Montag, 14. September 2015

Hannover bekommt einen der größten Coworking- und Maker Spaces Deutschlands

Presseinformation
Hannover bekommt einen der größten Coworking- und Maker Spaces Deutschlands – Edelstall und die Werke werden zu „Hafven“.Wenn am 02. Oktober 2015  auf der Baustelle in Hannover Ecke Weidendamm/Kopernikusstraße Richtfest gefeiert wird, ist dies gleichzeitig der Auftakt für ein in dieser Form für Deutschland einzigartiges Projekt. Wie der hannoversche Coworking Space „Edelstall“ und der hannoversche Maker Space „die Werke“ heute erstmals in einem Blogpost an ihre Mitglieder mitteilten, werden die beiden Firmen anlässlich des Bezugs des neuen Gebäudes fusionieren. „Wir glauben daran, dass wir in Zukunft alle davon profitieren werden, wenn wir die Möglichkeit erhalten mehr zu probieren, mehr zu teilen, mehr zu lernen. Die Werke und der Edelstall werden eins und werden die Plattform für diese Zukunft sein.“, schreiben die Verantwortlichen der beiden Projekte auf ihrer Website.
Der neue Coworking und Maker Space „Hafven“ wird auf mehr als 2.000qm neben Büroarbeitsplätzen, einem repräsentativen Besprechungsraum, einem FabLab und diversen Werkstätten auch über ein eigenes Café mit angeschlossener Gastronomie verfügen. Den insgesamt schon heute mehr als 300 Mitgliedern sowie Besucher
n soll zudem ein umfangreiches Angebot an Meetups, Workshops, Talks und Labs zur Verfügung stehen. Wissen zu teilen und zu Neuem zu kombinieren ist das erklärte Ziel des neuen Hauses in Hannovers Nordstadt. Damit Ideen einfach umgesetzt werden können, wird zudem auch ein eigenes Inkubatorprogramm für Startups Teil des Angebots sein.
Um den Einstieg so unkompliziert wie möglich zu halten, beginnt das Denken und Machen im Hafven dank gratis WLAN bereits im Café. Alle die alleine oder in Teams frei und flexibel arbeiten können und wollen finden ihren Platz in dem gemeinschaftlich genutzten Coworking Space. Wer ein Bett oder eine eigene Zeitmaschine bauen möchte, nutzt die offenen Werkstätten. Mitglied der Community zu werden soll bereits ab 10 € möglich sein.
Der Edelstall wurde 2011 als erster erfolgreicher Coworking Space der Stadt gegründet und hat sich seitdem zu einer festen Größe in der Gründer- und Kreativszene der Stadt entwickelt. Die Räume im Capitol Hochhaus am Schwarzen Bären sind Anlaufpunkt für Startups aus der Region und digitale Nomaden aus der ganzen Welt. Das Projekt hat außerdem zahlreiche Workshops und neuartige Veranstaltungsformate wie „Out The Box“ hervorgebracht.
Die Werke ist seit 2014 als erste und einzige offene Werkstatt Hannovers das Zuhause von Bastlern,Tüftlern und Erfindern. Hier bauen etwa 160 Mitglieder an Prototypen neuer Produkte und lernen in Workshops den Umgang mit Kreissäge oder Schweißgerät. Im monatlich stattfindenden „RepairCafé“ werden von Spezialisten ehrenamtlich defekte Geräte repariert, die sonst im Müll landen. Die Werke sind seit ihrer Gründung die erste Anlaufstelle der sich entwickelnden Maker-Szene in Hannover.Hafven wird, wie schon seine Vorgängerprojekte, eine unabhängige privat finanzierte Unternehmung sein.

