heute ist der große tag: die längste lang-fassung metropolis auf arte im fernsehen.
meine tochter wird es wohl am brandenburger tor erleben, sie hält sich gerade bei der berlinale auf.
vor zwei jahren schon hatte ich meine familie nach heidelberg zu der kurzfassung des films mit live-film-musik in der stadthalle durch den sohn cornelius der hannoverschen pianistin anne meister geschleift, der mit nach hinten ge-gel-tem haar eine dem film würdige statur abgab und brillant dirigierte (gratuliere, anne, das verweilen des kindes unter deinem flügel, statt in den kindergarten zu gehen, hat sich gelohnt).
ich habe in den letzten tagen e-mails an relevante meinungsbildner geschickt, und bin heute mit einem bericht auf telepolis gekrönt, der auch die rolle von thea von harbou bei dem film würdigt, und diese typisch faschistische alberne unterteilung des guten metropolis von fritz lang und des schlechten der möglichst ganz in den medien verschwiegenen autorin thea von harbou kritisiert.
Lost and found:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32047/1.html
mir reicht das zwar noch nicht, aber besser als nichts.
Einerseits schreibt Telepolis vom Harbou-typischen bombast des ersten Satzes ihres romans Metropolis "Jetzt schwoll das Brausen der großen Orgel zu einem Dröhnen an, das sich wie ein aufstehender Riese gegen die Wölbung des hohen Raumes stemmte, um sie zu zersprengen", argumentiert dann aber recht widersprüchlich am schluss des Artikels, ein film müsse mit einem erdbeben beginnen, metropolis käme dem schon sehr nahe.
und auf (ausgedruckter) seite 14 ist von dem 'dämlichen' sinnspruch die rede
"Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz" sein.
bitte, was soll an diesem spruch dämlich sein?
mein herz jedenfalls tanzt...uhuhu... und die ganze welt bewegt sich.
jutta ditfurth betitelte eins ihrer bücher "feuer in die herzen".
und sogar kinderschänder woody allen wird von einer hannoverschen Psychotherapiepraxis zitiert mit: "Das Schwierigste im Leben ist, Kopf und Herz dazu zu bringen,zusammenzuarbeiten."
egal ob wir frauen scheiße schreiben oder gold, werden wir ignoriert, weil wir als berührbare unterste kaste (formulierung von Mary Daly,im Januar dieses Jahres verstorben, schluchz, hier ein interview mit ihr: http://www.stickam.com/viewMedia.do?mId=182900840) gar nicht für schuldfähig gehalten werden.
wir müssen schon geschickt werbung treiben, um vielleicht mal eine notiz wert zu sein. nicht jedoch in der süddeutschen zeitung, ich mag die frankfurter allgemeine ohnehin lieber.
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Freitag, 12. Februar 2010
Mittwoch, 10. Februar 2010
flotter fremdgeher fritz lang?
letztes wochenende in der süddeutschen: riesen-bericht über den film metropolis.
auf einer ganzen großen seite kein wort darüber, dass thea von harbou das buch geschrieben hat und in einer avantgardistisch modernen art und weise als pionierin das drehbuch mit dem film koordinierte.
das macht frau doch ziemlich mutlos, und dr. reinhold keiner vom harbou-weblog schrieb mir "Hallo Frau Peters, ja, dies ist eigentlich alles sehr ärgerlich, aber wir tun natürlich was wir können, um … und: es macht auch mann ziemlich ratlos!".
von harbou war eine markante persönlichkeit, die immer nur als nazi-kollaborateurin und kitschautorin skizziert wird. diese skizze ist sehr grob.
ihr ehegatte, der hochgelobte fritz lang, ging fremd, irgendwann nahm sich auch von harbou, die übrigens auch schon für murnau geschrieben hat, ebenfalls einen liebhaber, einen inder.
es geht das gerücht,der flotte fritz konnte das schlecht wegstecken und nahm es möglicherweise auch als heimlichen grund, nach amerika auszuwandern, offiziell aber wegen der nazis.
dort wurden vor allem die frauenszenen rücksichtslos herausgestrichen, nun ist der film wieder vollständiger auf der berlinale zu sehen, als deren highlight.
von harbou blieb in nazi-deutschland, machte goebbels klar, dass ihr sehr dunkelhäutiger freund, der dies manchmal noch durch das tragen eines weißen pelzmantels unterstrich, "arisch" sei und nahm, wie so viele andere, von staatsanwälten bis firmenchefs, eine verwerfliche unterstützungs-haltung im nationalsozialismus ein, setzte sich aber gleichzeitig vehement für eine große gruppe inder in deutschland ein, wodurch sie in indien einen sehr guten ruf hatte.
all dies ist fakt, berechtigt aber nicht, sie derart als autorin des stoffes zu negieren.
es macht sich bei mir der verdacht breit, gerade bei der berlinale will niemand die nazi-diskussion lostreten, wiedermal auf dem rücken einer hochbegabten frau abgeladen, die als weiblicher sündenbock vom dienst schlechthin nun einfach komplett ausgeblendet, ignoriert wird.
was ist mit der faktentreue, meine herren? was ist mit einer diskussion?
http://thea-von-harbou.blogspot.com/
auf einer ganzen großen seite kein wort darüber, dass thea von harbou das buch geschrieben hat und in einer avantgardistisch modernen art und weise als pionierin das drehbuch mit dem film koordinierte.
das macht frau doch ziemlich mutlos, und dr. reinhold keiner vom harbou-weblog schrieb mir "Hallo Frau Peters, ja, dies ist eigentlich alles sehr ärgerlich, aber wir tun natürlich was wir können, um … und: es macht auch mann ziemlich ratlos!".
von harbou war eine markante persönlichkeit, die immer nur als nazi-kollaborateurin und kitschautorin skizziert wird. diese skizze ist sehr grob.
ihr ehegatte, der hochgelobte fritz lang, ging fremd, irgendwann nahm sich auch von harbou, die übrigens auch schon für murnau geschrieben hat, ebenfalls einen liebhaber, einen inder.
es geht das gerücht,der flotte fritz konnte das schlecht wegstecken und nahm es möglicherweise auch als heimlichen grund, nach amerika auszuwandern, offiziell aber wegen der nazis.
dort wurden vor allem die frauenszenen rücksichtslos herausgestrichen, nun ist der film wieder vollständiger auf der berlinale zu sehen, als deren highlight.
von harbou blieb in nazi-deutschland, machte goebbels klar, dass ihr sehr dunkelhäutiger freund, der dies manchmal noch durch das tragen eines weißen pelzmantels unterstrich, "arisch" sei und nahm, wie so viele andere, von staatsanwälten bis firmenchefs, eine verwerfliche unterstützungs-haltung im nationalsozialismus ein, setzte sich aber gleichzeitig vehement für eine große gruppe inder in deutschland ein, wodurch sie in indien einen sehr guten ruf hatte.
all dies ist fakt, berechtigt aber nicht, sie derart als autorin des stoffes zu negieren.
es macht sich bei mir der verdacht breit, gerade bei der berlinale will niemand die nazi-diskussion lostreten, wiedermal auf dem rücken einer hochbegabten frau abgeladen, die als weiblicher sündenbock vom dienst schlechthin nun einfach komplett ausgeblendet, ignoriert wird.
was ist mit der faktentreue, meine herren? was ist mit einer diskussion?
http://thea-von-harbou.blogspot.com/
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