Mittwoch, 23. Juli 2014

Walter Kleine scheidet zum Jahresende aus dem Vorstand der Sparkasse Hannover aus


Hannover, 23. Juli 2014. Walter Kleine, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, hat aus persönlichen Gründen sein Amt im Vorstand der Sparkasse Hannover mit Wirkung zum 31.12.2014 niedergelegt. In einer Sondersitzung hat der Verwaltungsrat heute der  Vertragsauflösung zugestimmt. „Wir bedauern, dass die sehr erfolgreiche Ära von Walter Kleine in der Sparkasse Hannover endet. In fast zehn Jahren hat er das Unternehmen aus einer sehr schwierigen Phase heraus stabilisiert und wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht“, würdigte der Verwaltungsratsvorsitzende Oberbürgermeister Stefan Schostok die Verdienste von Walter Kleine. Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Regionspräsident Hauke Jagau, hob hervor, „dass sich Herr Kleine nicht nur in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender, sondern auch als kompetenter Ratgeber in zahlreichen Gremien von Unternehmen und Institutionen für den Standort Region Hannover  besonders engagiert  hat.“  
Die Vorstandsaufgaben werden bis auf weiteres durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinrich Jagau und die Vorstandsmitglieder Marina Barth und Jens Bratherig übernommen. Kleine, der einen Sonderurlaub antritt, wird seinen Vorstandskollegen bis zum Jahresende beratend zur Verfügung stehen. Über die künftige Zusammensetzung des Vorstandes wird der Verwaltungsrat zu gegebener Zeit beraten. 
Walter Kleine übernahm  zum 01.11.2004 als Nachfolger der Vorstandsdoppelspitze mit Dr. Harald Quensen und Bernhard Schäfer das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hannover. 





Montag, 21. Juli 2014

"Vorwurf des Meinungskartells ist kompletter Blödsinn"


DJV weist Wulff-Aussagen zurück:

Der früher Bundespräsident Christian Wulff behauptet in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel", Journalisten hätten ein Meinungskartell gebildet. Weil er einigen Medienschaffenden zu unbequem geworden sei, hätten ihn die Medien zum Rücktritt gezwungen. Die Regularien desDeutschen Presserats sollten deshalb überdacht werden, so Wulff im Interview. Auswüchse ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden.
Deutschland habe Medien, um die es zu Recht in der ganzen Welt beneidet werde. Aber sie müssten sich immer wieder kritisch fragen, ob sie mit ihrer großen Macht auch verantwortungsvoll und korrekt umgingen. Wulff wörtlich: "Was ich beklage, ist die Verrohung des Diskurses, diese ganze Häme, mit Diffamierung und Denunziationen."

Harte Kritik am "Spiegel"

Massiv ging das Exstaatsoberhaupt auch den "Spiegel" an: "Ich halte einige Titelseiten des 'Spiegel' für absolute Entgleisungen, zum Beispiel die mit der Zeile 'In Amt und Würden' - wo dann 'Würde' durchgestrichen war. Ich finde, dafür sollten sich die Verantwortlichen schämen."
DJV: "Der Pressekodex hat sich bewährt""Der Vorwurf des Meinungskartells ist kompletter Blödsinn", entgegnet der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken am Montag in einer Stellungnahme. Von der ungeklärten Finanzierung seines Eigenheims über Urlaube bei Freunden aus der Wirtschaft bis hin zur möglichen Vorteilsannahme habe damals die Palette der Ungereimtheiten gereicht. Es sei Aufgabe der Medien, ihre Wächterfunktion in der Demokratie wahrzunehmen. Ob sich das Staatsoberhaupt durch anfangs ungeklärte private Kreditgeschäfte möglicherweise in Abhängigkeit begeben habe, sei für die Öffentlichkeit durchaus von Belang gewesen, so Konken-. "Wer daraus im Nachhinein ein Meinungskartell konstruiert, hat die Wirklichkeit aus dem Blick verloren.Selbstkritisch hätten sich die Medien bereits während der Wulff-Affäre mit gelegentlich festzustellenden Übertreibungen auseinandergesetzt. Das sei als Korrektiv ausreichend. Der Pressekodex in seiner bestehenden Form habe sich bewährt,  findet der DJV-Vorsitzende.von Marc Bartl kressreport


