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Sonntag, 26. Mai 2019

Die Luft ist voll von meinen Innovationen.

#hannover. Um 5.30 joggte ich mit meinem Hund zur Gracht, um ab 6uhr am Pavillon Remy de la Fosse den weltberühmten Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Schüler von Yvonne Loriod, Paris, Professor an der Musikhochschule Köln, in der frischen Morgenluft mit Messiaens Katalog der Vögel zu hören.
Ziemlich paradox, dass Hunden der Große Garten verboten ist, denn es gibt kaum ein Adelsgemaelde, auf dem nicht auch Hunde verewigt sind...
Wir kamen durch den Georgengarten, den ich durch mein Magazin mittendrin (www.ingeburgpeters.de) in ein Parkpflegewerk katapultierte, mit Grünflächenamtsleiter Dr.Klaffke und auch dem damaligen Studenten Ronald Clark durchquerte.
Ein Interview mit Professor Meyer, dem Neugestalter der Gärten, kurz vor seinem Tod, lief voraus.
Damals gab es fast nichts über und an den Herrenhäuser Gärten. Erst durch Harald Böhlmanns Kleines Fest und meine journalistisch-kuenstlerischen Aktivitäten wurden die Gärten zum Event-Magnet.
Nicht erst da regten sich Leute, wie z.b. Kurt Morawietz vom Kulturamt oder Journalistenkollegen, über meine Aktivitäten auf, da sie die Thematik als ihre Domäne beanspruchten.
Vor ein paar Tagen hörte ich nun, dass Teile meiner Kunst-Idee, die ich Dr. Sabine Schormann zur documenta vorgelegt habe, von jemand anderem für 15 000 € Honorar realisiert werden: "Zeige mir deinen Pass."
Und der Slogan auf meiner Site www.regionalmedien.de, den ich aus der berühmten RevolutionsParole entwickelte (natürlich war ich zur 200jahrfeier in Paris), nämlich "Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit" wird von den Grünen zur Europawahl verwendet, von denen wenigstens die hannoverschen Mitglieder garantiert meine Seite besuchen...
Habe inzwischen einen neuen Header "denken-schreiben-performen", den ich aber gelegentlich abwandele in "erspüren, erschreiben, performen."
Da heißt es dann regelmäßig, so etwas liege doch aber in der Luft.
Die Luft ist voll von meinen frischen Innovationen - wie es die Partituren von Messiaen sind.
Ingeburg Peters

Ein neues Beispiel :
Wann kommt die tänzerische Umsetzung?
https://youtu.be/G6Izpdkjrhk
Im Gras liegen und Aimard mit der Faust auf die tiefen Tasten schlagen sehen, das war das Größte an den Kunstfestspielen Herrenhausen in #Hannover.
Hier eine Aufnahme seiner Lehrerin Yvonne Loriod.
Da Aimard in Köln Professor ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass die ebenfalls inzwischen dort ansässige, in Hannover emeritierte, Prof. Heide Tegeder, ehemals in der Company von Pina Bausch, den Katalog tänzerisch umsetzt, quasi als Reminiszenz an Sacre du Printemps (Frühlingsopfer). Messiaen verfasste eine legendäre Analyse dieses Balletts, das auch von Pina Bausch kongenial interpretiert wurde...ip


Sonntag, 20. Juni 2010

wir wollen unseren alten harald böhlmann wiederhaben

vor 25 jahren habe ich das kunstfest am aegi veranstaltet.
ein bildhauer, der hauptberuflich als zeichner in der anatomie der mhh tätig war, modellierte schmalstiegs kopf, es wurden kunstkekse verteilt, mein künstler-freund burkhard heiss beschallte das in den cafés sitzende publikum mit seinen texten. nigel packham verbreitete fotokopierkunst, eine andere künstlergruppe fertigte siebdrucke von den ärschen der passanten an, jomü aus jeinsen zeigte seine werke bei drähne, und viele aktionen mehr.
das wichtigste ergebnis war, dass die kreissparkasse damals mit einer kunstförderung großen stils begann und der künstlerverein eine stattliche spende für mittellose künstler aus der aktion erhielt.
gestern war ich nun beim kunstfest herrenhausen.
es war jämmerlich, und das lag nicht am schlechten wetter.
ich dachte wehmütig an das erste "Große Fest" in herrenhausen, das harald böhlmann als damaliger hannoverscher kulturamtsleiter und späterer dezernent mit unendlicher liebe zum detail organisiert hatte.
aus jedem der themengärten erschallten damals sphärische klänge, um die große fontäne herum, deren wasserbecken mit platten abgedeckt war, fand ein barockes musikspiel von überirdischer schönheit statt.
und mittendrin das publikum: lustwandelnd wie einst leibniz und sophie.
gestern also zuerst caprificus, die maschinenoper, die mit geschlechtsteilen herumwirbelt, auch schon mal ein weibliches von innen zeigt, was der hannoveraner harald klenner (für mich nach wie vor illegitim) schon vor 40 jahren tat.
das beste an diesem sonst unterdurchschnittlichen spektakel sind die kinder, die am schluss lebendig vor dem zelteingang stehen und lieder singen, und denen dabei die burger-king-pappkrönchen nichts anhaben, ihre inbrunst und natürlichkeit nicht schmälern können.
dann wurde in der orangerie "pate leibniz" geboten, es hätte besser paté heißen sollen, es war eine üble manscherei mit leibniz' ideen (viel Haute volée im publikum, von tom ziehe über professor hansen bis britta hoge).
der tänzer der aufführung rannte wild geworden durch den saal, rief "I took a trip", flagellierte sich den bauch und rammte sich die standfüße einer eisenbarriere in denselben, wie man es schon vor jahren in graz und anderswo im umfeld von peter weibel erdulden konnte.
genau diese barrieren sah man dann allenthalben, als die publikumsherde in den großen garten zum "chorus"-konzert getrieben wurde.
hinter hecken versteckt drang "da pacem domine" hervor, aber das vorangeschubste publikum konnte die botschaft "gib frieden, herr, in unserer zeit" nicht erfassen; in solch einer großen gruppe kommt es doch zum wortwechsel untereinander, denn der mensch ist ein kommunikationstier.
kein vergleich also mit böhlmanns damaliger inszenierung, wo jeder sich in ruhe auf seine individuelle rezeption einpendeln konnte.
auch die kulturamtsleiterin drewermann schob gefrustet ihre mutter im rollstuhl durch den kies, für gehbehinderte war das konzert ohnehin das desaster schlechthin.
und ich stelle fest, dass die propheten im eigenen lande, und besonders in hannover, immer noch nichts gelten. eine trivialität, ja? aber für diese desorganisation brauchte es wirklich keine intendanz.