Mittwoch, 11. Februar 2026

Wie Grönland zum Wasserstoff kam...

Falkensee, Rabenweg: 2023 hat der Künstler Achim von Boxberg nach 30 Jahren wundervoller Inhalte den letzten Rabenschnabel-Kalender herausgebracht, schluchz. Wer eine Sammlung dieser Kleinodien vervollständigen möchte, schreibe eine E-Mail an kalender@rabenschnabel.de und welche Kalender Ihr möchtet. Hier ein Text aus dem Kalender 2013 über Grönland:

'Die Erde hat zwei Lecks: Das Weltall und den Untergrund der Kontinente. Seit 4 Milliarden Jahren haben sich die Ozeane um ein Viertel ihres Wassers entleert. Auf den Kontinenten gibt es Orte, die Wasser aus den Ozeanen binden. Das Gestein in Grönland gehört zu den ältesten der Welt, es bildete sich vor 3 Milliarden Jahren im Grund eines Urozeans - also etwa 700 Millionen Jahre nach der Entstehung der Erde. Die Analyse der Minerale im Fels ergab Erstaunliches: Die Zusammensetzung des Meeresgesteins unterschied sich deutlich von heutigen Proben: Insbesondere war wesentlich weniger Deuterium enthalten, eine Variante von Wasserstoff. Wasserstoff (H) bildet zusammen mit Sauerstoff (O) Wasser (H2O). Tief im Meeresgrund verbindet sich Wasser mit Mineralien. Umwälzungen im Erdinneren befördern die Minerale in die Knautschzonen der Erdplatten, wo Vulkane die Minerale ausspucken - sie erstarren schließlich zu Erdkruste. Anstatt als Wasser im Meer zu schwappen, lagern die Wasserstoffteilchen nun im Gestein der Kontinente.

Außerdem verschwinden jährlich rund 100.000 Tonnen Wasserstoff ins All. Das verschwundene Wasser könnte den gesamten Atlantik füllen - und den Meeresspiegel um 800 Meter heben.

Bakterien spalten Wasser auf, so dass Wasserstoff als Bestandteil von Methangas in die Luft entfleucht. Das Gas steigt in die Luft bis in die Stratosphäre, wo es von energiereicher Sonnenstrahlung in seine Einzelteile zerlegt wird. Wasserstoff als leichtestes Element überhaupt entschwebt darauf ins All - und kann damit nicht wieder als Wasser in die Ozeane zurückkehren. Die Meere werden immer kleiner.'

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