Dienstag, 15. Juli 2014

Im September

10. Morgenland Festival Osnabrück: Programm jetzt online
Ab sofort steht das Programm zum 10. Morgenland Festival Osnabrück im Internet unter www.morgenland-festival.com zur Verfügung. Auch Tickets für die Konzerte können darüber gebucht werden.
Das Jubiläumsprogramm präsentiert Djivan Gasparyan, Aynur, Alim Qasimov, Dhafer Youssef, die NDR Bigband, einen Vortrag von Jörg Armbruster und viele weitere hochkarätige Veranstaltungen.
Die Schirmherrschaft zum Jubiläumsfestival hat Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier übernommen.


Dienstag, 8. Juli 2014

Mitarbeiter erheben Vorwürfe gegen Edeka-Märkte

Dumpinglöhne und extremer Arbeitsdruck – 
Mehrere Edeka Märkte in Niedersachsen müssen sich mit massiver Kritik von Mitarbeitern auseinandersetzen. Beschäftigte beklagen gegenüber dem NDR Fernsehmagazin Hallo Niedersachsen Dumpinglöhne, ein schlechtes Betriebsklima und extremen Arbeitsdruck. Nach Recherchen des NDR-Studios Lüneburg sind hiervon Edeka-Märkte im Raum Uelzen, Winsen/Aller, Goslar, Nienburg und Eicklingen betroffen.
Die Märkte zahlen nach Aussage der betroffenen Mitarbeiter in vielen Fällen lediglich die Hälfte des im Einzelhandel geltenden Tariflohns, der derzeit bei bis zu 14,55 Euro liegt. Auch ausgelernte Kräfte erhalten zum Teil nur einen Stundenlohn von 7 oder 8 Euro brutto. Eine Beschäftigte sagte dem NDR im Interview, dass sie als ungelernte Kraft 7,50 Euro die Stunde bekommen habe. Nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung bei Edeka erhalte sie nun 8 Euro die Stunde, also lediglich 50 Cent mehr.
Mitarbeiter berichten dem NDR übereinstimmend von starkem Personalmangel, hoher Fluktuation und Situationen, die an Mobbing grenzen. Der Arbeitsdruck sei mittlerweile extrem, sagte eine Beschäftigte im Interview mit Hallo Niedersachsen: „Wir müssen schnell arbeiten. Wenn wir mal ein bisschen nachlassen, dann steht sofort einer der Vorgesetzen da und sagt: Du wirst bezahlt, um zu arbeiten und nicht um hier rumzubummeln. Man hat Angst, sich mal die Nase zu putzen oder auf die Toilette zu gehen.“ Auch die Betriebsrätin Katrin Diedrich aus demselben Markt in Winsen/Aller betonte: „Der Arbeitsdruck wird teilweise so hoch, dass die Kollegen keine Pausen mehr machen.“
Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel sieht das Problem in der zunehmenden Privatisierung von Edeka-Märkten. Diese werde zum Teil genutzt, um die im Einzelhandel geltenden Tariflöhne zu umgehen: „Das ist eine bewusste mit der Privatisierung vollzogene Tarifflucht.“ Der Experte kritisiert eine „skandalöse Entwicklung“, vor der die Edeka-Zentrale nicht die Augen verschließen dürfe.  
Die Betreiber der betroffenen Märkte sowie die Edeka Regionalgenossenschaft Hannover-Minden wiesen die Vorwürfe auf Anfrage des NDR zurück. Zudem betonte Edeka Hannover-Minden in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die privatisierten Edeka-Märkte „eigenständig über grundlegende Fragen wie Warenangebot, Marktausstattung oder Personalführung“ entscheiden würden.
Die Edeka-Gruppe wurde 1907 als Einkaufsgenossenschaft gegründet. Im Zuge der Expansion seit den 80er Jahren übernahm Edeka immer mehr Märkte von Konkurrenten. Diese wurden zunächst als so genannte „Regie-Märkte“ in Eigenregie weitergeführt. Seit 2003 werden diese „Regie-Märkte“ zunehmend privatisiert und an selbstständige Einzelhändler übergeben. 

