Freitag, 6. November 2026

Es war einmal eine SPD-Abgeordnete... Ada Lessing

Foto Wikipedia 
Hannover. Mit dem Kriegsbeginn 1914 kämpfte Ada für die Rechte der Frauen und engagierte sich in der SPD. Ab 1919 arbeitete sie für die Volkshochschule Linden. Am 25. Januar 1920 wurde die Einrichtung eröffnet. Bis 1933 war sie als Geschäftsführerin tätig. 

Bei den Reichstagswahlen 1932 und 1933 kandidierte sie für SPD, fiel aber 1933 den Säuberungsaktionen der Nationalsozialisten in der Stadtverwaltung zum Opfer und musste ihren Posten bei der Volkshochschule räumen.

Bereits seit 1926 hetzten die Nationalsozialisten gegen ihren Mann Theodor, der schließlich seine Lehrerlaubnis verlor und ins tschechoslowakische Marienbad floh, wo er 1933 ermordet wurde. 

Er hatte sich gegen Leitartikelgeschwätz vom fröhlichen Heldentod gewandt und gegen das Ansinnen, den in Hannover lebenden und ihm selbst wohlbekannten Generalfeldmarschall von Hindenburg zum deutschen Reichspräsidenten zu wählen. Hans Mayer, bis 1973 Lehrstuhinhaber deutsche Literatur in Hannover (seine Eltern starben in Auschwitz): "Lessing sagte die Folgen einer solchen Wahl recht präzise voraus. Wir alle kennen sie. Er wurde von Deutschnationalen und Völkischen bedroht." (Mayer ließ sich aus Protest vorzeitig emeritieren, da das niedersächsische Kultusministerium sich gegen seinen von Fakultät und Senat unterstützten Vorschlag entschied, den Publizisten Fritz J. Raddatz als Professor für neuere und neueste Literatur zu berufen.) 

Ada folgte Theodor ins Exil und erhielt 1937 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Rechtzeitig vor dem Einmarsch der deutschen Truppen konnte sie nach Großbritannien fliehen. 

Keine Kommentare: