mal was ganz anderes heute, um zu zeigen, wie jedes individuum sich seine eigene welt im bewusstsein erschafft, etwas über emos.
emos sind jugendliche, die ihre meist schwarz gefärbten haare mit dem glätteisen strecken, der pony verdeckt ein auge. kajal und make-up werden von mädchen und jungs gleichermaßen benutzt.
totenkopf- und schachbrettmuster wird vom sehr eitlen emo häufig verwendet, haarschmuck im herzchen-kirschen-schleifchen-stil und die optisch ins auge fallenden snakebites, schlangenbisse, zwei piercings in der unterlippe, meist selbst gestochen.
die internetplattform netlog mit rund 35 millionen mitgliedern in europa ist der virtuelle marktplatz der emos, mit einer deutlichen häufung bei den 14- bis 24jährigen.
emo-websites erkennt man auf den ersten blick an den nicknames: SoVerySad, SuicideSweetie, EmOtears. Dabei sind die Profilfotos allesamt von oben fotografiert, dass macht die augen ausdrucksstark. dann kommen dunkelromantische filter darüber und pathetische sprüche in schnörkelschrift wie "I will love you till the end" oder "Min Shats, min Shnuggi - Forever in my Heart". Sch wird konsequent als sh geschrieben, Vokale fehlen oft gleich ganz und die wichtigsten ausdrücke haben verbindlich abkürzungen - "iwie" gleich irgendwie, "ka" gleich keine ahnung, "sry" gleich sorry, "vlt" gleich vielleicht.
In einigen Blogs wird auf Teufel komm raus mit selbstmordgedanken kokettiert. liebesgedichte werden zu drohungen, tagebucheinträge zu abschiedsbriefen. jugend halt.
das alles macht den emo zum opfer. gejagt wird der effemierte junge, die schwuchtel. verhauen wird der empfindsame schwächling, der nicht zurückschlägt. getriezt wird die heulsuse, verlacht der introvertrierte gedichteschreiber mit der hornbrille. das war schon immer so. bloß haben die bisher ihr stigma nicht als style vor sich hergetragen.
ein weitere problem kommt dazu: der emo-stil ist zusammengeklaut. die punks wollen ihren nietengürtel wieder, die ska-anhänger sehen ihre schachbrettmuster-devotionalien missbraucht, die gothics waren doch bisher die einzigen, die schlecht drauf und ganz in schwarz waren, und die nazis sind böse, weil diese kids ihre engen mädchenjeans tragen. ach ja, und die alt-homos mussten hart kämpfen, um ihre sexualität offen leben zu können, und da kommen jetzt diese möchtegern-schwulen und küssen sich einfach so...
Freitag, 31. Oktober 2008
Donnerstag, 30. Oktober 2008
nicht nett
stewardess kommt mit zeitschriften: "für die dame etwas buntes?"
zum herrn: "sie kommen mir bekannt vor, sie sind vielflieger, nicht wahr?"
stattdessen antwortet die dame: "ich komme für die flüge dieses herrn auf, er ist mein mitarbeiter."
stewardess missbilligend: "es ist nicht nett, einen mann so herabzusetzen."
zum herrn: "sie kommen mir bekannt vor, sie sind vielflieger, nicht wahr?"
stattdessen antwortet die dame: "ich komme für die flüge dieses herrn auf, er ist mein mitarbeiter."
stewardess missbilligend: "es ist nicht nett, einen mann so herabzusetzen."
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Have a shampoo, have a gun
was wollen wir am hindukusch? für unsere besitzer das gas absichern?
aber die würden uns doch gern das gas geben.
es geht einfach um kriegsproduktion an sich, weil sie so lukrativ ist. und deshalb bekommen wir in hannover eine neue feldjägerausbildungsstätte, für jene als "harte hunde" der militärpolizei bekannten scharfschützen und karatekämpfer, zum vermehrten einsatz im inland zudem.
the monsters of oil and gas know it.
so smooth like champaign the system works, this system of injustice. justice protect riches.
welcome to capitalism: yes, you and you too. (william shut the gate), have a drink, have a cocktail, have a shampoo, have a gun. get on the floor!
aber die würden uns doch gern das gas geben.
es geht einfach um kriegsproduktion an sich, weil sie so lukrativ ist. und deshalb bekommen wir in hannover eine neue feldjägerausbildungsstätte, für jene als "harte hunde" der militärpolizei bekannten scharfschützen und karatekämpfer, zum vermehrten einsatz im inland zudem.
the monsters of oil and gas know it.
so smooth like champaign the system works, this system of injustice. justice protect riches.
welcome to capitalism: yes, you and you too. (william shut the gate), have a drink, have a cocktail, have a shampoo, have a gun. get on the floor!
