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Montag, 10. Februar 2025

"Sind Sie satt geworden?"

#Hannover. Klirrende Eiseskälte. Die Marktkirche ist ungewöhnlich frühlingshaft poppig verkleidet. Der vor sich hin jammernde junge Mann mit der Maske stürzt auf die Ökumenische Essensausgabe für Bedürftige im Saal der Reformierten Kirche zu. Aber um 13 Uhr sind nur noch Würstchen und Quarkspeise zu haben. 
Am Stehtisch wird er von einem gestandenen Deutschen (Bestimmt erklärt der auch seiner daneben stehenden asiatisch aussehenden Frau ihre Ursprungskultur und die Welt) belehrt: "Sind Sie Moslem? Dann dürfen Sie das nicht essen!!!" Doch als er den Teller zurück bringt, wird er an der Essensausgabe freundlich gefragt, ob er satt geworden sei. 
Draußen spielt einer mit seinem #Assistenzhund Ball. Ein Kind mit aufgerissenen hungrigen Augen umkreist den Eingang. 
Am Hauptquartier der ev. Kirche ist ein Plakat zu lesen: "Nächstenliebe, Menschenwürde wählen." Also #Tierschutzpartei statt #AmpeldesGrauens. IP

Dienstag, 5. März 2024

Deutschland als Knecht der Rüstungs-Schmarotzer


Wikipedia: Daron Acemoglu und James A. Robinson haben festgestellt, dass es bei den Wirtschafts- und Sozialordnungen eine große Bandbreite gibt, die von inklusiven bis zu extraktiven Systemen reicht. Inklusive Systeme zeichnen sich aus durch eine breite aktive Beteiligung der Bürger in Wirtschaft und Politik, die Förderung der Ausbildung, der Wissenschaft und der unternehmerischer Initiative, die persönliche Freiheit bei der Wahl der Ausbildung und der Berufswahl, ein breit verteiltes Wissen der Bürger, die Existenz von persönlichem Eigentum usw. Hinzu kommt ein allgemein verbindliches Rechtssystem und eine zentrale Institution, die Ordnung und Recht gewährleistet, eine Vielfalt im wirtschaftlichen Wettbewerb ohne Beschränkung des Zugangs zu den Märkten usw. Alle Menschen haben dadurch einen Anreiz, für sich selbst und die Gesellschaft etwas zu tun, weil sie wissen, dass sie unmittelbar oder mittelbar selbst davon profitieren. Inklusive Systeme sind symbiotische Systeme.

Bei extraktiven Systemen konzentriert sich Macht, Reichtum und Wissen auf eine kleine selbsternannte Elite, die i. d. R. nicht besonders gut qualifiziert ist, denn sie ist meist durch Geburtsrecht oder Parteibuch an die Spitze gekommen. Sie wird auch nicht kontrolliert, denn es gibt keine Gewaltenteilung; Legislative, Jurisprudenz und Exekutive sind in der Hand der Elite. Die Bürger werden mehr oder weniger als Sklaven des Systems erzogen und behandelt, es gibt kein oder nur ein sehr geringes Privateigentum, der Zugang zum Beruf wird z. B. durch Zünfte beschränkt, unternehmerische Initiativen unterdrückt, Märkte monopolisiert usw. Dadurch fehlt in einem extraktiven System für die allermeisten Menschen der persönliche Anreiz und die Motivation, mehr als das allernotwendigste zu tun. Allgemeine Bildung, Fortschritt und Innovation wird von der Elite unterdrückt, weil dadurch ihre Macht gefährdet werden könnte. Wegen der großen sozialen Unterschiede zwischen den vielen ganz Armen und den wenigen ganz Reichen sind extraktive Sozialordnungen sehr viel konfliktträchtiger als inklusive. Sie sind deshalb weniger stabil, und ihre Aufrechterhaltung erfordert einen großen militärischen und finanziellen Aufwand. Extraktive Eliten sind – naturwissenschaftlich gesehen – Schmarotzer.


