Dienstag, 9. Oktober 2018

Internationale Konferenz für Politische Kommunikation

Noch weniger als 14 Tage sind es bis zur diesjährigen #ikpk18 - Internationale Konferenz für Politische Kommunikation am 21. und 22. Oktober 2018 in Berlin und einige Tickets zum Preis von 55€ sind noch verfügbar. Bestellen Sie schnell hier Ihr Ticket.

In diesem Jahr wenden wir den Blick auf die Zukunft der Wahlen als Grundpfeiler der Demokratie. Insbesondere Schattenseiten der Digitalisierung schwächen das Vertrauen in die Ergebnisse des politischen Meinungsbildungsprozesses.
Die #ikpk18 setzt sich kritisch mit den digitalen Trends und deren Einsatz und Auswirkungen auf Wahlen und Kampagnen in den letzten Jahren auseinander und zeigt, welche Gegenstrategien derzeit entwickelt werden.

Wir freuen uns, folgende internationale Referenten gewonnen zu haben.

Dr. Mark Campbell, Politikberater und Universitätslehrer aus Dallas wird über „Changing landscape for election campaigns in America” – Einblicke in den US-Wahlkampf geben.

Gil Castillio, Vorsitzende von Alacop - Lateinamerikanische Vereinigung der Politikberaterinnen und Politikberater, gibt einen Überblick über die Herausforderungen für Politische Kommunikation in Lateinamerika.

Prof. Nic Cheeseman, Birmingham University, Autor des Buches "How to rig an election", analysiert anhand zahlreicher Beispiele mögliche Schwachstellen von Wahlen in demokratischen Systemen.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU Deutschlands, spricht über "Kampagnen in bewegten Zeiten".

Hannes Ley, Mitbegründer von #ichbinhier, stellte die Arbeit der Initiative gegen Fake News und Hass im Netz vor.

Philipp Maderthaner, Geschäftsführer des Campaigning Bureau und der Mann hinter Wahlkampagne des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, wird mit uns einen Blick auf die Mechanik der Kampagne werfen.

Dara Murphy ist irischer Politiker, Vizepräsident der EVP und Kampagnendirektor für die Europawahlen 2019. Er wird uns über die anstehenden Herausforderung für der EVP- Kampagne 2019 berichten.

Thibault Murzegues, arbeitet als Europe Program Director für das Europa Büro des International Republican Institute. Er berichtet uns seine Erfahrungen die zu seinem aktuellen Buch führten.

Shaina NC, Modedesignerin, Politikerin und Sozialarbeiterin, spricht über die Herausforderungen der politischen Kommunikation auf dem indischen Subkontinent.

Christian Spahr , Gründer des Regierungssprecher-Verbandes SEECOM und ehemaliger Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, blickt mit uns auf die politischen Entwicklungen in den neuen EU- sowie den Kandidatenländern.

Tabea Wilke, Geschäftsführerin von botswatch, führt uns in das Thema Manipulation von sozialen Netzwerken ein und erklärt die Wirkung von Bots in einer modernen Mediengesellschaft.

Mit Conrad Clemens, Landesgeschäftsführer der CDU Sachsen, und Prof. Dr. Mario Voigt, stv. Landesvorsitzender der CDU Thüringen und Mitglied des Thüringer Landtags, werfen wir einen Blick zurück auf den Bundestagswahlkampf 2017 und schauen nach vorne auf die anstehenden Wahlen 2019.


Es würde mich freuen Sie zu unserer Veranstaltung begrüßen zu können.

