Mittwoch, 11. Juli 2018

Wem gehören die Medien?


Diese Woche fällt der Startschuss für das Media Ownership Monitor (MOM)-Projekt in Colombo, Sri Lanka.
ReporterohneGrenzen: "Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Verité Research werden wir dort recherchieren, wem die Medien in Sri Lanka gehören und wie dort politische und wirtschaftliche Interessen mit Medienbesitz verflochten sind.
Der Media Ownership Monitor existiert in mittlerweile vierzehn Ländern. Das weltweite Netzwerk von Medien- und Menschenrechtsorganisationen, die an dem Projekt arbeiten, bekommt auch in diesem Jahr wieder Zuwachs: Wir planen mit fünf weiteren NGOs Recherchen nicht nur in Sri Lanka, sondern auch in Pakistan, Tansania, Ägypten sowie im Libanon.
Gerade in Zeiten von Online-Propaganda und -Desinformation ist es wichtig, die Quellen von Informationen zu kennen und einschätzen zu können. Diese Transparenz zu schaffen, ist das Projektziel. Unsere zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen fördern mit den Rechercheergebnissen jedoch nicht nur die Medienkompetenz der Bevölkerung. Sie stoßen auch oftmals politische Diskussionen an, denn in vielen Ländern ist die Konzentration von Medienbesitz - und damit Meinungsmacht - nicht gesetzlich begrenzt.
Unsere Ergebnisse haben mitunter auch unmittelbare, konkrete Auswirkungen für die Situation in den Partnerländern: Beispielsweise wurden im kolumbianischen Senat als direkte Folge der MOM-Veröffentlichung zwei Gesetzentwürfe eingebracht, die sich u.a. mit den regulatorischen Mängeln bei der Vergabe von öffentlichen Werbebudgets befassen. In Tunesien beriet unsere Partnerorganisation die nach der Revolution gegründete audiovisuelle Regulierungsbehörde HAICA auf deren Wunsch bezüglich der MOM-Methodik, um diese bei der Medienaufsicht und Konzentrationskontrolle einzusetzen. In Brasilien unterstützte unsere Arbeit die dortige Staatsanwaltschaft bei der Einleitung von über dreißig Ermittlungsverfahren gegen hochrangige Politiker wegen unerlaubtem Medienbesitz. Die MOM-Projektergebnisse aus den EU-Beitrittskandidatenländern Serbien und Türkei wurden für die Fortschrittsberichte der EU-Kommission im Kapitel 23 – Grundrechte – genutzt."
Diese Projektarbeit wird zu einem großen Teil durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

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