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Mittwoch, 19. Oktober 2011

Atommüll-Zwischenlager: Philippsburg sicherer als Gorleben

Greenpeace stellt Studie zur Lagerung hochradioaktiver Castoren vor


Die Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll wäre am Atomkraftwerk im baden-württembergischen Philippsburg sicherer als im niedersächsischen Zwischenlager Gorleben. Dies geht aus einer Studie hervor, die die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace heute in Stuttgart vorstellt. Danach verfügt das Zwischenlager am AKW  Philippsburg über ein Drainagesystem, welches bei einem 
Flugzeugabsturz das ausströmende Kerosin ableiten soll. So können  lang anhaltende Kerosinbrände vermieden werden. Zudem entfiele das in Gorleben nötige Umladen der Castorbehälter von der Schiene auf die Straße, da Bahngleise unmittelbar auf das AKW-Gelände Philippsburg führen. 

Greenpeace: Castoren sollen nach Baden-Württemberg rollen

Die Studie des Diplom-Physikers Wolfgang Neumann zeigt, dass beide Zwischenlager bei anderen Sicherheitsaspekten wie der Überwachung der Castorbehälter sowie beim Wärmeabfuhrsystem ähnliche Voraussetzungen aufweisen. "Der nächste Castor-Transport muss nach Philippsburg rollen und nicht nach Gorleben", sagt Tobias Münchmeyer, Energieexperte bei Greenpeace. Zwar ist das Transportbehälter-Lager in Gorleben derzeit noch das einzig genehmigte Zwischenlager für hochradioaktiven Müll, "daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass es sicherer ist als die Lager neben den Atomkraftwerken. Das Gegenteil ist der Fall", so Münchmeyer.

Die Castoren mit hochradioaktivem Atommüll kommen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague. Da in Deutschland bisher kein sicheres Endlager für stark strahlenden Müll existiert, werden die Abfälle in einer Lagerhalle in Gorleben verwahrt. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen in diesem Jahr erneut elf Castoren aus La Hague in das rund 1500 Kilometer entfernte
Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Durch die Umleitung nach Philippsburg würde die Wegstrecke des Transports um 550 Kilometer verkürzt.

Greenpeace hatte bereits im Oktober 2010 ein alternatives Konzept zur Zwischenlagerung an AKW-Standorten veröffentlicht und auf die dadurch verkürzten Transportstrecken hingewiesen. Die heute vorgelegte Studie ergänzt den Greenpeace-Vorschlag um weitere Sicherheitsvorteile bei der Zwischenlagerung selbst.

"Grüne Landesregierung muss die Einlagerung unterstützen", fordert Münchmeyer. 

Als Oppositionspartei hatten die baden-württembergischen Grünen im vergangenen Jahr noch vier Monate vor ihrem Wahlsieg selbst eine Lagerung nach Verursacherprinzip an den Reaktorstandorten gefordert. 
Bisher ergreift die grün-rote Landesregierung allerdings keinerlei Initiative für eine Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Philippsburg. "Die Grünen brechen ihr Wort, wenn sie jetzt nicht den Weg für eine sicherere Einlagerung in Philippsburg frei machen", so Münchmeyer. 

Damit Castoren mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Philippsburg gelagert werden können, muss der Energiekonzern EnBW als AKW-Betreiber noch im Jahr 2011 eine Erweiterungsgenehmigung für das Zwischenlager beantragen. Die grün-rote Landesregierung ist mit 45,01 Prozent der größte Aktionär der EnBW und im Aufsichtsrat direkt vertreten.
 
 
 
Dies ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt. 

Sonntag, 22. Mai 2011

Atomausstieg SOFORT!

Dazu ein Witz vom hannoverschen Flaschensammler und Privatgelehrten Burkhard Heiss:

Die Schwingtüren eines Saloons öffnen sich:
Herein tritt ein Mann, der 80 Revolver umgeschnallt hat. Die Gäste schauen entsetzt.
"Ach, das ist 80-Revolver-Bill", beschwichtigt der Bar-Keeper.

