Sonntag, 8. Februar 2026

Neues zum Fall Anette W. und Töchter

Hannover/JVA Hildesheim. "Update: Dank eurer Spenden konnten wir Verfassungsbeschwerde einlegen – einmal regulär, einmal als Eilantrag. Das Justizministerium Niedersachsen hat das Gnadengesuch für Anette abgelehnt, weil es sich in seiner Argumentation zu 100 % an den (an den Haaren herbeigezogenen) Ausführungen des OLG Celle orientiert hat, anstatt sich die Arbeit zu machen, den Fall ordentlich zu überprüfen. Auch wieder dank eurer Spenden konnte der Anwalt von Anette durchsetzen, dass zumindest Mutter und Tochter Julia per Zoom Kontakt aufnehmen dürfen. Auch wenn das für viele (verständlicherweise) lächerlich wenig erscheint, war es für Anette und ihre Tochter ein riesiges Highlight, sich nach fast drei Monaten zum ersten Mal wieder (digital) zu sehen – miteinander sprechen zu können und sich darauf zu freuen, sich eines Tages wieder in den Arm nehmen zu dürfen. Und genau deshalb brauchen wir euch weiterhin: Wir sind leider noch lange nicht so weit, dass Mutter und Tochter wieder zusammenleben können. Solche Justizskandale sind unfassbar aufwändig, ziehen sich über Monate oder Jahre – und können finanziell schnell in den sechsstelligen Bereich gehen. Wenn ihr könnt, unterstützt die Spendenaktion bitte weiterhin. Und mindestens genauso wichtig: Teilt sie, damit noch mehr Menschen davon erfahren. Anette W. sitzt bis Ende April im Gefängnis – ohne jemals eine Straftat begangen zu haben, ohne ihre Kinder misshandelt oder vernachlässigt zu haben, ohne überhaupt verurteilt worden zu sein. Sie sitzt in Ordnungshaft wegen eines richterlichen Beschlusses, der seit Jahren jegliche Kinderrechte mit Füßen tritt. Ein Beschluss, der darauf basiert, den Kindeswillen mit Polizeigewalt zu brechen und Kinder gegen ihren Willen zu zwingen, bei dem Mann zu leben, der für diese (staatliche) Gewalt maßgeblich verantwortlich ist. Welches Kind würde jemals bei einem Elternteil leben wollen, der staatliche Systeme nutzt, um derart Macht auszuüben? Wie kann irgendeine Behörde oder Justiz ernsthaft behaupten, dass so jemand erziehungsfähig bzw. am Kindeswohl interessiert ist? Das ist Patriarchat in Reinstform. Anette sitzt nur deshalb im Gefängnis und ist von dem einen Kind seit Jahren getrennt, von dem anderen seit ein paar Monaten, weil ein Mann es NICHT verkraftet hat, dass seine Kinder lieber bei der Mama leben wollten. Wäre dieser Mann einer von den Vätern gewesen, die sich nach einer Trennung einen Dreck um ihre Kinder scheren und einfach abgehauen wären, dann würden Anette und ihre Töchter seit Jahren ein ganz normales Leben leben. Keine Behörde und kein Familiengericht hätte diese Familie überhaupt jemals auf dem Schirm gehabt. Aber weil ein Mann das vehemente, über Jahre klar geäußerte NEIN seiner Töchter missachtet hat, konnte das alles überhaupt erst so eskalieren. Und weil ein staatliches System sich zum Helfer dieser massiven Nachtrennungsgewalt gemacht hat. (Sämtliche Einzelpersonen – von Sachbearbeitern bis zu einer Richterin –, die einen Kurswechsel im Sinne der Kinderrechte vornehmen wollten, wurden nachweislich von dem Fall abgezogen oder übergangen.) Es gäbe natürlich viel mehr zum aktuellen Stand der Dinge zu berichten, aber hier hoffen wir auf eure Geduld und bedanken uns nochmals für euer krasses Vertrauen und euren unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit." Sonja Howard, Organisatorin, Bonn, Nordrhein-Westfalen. 

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