Ihre

Dr. Sandra Busch-Janser, Leiterin Politische Kommunikation

 
 
 
 
#ikpk18:
Politische Verantwortlichkeit in einer fragilen Welt: Wahlen als Grundpfeiler der Demokratie

Andreas Möser über Journalismus, PR und Fake-News

Veranstaltungsreihe „Zeitreise: Gestern – Heute – Morgen“:
Der Kommunale Seniorenservice Hannover (KSH) bietet in der Veranstaltungsreihe „Zeitreise: Gestern – Heute – Morgen“ am Montag, 22. Oktober um 15 Uhr im Veranstaltungszentrum des Kommunalen Seniorenservice Hannover, Ihmepassage 5 (Eingang Blumenauer Straße), eine moderierte Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Vom Journalismus zur PR oder sind Fake-News tatsächlich eine Erfindung von Donald Trump?“ mit dem Journalisten und Pressesprecher Andreas Möser an.
Andreas Möser kennt beide Seiten der Medienlandschaft: Den Journalismus und die PR. Er war mehr als 20 Jahre lang Reporter und leitender Redakteur der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters, bevor er Stadtsprecher der Landeshauptstadt Hannover wurde.
Er wird Einblicke in die Welt der Nachrichten geben und erläutern, wie sie entstehen. Außerdem werden die sogenannten Fake-News, die es nicht erst seit Donald Trump gibt, beleuchtet; so etwa ihre Verbreitung über social media und ihr Einfluss auf politische Diskurse und Wahlkämpfe.
Die Veranstaltung ist gegen 16.30 Uhr beendet. Die Moderation übernimmt Karlheinz Utgenannt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Städtischer Ordnungsdienst geht mit BeamtInnen der Polizeidirektion Mitte auf Streife


Im Zuge der Neueinrichtung eines Ordnungsdienstes bei der Landeshauptstadt Hannover ist auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Polizeiinspektion Mitte besonders auf der operativen Ebene deutlich vertieft worden. Seit dem 14. September gehen die MitarbeiterInnen des städtischen Ordnungsdienstes nun gemeinsam mit BeamtInnen der Polizeiinspektion Mitte auf Streife. Jeweils in Zweierteams sind die BeamtInnen mit den MitarbeiterInnen der Stadt jeden Freitag und jeden Sonnabend in der Zeit zwischen 20 und 24 Uhr unterwegs. Der Fokus liegt, angelehnt an die derzeitige Schwerpunktsetzung der Polizeiinspektion Mitte, im Bereich Marstall/Steintor. Grundsätzlich ist der gemeinsame Einsatz aber vielfältig denkbar und orientiert sich insbesondere an der täglichen Lageentwicklung, bei der auch aktuelle Beschwerden Berücksichtigung finden. Die bisherigen Erfahrungen, entsprechende Anliegen so direkt gegenüber der Stadtverwaltung und der Polizei vorzubringen, sind bisher sehr positiv. Zudem unterstreicht die Zusammenarbeit für die BürgerInnen im besonderen Maße die gemeinsame Zuständigkeit von Stadt und Polizei in Sicherheits- und Ordnungsfragen.
Einen weiteren Gewinn sieht die Polizei auch in der Ergänzung der jeweiligen Kompetenzen vor Ort. So können zum Beispiel Ordnungsverstöße direkt von den MitarbeiterInnen der Stadt aufgenommen werden.
An den drei vergangenen Wochenenden ist der Ordnungsdienst dabei gegen Ruhestörungen vorgegangen. Weiterhin wurden Anzeigen wegen wilden Urinierens und ebenso Verkehrsverstöße im ruhenden Verkehr aufgenommen.
Seitens der Polizeiinspektion Mitte wird die Durchführung dieser gemeinsamen Streifen als sehr positiv bewertet. Gwendolin von der Osten, Leiterin der Polizeiinspektion Mitte, begrüßt das Konzept der gemeinsamen Streifen sehr und sagt:„Ich rechne damit, dass die erzielten Effekte weiter zunehmen werden.“
Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe sieht in der gemeinsamen Maßnahme einen wichtigen Schritt:„Die intensive Bestreifung, nicht zuletzt aufgrund der Hinweise und Rückmeldungen auch aus der Bevölkerung, zeigt das gemeinsame Verständnis von Stadtverwaltung und Polizei für die Verantwortung für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum.“
Beide sind sich einig, dass die gemeinsamen Streifen nicht temporär begrenzt sondern längerfristig fortgesetzt werden sollen.

