Donnerstag, 14. Juni 2018

Leute, nehmt die Geld-Wäsche von der Leine, die Journalisten kommen?

78,5-Millionen-Euro-Klage bedroht „Süddeutsche“
Ein Geschäftsmann hat die „Süddeutsche Zeitung“ und ihre beiden #Investigativ-Reporter Markus Balser und Uwe Ritzer auf einen horrenden Schadensersatz geklagt. Das Beispiel scheint Schule zu machen. Nachahmer gibt es bereits.


#Xing schreibt: Informationsfreiheitsgesetz: Staat gibt 1,88 Millionen Euro aus, um unliebsame Presseanfrage nicht zu beantworten

#hannover. fotografierte die bauarbeiten zur wunderschönen promenade mit stufen an der martin-neuffer-brücke. werde angeranzt. sage: bin journalist. der anranzer: ich auch. besser nennt man diesen beruf gar nicht mehr.
auch wenn ich für eine reportage zur verminderung der prostitution in meinem stadtteil aufs presseamt auflaufe, kommt nur noch ein hölzernes gerüst an mindest-#information rüber.ip

THEASTER GATES - Black Madonna


Kurt-Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung


Der Träger des Kurt-Schwitters-Preises der Niedersächsischen Sparkassenstiftung 2017, Theaster Gates (geb. 1973 in Chicago, USA), wird mit  einer Ausstellung im Sprengel Museum Hannover (bis 9. September 2018) geehrt.

Gates, der in Deutschland vor allem seit der documenta 13, 2012, bekannt wurde, ist seitdem mit Ausstellungen u. a. in der National Gallery, Washington (2017), und im Kunsthaus Bregenz (2016) sowie auf internationalen Biennalen (Venedig, Istanbul, Whitney) zu sehen gewesen. Zentral für seine Praxis ist die in zahlreichen Projekten begründete Aufwertung der South Side von Chicago, wo er ebenso ein Black Cinema wie eine Töpferwerkstatt, Archive und Gemeinschaftsprojekte verantwortet. Die handwerklich begründete Praxis des gelernten Städteplaners zielt auf kulturelle Gemeinschaften, die durch symbolische wie reale Akte hervorgerufen werden. Die künstlerische Arbeit ist Teil eines weiten Spektrums von Gemeinschaftsarbeit, Performance und Musik.

Im Sprengel Museum Hannover entwirft er ein Kapitel der Ausstellungsreihe zur Schwarzen Madonna, die im Kunstmuseum Basel und dem Haus der Kunst, München, zu sehen sein wird. Für Black Madonna evoziert Gates die Geschichte der schwarzen Frau, ihre historischen und medialen Kontexte sowie die weitere afro-amerikanische Kultur und Politik. Objekte aus religiösen Ritualen, Statistiken zur schwarzen Bevölkerung der USA und Archivbilder werden ebenso neu zusammengefügt, wie der Klang von Gates experimenteller Musikgruppe ‚The Black Monks of Mississippi‘, die am Abend der Preisverleihung spielen wird.

Die internationale Jury zur Vergabe des Kurt-Schwitters-Preises begründet die Wahl wie folgt:

„Theaster Gates` ausgesprochen interdisziplinärer Ansatz, die ungewöhnlichen Arbeitsmaterialien, das Arbeiten und Denken in und mit Räumen, seine performative Praxis und die gesellschaftspolitische Zielrichtung seiner Kunst schreiben den künstlerischen Denkkosmos von Kurt Schwitters auf beeindruckende und zeitgemäße Weise im aktuellen künstlerischen Diskurs fort.”

Der Kurt-Schwitters-Preis wird in diesem Jahr zum elften Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. 
 
 

Dienstag, 12. Juni 2018

Sumpf

#hannover. vom haz-chefredakteur wird ob schostok als grundanständiger mensch bezeichnet. dies hat sicher nichts -wie auch bei der schmalstieg-titelseite- damit zu tun, dass die SPD an der zeitung beteiligt ist. andere sagen, er trägt den scheitel rechts, was ebenfalls nichts mit dem "Intriganten-Stadl" (haz) zu tun hat. wie auch immer, fest steht, alkoholiker als untergebene sollte ein verwaltungschef frühzeitiger ausschalten, sage ich. denn die sind wie ein sumpf, in dem man nie weiß, wo was hochblubbert.vor allem, wenn man kulturhauptstadt werden will.ip