Sonntag, 13. September 2015

Babylon. Fotografie+Zeichnung. Jürgen Adorf

Babylon als Sinnbild der Zivilisation und ihrer Zerstörung ist ein Motiv, das Künstler vom Mittelalter an immer wieder fasziniert. In der europäischen Kunst und Kultur ist die mythische Geschichte vom Aufstieg und Fall Babylons als Stadt der Sünde und der Tyrannei und als Metropole der ewigen Apokalypse tief eingebrannt als eine Urangst der Menschheit. Jürgen Adorf richtet mit Arbeiten aus zwei Werkgruppen den Blick in eine abgeschlossene Zukunft städtischer Entwicklung. Die Schwarz Weiß Zeichnungen zeigen horizont- und grenzenlose, isometrische Stadtlandschaften im Überblick. Grün- und Freiflächen fehlen hier. Scheinbar endlos wuchernd fügt sich Gebäude an Gebäude, Block an Block.Dystopisch sind auch die fotografischen Arbeiten und Fotomontagen von Jürgen Adorf. Sie repräsentieren die lebensfeindliche Innenansicht von Stadträumen. Durch künstliches Licht erhellte Szenarien zeigen ordnungslose Trümmerfelder und Brachflächen im Wechsel mit zügellosen, monumentalen und charakterlosen Bebauungen. Die klimatischen Bedingungen sind unwirtlich. Vegetation ist nicht vorhanden.Helikopter als Repräsentanten eines Herrschaftssystem suchen den Stadtraum mit Suchscheinwerfern ab, Lichtspuren unbekannten Ursprungs durchschneiden die Finsternis. Dieser wenig optimistische aber dennoch spielerische Zukunftsblick ist inspiriert durch die eigenen Betrachtungen und Bereisungen chinesischer Städte, verfallender belgischer Industrielandschaften und des Rückbaus von Plattensiedlungen in ostdeutschen Städten.Inspiration für seine  künstlerische Arbeit erhält Adorf auch aus den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen über  Bevölkerungsprognosen, aus aktuellen Armuts- und Reichtumsberichten unserer Gesellschaft, der Geschichte Babylons sowie aus literarischen oder filmischen Werken wie „Fahrenheit 451“, „Clockwork Orange“, „Die Klapperschlange“, „Sin City“ und vielen mehr. Jürgen Adorf ist Jahrgang 1962 und als Fotograf Autodidakt. Er lebt und arbeitet in Barsinghausen. Babylon. Fotografie+Zeichnung. Jürgen Adorf Ausstellung vom 18.09.2015 bis 11.10.2015Galerie j3fm, Kollenrodtstraße 58b, 30163 Hannover Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 18.09.2015 um 19.00 Uhr. Öffnungszeiten: freitags 19.00 bis 20.30 Uhr, sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr. 

Donnerstag, 10. September 2015

Unkonventionelle Bühnenpräsenz

Patricia Kopatchinskaja © Marco Borggreve
PRO MUSICA-Konzert Sonntag : 18. Oktober 2015 : Großer NDR-Sendesaal : 19.30 Uhr CAMERATA SALZBURG LEITUNG : LOUIS LANGRÉE PATRICIA KOPATCHINSKAJA VIOLINE Wolfgang Amadeus Mozart Symphonie Nr. 33 B-Dur KV 319 Sergej Prokofjew Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63 Maurice Ravel Konzertfantasie für Violine und Orchester „Tzigane“ Wolfgang Amadeus Mozart Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 „Jupiter“
Sie wird die „junge Wilde“ unter den Geigerinnen genannt und besticht durch ihre unkonventionelle Bühnenpräsenz. Patricia Kopatchinskaja möchte das Standardrepertoire aktualisieren, indem sie sich gegen Trägheit stemmt und „die zärtlichen, die erregten, die schockierenden, die riskanten Momente“ so pointiert, als ob in jedem Konzert eine Uraufführung stattfände.




Neue Selbsthilfegruppe „Verlassene Eltern“

Mehr Eltern als vermutet verbindet ein gemeinsames Leid. Die erwachsenen Kinder haben sich abgewandt und den Kontakt zu den Eltern teilweise abrupt und ohne jegliche Erklärung abgebrochen. Wie reagieren betroffene Eltern darauf, mit wem können sie über diese Situation sprechen? Sehr schnell wird im persönlichen Umfeld die „Schuldfrage“ gestellt. In der neuen Selbsthilfegruppe haben die Eltern die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen über ihre schwierige Lebenslage zu sprechen. Neben Verständnis finden sie gegenseitige Hilfe, die dazu beitragen kann, mit der Situation umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Weitere Informationen und Auskünfte erhalten Sie bei der KIBIS - Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich, Tel. 0511 - 66 65 67.