Wieder öffnen sich die Schwingtüren:
Herein tritt ein Mann mit sieben Messerstichen am Körper. Wieder schaut alles betroffen drein.
"Ach, das ist Messerstiche-Bill", beruhigt der Bar-Keeper.

Erneut kommt jemand herein:
Er hat drei Beine, vier Arme, zahlreiche Körper-Ausbuchtungen, und ein langes Horn mit einem Auge drauf auf der Stirn.
"Das ist Tscherno-Bill".


Wem das übertrieben vorkommt, der suche mal nach Tschernobyl-Fotos von Kindern/Menschen auf Youtube. ip

Montag, 9. Mai 2011

es muss nicht immer kaviar sein...

schade eigentlich, dennoch ein positives zeichen: in letzter zeit werden immer mehr gala-dinners abgesagt.
seit meinem 17. lebensjahr gehören hummer, lachs, kaviar usw. fast zu meiner berufsmäßigen normal-ernährung, weil ich schon in der schule für die örtliche provinzpresse schrieb und die einladungen selbst dort stets opulent ausfielen (Salzgitter Stahl usw.).
als mich später mal auf sylt ein ehemaliger hannoverscher druckereibesitzer mit solcher speisung in sein nobel-hotel "stadt hamburg" locken wollte, lief er voll bei mir auf damit. insofern scheint erlebter luxus eine immunisierende wirkung auf mich zu haben.
Kürzlich sagte die Firma Deloitte (www.deloitte.com, glasfaser-breitband-aktivitäten), eine der führenden prüfungs- und beratungsgesellschaften in deutschland, urplötzlich ein solches Dinner mit Ministerpräsident David McAllister als Referenten im hannoverschen Pelikan Sheraton ab. Sehr hübsches Restaurant, das 5thAvenue. Dabei hätte ich den Referenten gern nach dem Essen (ich schätze gutes Essen sehr) über sein Verhalten in Sachen Gen-Technik befragt.
Und nun hat sich das Deutsche Atomforum in Berlin "aufgrund der aktuellen Situation gegen die Akkreditierung von Journalisten" ausgesprochen. Das Gala-Dinner sei abgesagt. Vielleicht, weil das Endlager Asse absäuft und nach dem GAU in Japan Tausende nie wieder in Ihre Häuser zurückkehren können? Aber so etwas hat doch noch nie Mächtigen den Appetit verdorben, wie schon Heinrich von Kleist feststellte.
Was wohl auf der Speisekarte stand? ip

Donnerstag, 25. November 2010

Erhöhte Leukämierate in der Samtgemeinde Asse

Die Leukämieerkrankungen bei Männern in der Samtgemeinde Asse sind doppelt so hoch wie zu erwarten ist. Die Erkrankungsrate für Schilddrüsenkrebs bei Frauen ist sogar verdreifacht. Eine Ursache dafür ist bisher nicht festgestellt worden. Dies ergibt sich aus den Auswertungen der Untersuchungen der Registerstelle des Epidemiologischen Krebsregisters (EKN). Diese Information liegt Hallo Niedersachsen exklusiv vor und wurde vom Sozialministerium bestätigt.
Nach Auskunft des Sozialministeriums ist die Erkrankungshäufigkeit von Leukämie für Männer statistisch signifikant erhöht. Im Zeitraum von 2002 bis 2009 wurden statt erwarteter 5,2 Fälle 12 Fälle festgestellt. Die vorliegenden Daten zu den Krebsfällen in der Samtgemeinde Asse werden derzeit weiter ausgewertet. Der detaillierte Bericht des EKN wird Anfang Dezember fertiggestellt sein.
Die Erkrankungsrate für Schilddrüsenkrebs bei Frauen ist im untersuchten Zeitraum sogar verdreifacht. Die Erkrankungshäufigkeit für Leukämien bei Frauen ist ebenfalls erhöht, allerdings nicht signifikant. Die Krebsfälle insgesamt liegen bei Männern und Frauen im Erwartungsbereich.
Laut Sozialministerium ist bisher nicht bekannt welchen Einfluss Lebensalter oder Berufstätigkeit auf die Erkrankungen haben, da bisher ausschließlich anonymisiertes Datenmaterial vorliegt. Anfang kommenden Jahres wird das Bundesamt für Strahlenschutz ein vorsorgliches Bevölkerungsmonitoring in der Samtgemeinde anbieten, von dem man sich weitere Aufschlüsse erhofft.

