ffm. Ein Vortrag und eine Podiumsdiskussion ergänzen am Donnerstag, 21. Mai, die Sonderausstellung „Die Welt im Geld“ des Historischen Museums Frankfurt. Kuratorin und Wirtschaftshistorikerin Yi Liu führt ab 18.30 Uhr unter dem Titel „Von den Seidenstraßen zur ‚Belt and Road Initiative‘“ in das Thema historischer und moderner Seidenstraßen ein und diskutiert auf dem Podium mit folgenden Gästen aus Wissenschaft und Kunst zu Machtverhältnissen durch Infrastruktur und Kapital:
Friederike Sattler, Wirtschafts- und Finanzhistorikerin an der Goethe-Universität Frankfurt und am Fritz Bauer Institut. Sie forscht unter anderem zur Geschichte deutscher Banken und Kaufleute in Ost- und Südostasien im „langen 19. Jahrhundert“.
Johannes Petry, Politikökonom und Senior Researcher an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist spezialisiert auf die politische Ökonomie Chinas, die Entwicklung globaler Finanzmärkte und die Rolle finanzieller Infrastrukturen in der „Belt and Road Initiative“.
Verdiana Albano, Künsterlin aus Frankfurt. Sie thematisiert und visualisiert Globalisierung und Migration. In ihrem Fotoprojekt „status report (2022/23)“ dokumentiert sie Logistikzentren und Landschaften entlang der „Neuen Seidenstraße“ und macht politisch-ökonomische Prozesse sichtbar.
Die Sonderausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum zeigt Globalisierung als eine Geschichte von Waren, Ideen und Werten. Im Mittelpunkt stehen Handels- und Infrastrukturnetzwerke, die seit Jahrhunderten Regionen miteinander verbinden und kulturellen wie wirtschaftlichen Austausch ermöglichen. Ein frühes Beispiel für solche globalen Verflechtungen sind die sogenannten Seidenstraßen.
Der 1877 von Ferdinand von Richthofen geprägte Begriff der Seidenstraßen beschreibt kein einzelnes Straßensystem, sondern ein weitreichendes Netz von Land- und Seewegen, über das Waren, Technologien, religiöse Vorstellungen, Kunstformen und Wissen zirkulierten. Heute knüpft Chinas „Belt and Road Initiative“ – auch „Neue Seidenstraße“ genannt – symbolisch an diese historische Vorstellung an. Zugleich deutet sie diese im Kontext gegenwärtiger geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen grundlegend neu.
Auch Europa ist unmittelbar eingebunden: Neue Knotenpunkte globaler Lieferketten entstehen, wirtschaftliche Verflechtungen vertiefen sich, und Fragen politischer Handlungsfähigkeit werden diskutiert – etwa am Hafen von Piräus in Athen, im Logistikzentrum Duisburg oder bei Beteiligungen chinesischer Unternehmen am Hamburger Hafen.
Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen des Begleitsprogramms zur Sonderausstellung „Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte“ im Historischen Museum Frankfurt statt. Die Ausstellung wird bis 31. Januar 2027 zu sehen sein.
Mehr Informationen zur Ausstellung sind unter Historisches Museum | Die Welt im Geld abrufbar.

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