aus dem journalistischen nähkästchen geplaudert


eigentlich muss ich weiter putzen. eine alte freundin aus ungarn hat sich angekündigt und
in der küche sind ameisen.
aber dies fiel mir grad ein und ich halte es mal stichwortartig fest.
vor jahr und tag hatte ich als volontärin der hannoverschen presse die idee zu einer serie "junge kneipen" und schrieb sie auch. vor einiger zeit sprach ich das inzwischen alt gewordene ehepaar beckmann drauf an, damals inhaber der erdnusskneipe "finch". der beckmann: "das war doch die serie von böllert, ich hab da noch beim pförtner n sack erdnüsse zum dank abgegeben."
stimmt, böllert "schenkte" mir sogar die erdnüsse, wie einstein das preisgeld vom nobelpreis seiner verstoßenen mileva. was er allerdings mit der serie zu tun hatte, weiß ich nicht.
und wo ich nun gerade dabei bin. ich begann das volontariat gleich im feuilleton, was an sich schon ein skandal war, denn jeder volontär musste grundsätzlich erstmal durch die gehirnwäsche und demütigungsmühle des bezirkechefs.
als dem feuilletonchef die sekretärin ausfiel, fragte er mich, ob ich die post öffnen könne, statt sie selbst zu öffnen. 

er wollte in der zeit mit einem redakteur und einem volontär (der später leiter des ndr-funkhauses kiel wurde) im großen garten herrenhausen spazieren gehen. 

Lehnte ab, froh, dieser tätigkeit endlich entronnen zu sein. stattdessen übernahm mitvolontärin helga zepp die aufgabe, war aber einige zeit später spurlos verschwunden, weil von herrn LaRouche in eine politische bewegung entführt (ich wurde noch beauftragt, nach ihr zu suchen).
der redakteur hielt mir eine standpauke, wie sich volontärinnen zu benehmen hätten. Das erzählte ich einer befreundeten weiteren volontärin, die sehr verwundert darüber war. Sie würde stets zuvorkommend behandelt. Naja, als tochter des Lokalchefs...:::

NEE; JETZT MUSS ICH aber wirklich weiterputzen.Ordnung lehrt uns zeit gewinnen, textete goethe so nett.
hier noch schnell ein link zu helga zepp https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Zepp-LaRouche

(copyright by nochneglossevonip)






Donnerstag, 7. Juni 2018

Vater der entzogenen Kinder darf Gefängnis verlassen - Mutter macht sich große Sorgen: "Ich habe Angst"

Presse aktuell

Gerade einmal zwei Wochen, nachdem die beiden Töchter von Katharina Schmidt wieder zu Hause sind, durfte ihr Vater heute das Gefängnis verlassen - obwohl er die Rückkehr seiner Kinder nach Hannover mit allen Mitteln verhindert hatte. Wegen Kindesentzugs saß er deshalb seit mehr als zwei Jahren in Niedersachsen in Haft.

Der Anwalt des Deutsch-Tunesiers, Michael Hahne, bestätigte gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen, dass sein Mandat heute mittag wieder frei gekommen ist. Die Haftprüfung habe ergeben, dass der Haftbefehl für Kais B. vorerst außer Vollzug gesetzt wurde. Der Mann habe das Gefängnis bereits verlassen, müsse sich künftig aber regelmäßig bei der Polizei melden. Nach Ansicht der zuständigen Richterin bestehe nun, da die Kinder wieder in Niedersachsen sind, keine Fluchtgefahr mehr. Zudem sei zu erwarten, dass die Haftstrafe von 11 Monaten, zu der Kais B. am 19. April verurteilt worden war, zur Bewährung ausgesetzt werde, sagte Michael Hahne. Der Sprecher des Gerichts, Jens Buck, sagte, sobald Kais B. sich unangemessen verhalte oder seinen Meldeauflagen nicht nachkomme, könne der Haftbefehl wieder in Kraft gesetzt werden.

Sein Mandant wolle sich jetzt wieder eine Arbeit suchen und sich an Recht und Gesetz halten, versicherte der Anwalt gegenüber dem NDR. Die Mutter und die Kinder müssten sich keine Sorgen machen. Der Mann - der die Kinder nach der Trennung von Katharina Schmidt nach Tunesien in den Heimatort seiner Eltern entzogen hatte - habe damals in einer "absoluten Ausnahmesituation" gehandelt. Hahne gehe davon aus, dass so etwas nicht wieder passiere. Er schließe auch aus, dass sein Mandant in der nächsten Zeit einfach bei der Mutter vor der Tür stehe.

