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Dienstag, 1. Juli 2025

Das Symptom der Einsamkeits-Scham wird erforscht

Wissenschaftler:innen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen trafen sich vom 02. bis 04. Juli in Hannover, um sich zu vernetzen und das Thema Einsamkeit ganzheitlich und interdisziplinär zu beleuchten.

Die Auseinandersetzung mit Einsamkeit ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Das interdisziplinäre Symposium bringt führende Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung sowie lokale Praktiker:innen und betroffene Personen zusammen. Ziel der Veranstaltung ist es, zentrale Themen der Einsamkeitsprävention und -linderung aus interdisziplinärer Perspektive zu diskutieren und innovative sozialraumorientierte Ansätze zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Überwindung von Informationsbarrieren sowie der Auseinandersetzung mit dem Gefühl der Einsamkeitsscham. Dabei werden nicht nur theoretische und praxisorientierte Perspektiven betrachtet, sondern auch Menschen mit Einsamkeitserfahrungen selbst zu Wort kommen. Dieser Dialog ist entscheidend, um die spezifischen Bedürfnisse und Perspektiven Betroffener in praxisorientierte Lösungsansätze einzubeziehen. Das Symposium wird im Rahmen der Themenwoche „Gem/Einsamkeit“ von der VolkswagenStiftung gefördert und umfasst in einem dreitägigen Programm Keynotes, moderierte Panels und Zukunftswerkstätten. Die Ergebnisse des Symposiums, einschließlich der Stimmen der Betroffenen, werden in einem Open-Access-Tagungsband gebündelt, der einen nachhaltigen Beitrag zur wissenschaftlichen und praktischen Diskussion leisten soll und im Herbst 2026 im Beltz Juventa Verlag veröffentlicht wird.Vorbereitet und durchgeführt wird das Symposium von Prof. Dr. Michael Noack, Hochschule Niederrhein, zusammen mit Dr. Petra Potz und Nils Scheffler, Projekt der Wüstenrot Stiftung „Einsamkeit. Neue Anforderungen an lebendige Quartiere“. Eine Teilnahme war nur auf Einladung möglich.


Montag, 27. Juni 2011

Unsere gemeinsame Zukunft?

Im November 2010 fand ein mit internationalen Spitzenwissenschaftlern besetzter Kongress in Hannover statt: Our common future, unsere gemeinsame Zukunft.
Nun liegt eine teure Hochglanz-Brochschüre mit der Zusamenfassung dieser von der VolkswagenStiftung initiierten Veranstaltung vor, die inhaltlich mit hohem Layout-Aufwand, und ausschließlich in der Herrschaftssprache Englisch, unfreiwillig klarstellt, dass die derzeitige Wissenschaft keine Hilfestellung bietet bei den drängenden Problemen der Gegenwart.
Weder erforschen die dort genannten Wissenschaftler, wie es zu den vielen Miss- und Totgeburten in Südamerika durch gen-verändertes Monsanto-Soja kommt. Noch wird angedacht, wie die Rolle des Staates künftig aussehen könnte.
Stattdessen schreibt beispielsweise ein New Yorker Professor indischer Herkunft allen Ernstes über die dichtgedrängten Slums und Wohnsiedlungen Mumbais (ehemals Bombay), der Mensch gleiche halt eher einer Ameise als einem Höhlenbewohner.
Da haben wir es wieder. Die Wissenschaft begründet, was ohnehin nicht zu ändern möglich scheint. Wissenschaftler solcher Art, die unser Leben verlängern wollen (während bereits jetzt eine Krankenkasse nach der anderen an den enormen Kosten der Apparatemedizin krepiert), aber die drängenden Probleme der Ausbeutung schön reden, brauchen wir aber nicht.
Keine Forschungsbeiträge dort zur derzeit explodierenden Militarisierung, zum Verfall der Bürgertugenden, zur Gefahr des totalen Krieges aller gegen alle...
Ins Internet hat, und dies wäre ein vorbildliches Beispiel, Michael Sandel von der Harvard-Universität eine weltweit (sogar in China) geschätzte Vorlesungsreihe auf YouTube über Gerechtigkeit gestellt. Dort werden Fragen angesprochen, die den Leuten wirklich auf den Nägeln brennen.
Diese Reihe hat mich angeregt, auch in Hannover solche Diskussionen anzustoßen (Siehe Freisprech zum Thema Gold am 15. Juli: "Dürfen Bodenschätze weiterhin ausgebeutet werden?", ganz ohne Gala-Diners und Hochglanzbroschüren.
Sie kommen doch auch? ip