Montag, 3. April 2023

Pestelinstitut: Der Armutstrend wird sich zementieren

Bau- und Sozialpolitiker Dirk Machentanz (DIE LINKE Hannover): Die Zahlen sind alarmierend. Allein in Hannover müssen Mieter*innen 51% ihres Nettoeinkommens für die Warmmiete aufbringen, Tendenz steigend. Ich teile die Analyse der Landesarmutskonferenz Niedersachsen, wonach durch Zustände von weiter steigenden Mieten und Wohnungsmangel ein bedrohlicher Trend erreicht ist, der sich in Richtung Altersarmut bewegt. Es zeigt, dass unsere Forderung nach mindestens 2000 bezahlbaren neu zu entstehenden Wohnungen jährlich in Hannover richtig war. Ich erinnere auch noch mal an unseren mehrmals abgelehnten Antrag zur Kapitaldeckenerhöhung für die hanova Wohnen. Der Armutstrend wird sich laut Pestel Institut innerhalb der nächsten 15 Jahre zementieren, dem muss dringend durch politische Taten konstruktiv entgegengewirkt werden“  .

Montag, 29. November 2010

LAK Niedersachsen empfiehlt Widerruf von Verlängerungsoption

Vorsicht Falle – Elterngeld bei Hartz IV

Auf ihrer letzten Mitgliederversammlung hat die Landesarmutskonferenz
(LAK) Niedersachsen ein vorläufiges Resümee des Europäischen Jahres EJ 2010 gegen Armut und Ausgrenzung gezogen und aktuelle sozialpolitische Entwicklungen bewertet.
Dazu gehört eine Maßnahme des aktuellen Sparpakets der Bundesregierung, bei der ab dem 01.01.2011 das Elterngeld für Hartz IV Empfänger/innen wegfällt.
„Die Situation für die Anrechnung des Elterngeldes für Hartz IV Empfänger/innen ist einen Monat vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung vielen Beteiligten immer noch unklar. Empfänger/innen von Hartz wissen nicht, dass sie unter Umständen ab dem 01.01.2011 auf einen Schlag 150 Euro Elterngeld im Monat weniger bekommen“, warnt Horst-Peter Ludwigs (Nieders. Flüchtlingsrat), Sprecher der LAK Niedersachsen, und führt weiter aus: „Betroffen sind all diejenigen, die von der Verlängerungsoption
Gebrauch gemacht hatten, also die Variante „150 Euro für 24 Monate“ statt 300 Eurogewählt hatten.
Die LAK Niedersachsen empfiehlt den Betroffenen dringend, sofort die Verlängerungsoption zu widerrufen, um unter Umständen ihre Ansprüche geltend machen zu können auf die gesamte Summe der 2. Rate, also die Differenz zwischen den ursprünglich gewählten 150 Euro und dem vollen Betrag von 300 Euro Elterngeld. Diese Summe von maximal 1.800 Euro wird nicht auf das Alg II angerechnet!“
Die LAK Niedersachsen kritisiert die Informationspolitik der Bundesregierung und fordert eine zeitnahe Entscheidung zugunsten der Betroffenen.
Martin Fischer (Diakonie), ergänzt als Sprecher der LAK Niedersachsen: „ Der Wegfall des Elterngeldes als eine der Maßnahmen des Sparpakets der Bundesregierung dient nicht dazu, Armut in unserem Land nachhaltig zu bekämpfen. Die LAK Niedersachsen hat mit vielen Aktionen im EJ 2010 gegen Armut und Ausgrenzung darauf aufmerksam gemacht, dass u. a. auch in Niedersachsen im letzten Jahr die Schere zwischen arm und reich noch ein Stück auseinander gegangen ist.
Wir werden pünktlich zum nächsten Landtagsplenum mit einer künstlerischen Aktion die Parteien im niedersächsischen Landtag an ihre Verantwortung gegenüber den Armen und Ausgegrenzten erinnern.“

LAK Niedersachsen Geschäftsstelle:
c/o LAG Freie Wohlfahrtspflege, Ebhardtstr. 2, 30159 Hannover, Fon: 0511 - 85 20 99

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Freitag, 27. August 2010

Armutsgefährdung in den Bundesländern

WIESBADEN - Die Armutsgefährdung der Menschen in Deutschland ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war im Jahr 2009 mehr als jeder fünfte Mensch in Mecklenburg-Vorpommern (23%), Sachsen-Anhalt (22%) und Bremen (20%) armutsgefährdet. In den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern hatte dagegen nur ungefähr jeder neunte Mensch ein erhöhtes Armutsrisiko (jeweils 11%).

