Donnerstag, 18. Oktober 2012

Subsidiarität heißt Eigenverantwortung - wofür? Für die immer größere Armut?



Hier dazu einige Kommentare:

Pestel-Institut: Je dünner das Portemonnaie, desto schwieriger die Wohnungssuche. 
Gerade für Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner wird es mehr und mehr zum Problem, eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Experten fordern deshalb mehr Sozialwohnungen für den heimischen Wohnungsmarkt.

"Die Menschen werden bewusst dem Armutsrisiko ausgesetzt", kommentiert Kerstin Tack, die Vorsitzende des AWO Bezirksverbandes Hannover e.V.,  die Zahlen des Statistischen Bundesamtes "Leben in Europa". 
Demnach erhöhte sich 2010 die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland auf rund 12,8 Millionen. 
"Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, wie es möglich ist, dass in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten immer mehr Bürger arm werden", betont Tack.
 
ip 

Subsidiarität, Teil 4



Er/Sie hat an der Fachhochschule studiert, ist Sozialarbeiter oder Designerin
Bruttoverdienst: 2591,75 € (TVöD 10)
Abzüge:
Lohnsteuer 365,33
Solidaritätszuschlag 20,09
Kirchensteuer 32,87
gesetzl. Krankenversicherung 212,52
gesetzl. Rentenversicherung 257,88
gesetzl. Arbeitslosenversicherung 38,88
gesetzl. Pflegeversicherung 31,75

Nettoverdienst: 1632,43 (d.h. Abzüge vorweg ca. 40 %)
ip

Subsidiarität, Teil 3



Er/ Sie ist Kindergärtnerin oder Sachbearbeiter
Bruttoverdienst 2142,81 € (TVöD 8)
Abzüge:
Lohnsteuer 254,16
Solidaritätszuschlag 13,97
Kirchensteuer 22,87
gesetzlich. Krankenversicherung 175,71
gesetzl. Rentenversicherung 213,21
gesetzl. Arbeitslosenversicherung 32,14
gesetzl. Pflegeversicherung: 26,25

Nettoverdienst 1404,50 € (d.h. Abzüge vorweg ca. 37 %)
ip

Subsidiarität, Teil 2 Ausgaben



Durchschnittliche Ausgaben einer arbeitenden Person (Einzelhaushalt)
Kosten in Euro pro Monat:
Miete 500
Stadtwerke 70
Lebensmittel 250
Telefon, Internet, Rundfunk- und Fernsehgebühren 70
Kleidung 60
Fahrtkosten 80
Versicherungen 50
Allgemeine Ausgaben (Kino, Freizeit etc.) 200
Kosten für größere Anschaffungen bzw. Kredite (Möbel, Auto, Urlaub...) 150
Summe im Schnitt: 1430
ip

Subsidiarität? 1. Teil: Studium

 
 
Finanzsituation einer Studentin/eines Studenten:
Kosten pro Monat in Euro:
Miete inkl. Nebenkosten im Studentenwohnheim 180
WG-Zimmer 250
Eigene Wohnung 400
Lebensmittel 200 
Krankenversicherung, Arztkosten, Medikamente 55
Semsterbeitrag inkl. Fahrkarte und Verwaltungsbeitrag 40
Telefon, Internet, Rundfunk- und Fernsehgebühren 50
Kleidung 60
Lernmittel 40
Sonstiges 40
Summe im Schnitt: 765 
Studenten haben durchschnittlich Einnahmen von 767 € im Monat, die sich je nach Person zusammensetzen aus BaföG, Unterhalt von den Eltern, eigenem Einkommen und anderen Zahlungen (Renten, Stipendien...)
Etwa 25% aller Studenten erhalten BaföG, das im Durchschnitt 365 € monatlich beträgt. Ungefähr 45 % der Geförderten erhalten den Höchstsatz von 585 € pro Monat. BaföG ist zur Hälfte ein staatlicher Zuschuss und zur Hälfte ein zinsloses Darlehen, das nach Studienende zurück gezahlt werden muss.

