Dienstag, 8. Juli 2008

ein schönes fleckchen erde

Dass Bush auf einem „schönen Flecken Erde lebe“, diese Äußerung Merkels nach ihrem besuch auf seiner ranch seinerzeit fand ich hochpolitisch. Derweil versinkt Merkels Heimatinsel Rügen. Die hochpolitischste Äußerung der letzten Jahre ist also für mich die Erwähnung der Erde als schönem fleckchen.
die pole schmelzen ab, und frau fragt sich, ob das absicht ist, wegen der bodenschätze dort. und was tun die da eigentlich in alaska bei haarp, nachdem nicola tesla erforscht hat, wie man die ionosphäre anschießen könnte. mit dem effekt, dass mit diesem wissen nun an anderen stellen der erde erdbeben und unwetter ausgelöst werden könnten.
und warum strotzt deutschland vor atomwaffen und ganz europa rüstet wieder auf, und warum wurde jemand jahrelang gefangengesetzt, nur weil er die tatsache erwähnte, dass israel in atomarwaffen auf dem höchststand ist.
warum wird mit nahrungsmitteln spekuliert, warum gibt es guantanamo, abu ghraib und geheimgefängnisse? als jemand, die keinen krieg mehr kennengelernt hat, ist es für mich unerträglich, in solch grausigen zeiten zu leben und so wenig ausrichten zu können und zusehen zu müssen, wie karl marx letztlich global doch recht behält.
beim vorletzten g8-gipfel in deutschland hat jemand ein eindrucksvolles foto von im strahl der wasserwerfer sich aneinander festklammernden g8-protestlern gemacht, das in den farben, formen und der lichtverteilung einem gemälde alter meister glich und erst kürzlich auf dem lumix-festival in hannover gezeigt wurde. warum nicht damals? warum gab es nur als titelfotos der tagespresse die offziellen strandkorb-fotos der g8-politiker?
und nun wird auch noch der atomausstieg unterwandert, obwohl die mit den atomkraftwerken verbundenen probleme nach wie vor ungelöst sind. umgeben von sich rasant vermehrenden atomanlagen anderer länder, wie beispielsweise in frankreich, wo sich mal eben 360 kilo uran im grundwasser auffinden lassen, stehen atomgegner auf ziemlich verlorenem posten in einer von zerstoerung geprägten welt. der versuch, auch nur darüber zu reden, ist schon schwierig, geschweige denn, etwas zu ändern.

Montag, 7. Juli 2008

ferias en valencia

wer glaubt, die spannungen zwischen muslimen, christen und juden seien neueren datums, kennt die geschichte nicht. ein billig-flug mit tui fly nach valencia belehrt ihn eines besseren. in dieser unprätentiösen, lebenssprühenden, und hochkulturellen, geschichtsträchtigen stadt sind zur zeit die ferias, die sommerfeste. die einwohner nutzen die gelegenheit, ihre geschichte temperamentvoll zu inszenieren. sie kommen mit ihren herrlichen pferden abends an den herrlichen strand, um die historischen kämpfe zwischen mauren und christen darzustellen.
im laufe des symbolischen gefechts valencianischer laiendarstellerInnen, bei dem der römische streitwagen mächtig viel sand aufpeitscht, hängt aus einer kleinen burg-attrappe mal die kreuz-fahne, mal die mit den zwei monden, je nachdem, welche partei gerade pulver aus der ledertasche in die handwaffe füllt und einen lärm verursacht, der hörschädigungen nach sich zieht.
ist das pulver dann verschossen, kämpfen die reiter, dass die schwerter funken sprühen und zeigen ganz nebenbei den seitwärtsgang, das elegante steigen ihrer pferde, die ganz hohe schule valencianischer reitkunst.
eine strohblonde reiterin spricht klagend für die frauen, las mujeres, vor der burg aus sperrholz vor. ihr silbern glänzendes, bildschönes pferd geht mit dem text mit, kommentiert den gesamten ausdruck ihres lamentos mit schritten und muskelarbeit. leidenschaft pur, das publikum reagiert mit entsprechenden olé's.
so geht es stundenlang hin und her, die mauren gegen die christen (viele ältere frauen und männer mit bauchansatz agieren nicht unanstrengend), zwischendurch bauchtanz-einlagen der kinder und dazu ein life-schülerorchester. und über allem der leuchtende abendhimmel valencias und der duft von gegrillten maiskolben.
die juden, die ebenfalls die stadtgeschichte geprägt haben, kommen an diesem abend nicht vor. vielleicht an einem anderen - da geht der tui-fly-flieger schon wieder zurück nach hannover. schade, aber es gibt noch viel mehr feste in dieser phantastischen 800 000-einwohner- stadt, zum beispiel die fallas im nächsten märz, für die ein jahr lang riesige figuren angefertigt werden, nur um dann an einem einzigen tag verbrannt zu werden. gleichzeitig ist dann die wand der atemberaubenden kathedrale über und über mit hundertausend blumen geschmückt. naja, tui fly fliegt zweimal wöchentlich: www.tuifly.com; www.fallas.com; www.campus-party.org; www.valencia.es; www.mostravalencia.com; www.hotelsorollapalace.com; www.lesarts.com: www.palaudevalencia.com (das architektonische non-plus-ultra unter den opern dieser welt).