Anmerkung Redaktion RegionalMedien: auch über den zur Edeka gehörenden NP-Supermarkt in der Humboldtstraße Hannover kommen Klagen wegen mangelnder Sauberkeit durch Überlastung des Personals. Wie weit Edeka unter dem Finanz- und Konkurrenzdruck noch größerer Supermarktketten steht, wäre zu recherchieren.


Freitag, 27. Juni 2014

34 Millionen für Neubau an der Leibniz Universität Hannover


Niedersachsen stärkt Forschung an neuen Kraftwerkstechniken -
 
Der Weg für einen wegweisenden Forschungsbau an der Leibniz Universität Hannover ist frei: Wie der Wissenschaftsrat empfohlen und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) heute entschieden hat, kann in Garbsen für rund 34 Millionen Euro der Neubau „Dynamik der Energiewandlung (DEW)“ errichtet werden. Ziel der Forscherinnen und Forscher, die in dem neuen Gebäude arbeiten werden, ist es, Energiewandlungsprozesse zu optimieren und so die Energiewende voranzutreiben.
„Unsere Hochschulen in Niedersachsen überzeugen durch innovative Projekte und Spitzenergebnisse. Dies zeigt sich einmal mehr daran, dass der Wissenschaftsrat die Förderung des Forschungsbaus in Garbsen empfohlen hat“, sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. „Mit dem Gebäude schaffen wir die nötige Infrastruktur, um technisch-wissenschaftliche Kompetenzen an der Leibniz Universität Hannover zu bündeln.“
Der Präsident der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, begrüßte die Entscheidung des Wissenschaftsrates. „Ich freue mich sehr, dass der Standort der Leibniz Universität Hannover in Garbsen durch den genehmigten Forschungsbau erweitert und weiter gestärkt werden kann. In dem Gebäude werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Wirtschaftswissenschaften in interdisziplinären Arbeitsgruppen zusammenarbeiten. So werden weitere gesamtuniversitäre Synergien geschaffen und die Wissenschaftsachse unseres Campus’ mit weiterem Leben gefüllt.“
Der Forschungsbau wird als Bestandteil des geplanten zweiten Bauabschnitts für den Maschinenbau den am Standort neu entstehenden Maschinenbau-Campus ergänzen. „Der Wissenschaftsrat hat unser Konzept als national bedeutsam befürwortet. Ich danke dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur für die tatkräftige Unterstützung bei der Sicherung der Finanzierung. Der Forschungsbau ,Dynamik der Energiewandlung’ wird das zügige Wachstum des Maschinenbaus an seinem künftigen Campus in Garbsen absichern“, erklärte Prof. Jörg Seume, Dekan der Fakultät für Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover.
Der Wissenschaftsrat hat insgesamt 22 Vorhaben begutachtet und davon fünfzehn für das Förderjahr 2015 als „herausragend“ bzw. „sehr gut“ empfohlen. Die zwölf am besten bewerteten Vorhaben mit Gesamtkosten von rund 400 Millionen Euro hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) heute in die Förderung aufgenommen.
Über die Gemeinschaftsaufgabe Forschungsbauten gemäß Artikel 91 b Grundgesetz finanzieren Bund und Länder seit 2007 hälftig Projekte, denen vom Wissenschaftsrat in einem zweistufigen Verfahren eine herausragende nationale Bedeutung sowie eine innovative und zukunftsfähige Forschungsprogrammatik bescheinigt worden ist.
 
Hintergrund:
Im Forschungsneubau „Dynamik der Energiewandlung“ werden die Grundlagen für die Kraftwerks- und Komponententechnik der nächsten Jahre 40 Jahre erforscht. Strom aus Wind und Sonne fließt in schwankenden Mengen in die Netze. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen Speichertechnologien und schnelle Stromerzeuger entwickelt werden. Zum Ausgleich der Schwankungen sind thermische Kraftwerke mittelfristig unverzichtbar. Die wissenschaftlichen Grundlagen für hochdynamische thermische Kraftwerke - sie zeichnen sich durch kürzere Anfahrzeiten, geringere Mindestlasten und schnellere Leistungsänderungen aus -, sollen in dem Garbsener Forschungsbau erarbeitet werden. Zum Beispiel werden hier die wesentlichen Energiewandlungsprozesse Verbrennung, Wärmeübertragung, angewandte Strömungsmechanik und elektromagnetische Energiewandlung untersucht werden.