Gemäß der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60% des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung, hier dem mittleren Einkommen in Deutschland, auskommen müssen. Die Ergebnisse gehen aus Berechnungen des Mikrozensus für das Jahr 2009 hervor, die von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder im Rahmen des Projekts "Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik" durchgeführt wurden.

Bundesweit waren im Jahr 2009 nach diesen Berechnungen knapp 15% der Menschen in Deutschland armutsgefährdet. Dabei gibt es einen deutlichen Ost-West-Unterschied: Hatten in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) knapp 20% der Bevölkerung ein erhöhtes Armutsrisiko, waren im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) 13% der Menschen armutsgefährdet. Lediglich die 65-Jährigen und Älteren hatten in den neuen Ländern (10%) ein geringeres Armutsrisiko als im früheren Bundesgebiet (13%). In Westdeutschland lag das Armutsrisiko außer in Baden-Württemberg und Bayern lediglich in Hessen (12%) unter dem westdeutschen Durchschnitt (13%). In Ostdeutschland hatten Brandenburg (17%) und Thüringen (18%) Armutsgefährdungsquoten unter dem ostdeutschen Durchschnitt (20%).

Ein besonders hohes Armutsrisiko haben Erwerbslose. Mehr als die Hälfte der Erwerbslosen (54%) in Deutschland war 2009 armutsgefährdet. Auch hier gibt es große regionale Unterschiede: Während 2009 in Bayern und Baden-Württemberg 41% beziehungsweise 42% der Erwerbslosen armutsgefährdet waren, waren es in Sachsen-Anhalt 70%.

Auch Alleinerziehende und ihre Kinder waren bundesweit (40%) besonders armutsgefährdet. Während in Hessen (31%) und Baden-Württemberg (33%) rund ein Drittel der Mitglieder von Alleinerziehenden-Haushalten von Armut bedroht waren, traf dies in Sachsen-Anhalt (59%), Mecklenburg-Vorpommern (56%), Sachsen (52%) und Thüringen (51%) auf mehr als die Hälfte der entsprechenden Haushaltsmitglieder zu.

Grundlage der Armutsgefährdungsquoten ist die Armutsgefährdungsschwelle auf Bundesebene. Diese wird anhand des mittleren Einkommens im gesamten Bundesgebiet errechnet. Den ermittelten Armutsgefährdungsquoten für Bund und Länder liegt somit eine einheitliche Armutsgefährdungsschwelle zugrunde.

Diese und weitere Daten zu Armuts- und Sozialindikatoren, zum Teil in tiefer regionaler Gliederung, detaillierte methodische Erläuterungen zu den Datenquellen und den angewandten Berechnungsverfahren stehen im Internet-Angebot der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de zur Verfügung. Dort finden Sie auch Armutsgefährdungsquoten, die auf Basis regional unterschiedlicher Armutsgefährdungsschwellen ermittelt wurden. Dieses Informationsangebot wird durch das Projekt "Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik" regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt.

Methodische Hinweise:
Die im Rahmen dieser Pressemitteilung präsentierten Armutsgefährdungsquoten für Bund und Länder wurden auf der Grundlage der Ergebnisse des Mikrozensus 2009 berechnet. Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa; er bietet aufgrund seiner Stichprobengröße die Möglichkeit, für alle Bundesländer verlässliche Indikatoren zu berechnen.