Montag, 8. Oktober 2018

Zum Wettbewerb Hannovers um den Titel „Kulturhauptstadt“


Hier hätte Hannovers Museumsinsel entstehen können, aber von diesen wunderbar für Großformate geeigneten Museums-Räumen blieb nur noch das Treppenhaus Cumberland übrig. Der Rest fiel der Fallbirne zum Opfer. 
iptext  Foto: Historisches Museum

Anmerkungen von Ingeburg Peters

#Hannover. Das einst bitterarme Stavanger in Norwegen, heute reich durch Ölfunde vor der Küste, veranstaltete mit entsprechend umfangreichem Budget einige punktuelle Kulturhighlights, um erfolgreich den Titel „Kulturhauptstadt“ zu erlangen – und versank dann schnell wieder im nördlichen Dunkel. Nur das Norwegische Erdölmuseum strahlt noch von dort mit seiner glänzenden Metall-Fassade in die Welt hinaus. Aber stellt seine eindrucksvolle Dokumentation des Abbaus sogenannter fossiler Energien eine positive kulturelle Entwicklung dar?
Und könnte ein neues Konzerthaus Hannover im Wettbewerb um den Titel nützen? Wenn das #IhmeZentrum dazu umgebaut würde, vielleicht. Oder ist auch im Kulturbereich bereits Disruption angesagt? Das eine ex und hopp, das andere schnuckelig neu.
Nur die Cumberlandsche Galerie konnte von mir und dem Historiker Zimmermann berichterstattungs-, sowie durch Schauspielhausintendant Ulrich Khuon aktionsmäßig, knapp vor dem Untergang gerettet werden. Der Rest (siehe Foto) fiel der Fallbirne zum Opfer, um dem Schauspielhaus Platz zu machen. Wäre dort eine Museumsinsel entstanden, hätte Kestner Pro Arte nicht aus Hannover abwandern müssen…
Das ist nun nicht mehr zu ändern. Politik und Verwaltung sind in Kulturdingen halt schnell überfordert. Mit wenigen Ausnahmen.
So hat der ehemalige Kulturdezernent Harald Böhlmann den Großen Garten mit Kleinem Fest und Folgeveranstaltungen wie Kunstfestspiele aus dem Dornröschenschlaf geholt.
Sogar den vorweihnachtlichen Markt dieses Jahr vorm Schloss kann ich akzeptieren, um die beengte Marktkirchensituation zu entlasten, wo letztes Jahr an jeder Ecke Polizisten mit MP standen…
Auch hier allerdings muss aufgepasst werden, dass es nicht zu viele touristische Spektakel werden.
Für mich ist Kultur die formende Gestaltung gegebenen Materials. Das Gegenteil also von Unterstützung dubioser Schrott-Investoren, für die Verfall lukrativer ist als Kultur.

Und da fällt mir gerade noch etwas ein. Das Museum für Energiegeschichten Hannover sollte aus dem #eon-Kontext gelöst und zu einer echten Informationsquelle werden. Das wäre etwas zur #Kulturhauptstadt2025. Aber bezahlt mir jemand die Idee? Nee...




Samstag, 6. Oktober 2018

Krieger

Sie haben Menschen zu Tode gehetzt
Sie haben zerstört
Vergewaltigt
Erschlagen
Sie scheuen sich nicht dafür Orden zu tragen
Ihnen werden auch noch Monumente gesetzt

Ich habe gelernt den Krieg zu hassen
Nicht Männer als Helden
Im Tode zu ehren

Ich will das Leben
Ich will mich wehren
Ich will im Widerstand Frieden begehren

Ich will sie nicht mehr morden lassen

(Lilo Zack, Hannover,
Jahrg.1929, aktive 40 Jahre in der Friedens- und Frauenbewegung)

