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Dienstag, 18. November 2025

Am Anfang war und ist die barmherzige Frau

Im November war der katholische Festtag zu Ehren der Heiligen Elisabeth. Nun aber sind ihre letzten Ordensschwestern im Elisabeth-Vinzenz-Verbund als Träger katholischer Krankenhäuser aus dem Vinzenzkrankenhaus Hannover nach Sankt Bernward in Hildesheim abgewandert. Das Land Niedersachsen gab 10 Millionen und überhaupt hat sich neueste Technik hier breitgemacht. Es sei alles zu groß geworden für ihre kleine Gruppe. Der Krankenhauschef war von 2008 bis 2014 kaufmännischer Leiter bei Diakovere und trägt nun zum guten Ruf des Vinzenz bei. Aber auch bei Diakovere waren die Gründerinnen samt und sonders Frauen. 

Die Schwestern, die den gesamten Tag und auch abends für Patientinnen da waren, mal hier umarmten, mal dort trösteten, und so manche Tabletteneinnahme ersparten, sind dem Vinzenz samt ihrer Gründerin und Patronin entlaufen. Sie standen am Bett, während die Patres nur predigten. 

Im Foyer des Vinzenzkrankenhauses in der Lange-Feld-Straße steht einzig eine etwas klägliche, schmale Skulptur des abgemagerten Heiligen Vinzenz mit Kutte. Im Anfang aber stand auch hier die barmherzige Frau. Ip

ipfoto 

Das Vinzenz in Hannover-Kirchrode. C Patientenaufnahme 0511 950-2001/-2003/-2004, D Medizinisches Aufnahmezentrum (MAZ) 0511 950-1000, E Tages Klinik 0511 950-1102.



Samstag, 26. April 2025

Wenn alle Katholiken, Protestanten, Juden, Hindus, Buddhisten den Krieg verweigern würden, wäre der Frieden nahe


Hildesheim. Trug mich ins Kondolenzbuch für Franziskus im Hildesheimer Mariendom ein (872 erbaut, bedeutendstes Bauwerk der Frühromanik). Diese Halbmastflaggen allenthalben fand ich als Nichtkatholikin übertrieben, wäre er nicht ein guter Argentinier gewesen, der den Großmüttern der Plaza Mayo in Buenos Aires alle erforderlichen Unterlagen der Verbrechen des Kindesraubs und Muttermordes über die unerschrockene Journalistin Dr. Gabriele Weber (www.gabyweber.com) gegen den Widerstand der Regierung Kirchner zur Verfügung gestellt hätte. 

Sah danach im Roemer- und-Pelizaeus-Museum in der Nähe einen multimedialen Film über die restlose Zerstörung der Innenstadt Hildesheims, das mit all den herrlichen mittelalterlichen Fachwerkhäusern im Feuersturm der Briten (als Strafe für die Nazis, siehe unten) aufging. 
Der kläglich wirkende Hauptbahnhof Hildesheim (einst ein prachtvoller Gründerzeit-Bau wie der in Hannover) bezeugt, dass nur wenig wiederaufgebaut wurde. 
Im KZ von Hitler umgebracht die jüdischen Geschäftsleute und Sponsoren der Stadt, verschwunden das erste italienische Eiscafe de Lorenzo, die erste Straßenbahn. Nur der 1000jährige Rosenstock hat es überstanden. 
Einige Nazi-Opfer bekamen nun einen Stolperstein gewidmet; der im Keller unter den Trümmern überlebenden Mutter mit drei Kindern wurde kein Bundesverdienstkreuz gewidmet. 
ChatGTP: Statt nur Militärziele anzugreifen, bombardierten die Deutschen auch Städte, Wohngebiete und Industriezentren – zum Beispiel London, Coventry, Birmingham. Die Idee: Wenn die Bevölkerung leidet und Städte brennen, würde die britische Regierung aufgeben oder zumindest verhandeln wollen. Folge: Hunderttausende Häuser wurden zerstört, viele Menschen getötet oder verletzt. Aber: Die Briten hielten durch. Der "Blitz" stärkte sogar den Zusammenhalt im Land (bekannt als "Blitz-Spirit"). Am Ende scheiterte Hitlers Plan, Großbritannien zu brechen.

2025 droht noch Schlimmeres? Der irreparable maßlose Schrecken eines Atomkriegs, der nichts mehr übrig ließe? Möge der Kelch an uns vorübergehen, wie es so christlich heißt? 
Frieden der Welt statt Rachefeldzügen, die von kapitalistischen Verwertungsinteressen angeheizt werden. 
Dieser Papst hat sich nicht ohne Grund in Santa Maria Maggiore bestatten lassen. Im Vatikan, der Domäne alter weißer Männer, habe er nur gearbeitet, wollte aber bei Gottmutter begraben sein. 
Warum aber forderte er nicht alle Katholiken auf, den Krieg zu verweigern, statt einen Vance zu empfangen? Ipideentextfoto

Das weltbekannte Roemer-Pelizaeus-Museum ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, zumal die ägyptische Abteilung demnächst wiedereröffnet wird: https://rpmuseum.de/

Donnerstag, 10. Juli 2008

creative writing

hildesheim bietet als einziger standort deutschlands den studiengang creative writing an. allein schon die englischsprachige betitelung ist entlarvend. nun kann man sich darüber streiten, ob die schriftstellerei überhaupt studiert werden kann. auf jeden fall haben sich 600 leute beworben, nur zehn bekamen einen platz. die, die einen bekam, brachte mir eine köstliche sachertorte aus wien mit und war entsetzt über das langweilige hildesheim. was tun? learn some english and go to california, war mein rat. aber sie hatte bedenken, wegen der spitzfindigkeiten im deutschen, die im englischen nicht zu leisten wären. ich sehe das anders. sicher, hochgezüchtete princeton- oder eton-absolventen könnten bei sprachlichen ungeschliffenheiten die nase rümpfen. aber mit kreativität hat das gar nichts zu tun. mich hat zum beispiel auf kreta ein grieche im omnibus gefragt, warum um alles in der welt es im deutschen "verheiratet" heiße, als handele es sich um einen irrtum, so wie bei verraten und verkauft, verloren, verschollen, verlassen. tja, gute frage nicht wahr? da lässt sich doch von einer fremdsprachigen sicht her ne menge kreatives erzeugen in einer sprache.
sie fängt aber erstmal hier in hildesheim an, die freundliche junge dichterin aus wien. nichtmal ein literatencafé mit wireless lan gäbe es in hildesheim, und in hannover auch nicht....