Gleichwohl werde er aber versuchen, für seinen Mandanten im Rahmen der familienrechtlichen Möglichkeiten zu erreichen, dass dieser mittelfristig wieder Kontakt zu den Kindern erlange, etwa in Form von begleitetem Umgang. Sein Mandant brauche den Kontakt zu seinen Töchtern.

Katharina Schmidt ist unterdessen sehr besorgt, wie sie Hallo Niedersachsen mitteilte:
"Ich habe Angst". In der Vergangenheit habe ihr Ex-Mann sie und die Kinder auch immer wieder verbal bedroht. Sie könne die aktuelle Entscheidung nicht verstehen, denn der Vater habe ja nicht nur kein Entgegenkommen gezeigt bei ihrem jahrelangen Kampf, die Kinder wieder zurückzuholen, sondern er habe die Rückkehr auch "maximal verhindert".

Katharina Schmidt hatte seit 2015 versucht, ihre Kinder wieder mit nach Hannover zu nehmen - dort wo sie geboren und aufgewachsen sind. Obwohl sie sowohl nach tunesischem als auch nach deutschem Recht das alleinige Sorgerecht hat, waren die tunesischen Behörden nicht in der Lage, dies vor Ort in dem nordafrikanischen Land durchzusetzen. Am Pfingstwochenende hatte die Mutter die Kinder vor der Schule in Kasserine - dem Heimatort von Kais B. - abgeholt, um die Kinder wieder nach Hause zu bringen. Zunächst war sie dann von den tunesischen Behörden festgehalten worden - für die Familie war es ein tagelanger Nervenkrieg mit ungewissem Ausgang. Erst nachdem sich die deutsche Botschaft in Tunis und das Auswärtige Amt eingeschaltet hatten, konnte Katharina Schmidt mit ihren Töchtern nach Deutschland ausreisen.

#Hannoveraner gerieten in #Abschiebeflug nach #Afghanistan. Hier ihr Bericht

Ich ringe mit mir, ob ich diesen Bericht schreiben soll. Aber ich möchte - weil die soeben erlebte Massenabschiebung zeitgeschichtlich bedeutsam ist - und weil die deutschen Medien darüber kaum berichten.
Wir erholen uns gerade von einem Abschiebe-Flug, auf dem wir unerwartet gelandet sind. Auf dem Linienflug von Istanbul nach Kabul werden die größtmöglichen Flugzeugtypen der Airline eingesetzt, um regelmäßig mitten in der Nacht hunderte junger Afghanen auf einmal abzuschieben. Wir fanden uns plötzlich inmitten eines der tragischsten Momente unserer Zeit wieder: dem Ende einer Flucht und der Durchführung einer Abschiebung.
Die meisten der Jungs sind heute das erste mal in ihrem Leben überhaupt geflogen und wussten gar nicht, wie man im Flugzeug reist. Viele konnten nicht einmal die Türen zur Toilette öffnen, hatten kein Gepäck dabei und manche auch keine Schuhe an den Füßen. Und sie rochen arg schlimm, weil sie aus einer Internierung in der Nähe des Flughafens kamen, in der mehr als 2000 von ihnen auf ihre unmittelbar bevorstehende Rückführung warten; dort wird nicht mehr geduscht oder Wäsche gewaschen sondern es wird deportiert. Es hat uns sehr traurig gemacht, in die Augen der eingeschüchterten Menschen zu blicken. Teilweise noch Teenager, haben sie sich in Lebensgefahr gebracht, durchquerten Kriegsregionen und sind durch reissende Flüsse geschwommen um einem schrecklichen Schicksal zu entgehen. Am Ende landeten sie nach fünf Stunden mit uns in Kabul, wo sie sich vor uns auf den Boden setzen mussten und erkennungsdienstlich behandelt wurden.
Flucht aus Not ist kein Verbrechen, sondern eine der größten Lebensleistungen die der Mensch vollbringt. Wie können wir das so schnell vergessen haben? Viele unserer Vorfahren sind während der vergangenen Kriege geflohen und haben damit ihren Nachfahren - uns - ein Leben überhaupt erst ermöglicht, indem sie nicht zugrunde gingen. Dagegen nimmt sich unsere derzeitige Lösung „weg mit denen“ ziemlich erbärmlich aus. Wenn die Leute nichts haben, wohin sie zurückkehren können, dann werden sie sich eben wieder auf den Weg machen. Dieser Trotz - Ihr könnt uns abschieben, aber wir werden gleich morgen wieder loslaufen - der war spürbar.
Ich glaube, wir unterschätzen den Mut, die Entschlossenheit und das Können der Leute. Wer tausende Kilometer Gefahren überdauert - die wir uns nicht einmal ausmalen können - der bringt durchaus eine Qualität, eine Beharrlichkeit mit und der wird seinen Weg in eine bessere Welt solange suchen, bis er ihn findet.
Wir sollten aufpassen, dass wir unseren eigenen Anspruch auf Schutz und Hilfe nicht gefährden. Krieg und Not waren zähe Begleiter der letzten Jahrtausende. In nicht ferner Zukunft werden auch wir wieder gezwungen sein, an fremde Türen zu klopfen. Wenn heute Mittag ein alterndes russisches U-Boot durch einen Kurzschluss versehentlich sieben ballistische Raketen auf das Baltikum abfeuert, dann sind wir auf dem Weg.
Deutschland bezahlt für diese Abschiebungen. Können wir den Jungs nicht wenigstens ein paar Schuhe an die Füße geben, bevor wir sie deportieren lassen? Die Menschen haben uns nichts getan. Sie barfuß in Kabul auf die Straße zu setzen, das haben sie nicht verdient und lässt uns unbarmherzig erscheinen.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Seit den 80er Jahren baute sich eine Vaterrechtsbewegung auf, die nichtsdestotrotz immer mehr Rechte am Kind nach einer Trennung forderten...