Dienstag, 28. Oktober 2008
von baufirmen und hedgefonds in fremdem land
bei kristiansand in norwegen wird eine neue europa-autobahn durch die felsen gesprengt.
bisher waren deutsche firmen wie bilfiger und berger dabei, aber nachdem die sich einige male bei den sprengungen verschätzt und menschenleben in gefahr gebracht hatten, übernahmen die skandinavier diese difizile aufgabe wieder selbst.
gastarbeiter sollten sich in den landesgegebenheiten, auch geographischer art, besser auskennen, andernfalls geht der auftrag eben flöten.
ähnlich unsensibel wütet der hedge-fonds carlyle in hannover im ihme-zentrum. zu den dortigen studentenwohnungen führt eine holzkonstruktion hinauf, die glatt als versuchte körperverletzung angesehen werden könnte.
auf jeder zwischenplattform kann man auf einer in ihrer stabilität fragwürdigen blechkonstruktion durch große löcher in die tiefe blicken. ausgesprochen mutig, wie die studenten dort hinauf- und hinunterlaufen...
es ist wahr, die hedgefonds kämpfen derzeit wegen ihrer hohen kreditaufnahmen ums nackte überleben, aber die leidgeprüften bewohner des ihme-zentrums auch.
bisher waren deutsche firmen wie bilfiger und berger dabei, aber nachdem die sich einige male bei den sprengungen verschätzt und menschenleben in gefahr gebracht hatten, übernahmen die skandinavier diese difizile aufgabe wieder selbst.
gastarbeiter sollten sich in den landesgegebenheiten, auch geographischer art, besser auskennen, andernfalls geht der auftrag eben flöten.
ähnlich unsensibel wütet der hedge-fonds carlyle in hannover im ihme-zentrum. zu den dortigen studentenwohnungen führt eine holzkonstruktion hinauf, die glatt als versuchte körperverletzung angesehen werden könnte.
auf jeder zwischenplattform kann man auf einer in ihrer stabilität fragwürdigen blechkonstruktion durch große löcher in die tiefe blicken. ausgesprochen mutig, wie die studenten dort hinauf- und hinunterlaufen...
es ist wahr, die hedgefonds kämpfen derzeit wegen ihrer hohen kreditaufnahmen ums nackte überleben, aber die leidgeprüften bewohner des ihme-zentrums auch.
Montag, 27. Oktober 2008
leuchtreklamen und ankermieter
der riesig-rote schriftzug "ernst-august-galerie" knallt in die dunkelheit, zerstört die architektonische anmutung eines der wenigen klassizistischen bauten, die wir in hannover besitzen, des bahnhofs. darunter das ganze etwas kleiner nochmal: ernst-august-galerie, als hätten wirs noch nicht begriffen.
dieser kleinere schriftzug sollte eigentlich das logo des ankermieters werden, denn auf der pressekonferenz hatte man an dieser stelle den begriff "ankermieter" versehentlich noch in den layouts gelassen, behauptete aber gleichzeitig, keinen zentralen ankermieter zu wollen...
nun gut, derzeit brummt die galerie auch ohne ankermieter, insbesondere für die geldgeber, die 10-jahres-verträge mit den mietern abgeschlossen haben.
unter den mietern wird diskutiert, dass die einen oder anderen auch wieder ausziehen werden, das sei ja normal. und wenn alle stricke reißen, würde sicher saturn die gesamte untere etage anmieten, falls die kundenströme mal ausblieben, munkelt man. die galerie lobpreise ihre ökologisch nachhaltigen lüftungsanlagen, das raumklima werde aber von einigen kundInnen doch bemängelt. andererseits wird es bei der jetzt gerade hereinbrechenden kälte angenehmer empfunden. wer weiß, vielleicht könnte es ausgerechnet der vielgeschmähte abrupte klimawechsel der klimakatastrophe sein, der das in amerika schon totgesagte mallkonzept wiederbeleben könnte. egal, ob es draußen brütendheiß oder eiskalt ist, innen ist es temperiert.
die todschicke fahrradrotunde ist allerdings derzeit geschlossen und mit weihnachtsdekorationsmaterial vollgestellt.