Der Forschungsbau wird sich von anderen Einrichtungen deutlich unterscheiden: Die Versuchsaufbauten im Technikum sind so groß, dass an ihnen die wesentlichen physikalischen Vorgänge beobachtet werden können. Hier sind Experimente im Technikumsmaßstab und realitätsnahe Versuche an Motoren, Generatoren, Turbinen und Verdichtern möglich. Damit ergänzt der Forschungsbau die anwendungsorientierte Forschung zur Energiewandlung an anderen deutschen Standorten.

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Donnerstag, 19. Juni 2014

Von Faltenglättung zu tödlicher Vergiftung

Botulinum-Gift (im kosmetischen Bereich als Botox bekannt) gelangt „durch die Hintertür“ ins Blut

MHH-Wissenschaftler erforschten im Detail den Weg des hochwirksamen Botulinumtoxins
vom Darm ins Blut / Innovative Therapie in Aussicht / Veröffentlichung in Science Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben in einer internationalen Studie mit mehreren Zentren aufgeklärt, wie das extrem starke Nervengift des Bakteriums Clostridium botulinum vom Verdauungstrakt ins Blut gelangt. Dr. Andreas Rummel und Anna Magdalena Kruel, MHH-Institut für
Toxikologie, veröffentlichen gemeinsam mit Professor Rongsheng Jin, University of California, Irvine, Dr. Min Dong, Harvard Medical School, Boston-Southborough, und Dr. Martin Dorner, Robert Koch-Institut Berlin, ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Science“.
Mit Botulinumtoxin werden seit 1989 schwere Bewegungsstörungen erfolgreich behandelt und als „Botox“ spielt es bei kosmetischer Faltenglättung eine Rolle. Wie aber gelangt dieser aus 14 Molekülen bestehende Eiweißkomplex bei der tödlichen Lebensmittelvergiftung Botulismus, die heutzutage seltengeworden ist, ins Blut? Normalerweise zerlegen Magensaft und Bauchspeicheldrüsen-Enzyme Eiweißkomplexe doch in ihre einzelnen Bestandteile?
Die Wissenschaftler um Dr. Rummel erforschen den Wirkmechanismus Schritt für Schritt: 2012 konnten sie zeigen, dass das Botulinum Neurotoxin eingepackt und so im Magen und Dünndarm
beschützt wird. Im Jahr darauf klärten sie den Aufbau des 14-teiligen Giftkomplexes und dessen Andocken an die Dünndarmwand auf. „Nun beobachteten wir zudem, dass ein ungiftiger Teil, der sogenannte zwölfteilige HA-Komplex, die äußerste Schicht des Dünndarms durchwandert, um von der Rückseite die Kontakte zwischen den Zellen aufzubrechen und so das Gift effizient ins Blut gelangen zu lassen. Dabei bindet der HA-Komplex an den Zellrezeptor ‚E-Cadherin‘“, berichtet Dr. Rummel.
Mit Hilfe von Röntgenstrahlen ermittelten die Forscher die Raumstruktur des HA-Komplexes gebunden an seinen Rezeptor E-Cadherin. Zellbiologische Experimente konnten die funktionelle Rolle der einzelnen Bestandteile zeigen. Anschließend bauten die Forscher den 14-teiligen Toxinkomplex mit gezielten Defekten wieder zusammen und konnten zeigen, dass die Bindung des Komplexes an E-Cadherin essenziell für eine orale Vergiftung mit Botulinum Toxin ist. „Daraus ergibt sich auch eine neue Therapiestrategie: Durch den reinen HA-Komplex, der nicht giftig ist, könnte man die Dünndarmwand vorübergehend durchlässiger machen, damit – wenn gewünscht – schlecht resorbierbare Wirkstoffe wie zum Beispiel Antikörper oder Interferone bei Hepatitis C-Infektionen vom Darm ins Blut gelangen können“, erläutert Dr. Rummel.

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Zukunftsgeschäft Logistik: Selbst die Stadtvertreter wussten nicht Bescheid....