Ich traf im Harz drei ängstliche Kinder mit Großeltern, die deren Vater, ihrem Sohn, bei dem Ausflug zur Seite standen. Die Kinder sagten leise zu mir. "Wir müssen zur Zeit bei Papa sein", obwohl der mit Marshmallows und Lagerfeuer sich größte Mühe gab, sie für sich zu begeistern. ip

Presseinformation zur Fachtagung: „Das Wechselmodell.
Ein kritischer Blick auf die 50/50-Betreuung von Kindern nach der Trennung der Eltern
"
am Freitag, den 22. Juni von 9.00 bis 14.00 Uhr
in der ev. Stadtakademie, Herzog-Wilhelmstr. 24, 80331 München,
veranstaltet von KOFRA e.V.

Nur 20% der Väter zahlen nach der Trennung von der Mutter des Kindes den gesetzlich verpflichtenden Kindesunterhalt, 30% unregelmäßig und 50% gar nicht. Für großes Interesse am Kindeswohl spricht das nicht. Seit den 80er Jahren baute sich eine Vaterrechtsbewegung auf, die nichtsdestotrotz immer mehr Rechte am Kind nach einer Trennung forderten. Sie fand bei Politik und Institutionen zunehmend Gehör in der Annahme, es ginge dabei um das Kindeswohl. Doch die Entwicklung seitdem zeigt, dass es hier in der Regel um hochkonflikthafte Beziehungen geht, vor deren Auswirkungen die Mütter die Kinder schützen wollen. Doch durch die ständige sukzessive Erweiterung der Vaterrechte wurde dieser Schutz zunehmend erschwert bis unmöglich gemacht. Die Konflikte verschärften sich, die Belastungen für die Mütter und die Kinder in diesen Fällen stieg ständig und selbst Zeugnisse von KinderärztInnen und KinderpsychiaterInnen über teils traumatische Auswirkungen der fortgesetzten Konflikte der Eltern auf die Kinder fanden kein Gehör mehr. Das Recht des Vaters auf sein Kind gilt seit der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall 1998 als oberste Priorität. Nun fordert die Vaterrechtsbewegung auch die 50/50-Betreuung der Kinder ohne Altersbegrenzung als Regelfall. Damit würden  die Konflikte der Eltern zementiert und der Vater von jedem Anspruch auf Konfliktlösungskompetenz und finanzielle Zahlungen für die Leistungen der Mütter befreit. 
Die ersten Erfahrungen mit Wechselmodell zeigen vor allem bei kleinen Kindern hohe Irritationen über einen sicheren Platz und Loyalitätskonflikte mit z.T. schweren psychischen Auswirkungen. In Deutschland werden diese Auswirkungen ignoriert oder bagatellisiert. In anderen europäischen Ländern findet dieser Kampf ebenso statt, jedoch melden sich zunehmend und immer dringlicher KinderpsychiaterInnen zu Wort. Sie präsentieren alarmierende Ergebnisse internationaler Forschung und fordern ein Verbot für ein erzwungenes Wechselmodell und für eine 50/50-Betreuung als Regelfall.
Auf der Fachtagung am 22.6. werden diese Ergebnisse präsentiert und wachsende Bewegungen zum Schutz der Kinder dokumentiert.