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Montag, 4. Oktober 2010

Kampagne Castor Schottern

Freitag, 8.10.2010, 11 Uhr
Hannover, Pavillion, Lister Meile 4, Raum 5


Zur bundesweiten Kampagne Castor Schottern gehören mittlerweile über 130 Gruppen, Initiativen und Organisationen von Flensburg bis München, von Düsseldorf bis Berlin – und aus dem Wendland selbst. Eine wachsende Zahl von Personen aus Kultur, Wissenschaft und öffentlichem Leben unterstützt die Kampagne Castor Schottern, darunter mehrere ProfessorInnen, GewerkschaftsfunktionärInnen und die Liedermacher Konstantin Wecker und Hannes Wader.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es zur geplanten Aktion: "Mit Hunderten, Tausenden von Menschen, die aus unterschiedlichsten politischem und sozialem Alltag kommen, werden wir am Transporttag auf die Schienenstrecke gehen. Wir sind entschlossen, massenhaft den Schotter aus dem Gleisbett zu entfernen, also die Gleise zu unterhöhlen und sie damit für den Atommüllzug unbefahrbar zu machen. Wir wählen für die Aktion einen Schienenabschnitt, an dem an diesem Tag kein Zugverkehr außer dem Castortransport stattfindet."

Nun stellt die Kampagne "Castor Schottern" ihre Grundsätze und Planungen auf einer Pressekonferenz in Hannover vor und wird sich dabei unter anderem zu folgenden Fragen äußern:

* Was ist Schottern und wie funktioniert es?
* Warum ist es gerechtfertigt, die Castor-Gleise durch Schottern unpassierbar zu machen?
* Warum kündigen wir unsere Aktion vorher öffentlich an?
* Wie wollen wir angesichts der erwarteten massiven Polizeipräsenz unsere Aktion umsetzen?
* Wie bewertet Castor Schottern die Äußerungen von Niedersachsens Innenminister Schünemann zu den Castor-Aktionen?
* Welchen Einfluss hat die Polizeigewalt in Stuttgart auf unsere Aktionsplanungen?
* Welche Möglichkeiten gibt es für JournalistInnen unsere Kampagne im Vorfeld und an den Aktionstagen selbst zu begleiten?

Aktuelle Informationen: www.castor-schottern.org & www.castor2010.org

Dieser Artikel ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt.

Mittwoch, 22. September 2010

Atomindustrie-Geseiere

Vor längerem habe ich in der City einen Rolls Royce gesehen, an dessen Heckscheibe "Kernkraft - ja bitte" klebte.
Der Besitzer zeigte einen gewissen humoristischen Sinn für Ironie damit, denn die Gewinne der Kernkraftindustrie sind ja exorbitant; aber jede Steuer, die die Regierung ihr zumutet, wird garantiert irgendwann wieder auf die Preise aufgeschlagen.
Bei Haus- und Renovierungsarbeit kann man sehr gut Deutschlandradio hören, bei allen anderen Sendern verblödet man und frau.
Dort seiert gerade ein Vertreter der Atomindustrie diese ewige Leier, die Haushalte müssten Stromsicherheit haben.
Fehlt nur noch, dass er dezidiert die liebe Hausfrau anspricht.
Dabei ist es real so, dass die privaten Haushalte zu hohe Strompreise zahlen müssen, während die Industrie durch ihren hohen Verbrauch aus "Wettbewerbsgründen" weniger zahlen darf.
Der Atomstrom wird vor allem für hochtechnisierte, Energie verschluckende Unternehmen wie beispielsweise O-I verbraucht, amerikanischer Flaschenhersteller in Rinteln, dessen Fabrik ohne Arbeiter auskommt.