Reform des Vergewaltigungsparagrafen:

Statement der Niedersächsischen Justizministerin:
Zu der Meldung, das Kanzleramt stoppe die Reform des Vergewaltigungsparagrafen, erklärt die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz: „Das ist ein schlechter Tag für die Frauen, die aus Angst vor weiteren Gewalttätigkeiten die sexuellen Übergriffe ihrer Partner über sich ergehen lassen. Wir brauchen ein Gesetz, bei dem es nicht mehr darauf ankommt, ob der Mann konkrete Gewalt ausübt oder androht. Für eine Strafbarkeit muss ausreichen, dass die Frau ihren entgegenstehenden Willen erkennbar zum Ausdruck bringt. Diese Schutzlücke muss schleunigst geschlossen werden. Ein Nein ist ein Nein - auch wenn die Angst Gegenwehr verhindert.“

Donnerstag, 3. September 2015

Ich warf eine Flaschenpost ins Eismeer der Geschichte

– Literatur im Historischen Museum Di., 27.10., 18.00 Uhr Der Philosoph Theodor Lessing, geb. 1872, zählt mit Ada Lessing zu den Mitgründern der VHS Hannover. Sie prägten den Satz: Wissen ist Macht! Wissen macht frei! Bildung ist Schönheit! Im Juni 1926 wurde Lessing von seinem Lehramt an der TH Hannover abgesetzt. Nach seiner Emigration im März 1933 ins tschechische Exil wurde er dort im August 1933 ermordet. Die Literarische Komponistin und Rezitatorin Marie Dettmer liest aus Feuilletons und anderen Publikationen Theodor Lessings. Musikalische Begleitung durch Simon Becker-Foss (Saxophon) und Michael Cammann (Kontrabass) Museumseintritt


Stellungnahme zur Kritik an der Vergabe des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2015



Bei der Entscheidung, den syrischen Dichter Adonis mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis auszuzeichnen, war der Jury bewusst, dass die Verleihung eine kontroverse Diskussion entfachen kann. Unter anderem wird Adonis vorgeworfen, er habe keine Distanzierung zum Vorgehen des syrischen Regimes gegen das eigene Volk erkennen lassen. Adonis selbst äußerte sich in einem Interview 2011 gegenüber qantara.de zu diesem nicht neuen Vorwurf: „Meine widerstrebende oppositionelle Haltung zu dem bestehenden Regime in Syrien (…) rührt aus einer weit zurückliegenden Zeit her. Seit etwa 50 Jahren befinde ich mich in einem ständigen Kampf mit der Diktatur des bestehenden Regimes. Daher bin ich natürlich dagegen“. Des Weiteren ergänzt Adonis in diesem Interview: „Es gibt aber Unterschiede in den Methoden des Widerstands. Ich missbillige Gewalt in all ihren Formen, wie auch immer sie von denjenigen, die sie anwenden, begründet wird. Ich ertrage sie weder von Seiten des Regimes noch von Seiten der Gegner des Regimes“. Er stehe „auf Seiten dieser revolutionären Bewegung, was immer dabei herauskommt“. Er glaube, „dass die Opposition eine neue Ethik und neue Werte schaffen muss, damit sie eine neue Gesellschaft aufbauen kann“ und dass die oppositionelle Bewegung ein Zeichen für die Lebendigkeit des Volkes und ein Hinweis darauf sei, dass es an der Freiheit und am Aufbau einer anderen Zukunft festhalte. Auch Orient-Experte Joachim Sartorius, der 2011 die Laudatio gehalten hat, als Adonis den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main erhalten hat, wies in einem früheren Gespräch mit epd darauf hin, das Adonis „in seiner Haltung zum syrischen Bürgerkrieg relativ früh für Realismus plädiert“ habe und dass „eine Lösung nicht gegen, sondern nur in Verhandlungen mit dem syrischen Diktator erreicht werden“ könne. Dies entspricht dem Anliegen des Remarque-Friedenspreises, nämlich das Engagement für friedliche Lösungen auszuzeichnen. Erst 2013 wurden beispielsweise Avi Primor und Abdallah Frangi für ihre Bemühungen um einen friedlichen Dialog im Nahost-Konflikt entsprechend gewürdigt. Mit der Auszeichnung für Adonis ist aber auch beabsichtigt gewesen, intensiv über die Problematik in Syrien ins  Gespräch zu kommen, über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, die Frage nach der Verantwortlichkeit und Einflüssen anderer Staaten zu stellen. „Vor allem aber ist es für die Entscheidung wichtig gewesen“, sagt Jurymitglied Oberbürgermeister Wolfgang Griesert „Adonis’ Eintreten für eine Trennung von Religion und Staat sowie die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt zu würdigen und sein Engagement für eine aufgeklärte arabische Gesellschaft auszuzeichnen. Dadurch weist er über die aktuellen Konflikte hinaus auch auf grundsätzliche Fragestellungen hin. Sein Werk erfüllt damit in vielfacher Hinsicht die Intention des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises.“
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