundheitlichen ruin der nächsten generationen in die krippe.
ich wollte dann auch mal einen kaffee bestellen, das ging nicht gegen bezahlung, wer kein all inclusive hat, muss sich einen gutschein von der rezeption holen und das war mir zu mühsam.
draußen an der strandstraße gähnten leere bazare und cafés. die depression lastet nicht nur auf den touristen, sie lastet besonders auf fuerteventura.
frage an miguel violan, den katalanischen ehemann und pressechef von firmenchefin carmen riu, die an der tui beteiligt ist, wieviele ihrer anlagen haben sie bereits außerdem abgestoßen?
vor 10 jahren residierte ich übrigens auch mal im risco del gato, einer von der bekannten wohltäterin (hannoversche tafel) rosemarie wallbrecht finanzierten und eingerichteten luxusanlage, damals herrlich in alleinlage auf einem hügel über dem meer an der costa calma gelegen. als ich es jetzt wiedersah, konnte ich die kleinen, maurisch inspirierten bungalows zuerst gar nicht entdecken hinter dem riesigen, davorgebauten pajara-hotelkomplex. total eingezwängt war das einstige schmuckstück inzwischen, mit einzigem ausblick auf die anderen immobilien.

und n guten rutsch wünsch ich noch, bei heringssalat und champagner.

Sonntag, 14. Dezember 2008

und nochwas...

bin dann mal wieder weg, um mir südlichen wind um die nase wehen zu lassen,
melde mich bei gelegenheit wieder und freue mich, 2009 mit all den treuen inserenten und informanten die city-zeitung online und print als segel gegen die finanz- und sinn-krise weit aufzufieren!