Für die Berechnung von Armutsgefährdungsquoten kommen mehrere Datenquellen der amtlichen Statistik in Betracht. Auf europäischer Ebene und auf Bundesebene (insbesondere im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung) wird zur Berechnung von Indikatoren, die die Einkommensarmut und -verteilung betreffen, die Statistik "Leben in Europa" (EU-SILC) als Datengrundlage herangezogen. Für die Darstellung vergleichbarer Indikatoren auf Ebene der Bundesländer kann EU-SILC jedoch nicht verwendet werden, da die Stichprobe nicht groß genug ist, um auch für kleinere Bundesländer die entsprechenden Indikatoren auszuweisen. Zu beachten ist, dass sich der Mikrozensus und EU-SILC sowohl hinsichtlich des zu Grunde liegenden Einkommenskonzepts und der Einkommenserfassung als auch hinsichtlich des Stichprobendesigns unterscheiden. Nach den Ergebnissen der EU-SILC-Erhebung 2008 ergab sich bundesweit eine Armutsgefährdungsquote von 15% (bezogen auf das Einkommensreferenzjahr 2007).

Neben den dargestellten Armutsgefährdungsquoten gemessen am Bundesmedian werden im Rahmen der Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik auch Armutsgefährdungsquoten gemessen am Landes- beziehungsweise regionalen Median berechnet. Hierzu wird das mittlere Einkommen (Median) im jeweiligen Bundesland beziehungsweise in der jeweiligen Region herangezogen. Dadurch wird den Unterschieden im Einkommensniveau zwischen den Bundesländern beziehungsweise Regionen Rechnung getragen. Regionale Einkommensunterschiede werden zum Teil durch Unterschiede im Preisniveau (insbesondere im Mietniveau) ausgeglichen. Dies kann dazu führen, dass die Armutsgefährdung gemessen am Bundesmedian in prosperierenden Regionen unterschätzt und andererseits die Armut in Regionen mit einem relativ niedrigen Einkommensniveau überschätzt wird.


Eine zusätzliche Tabelle bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.


Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Andrea Wolff,
Telefon: (0611) 75-8164,
E-Mail: sbe@destatis.de

Dienstag, 23. Februar 2010

fleißige sozialschmarotzer...

ich kenne einen hartz4-empfänger, der zum monatsende nur noch hundefutter und bier im kühlschrank hatte.
als er einen 1-euro-job bekam, blühte er auf, ging zum frisör, war so fleißig, dass die arbeitgeber ihn auch nach ablauf des jahres weiter beschäftigten, aber plötzlich war wieder schluss.
ich kenne eine hartz4-eempfängerin, die sich nicht ins soziale netz hängen will und fleißigst zeitungen austrägt und auch bei mir im haushalt mal mithilft.
dadurch kommt sie über die gleitzone in steuerklasse 6, wo ihr höchstabzüge blühen.
und die arbeitgeber müssen in bezug auf finanzamt, krankenkasse usw. einen riesen-papierkram erledigen.
die minijob-zentrale riet deshalb, mir doch jemand zu suchen, der von diesen bedingungen frei ist, auch das steuerbüro äußerte, man müsse für diese abrechnungen fast betriebswirtschaft studiert haben.
die frau, akademikerin von der ausbildung her, rechnet minutiös jeden cent ab, eine ehrliche haut, die dadurch nur ärger mit dem job-center hat, nichts als ärger.
ich kenne den dritten fall, einen flaschensammler, der jedes wochenende in der glocksee sammelt, um nicht beim sozialamt stehen zu müssen.
als er im tiefschnee seine flaschen zu rewe zog, traf ihn zu neujahr ein vorderwand-infarkt.
ich kenne keinen sozialschmarotzer in florida, auf teneriffa, oder in sonst einem südlichen gefilde, ich kenne überhaupt keinen.
aber ob wir hier was bloggen oder nicht, die bildzeitungs-hetze ist wiedermal politisch gewollt, die richtung vorgeben.

klaus-dieter gleitze schreibt heute:
Im Europäischen Jahr (EJ) gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010
stagniert die Armut in Niedersachsen auf skandalös hohem Niveau und wird
als Folge der aktuellen Wirtschaftskrise zunehmen. Darauf weist die
Landesarmutskonferenz Niedersachsen anlässlich der *nationalen
Auftaktveranstaltung zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale
Ausgrenzung am 25.02.2010 in Berlin hin.*
Mehr dazu in der PM der LAK im Anhang.
Mit der Bitte um Berichterstattung und freundlichen Grüssen
Klaus-Dieter Gleitze
LAK Niedersachsen