Zusätzlich jobben viele Studenten neben dem Studium oder in den Semesterferien als Babysitter, in Kneipen, in copyshops, Als Putzhilfe o.ä.. So verdienen sie ca. 5 bis 10 € pro Stunde und im Schnitt 325 € monatlich.
 
Der Sozialhilfesatz/HartzIV beträgt 385 € pro Monat plus Miete. ip

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Haus-, Hof- und Wildtier bringen Biotop des menschlichen Heims durcheinander





Corinna Schnitt, Once upon a time, 2005, Video, Ton, Farbe, 25 Min.
Figge von Rosen Galerie, Köln/Berlin
© Courtesy Figge von Rosen Galerie, Köln, Corinna Schnitt

Das Video „Once upon a time“ (2005) der Künstlerin Corinna Schnitt hat bereits viele Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „Weiße Federn, schwarzes Fell. Tiere in Darstellungen des 20. Jahrhunderts“ begeistert:
Eine Kamera kreist in der Mitte eines Zimmers um sich selbst. Zunächst spielen nur ein paar Katzen miteinander, doch mit jeder Umdrehung kommen immer mehr Tiere ins Bild, und das Chaos nimmt seinen Lauf …
Schnitt kehrt in „Once upon a time“ die konventionellen Verhältnisse von Natur und Kultur um. Kategorien von Haus-, Hof- und Wildtier geraten im Biotop des menschlichen Heims durcheinander, wenn der Mensch ausgeschlossen wird.
Die Künstlerin Corinna Schnitt, Professorin an der HBK Braunschweig, spricht am Sonntag, 21. Oktober 2012, ab 11.15 Uhr über ihr Video. Es wird zum Ausgangspunkt für Fragen, die die Bedeutung von Tieren für den Menschen und die vom Menschen aufgestellten Kategorien des Daseins betreffen.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ein Gläschen in Ehren

Landesvereinigung für Gesundheit befasste sich mit „Sucht im Alter“
Tagung in der Henriettenstiftung Hannover

Medikamenten- und Alkoholabhängigkeit sind ein Thema für die Suchtberatung. 
Das stellte eine Tagung des Arbeitskreises Altern und Gesundheit der Landesvereinigung für Gesundheit heraus. 
Aufmerksamkeit findet das Thema nicht nur bei Jugendlichen und jüngeren Menschen, so die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan, in ihrer Begrüßung der über 70 Teilnehmenden. Deshalb wurden vor allem neue Konzepte für die Vorbeugung und Beratung von älteren Menschen vorgestellt, eine Modelleinrichtung in Papenburg und in Hameln-Pyrmont. Dabei ist „ein Gläschen“ am Tag – in der Fachsprache: ein Standardglas – unbedenklich.

Die Zahl der Älteren nimmt zu, folglich auch die Zahl der Suchtabhängigen im Alter. 
Etwa 6% der Älteren greift zur Alkoholflasche, viele insbesondere über 70jährige Menschen nehmen Psychopharmaka oder Schlafmittel ein. 
Eine Studie hat ergeben, dass vor allem Bewohner in Heimen vom Medikamentenmissbrauch betroffen sind. 
Die Gefahren liegen insbesondere in einer Verschlechterung der körperlichen und geistigen Verfassung. 
Denn im reifen Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel und damit bleiben die schädlichen Substanzen länger im Körper. 
Es dauert länger, bis Seniorinnen und Senioren wieder nüchtern sind. 
Die Folgen sind ein körperlicher und geistiger Verfall, der schwerwiegende gesundheitliche Risiken auslöst.

Deshalb ist Vorbeugung wichtig. Die Ursachen liegen oft genug in unbewältigten Lebenskrisen. Davon hat das Alter zahlreiche Risiken aufzuweisen. 
Dazu zählen das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, das Wegbrechen des sozialen Umfeldes, das Fehlen eines strukturierten Tagesablaufs. 
 
Dies ist eine Presseinformation der Henriettenstiftung, kopiert und eingefügt.