Hannover. In den Niederungen des täglichen Lebens bewegen sich nach wie vor meist nur Frauen. Deren Männer versuchen, den Überblick zu behalten und Theorien vom wirtschaftlichen Kollaps zu entwickeln - aber nicht zuhause, nur am Stammtisch. Dennoch oute ich mich hier jetzt mal als ganz normale Frau im Alltag.
"Es ist alles so teuer geworden," jammert eine Nachbarin. Selbst die Kassiererin an der Kasse vom Billigstsupermarkt sagt beim Ausdrucken der Rechnung, sie mag gar nicht mehr einkaufen gehen, so teuer sei alles.
Zuhause angekommen, schmecken die Waffeln vergammelt, aber Zurückbringen wäre zu mühsam.
Das teure winzige bisschen frischer Fisch, das der Verkäufer eines Fachgeschäftes möglicherweise wohlweißlich nach dem heißen Tag eingeschweißt hatte, fällt auseinander und stinkt ungenießbar, so dass alle Räume gelüftet werden müssen und der Mülleimer umgehend runtergebracht wird. Dazu hat man noch ein schlechtes Gewissen, dass es eine nach frischem Kabeljau verlangt hat. Wir sind doch hier nicht an der französischen Küste... Wir sollen doch trockene Vorräte für den Ernstfall anlegen und Wasserflaschen kaufen. Wir sind doch niemand mehr, wir Germanen, seit wir zur Rüstungsproduktion vergewaltigt wurden. ip

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