Sonntag, 6. Juli 2008

das leben, ein fake

in der englischen eisenbahn. nächste station aussteigen, da stehen viele junge leute, aber niemand ist ansprechbar, weil die ohren zugestöpselt sind. ein dicker junge ist so in seinen gameboy vertieft, dass ich ihm den schulrucksack auf den rücken hieve, er schafft das sonst nicht.
das leben, ein einziger großer bluff. überall animierte bildschirme, der knallbunte gartenkatalog kommt per post und verspricht knallbunte blütenträume, während real mein schnittlauch im blumenkasten vor dem fenster vertrocknet ist. die lebensmittelprospekte per hausverteilung zeigen auch nur attrappen, die kaum noch essbar sind.
die wirtschaft investiert in gigantische fun-projekte, für die alltags-menschen interessiert sich niemand mehr, nur für den profit. die museumsshop sind wichtiger geworden als die ausgestellten bilder, obwohl die aufmerksame betrachtung eines originals von el greco wesentlich nährender für die seele wäre.
jedes event, jede sportart, jedes konzert wird von einer riesigen marchandising-kampagne begleitet: taschen, hemden, fähnchen, anhänger. meta-welten, parallel-welten.
in themen-zoos sind die tiere vor allem bestandteil der erlebnis-kultur, während ihre spezies in den ursprünglichen gebieten ausstirbt. die mediale repräsentation von leben ist wichtiger geworden als echte erlebnisse, und sei es "nur", dass dir ein kleiner käfer auf dem finger landet. von einem skizirkus zum nächsten highlight, dabei erfährst du nichts von wirklichen stand der menschlichen dinge. alle medien beamen uns in eine meta-wirklichkeit. und du fühlst dich einsam? dann einfach im netz nach groups schauen?

Samstag, 5. Juli 2008

amigos de verdad

traurigkeit und lachen liegen sehr nah beeinander. das zwerchfell ruehrt sich bei beiden dieser emotionen. die dramatischen gesichter der flamenco-gitarristen und - saengerInnen und auch der flamenco-taenzerInnen zeigen das beeindruckend und sind das beste beispiel. sie druecken einmal unglaubliches leid aus, und dann wieder pure lebensfreude. wie sie schreien und jammern, sich schuetteln vor schmerz. wie sie ihre pferde liebkosen und bei allen emotionen einfach authentisch sind. amigos de verdad.

Donnerstag, 3. Juli 2008

die henne und das ei

ein klares verhaeltnis zwischen landesbanken und sparkassen muss her, ohne frage.
lange zeit bekam frau keine rechte antwort, wenn sie fragte, in welcher beziehung diese beiden institutionen zueinander stehen. aber jetzt mussten wir buerger allzu schmerzlich erfahren, dass die sparkassen die muetter der landesbanken sind, und eine mutter haftet nunmal, und die landesbanken sind die toechter der sparkassen, doch viel zu spaet, erst nachdem das kind bereits in den brunnen gefallen war.
die sparkassen haben gesellschafterfunktion bei den landesbanken und die bundeslaender sind beteiligt. waere dies eher so deutlich zum ausdruck gebracht worden, haette viel an fehlspekulation vermieden werden, eine bessere kontrolle stattfinden koennen. es mangelte an transparenz.

Mittwoch, 2. Juli 2008

reisen

was finden die leute bloss am reisen so schoen¿ valencia. 40 grad. im flugzeug eingeklemmt wie ein hering, lesen nur durch heben der haende in die luft moeglich. im hotel klimaanlage. was das an energie verbraucht...batterie fuer reisewecker vergessen, ladekabel fuer kamera vergessen, um 4 uhr aufgestanden, um den flug zu erreichen.
der alte adel vermied das reisen. jeder, der seine burg verlassen musste, wurde bedauert. wer heute meritokrat ist, kann das flexibel sein vielleicht wieder einstellen, wenn er/sie es sich denn erlauben koennen...

Dienstag, 1. Juli 2008

Podolski&Co.

podolskis stronger Body ohne jedes gramm fett ist immer noch bildschirmhintergrund auf mehreren compis hier im büro, trotz des final-traumas.
und da kommt einer der hit zu karl-heinz rummenigge, europameister 1980 deutschland, in den sinn: "rummennige, rummenigge, your so strong, rummenigge, rummenigge, all night long." der song belegte damals platz 43 der deutschen charts. heute hat rummenigge immerhin 5 kinder und viele ämter.
während uwe seeler mächtig angefettet ist, maradonna seine drogenprobleme zu lösen hat und multimillionär netzer seine zynischen, schlecht gelaunten kommentare ablässt, will der geniale lehmann aufhören, der torhüter, der das gesamte mannschaftsspiel mitspielt und trotzdem eins mit dem ball ist.
lehmann, das leben geht weiter. noch tausende artistische fußballer werden aus kapitalinteressen verheizt werden, andere werden kommen, mit anderen namen. aber jetzt, momentan, lieben wir euch, und nur euch, podolski, lehmann, schweini und den mit der platzwunde an der stirn.