Dienstag, 16. Juni 2026

Wismut-Biobank mit Zellen Strahlungserkrankter

Noch heute erkranken ehemalige Uranbergarbeiter der Wismut an Krebs - wird jetzt an niedrigerer Dosierung gearbeitet? 

München. Veranstaltung des Bundesamtes für Strahlenschutz. In der DDR war sie ein großer Arbeitgeber, in Westdeutschland dagegen kaum bekannt: die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut. Bis zur Wiedervereinigung 1990 produzierte sie Uran für die sowjetische Atomindustrie – mit erheblichen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit vieler Beschäftigter. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führt seit den 1990er Jahren die sogenannte Wismut-Studie durch, um gesundheitliche Folgen der beruflichen Strahlenbelastung, wie etwa Lungenkrebs, zu untersuchen.

30 Jahre nach Beginn der Forschungen richtete das BfS dazu den „Zweiten internationalen Uranbergarbeiter-Workshop“ in München aus. BfS-Vizepräsident Florian Rauser sagte: „Die Wismut-Studie ist die weltweit größte Kohortenstudie zu Bergarbeitern und dem radioaktiven Gas Radon, das beim Uranabbau allgegenwärtig ist. Daher ist sie für die internationale Strahlenschutzforschung von großer Bedeutung – und sie spielt auch eine Rolle in den aktuellen internationalen Diskussionen zur Regulation von Niedrigdosen.

„Der Uranabbau durch die SDAG Wismut ist ein prägender Bestandteil ostdeutscher Geschichte und Lebensrealität, der bis in die Gegenwart nachwirkt“, sagt BfS-Vizepräsident Rauser. Rechnerisch lasse sich zeigen, dass noch heute ehemalige Bergarbeiter der Wismut an radonbedingtem Lungenkrebs erkrankten. Das Risiko nehme allerdings stark ab, je länger die Tätigkeit an radonbelasteten Arbeitsplätzen zurückliege.

Neue Antworten erhoffen sich die Forschenden bei der Frage, welche Wirkung sehr kleine Strahlendosen auf Menschen haben können. Hier sollen Projekte mit internationalen Partnern die Forschung vorantreiben. Die Daten der Studie stellt das BfS auf Antrag auch externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (und Unternehmen?) zur Verfügung.

Die Datengrundlage der Wismut-Studie

Als einer der größten Uranproduzenten der Welt beschäftigte die Wismut zwischen 1946 und 1990 in den Abbaugebieten in Thüringen und Sachsen über 400.000 Menschen. Insbesondere zu Beginn des Uranabbaus in den 1940er und 1950er Jahren waren die Uranbergarbeiter der Wismut extrem hohen Konzentrationen des radioaktiven Gases Radon, das aus Uran entsteht, und Quarzfeinstaub ausgesetzt.

Die Wismut-Kohorte

Für rund 60.000 Bergarbeiter wurde aufwendig rekonstruiert, in welchem Maß sie Radon und dessen Folgeprodukten, Quarzfeinstaub und äußerer Strahlung ausgesetzt waren. Diese Bergarbeiter bilden die Wismut-Kohorte – die größte Uranbergarbeiter-Kohorte der Welt. Eine Kohorte ist eine Gruppe von Personen mit einem gemeinsamen Merkmal (hier: Tätigkeit als Uranbergarbeiter). 

Seit Ende der 1990er Jahre lässt das BfS regelmäßig ermitteln, welche Personen aus der Wismut-Kohorte verstorben sind und wenn ja, an welcher Todesursache. Anhand der Daten untersucht das BfS die Zusammenhänge zwischen der beruflichen Strahlen- und Staubbelastung und den Todesursachen. Aufbau und Nachverfolgung der Wismut-Kohorte wurden und werden vom Bundesumweltministerium finanziert.

Wismut-Biobank von Menschen... 

Neben der Wismut-Kohorte hat das BfS eine "Biobank" mit biologischen Zell-Proben von etwa 1.000 ehemaligen Beschäftigten der Wismut aufgebaut. Dabei geht es darum, biologische Wirkungen von Strahlung auf zellulärer Ebene zu untersuchen und biologische Merkmale, die auf eine unterschiedliche individuelle Strahlenempfindlichkeit hindeuten, zu identifizieren.

