ffm. Die Stadt Frankfurt gibt im Namen der Familie Traxler bekannt, dass der Zeichner, Maler und Autor Hans Traxler am Montag, 24. August, im Alter von 97 Jahren in Frankfurt am Main verstorben ist. Traxler, der 1929 in Herrlich in Böhmen geboren wurde, gehörte zu den bekanntesten und einflussreichsten Zeichnern und Autoren der Komischen Kunst in Deutschland. Er war Mitbegründer der Satiremagazine Pardon und Titanic und Mitglied der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“, unter deren Einfluss sich das Komikverständnis in Deutschland grundlegend veränderte. Traxler ist Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und hinterlässt ein umfangreiches Werk an Cartoons, Bildgedichten, Illustrationen und Kinderbüchern.
„Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“
Hans Traxler war Satiriker, Maler, Zeichner, Illustrator und schuf als Autor satirische Texte sowie Kinderbücher. Zusammen mit F. W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Pit Knorr, Chlodwig Poth und F. K. Waechter bildete er die Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“. Die legendäre Elch-Gruppe stellte eine bundesrepublikanische Größe dar – mit ihrer Zentrale in Frankfurt am Main. Der Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“ von F. W. Bernstein wurde ihr Leitspruch. Zeichnerisch umgesetzt hat ihn Hans Traxler. Der Elch findet sich auch wieder im Logo des Caricatura Museums, 2008 wurde die Bronzefigur vor dem Museum eingeweiht.
Zu Traxlers frühesten und bekanntesten Werken gehört die Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ (1963). 1962 war er Mitgründer des Satire-Magazins „Pardon“.
Die späten 1970er und die 1980er Jahre waren für Traxler ungemein produktive Jahre. Neben der Gründung der „Titanic“ arbeitete er für das Zeit-Magazin, für die Magazine der FAZ, der Süddeutschen Zeitung und andere. 1982 erschien „Birne – das Buch zum Kanzler” mit Texten von Pit Knorr. Als einer der ersten deutschen Cartoonisten schaffte er es mit „Aus dem Leben der Gummibärchen“ von 1992 bis auf den amerikanischen Cartoonmarkt.
2005 schenkte Traxler seiner Wahlheimat Frankfurt das ICH-Denkmal im Frankfurter Grüngürtel. Unter dem Motto „Jeder Mensch ist einzigartig“ kann sich jeder auf dem mit „ICH“ beschrifteten Sandsteinsockel fotografieren und so zum eigenen Denkmal werden.
Vom schnellen Tagesgeschäft zurückgezogen, blieb Hans Traxler als Autor und Illustrator bis zuletzt ungemein kreativ. 2024 erschien „Wie die Malerei verschwand. Eine Kunstgeschichte“, eine satirisch-realistische Abrechnung mit dem Kunst- und Lehrbetrieb. 2025 folgten „Eine Ode an den Ammersee“, eine humorvoll pointierte Hommage an seinen Lieblingssee und „Die Bildergedichte“, mit Klassikern und vielen neuen Bilderserien des Künstlers sowie eine Neuauflage von Mark Twains „Bummel durch Europa“ mit Illustrationen Traxlers.

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