Donnerstag, 4. Oktober 2018

20 Millionen Euro für Sprachförderung für erwachsene Geflüchtete

Thümler: „Umfangreiche und bedarfsgerechte Angebote für 2019 sichergestellt“

 

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) stellt ab Oktober Fördergelder in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro zur Verfügung, um Sprachkurse für erwachsene Geflüchtete zu finanzieren. Damit stehen für das vierte Quartal 2018 fast 90 Prozent mehr Mittel bereit als ursprünglich geplant (10,7 Millionen Euro). Bei den zusätzlichen rund neun Millionen Euro handelt es sich um freie Mittel aus der Förderung des Lebenslangen Lernens sowie verschiedenen Sprachförderprogrammen. Gefördert werden sollen neben den sogenannten Basissprachkursen auch vertiefende Angebote.

 

„Wir möchten, dass alle Geflüchteten so gut Deutsch lernen, dass sie einen Schulabschluss nachholen oder eine Berufsausbildung abschließen und sich gut in unsere Gesellschaft integrieren können“, sagt Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler. „Mit den zusätzlich bereitgestellten Mitteln werden umfangreiche und bedarfsgerechte Sprachförderangebote auch für das kommende Jahr sichergestellt.“ Die Antragsfrist für die neuen Kurse endet am 26. Oktober – die Angebote werden fast ausschließlich im Jahr 2019 starten.

 

Erfreut zeigt sich Minister Thümler auch über die positive Resonanz auf die neue Förderung für Sprachkurse zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe („Kulturkurse“), bei denen die Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit Kultureinrichtungen wie Theatern, Musik- oder Kunstschulen zusammenarbeiten. „Ich freue mich sehr, dass die Kurse überall im Land stattfinden werden, von Aurich bis Göttingen, von Meppen bis Braunschweig“, betont Thümler. Fördermittel in Höhe von rund drei Millionen Euro seien bereits beantragt. „Es ist wichtig, Integration als themenübergreifende Aufgabe zu verstehen. Die Verknüpfung des Spracherwerbs mit kultureller Bildung bietet sich geradezu an“, so Thümler. Die „Kulturkurse“ konnten bis zum 31. August beantragt werden – aktuell werden die Anträge durch das MWK geprüft. Die Angebote können unmittelbar nach der Bewilligung starten.

Montag, 1. Oktober 2018

„Nicht bange und nicht bitter werden, keine Furcht und keinen Hass“



Erinnerungskultur

Die extreme Rechte ist wieder auf dem Vormarsch.Deshalb hier eine von mir zusammengestellte Familiengeschichte über Zivilcourage aus einem Buch, das ich auf der Straße fand - von der Familienforschung Niedersachsen aussortiert