Internationale Kooperationen

Die Daten der Wismut-Kohorte fließen auch in internationale Kooperationen ein. Derzeit laufen zwei weltweite Pooling-Projekte („PUMA“ – Pooled Uranium Miners Analysis und „iPAUW“ – International Pooled Analysis of Uranium Processing Workers), bei denen die Daten von Uranbergarbeiter- und Uranaufbereiter-Kohortenstudien zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden.

40jähriges Jubiläum Frauen(Gleichstellungs-)beauftragte in Hannover

Ursula Müller hat einige Anekdoten über den hannoverschen Amtsschimmel auf Lager:
"Für mich völlig unerwartet kam die heftigste Reaktion in einer verwaltungsinternen Diskussion und die größte Ablehnung auf meinen Einwand, eine städtische Broschüre dürfe nicht den Titel "Ansprechpartner Stadt" tragen. Da die Stadt grammatikalisch weiblich ist, könne es nur "Ansprechpartnerin" heißen. Ich erspare Ihnen die Irrationalität, mit der die männliche Form verteidigt wurde. Gerade diese Kontroverse hat mir aber andererseits wieder Sympathisantinnen zugeführt, die dadurch begriffen, dass es nicht um die Sache, sondern um männliche Vormacht geht."

Am 2. Juni 1986 startete Dr. Ursula Müller als erste Frauenbeauftragte Hannovers (1986-1998), im damaligen Frauenbüro–Referat für Gleichstellungsfragen. Nur wenige Städte in Deutschland hatten damals eine solche Einrichtung. Begleitete in meinen Publikationen ihre Arbeit (siehe Zeitungsausschnitt).
Dr. Müller erhielt anonyme Drohbriefe und eine Drohung der NPD. Anlass war offenbar ein Artikel in der Bild, der den Titel trug: "Wie Frau Dr. Müller die deutsche Sprache entman(n)en will! " damit wurde auf die Empfehlung zur Vermeidung des Pronomens 'man' Bezug genommen, aber zugleich richtig erkannt, dass diese Sprachregelung eine Beschneidung männlicher Privilegien darstellt."

Montag, 15. Juni 2026

Freier mit Kindersitz in der City?

Hannover. Camping-Schrader in der Herschelstraße gab aus angeblichen "Konkurrenzgründen" auf, die ich für unehrlich halte. 

War mit der darüber wohnenden Inhaberin des alteingesessenen Camping-Bedarfsgeschäftes verabredet, als sie vorwarnte, es würden sich vor der Haustür mit Drogen zugedröhnte Mädchen in den Beifahrersitz von Autos der Freier fallen lassen, die auf dem Rücksitz den Kindersitz installiert haben. Solche Szenarien muss eine Anwohnerin ersteinmal aushalten... 

Sie hat es nicht ausgehalten. Nun schafft die Stadt dort eine neue soziale Versorgungsstelle für drogensüchtige und obdachlose Menschen in der Innenstadt als zweite Anlaufstelle neben Mecki 2.0, mit Diamorphinambulanz sowie Übernachtungsmöglichkeit, 46 Mikroappartements mit je eigenem Bad und Toilette für obdachlose Männer, die Straßensozialarbeit ist dreimal wöchentlich im Haus. 

Die Lage hinter der Galerie Ernst-August, für deren Bau großzügig über Denkmalsschutzaspekte hinweg gesehen und das historische Bahngebäude abgerissen wurde, war für Camping-Schrader zusätzlich ungünstig. 

Weiter ausufernde Straßenprostitution vom Intercity-Hotel bis in die Herschelstraße stieg durch die an sich positive bauliche Auflockerung des Steintorviertels und Schließung Bordell Braunstraße (für die bessere Optik der enercity-Zentrale?) an. Manches "Etablissement" verlagerte sich ein paar Straßen weiter. Das niederländische Vorbild für hell erleuchtete Prostitutionsgebiete mit Bewachung und Sanitäranlagen außerhalb der Stadt wurde nicht kopiert, Freierbestrafung nicht ins Visier genommen. Ein 'alternativer' Makler bot noch einer potentiellen Mieterin die Herschelstraße als attraktives Domizil 'Innenstadt' an...ip

Bundesregierung erklärt Anzahl der Kriegsdienstverweigerungen zur Staatsgeheimsache

DFG-VK kritisiert beispiellosen Angriff auf Transparenz bei der Ausübung eines Grundrechts

Stuttgart, 15.6.2026 - Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) kritisiert die Weigerung der Bundesregierung, aktuelle Zahlen zur Kriegsdienstverweigerung offenzulegen (siehe https://dserver.bundestag.de/btd/21/062/2106256.pdf). In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage verweist die Bundesregierung erstmals darauf, dass die Veröffentlichung entsprechender Daten das „Staatswohl“ gefährden könne.