wenig begeistert sind die angestellten der postbank. sie hatten sich jetzt gerade an ihr kostenfreies domizil im ehemaligen postscheckamt gewöhnt, nur um jetzt zur miete in die ea-galerie zu ziehen. eine angestellte: "eine gehaltserhöhung wäre uns lieber gewesen". in dem engen postcenter im erdgeschoss der eag stehen sich die leute die beine in den bauch. nicht alle schalter sind besetzt. man weiß ja, der post geht's schlecht und einige wollen ja auch vielleicht ihre ersparnisse abholen, was möglichst zu verhindern wäre.
dieser kleinere schriftzug sollte eigentlich das logo des ankermieters werden, denn auf der pressekonferenz hatte man an dieser stelle den begriff "ankermieter" versehentlich noch in den layouts gelassen, behauptete aber gleichzeitig, keinen zentralen ankermieter zu wollen...
nun gut, derzeit brummt die galerie auch ohne ankermieter, insbesondere für die geldgeber, die 10-jahres-verträge mit den mietern abgeschlossen haben.
unter den mietern wird diskutiert, dass die einen oder anderen auch wieder ausziehen werden, das sei ja normal. und wenn alle stricke reißen, würde sicher saturn die gesamte untere etage anmieten, falls die kundenströme mal ausblieben, munkelt man. die galerie lobpreise ihre ökologisch nachhaltigen lüftungsanlagen, das raumklima werde aber von einigen kundInnen doch bemängelt. andererseits wird es bei der jetzt gerade hereinbrechenden kälte angenehmer empfunden. wer weiß, vielleicht könnte es ausgerechnet der vielgeschmähte abrupte klimawechsel der klimakatastrophe sein, der das in amerika schon totgesagte mallkonzept wiederbeleben könnte. egal, ob es draußen brütendheiß oder eiskalt ist, innen ist es temperiert.
die todschicke fahrradrotunde ist allerdings derzeit geschlossen und mit weihnachtsdekorationsmaterial vollgestellt.
wenig begeistert sind die angestellten der postbank. sie hatten sich jetzt gerade an ihr kostenfreies domizil im ehemaligen postscheckamt gewöhnt, nur um jetzt zur miete in die ea-galerie zu ziehen. eine angestellte: "eine gehaltserhöhung wäre uns lieber gewesen". in dem engen postcenter im erdgeschoss der eag stehen sich die leute die beine in den bauch. nicht alle schalter sind besetzt. man weiß ja, der post geht's schlecht und einige wollen ja auch vielleicht ihre ersparnisse abholen, was möglichst zu verhindern wäre.
Sonntag, 26. Oktober 2008
unplugged
im sandy bells im schottischen edinburgh habe ich mich mal gründlich blamiert. da stand ein schild "malt" und ich fragte den mann hinter der theke, ob da alkohol drin sei. er nickte. ja. weiter sagte er nichts...
inzwischen steht im schrank zuhause eine flasche old balantruan, 50 prozent vol. und unser lieblingsvideo dazu heißt Kirkwall Ba (Insel Orkney)
unter http://www.youtube.com/watch?v=S5_YTSQpIuE.
U. Peters hat übrigens für ihre ethnologische arbeit über Kirkwall Ba an der Universität von Edinburgh den john-delargy-award (oder so ähnlich) erhalten.
die stimmung war gemütlich, ich blieb beim frischen guinness, u.peters wurde von einem zugetextet, der behauptete, er sei ein berühmter rockstar.
eine irische folkgruppe spielte wie üblich im sitzen und der alte bassist, der haargenau aussah wie james joyce, blickte mich durchdringend freundlich regelmäßig an, so dass ich mich setzte, um zu sehen, ob es dabei blieb. es blieb dabei.
es war eine familäre atmosphäre, eine deutsche ragtime-pianistin, die sommers in den meadows im freien in die tasten haut, quatschte uns an, und alle bedauerten, dass wir den pub verließen, um ins royal oak zu wechseln, dem nächsten heißen tipp des ethnologie-professors meiner tochter. dort war nicht besonders viel los, einer spielte rockgitarre, dann wieder folk, ein alter mann sang seine balladen. über einem platz das bild eines kürzlich verstorbenen nachbarn, der just dort 30 jahre lang jeden abend gesessen hatte und viele auf den schottischen nationalstolz hinweisende schilder. man kommt in die schottischen pubs durchaus kurzerhand in jogging-hosen herein, ein schlafanzug würde auch keinen anstoß erregen.