Landesarmutskonferenz Niedersachsen

Hannover, den 23.02.2010

Landesarmutskonferenz Niedersachsen zur Auftaktveranstaltung „Europäisches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010“

Im Europäischen Jahr (EJ) gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010 stagniert die Armut in Niedersachsen auf skandalös hohem Niveau und wird als Folge der aktuellen Wirtschaftskrise zunehmen. Darauf weist die Landesarmutskonferenz Niedersachsen anlässlich der nationalen Auftaktveranstaltung zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung am 25.02.2010 in Berlin hin.
(Details http://www.mit-neuem-mut.de/portal/generator/11124/veranstaltungskalender.html )
Horst Peter Ludwigs, Sprecher der LAK Niedersachsen, gibt zu bedenken: „Die Armutsquote in Niedersachsen beträgt ca. 15%, zunehmend sind Menschen trotz Erwerbsarbeit bedroht. Damit ist ein Trend zu mehr Altersarmut vorgezeichnet. Damit der Schwerpunkt „Integration statt Ausgrenzung - Selbstbestimmte Teilhabe für alle Menschen!“ des EJ 2010 nicht bloße, konsequenzlose Absichtserklärung bleibt, ist eine verstärkte Anstrengung aller Akteure nötig! Statt über die Betroffenen zu reden, soll der Dialog mit ihnen gefördert werden.“
Martin Fischer als Sprecher der LAK Niedersachsen erklärt:“ Wie weit die Lebenswirklichkeiten auseinander gedriftet sind, zeigen nicht zuletzt diskriminierende und realitätsferne Äußerungen im Rahmen der aktuellen Hartz IV Debatte aus bestimmten politischen Kreisen. Die LAK Niedersachsen strebt die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Betroffenenbeteiligung in Niedersachsen an. Durch die Einbeziehung der Betroffenen in Hilfe- und Beratungsstrukturen soll ihre aktiven Beteiligung gestärkt werden.“
Die LAK Niedersachsen fordert u.a. den Ausbau der niedersächsischen Armuts- und Reichtumsberichterstattung und den Aufbau echter Ganztagsschulen mit Kostenerstattung für bedürftige Kinder bei Beförderung und Mittagessen. Die LAK schließt sich daher zu diesen Fragen den entsprechenden Forderungen der Landtagsfraktionen von „Die Linke“ und „Bündnis 90/ die Grünen“ an und unterstützt die dahingehenden Anträge im niedersächsischen Landtag.
Sie wird das Europäische Jahr gegen Armut auch in Kooperation mit der Nationalen Armutskonferenz (NAK) mit Aktionen begleiten.
Anbei Informationen zur Landesarmutskonferenz Niedersachsen.
Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Horst-Peter Ludwigs, Sprecher LAK Nieders. Martin Fischer, Sprecher LAK Nieders.
(Nieders. Flüchtlingsrat; Fon: 0162-8539676) (Diakonie; Fon: 0511-3604-190)

Klaus-Dieter Gleitze
(LAK Niedersachsen; Fon: 0511-2102067)


und fügte noch ein historisches dokument von 1995 an:


Gründungserklärung Landesarmutskonferenz Niedersachsen
Die unterzeichnenden VertreterInnen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks Niedersachsen / Bremen, von Verbänden und von Initiativen auf Landesebene beschließen hiermit die Gründung einer "Landesarmutskonferenz Niedersachsen".
Das Ziel der Landesarmutskonferenz ist eine konzertierte Aktion gegen Armut und Arbeitslosigkeit auf Landesebene."
Die Armutssituation in Niedersachsen spitzt sich zu:
 Immer mehr Menschen sind von Einkommensarmut, bedingt durch Scheidung, Niedrigrenten, geringe Erwerbseinkommen etc. betroffen
 Überschuldung und drohender Ausschluss aus dem Zahlungs- und Kreditsystem greifen bereits bis in mittlere Einkommensschichten
 prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Erwerbslosigkeit führen zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft
 Wohnungslosigkeit ist für einen zunehmend größer werdenden Personenkreis Bestandteil einer oft ausweglosen Armutskarriere
Dieser Entwicklung gegenzusteuern soll zentrale Aufgabe der "Landesarmutskonferenz Niedersachsen" sein.
Die Dramatik der gegenwärtigen Entwicklung, in der Betroffene eher Diffamierung und Ausgrenzung als Solidarität erfahren, erfordert die Bündelung und Abstimmung der politischen Akteure, die sich für soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzen. Neue institutionelle Arrangements der Kooperation, Koordination und Selbstorganisation sind notwendig. Hierzu gehört die Institutionalisierung einer Landesarmutskonferenz in Niedersachsen. Sie soll ein neues Instrument
gemeinsamer Aktionen sein, als politische Initiatorin, Moderatorin und Koordinatorin wirken.
Gemeinsam mit den Betroffenen, den regionalen und örtlichen Initiativen soll deren sozialpolitischen Forderungen auch landespolitisch ein besonderes Gewicht gegeben werden. Zu den konkreten Aufgaben soll gehören, den gesellschaftlichen Skandal von Armut im Reichtum zu verdeutlichen, Ursachen und Verursacher zu benennen und Vorschläge zur Bekämpfung der Armut auf Landesebene zu entwickeln.
Diese Erklärung wurde unterzeichnet von:
DGB-Landesbezirk Niedersachsen/Bremen, Dr. Wiebke Buchholz-Will (Sprecherin)
ZEPRA e.V. - Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitslosenprojekte für Erwachsene, Dr. Michael Meilwes (Sprecher)
Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannover e.V., Alfred Loschen
Ev. Fachverband Wohnung und Existenzsicherung e.V., Alfred Loschen
Deutscher Kinderschutzbund Nds., Antje Möllmann
Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V., Bernd Wickler
Debet e.V., Dr. Michael Meilwes
Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte e.V., Klaus-Peter Meier
Arbeiterwohlfahrt Niedersachsen - Landesarbeitsgemeinschaft für die AWO-Bezirksverbände Weser-Ems, Braunschweig und Hannover, Annette Hiller
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Landesverband Niedersachsen e.V., Barbara Heidrich
Caritasverbände, vertreten durch den Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., Heinz Schawe
Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Niedersachsen e.V., Andreas Bergmann
Seniorenschutzbund Graue Panther e.V., W. Wolters
Arbeitskreis der Niedersächsischen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen, Stefan Kröger
Deutscher Mieterbund - Landesverband Niedersachsen, Ulrich Stöver

Hannover, den 22.06.1995

Montag, 1. Juni 2009

pfingsten

die armut ist jetzt ganz unten angekommen: denn heute morgen, am pfingstmontag, habe ich gleich zwei adrett gekleidete frauen in den müllkörben nach pfandflaschen suchen sehen, vermutlich von ihren männern ausgesandt, denn selbst der ärmste mann kann immer noch an seine frau delegieren; sogar am tage des wichtigsten christlichen festtags, an dem der heilige geist zu pfingsten zur erde herniederkam.
ursprünglich wurde das christentum eingeführt, weil die römer mit ihrer, von griechen übernommenen, sehr lebendigen vielgötterei zu viel feiertage feierten.
der monotheistische gott, so wurde ihnen eingeredet, ruht nur am sonntag.
heutzutage gibt es immer mehr leute, die irgendwie immer feiertag haben, oder nie, wie man's nimmt.
vielleicht sollten die kirchenväter und ihre alibi-pastorinnen und -bischöfinnen mal ihren christus- gott anrufen, ob die ruhetagsordnung modernisiert werden kann. ganz im sinne von lidl, der ja unterm bahnhof bereits sonntags geöffnet hat fürs konsumentenvieh.
dann könnten die flaschensammlerinnen gleich ihren fund eintauschen gegen frisches bier für ihre herren zuhause.