(ip: und bist du ehrlich in dieser Welt, ehrlich, lebst du gefährlich in dieser Welt, gefährlich) Quelle: Liedtext "Die Prinzen" 

Erbengemeinschaft der verheerenden Folgen sind wir alle

Kenne persönlich fünf emeritierte Professoren (einer davon inzwischen in der Forschung ums Leben gekommen), je zwei Tierärzte und zwei Geologen sowie einen Porsche fahrenden Volkswirt, die enormes Geld mit ihrem Forschungswissen bei denen verdienten, die es brauchen konnten, internationalen Konzernen, von Sterilisation über Seuchenverbreitung (virologische Forschungsstätte Insel Riems) bis Arktis, wirtschaftlichen Gutachten und Bodenschätzesuche. 

Im Drittmittelsystem unserer Universitäten sind sie steinreich geworden, nach dem Motto 'Der Rest der Welt macht es doch auch', indem sie ihre Studien gewinnbringend und ohne Skrupel verkauften. "Nach uns die Sintflut"? 

Ihre Erbengemeinschaft sind wir alle und die, die nach uns kommen...ip

Sonntag, 14. Juni 2026

Nachhaltigkeit soll interdisziplinär ausgebildet werden

Biotechnologie und Umwelttechnik (BIU) - von der Natur lernen. 
Hannover. Der Studiengang beschäftigt sich mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Bioökonomie, Nahrungsmittel, Umwelt- und Ressourcenschutz, Produktqualität und -sicherheit sowie digitaler Transformation. Er vermittelt das erforderliche praktische und wissenschaftliche Know-How, um diese Zukunftstechnologien zielgenau einsetzen zu können. Inhalte des Studiums sind technologische und wissenschaftliche Kenntnisse und es werden Fähigkeiten für eine ressourcenschonende Optimierung des Gesamtsystems aus Umwelt, Mensch und Produktion vermittelt. Dazu gehört ein hoher Praxisanteil, beispielsweise direkt in Unternehmen, bei denen schon im Studium erste Berufserfahrungen gesammelt werden.https://f2.hs-hannover.de/studium/bachelor-studiengaenge/biotechnologie-und-umwelttechnik-biu Dazu meine Anmerkung: Missbrauchspotential beim Biotransfer ist riesig. Das Verhalten von Kindern wird eingehend studiert, Vögel und Delphine werden militärisch mit Erkundungssensoren geimpft, Boehringer forscht an Biowaffen (natürlich nur an denen des Gegners...) usw..ip

Dieser Biozüchter lässt sich auf dem Lindener Markt studienhalber auf die Finger schauen. ipfoto 

Man muss ein Mann sein in dieser Welt, Mann sein!

Bissendorf/Hannover. Vor Jahr und Tag telefonierte ich mit einem Wissenschaftler von einer Peptidfirma, die Eiweiße für Antibabypillen herstellte. "Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mich um die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kümmern," sagte er. Nun, er war keine Frau, und die Pillen damals konnten Embolien erzeugen, derart stark war die Dosierung, um junge Frauen jederzeit für Sex verfügbar zu machen. Wieviel Todesfälle oder Schädigungen es dadurch gab, wurde wohl niemals öffentlich untersucht. Man war ja keine Frau. ip

Inzwischen ist die Pille besser dosiert, dennoch zeigt das folgende Plakat, dass immernoch Vorsicht geboten ist, liebe Frauen: Escherstraße 10, https://fmgz-hannover.de/ 

ipfoto am unterirdisch schlecht finanziell ausgestatteten Frauen- und Mädchen-Gesundheitszentrum Region Hannover e.V.