Sie ist gerade mal 15 Jahre her – und doch droht die Atomkatastrophe von Fukushima schon wieder in Vergessenheit zu geraten. Dabei sind bis heute große Teile der Region radioaktiv belastet. Noch immer fließt radioaktives Wasser in den Pazifik. Noch immer ist kein einziges Gramm der rund 880 Tonnen hochradioaktiver Brennstoffschmelze aus den zerstörten Reaktoren geborgen. Und noch immer kämpfen Zehntausende Menschen mit den Folgen der Katastrophe.
Der 11. März 2011 hat allen die immensen Gefahren der Atomkraft deutlich vor Augen geführt: Wenn ein solcher Unfall in einem technologisch fortschrittlichen Land wie Japan passieren kann, dann kann er überall passieren – jederzeit. Dennoch setzt Europa wieder auf Atomkraft. Die EU plant, Milliarden an Subventionen für Atomprojekte zu verschleudern:
Laufzeitverlängerungen uralter Meiler, teils nahe der deutschen Grenze. Neue AKW. Absurde Nuklearprojekte wie Small Modular Reactors (SMR) und Kernfusion – Technologien, die kaum mehr sind als teure Luftschlösser. Trotzdem liegen sie bei Atomfans voll im Trend. Frankreich etwa plant mehrere solcher Mini-AKW, finanziert mit EU-Geldern, die wir dringend für die Energiewende in Europa brauchen. Diese atomfreundliche Linie ist bereits in den Vorschlag für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU eingeflossen. Auch Teile der deutschen Bundesregierung tragen sie mit: Bundeskanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche (beide CDU) zeigen sich durchaus aufgeschlossen für eine EU-Förderung von Atomprojekten.

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