Städtische Präsentation des Unternehmens arvato als Netrada-Nachfolger

Die Veranstaltung der Stadt Mitte Mai für das Unternehmen arvato hinterlässt widersprüchliche Gefühle: Seinerzeit wurde die Firma Netrada als lokales Unternehmen angepriesen, bei dem sich keiner eine Insolvenz vorstellen konnte, jetzt wird das Unternehmen arvato als familiengeführtes Firmengeflecht gelobt, welches ganz sicher auf dem Logistikmarkt der nächsten Jahre eine Chance habe. Es hat sich also nichts geändert oder doch?
Der Manager von arvato war zuvor bei Netrada und sagte in der Veranstaltung wörtlich, dass es sich bei der Insolvenz von Netrada nicht um eine wirtschaftlich notwendige Insolvenz gehandelt habe. Warum war sie denn dann notwendig, stellt sich die Frage?
Man könnte meinen, um die unliebsamen Bestandteile zum Anliegerschutz auszuhebeln, denn der
Standortvertrag, mit dem dies gesichert werden sollte, gilt nun nicht mehr.
Versprochen worden waren bis zu 500 neue sozialversicherungs-pflichtige Arbeitsplätze. Die gibt es jetzt nicht mehr. Stattdessen wird der Standort in Garbsen aufgelöst und zieht hierher um. Wer sich Hoffnung auf Arbeit gemacht hat, wird enttäuscht. Und die Stadt? Sie „verkauft“ arvato als Erfolg, weil nach der Insolvenz von Netrada mit arvato die Hallennutzung gesichert sei.
Die Frage der Standortsicherung stellt sich nach der Insolvenz nicht, wenn wir uns anschauen, was lange davor auf dem Gelände geschehen und investiert worden ist: die alten Bebauungspläne sahen private und gewerbliche Nutzung vor. Eine Vielzahl an interessierten Nutzern wäre vorhanden gewesen. Das hätte tatsächlich neue Arbeitsplätze geschaffen, selbst dann, wenn es einem der Nutzer mal wirtschaftlich schlechter ergangen wäre. Die Bauten hätten beginnen können, die Leitungen dazu lagen, Straßen und Wege waren angelegt. Stattdessen wurde für die jetzige Megahalle diese Infrastruktur für Millionen mit unseren Geldern – Steuern bzw. Kosten als Telekom- und Stadtwerkekunden – zurückgebaut, der Baumbestand teils abgeholzt etc.. Obgleich am Standort von Netrada in Garbsen noch freie Flächen in ähnlicher Größe bereit gestanden hätten und von der Umschichtung der Verwaltung von Garbsen an die Messe weniger gesprochen worden ist, musste es der Messestandort sein. Und nun all dieser Aufwand und Kosten und noch vor Beginn der Hallennutzung ist der erste Interessent abgesprungen und der zweite Interessent insolvent. Wie geht es jetzt weiter?
Arvato hat bislang die Optionen auf die anderen 60 Prozent – der jetzige Bau umfasst 40 Prozent, eine 2.Halle in derselben Größe über die Cousteaustraße und Verwaltungsgebäude im Stadtbahndreieck wären optional möglich – nicht vom Insolvenzverwalter übernommen. Traut sich arvato das Wachstum, mit dem Netrada geplant hatte, also nicht zu? Diese Aussage lässt trotzdem Hoffnung aufkommen, dass die Cousteaustraße mit den alten Bäumen doch erhalten bleibt. Gleichzeitig ist aber auch zu bangen, an wen der Insolvenzverwalter die Optionen für die restlichen Flächen ausgibt. Und dann?
Überrascht waren die arvato Manager über ihre Pflichten, die der Standort Messe mit sich bringt, z. B. ein Tiefenbohrloch offen zu halten oder, dass sie neben einer Deponie gebaut haben. Wie hat die Stadt arvato informiert? Über die aktuellen Absackungen auf den Parkplätzen oberhalb der Deponie wussten selbst die Stadtvertreter nicht Bescheid. Dabei ist es augenfällig, dass die Senkungen signifikant zugenommen haben. Es bestanden und bestehen weiterhin viele offene Fragen. Arvato hat einen Tag der offenen Halle angekündigt. Datum und Details standen noch nicht fest. Falls wir eingeladen werden, geben wir es bekannt und bleiben von pro.kronsberg „am Ball“.

Initiative pro.kronsberg – Mensch, Natur, Zukunft e. V.
Email: pro.kronsberg@live.de - Internet: www.prokronsberg.blogspot.com

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