Der Name war Programm. Die Menschings in Bückeburg zeigten Widerstand und Zivilcourage im Nationalsozialismus.
Hier streiche ich besonders die Pastorentochter Anna Mensching heraus, die ähnlich wie die Ehefrau von Albert Schweitzer in den Würdigungen zu kurz kommt.
Ihr Ehemann Wilhelm erhielt posthum 2001 die höchste Auszeichnung, die Israel an Nichtjuden vergibt: „Gerechter unter den Völkern“. Aber leider wurde nur sein Name auf der Memorial-Wall im „Garten der Gerechten“ in Yad Vashem verewigt.
Die beiden wuchsen in unmittelbarer Nachbarschaft in dem kleinen schaumburg-lippischen Dorf Lauenhagen auf. Sie verlobten sich 1912 und 1913  fand im heutigen Ruanda ihre Hochzeit statt, wohin sie in eine Missionarsstelle gegangen waren. Anna und WilhelmMensching beobachteten mit wachsenden Befremden den rassischen, nationalen und kirchlichen Hochmut mancher Missionare. Diese Erfahrungen prägten fortan ihr Handeln.
Im Ersten Weltkrieg wurden die beiden dort 1916 verhaftet und 4 Jahre lang interniert. Nachdem die mit Zwillingen hochschwangere Anna von belgischen Soldaten getreten worden war, behielt ihr Sohn Otto lebenslange gesundheitliche Schäden zurück. Außerdem wurde sie zwei Jahre lang von ihrem Mann getrennt. Durch die Begegnung mit der Gandhi-Bewegung konnten sie durchhalten.
Erst zwei Jahre nach Kriegsende kehrten sie mit der inzwischen geborenen Tochter Johanna nach Deutschland zurück. Wilhelm übernahm die Pfarrstelle in Bückeburg-Petzen, 1922 kam der dritte Sohn zur Welt.
Kirche, Gemeindehaus und Pfarrwohnung wurden nun zum Mittelpunkt umfangreicher Friedensaktivitäten. Kontakte zu den Quäkern, jenen Christen, die religiöse Strukturen für sich ablehnen und stattdessen das Schwergewicht auf das soziale Engagement legten, kamen hinzu. Mensching schrieb in sein Gästebuch: „Ein International House ist mehr wert als 100 Friedenskonferenzen.“, was in der Garnisonsstadt Bückeburg gar nicht gut ankam.
Aber Dreiviertel Gemeindeglieder widersprachen den Beschwerden aus Militärkreisen. Als die Nazis sie ab 1933 drangsalierten, blieben die Menschings distanziert. Anna: „Ich kann nicht für Hitler stimmen“, bat im Wahllokal um einen anderen Stimmzettel, denn ihrer war gekennzeichnet. Dann traten sie und Wilhelm ans Fenster und gaben den Zettel mit einem deutlichen „Nein“ versehen ab.
Anna kaufte weiter in jüdischen Kaufhäusern ein. Wilhelm predigte von der Kanzel, nicht zu schweigen. Die Gestapo konnte ihn nicht verhaften, weil ein großer Teil der Gemeinde sich schützend vor ihn stellte.
Der Kriegsausbruch 1939 traf die pazifistische Pastorenfamilie wie ein Schock, 1944 kam der jüngste Sohn an der Ostfront ums Leben.
Mit heimlichen Flugblättern aus dem Quäkerverlag sollten bis 1942 Verfolgte vor dem Selbstmord bewahrt werden. Der Leiter kam aber ins Konzentrationslager, nachdem ein Rosegger-Zitat von der Gestapo entdeckt wurde: „Die für das Vaterland sterben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben! Wenn wir mehr für das Vaterland leben würden, wäre es vielleicht seltener notwendig, fürs Vaterland zu sterben.“
Menschings ließen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen, und auch die Berlinerin jüdischen Glaubens Ruth Lilienthal bei sich unterschlüpfen. Lilienthal schrieb über die Ehrungen: „In Wahrheit gebühren sie der ganzen Familie. Anna und Tochter, die mich so liebevoll pflegten, waren mir damals am nächsten.“
Unschuldig verfolgte Menschen zu unterstützen war christliches Gebot für die Menschings. In den Nachkriegsjahren 1948 gründeten sie die erste Friedensschule der Bundesrepublik Deutschland. Juden und ehemalige Nationalsozialisten, Farbige und Weiße, Christen und Nichtchristen, Pazifisten und Nichtpazifisten wurden zusammengeführt. Anna Mensching übernahm die Führung des Hauses. 1950 und 1955 war Wilhelm Mensching Kandidat für den Friedensnobelpreis.
Inzwischen ist die gesamte Familie verstorben. Ihre Verdienste wären in Vergessenheit geraten, hätte nicht eine Schülergruppe der Herderschule Bückeburg sie gegen manche Widerstände wieder ins Bewusstsein zurückgeholt. 2004 wurde die Diakonie- und Sozialstation Bückeburg-Bad Eilsen nach Anna Mensching benannt.
Das Motto der Familie war: „Nicht bange und nicht bitter werden, keine Furcht und keinen Hass“.
Aus dem Buch „Gegen den Strom“ Verlag für Regionalgeschichte, zusammengestellt von Ingeburg Peters