Montag, 13. September 2010

Handeln Sie jetzt und verbreiten Sie diesen Aufruf

Bundeskanzlerin Merkels Beschluss, die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern, löst gewaltige Empörung in der Öffentlichkeit aus. Hinter verschlossenen Türen einigte sich unsere Regierung auf ein neues Energiekonzept, das sich unerhörterweise auf ein von der Atomlobby finanziertes Gutachten stützt!

Merkel nennt es eine "Energie-Revolution", doch in Wahrheit ist es ein gewaltiger Erfolg für die Profite der Atomkonzerne und ein riesiger Rückschlag für erneuerbare Energielösungen, die dringende Investitionen benötigen. Von internen Machtkämpfen gebeutelt, gleiten die Umfragewerte der Regierung in die Tiefe - sie kann es sich einfach nicht leisten, die Öffentlichkeit zu ignorieren.

Wenn jetzt genug von uns zusammenkommen und diese skandalösen Übergriff entlarven und anfechten, könnte das Streben der Bürger nach einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung die Profit-Interessen der Atomkonzerne besiegen. Doch die Zeit drängt: Die Regierung wird ihr endgültiges Konzept noch in diesem Monat bekanntgeben. Sobald wir 100.000 Unterschriften haben, werden wir ganzseitige Inserate in wichtigen Zeitungen veröffentlichen, um unseren Stimmen Gehör zu verschaffen. Unterzeichnen Sie die Petition unter folgendem Link und leiten Sie diesen Aufruf weiter:

http://www.avaaz.org/de/ausstieg_jetzt/?vl

Im vergangenen Monat drängte die Atomlobby in einer agressiven Kampagne die Regierung zu längeren Laufzeiten, so dass die AKW-Betreiber weiterhin hohe Gewinne aus ihren alternden Reaktoren erwirtschaften können. Auf schamlose Weise erhöhte die Lobby den Druck mit einer Anzeigenkampagne und einem dreistes "Bestechungs-Angebot" von 30 Milliarden Euro für längere Laufzeiten. Eine von deutschen Bürgern finanzierte Anzeigenkampagne, sendet ein deutliches Signal an Merkel über das, was die Öffentlichkeit wirklich will.

56% der Wähler sind gegen AKW-Laufzeitverlängerungen -- Doch die Lobbyisten haben einen Plan durchgesetzt, der sogar in Merkels Regierungskoalition umstritten ist, und dabei unseren Willen ignoriert. Indem wir jetzt handeln, zeigen wir, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands bereit sind den Plan der Lobbyisten im Bundestag zu blockieren.

In einem Augenblick, wo mutige Schritte im Klimaschutz dringend erforderlich sind, untergräbt Merkels Plan umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien und bedroht Deutschlands Führungsrolle in diesem Gebiet. Ohne Lösung zur Endlagerung des radioaktiven Mülls und mit mehreren veralteten Reaktoren wie Krümmel und Brunsbüttel, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, wollen die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, dass ihre Regierung in sichere und erneuerbare Energien investiert.

Unterzeichnen Sie die Petition für einen verantwortungsvollen Ausstieg und sofortige Investitionen in erneuerbare Energien - sie wird direkt an Merkels Kabinett übergeben und durch ganzseitige Inserate in wichtigen deutschen Zeitungen veröffentlicht, bevor der endgültige Plan am 28. September enthüllt wird. Unterschreiben Sie jetzt und senden Sie diese E-Mail and Freunde, Bekannte und an alle, denen die Zukunft unseres Landes etwas bedeutet:

http://www.avaaz.org/de/ausstieg_jetzt/?vl

Vor fast 10 Jahren hat Deutschland einen mutigen Schritt gemacht, als es die Weichen für einen verantwortungsvollen Atom-Ausstieg stellte. Lasst uns verhindern, dass Deutschlands weltweite Führungsrolle im Bereich der erneuerbaren Energien aufs Spiel gesetzt wird.