Samstag, 3. Juli 2021

Erlebnisse mit dem #Frauenhaus.

 #Hannover.

Wie ging das Hornberger Schießen nochmal aus?

Bin wieder zuhaus.

Ersteinmal.

Mein Fall hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Man klatscht sich auf die Schenkel. Der Schaden. Der Spott.

So eine geht doch nicht ins Frauenhaus.

Stimmt, bin wieder zuhaus.

Ersteinmal. Obwohl ich hier auch nicht mehr sein kann.

Der Taxifahrer auf dem Weg zu einem von der Taxizentrale angegebenen Frauenhaus in der Oststadt ist Moslem. Er erläutert mir die Schwierigkeiten moslemischer Paare, deren hunderte Jahre alte Gesetze, eine ungehorsame Frau dürfe geschlagen werden, ähnlich wie die Mehrfrauenehe für Männer, nicht mehr so recht in die Zeit passe. Man sei heute beidseitig sehr abhängig voneinander, finanziell wie auch seelisch. Und das mache Angst.

Sage: „Angst rechtfertigt aber keine Gewalt“.

Das Frauenwohnheim am Weiße Kreuzplatz tönt über Sprechanlage, sie seien ein psychiatrisches Wohnheim, man müsse erst zum sozialpsychiatrischen Dienst.

Der Taxifahrer: „Ich bin erstaunt, wieviel Bedarf da besteht.“ Sage: „Dort vermutlich für Drogenabhängige und Prostituierte.“

Er sucht eine Frauenhaus-Notaufnahmerufnummer 0800 7708077 aus dem Internet heraus und reicht sein Handy herüber auf den Rücksitz. 

Soll denen telefonisch den Fall schildern: Wurde die Polizei gerufen? „Ja, aber von da tut sich seit Tagen nichts.“ Wie ist Ihr Name? Wir können Sie nur ein paar Tage aufnehmen, eventuell müssten Sie auch in eine andere Stadt. Sage: „Macht nichts“. Und plötzlich kommt: „Wir sind voll. Rufen Sie Montag nochmal an, wir haben nichts frei.“ „Ab Montag dann?“. „Vielleicht.“ (es ist halt Samstag, Wochenende, das Büro nicht besetzt?)

Mein Fahrer: „Soll ich Sie in ein Hotel bringen?“ Nee, erstmal wieder zurück, überlegen, ob man sich wirklich Verhören aussetzen will oder ob man lieber standhaltend der Gefahr weiter ins Auge blickt.

Flüchten ist gar nicht so einfach, scheint mir.

Großes Getöse, wie es die Frauenhäuser, Bestärkungsstelle oder der Opferschutz des Justizministeriums vorführen, versandet im Nichts. Der Fahrer bekommt 20 € und quittiert.

Die schreibt darüber, klingt mir die Frauenfeindschaft sofort in den Ohren. Derweil gehen wieder die Jurist*innen mit ihren Hunden in Dänemark am Strand spazieren? ip

 

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