Donnerstag, 24. Januar 2019

Unterworfene



Aus der Serie „Lamento“ von ip

Auch 2019 darf eine Frau nur durch Chef, Mann, Kind oder Familie gut leben. Ein direkter, eigener, unvermittelter Zugang zur Welt wird ihr verwehrt. Er wird ihr schlichtweg einfach abgesprochen, geleugnet.
Selbst wenn alle Fakten dagegen sprechen: Jutta Ditfurth ohne Manfred Zieran im Rücken? Silvia Hesse ohne Enno Hagenah? Angela Merkel ohne angeblichen Ziehvater Helmut Kohl? Usw.
Bei mir ist nur noch der durch meinen Nachbarn aus Schwäche mit stets langer Leine unkontrolliert auf Unrat fressen geradezu trainierte Hund übriggeblieben, der nun meine angebliche Abhängigkeit zeigt. Muss zwar das teure Futter zahlen, den Tierarzt, nachts wegen Durchfall raus, sauge die Haare weg, aber dennoch raunen mir immer noch Leute bedeutungsvoll zu, sie kennten den hund… (also nicht mich). Oder belehren, wie wichtig doch solch ein Haustier für mich sei, was es mir Unschätzbares gebe,  und was ich wohl tun werde, wenn es nicht mehr lebt…
Eine Frau darf immer noch nicht viel selbst Geschaffenes besitzen, weder materiell noch geistig. Darf nicht Herrin im Hause sein. Sie darf nur durch andere zu etwas gekommen sein, selbst wenn real das genaue Gegenteil der Fall sein sollte. Egal. Darf nur über oder für andere  erleben oder schaffen. Und dann werden auch die ihr letztendlich weggenommen, Kinder, Besitz, Erlebnisse, Werk, Haustiere, Familie, Freunde.
Hat sie geerbt, übernimmt meist ein Mann die Verwaltung des Vermögens. Hat sie etwas selbst erarbeitet, wird es ihr trotzdem abgesprochen, oft hinter vorgehaltener Hand. Diese Legende ist steinhart und wird täglich weiter gereicht.
Hat sie ihren Lebensgefährten verlassen, heißt es, sie ging fremd. Ist sie bei ihm geblieben, konnte sie nicht ohne ihn.
Schön, dass man sich gelegentlich um gequälte Tiere und Kinder kümmert. Aber wer kümmert sich wirklich um vor allem seelisch gefolterte Frauen, täglich gemobbt, lächerlich gemacht. Sie gelten immer nur vermittelt etwas, fast nie durch sich selbst, es sei denn, sie werden in der Verteidigung ihrer Leistungen mental so bretthart wie ein Karatekämpfer.
Sie haben Sex zu liefern, damit Ängste abgebaut werden. Viele definieren dadurch ihren Selbstwert, dass sie Liebe geben, die eigentlich gar keine ist, aber beruhigt, wie die Streichelwiese im Zoo.
Eine Frau, die nicht alles hergibt, was verlangt wird, steht auch im 21. Jahrhundert auf der sozialen Todesliste, wird kalt gemacht, entweder geschäftlich, beruflich oder privat, je nachdem, wo ihre schwächste Stelle liegt. Wie bei der hochintelligenten Anwältin, die sich nicht für diskriminiert hält, aber durch ihren strohdummen Exmann sukzessive marode gemacht wird, weil der hinterrücks den gemeinsamen Sohn gegen sie aufwiegelt. Dagegen ist ihre gute Bildung machtlos…


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