und dann geschah plötzlich das wunder: es war duende da im royal oak, der königlichen eiche, so würde ein spanischer flamenco-gitarrist es nennen. ein unscheinbarer typ in windjacke kramte aus derselben eine kleine blechflöte hervor, spielte und sang dazu das vielstrophige lied von der undankbaren lucile: "I baught you some shoes with 5 inch of high heels, it's not the right time to leave me, Lucile." und steckte die flöte letztlich ebenso unvermittelt weg.
wer so etwas annähernd in hannover erleben möchte, kann dies sonntagabends von 18 bis 22 uhr im irish harp gegenüber dem capitol an der umzubauenden brücke. dort treffen sich eine sängerin mit wunderschöner stimme, ein begnadeter gittarist, ein noch tollerer fiddle-spieler, einer mit einem mir unbekannten instrument in lederhosen, langem haarzopf und großem hütehund, und viele andere mehr zum musizieren irischer folklore, sitzend natürlich, und bei guiness oder cider.
kommen Sie einfach mal vorbei, ich bin auch da.
inzwischen steht im schrank zuhause eine flasche old balantruan, 50 prozent vol. und unser lieblingsvideo dazu heißt Kirkwall Ba (Insel Orkney)
unter http://www.youtube.com/watch?v=S5_YTSQpIuE.
U. Peters hat übrigens für ihre ethnologische arbeit über Kirkwall Ba an der Universität von Edinburgh den john-delargy-award (oder so ähnlich) erhalten.
die stimmung war gemütlich, ich blieb beim frischen guinness, u.peters wurde von einem zugetextet, der behauptete, er sei ein berühmter rockstar.
eine irische folkgruppe spielte wie üblich im sitzen und der alte bassist, der haargenau aussah wie james joyce, blickte mich durchdringend freundlich regelmäßig an, so dass ich mich setzte, um zu sehen, ob es dabei blieb. es blieb dabei.
es war eine familäre atmosphäre, eine deutsche ragtime-pianistin, die sommers in den meadows im freien in die tasten haut, quatschte uns an, und alle bedauerten, dass wir den pub verließen, um ins royal oak zu wechseln, dem nächsten heißen tipp des ethnologie-professors meiner tochter. dort war nicht besonders viel los, einer spielte rockgitarre, dann wieder folk, ein alter mann sang seine balladen. über einem platz das bild eines kürzlich verstorbenen nachbarn, der just dort 30 jahre lang jeden abend gesessen hatte und viele auf den schottischen nationalstolz hinweisende schilder. man kommt in die schottischen pubs durchaus kurzerhand in jogging-hosen herein, ein schlafanzug würde auch keinen anstoß erregen.
und dann geschah plötzlich das wunder: es war duende da im royal oak, der königlichen eiche, so würde ein spanischer flamenco-gitarrist es nennen. ein unscheinbarer typ in windjacke kramte aus derselben eine kleine blechflöte hervor, spielte und sang dazu das vielstrophige lied von der undankbaren lucile: "I baught you some shoes with 5 inch of high heels, it's not the right time to leave me, Lucile." und steckte die flöte letztlich ebenso unvermittelt weg.
wer so etwas annähernd in hannover erleben möchte, kann dies sonntagabends von 18 bis 22 uhr im irish harp gegenüber dem capitol an der umzubauenden brücke. dort treffen sich eine sängerin mit wunderschöner stimme, ein begnadeter gittarist, ein noch tollerer fiddle-spieler, einer mit einem mir unbekannten instrument in lederhosen, langem haarzopf und großem hütehund, und viele andere mehr zum musizieren irischer folklore, sitzend natürlich, und bei guiness oder cider.
kommen Sie einfach mal vorbei, ich bin auch da.
Samstag, 25. Oktober 2008
stammtischgequatsche
der 70jährige: "diese frau als bundeskanzlerin berichtet mit langweiliger stimme von maßnahmen gegen die finanzkrise, als sollen die kartoffeln von draußen reingeholt werden, weil regen kommt. die hat ihre berater, die legen ihr das vor, und sie entscheidet das dann als physikerin."
der 80jährige: "das war doch schmidt schnauze ganz anders".
der 70jährige: "aber der hat ja schon seinen vierten herzschrittmacher teuerster bauart".
der 80jährige: "das war doch schmidt schnauze ganz anders".
der 70jährige: "aber der hat ja schon seinen vierten herzschrittmacher teuerster bauart".
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